DE85395C - - Google Patents
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- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04M—TELEPHONIC COMMUNICATION
- H04M1/00—Substation equipment, e.g. for use by subscribers
- H04M1/02—Constructional features of telephone sets
- H04M1/03—Constructional features of telephone transmitters or receivers, e.g. telephone hand-sets
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. November 1894 ab.
Bei dem den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden Mikrotelephon ist in dem
Hörapparat ein untertheilter Eisenkern oder ein Drahtbündel vorgesehen, welches mit einem
feinen und mit einem stärkeren Draht in fortlaufender Richtung umwickelt ist, und zwar in
der Weise,, dafs die beiden Wickelungen hinter einander geschaltet sind. Der Eisenkern bezw.
das Drahtbündel kann auch durch Dauermagnete polarisirt oder auch ohne Dauermagnete
angewendet werden, ohne dafs dadurch an den wesentlichen Theilen der Erfindung
etwas geändert würde. Die starke Wickelung verwandelt das Drahtbündel oder
den Eisenkern in einen Magneten und unterstützt die feine Wickelung, welche, wie weiter
unten angeführt, gewöhnlich stromlos ist, bei der inducirenden Wirkung, welche diese während
des Empfangens von Gesprächen auf den Eisenkern ausübt.
Auf beiliegender Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand schematisch zur Darstellung
gebracht, und zwar bedeutet:
Fig. ι a und ib die einfachste Schaltung,
welche gemäfs der vorliegenden Erfindung getroffen werden kann,
Fig. 2 einen Schnitt durch den zweipoligen Hörapparat mit dreiadriger Leitungsschnur,
Fig. 3 eine Vorderansicht von Fig. 2.
Fig. 4 a und 4 b veranschaulichen ein Leitungsschema mit den wichtigsten Apparattheilen.
In den beiden Hörapparaten T (Fig. ia
und ib) sind die beiden starken und feinen Wickelungen VF, 1, 2 und W, 2, 3 neben einander
auf die Kerne der Hörapparate gewickelt dargestellt, obgleich dies nicht unbedingt
erforderlich ist. Die beiden Wickelungen können auch ebenso gut über einander angeordnet
werden, wie dies z. B. in der Ausführungsform der Fig. 2 der. Fall ist, jedoch
ist es dann zweckmäfsig, die starke Wickelung nach aufsen zu verlegen, während der feine
Draht direct den Eisenkern umgiebt.
In jedem Falle entstehen drei Drahtleitungen 1,2, 3, von welchen eine dreiadrige Leitungsschnur nach aufsen geführt wird. Die Adern
dieser Leitungsschnur sind auf der Zeichnung mit 1-1,2-2,3-3 benannt. Die Adern 1-1
und 2-2 liegen unmittelbar in dem Mikrophonstromkreise i, B, M, 2 und W, 2, 1 (Fig. ib)
und die dritte ,Ader 3-3 wird an die Leitung L
angeschlossen.
Betrachtet man zunächst den Stromlauf der Mikrophonbatterie B (Fig. ia und ib), so
findet man, dafs der Strom vom Kohlepol K zur Erdleitung E gelangt, jedoch auch während
des Sprechens durch die Schnur 1-1 über die
starke Wickelung W, 1, 2 fliefst, dann über die
Verbindungsstelle 2 der beiden Wickelungen W, die Schnurräder 2, 2, das Mikrophon M passirt
und bei Z zur Batterie zurückkehrt. Während des Sprechens kreist durch die Mikrophone
MM und die starke Wickelung W, 1, 2 (Fig. ia
und ib) Batteriestrom. Die feine Wickelung W, 2, 3 (Fig. ia) liegt, wenn Leitung und Erde
geschlossen gedacht werden, mit der starken Wickelung W, 1, 2 parallel, sie würde also von
dem Strom der Batterie B theilweise durch-
flössen werden. Da aber die Mikrophonbatterien B (Fig. ι a und ib) mit den gleichen
Polen (Kohle) K an Erde und mit den beiden anderen gleichen Polen (Zink) Z durch die
Mikrophone M und Schnurader 2, 2, durch die feine Drahtwickelung W, 2, 3 und die Schnurader
3, 3 an Leitung L liegen, heben sich die Stromwirkungen der Mikrophonbatterien B B
(Fig. ιa und ib) in der Leitung L sowohl
wie auch in der Rückleitung E (Erde) auf, wodurch die Wickelungen W, 2, 3 stromlos
bleiben, so lange die Widerstände der Wickelungen der beiden Stationsapparate einander
annähernd gleich sind und die Mikrophone M sich in Ruhe befinden.
Da im Ruhezustande der Einrichtung durch die Wickelung W, 1, 2 Strom fliefst, so wird
durch diesen Strom das Drahtbündel oder der weiche Eisenkern zu einem Magneten.
Wird über die Leitung L von der Station ib
aus gesprochen und werden die Inductionsströme von dem Hörer T (Fig. ia) aufgenommen,
so ergiebt sich aus dem Vorstehenden, dafs ein von der Leitung L kommender
und in die Schnurleitung bei 3 eintretender Strom die Wickelung W, 3, 2 umkreist und
auf den zu einem Magneten umgewandelten Eisenkern einwirkt. Die ankommenden Inductionsströme
bewirken nun eine Veränderung des magnetischen Zusfandes bei dem Hörer T
der Fig. ia und hierdurch wird die Membrane in bekannter Weise in Schwingungen versetzt.
Die durch W, 3, 2 fliefsenden Inductionsströme passiren aber auch die Wickelung W,-2, 1, so
dafs sowohl die feine als auch starke Wickelung zur Aenderung des magnetischen Zustandes
in dem Eisenkern benutzt werden, was eine starke Einwirkung auf die Schallplatte (Membrane)
und somit eine deutliche Wiedergabe der auf der anderen Station abgesandten Schallschwingungen
gewährleistet. Der bei 3 in die Station (Fig. ia) eintretende Strom theilt sich
noch bei 2 und passirt theilweise den Batteriestromkreis 2, M, B und gelangt hierauf zur Erde.
Da der hier dargebotene Widerstand jedoch im Verhältnifs zu demjenigen der Wickelung W, 1,2
sehr grofs ist, so nimmt fast der ganze, die Wickelung W, 2, 3 durchfliefsende Strom seinen
Weg über die Wickelung W, 1, 2 und die Schnurader 1, 1 zur . Erde. Da die beiden
Wickelungen W, 3, 2 und W, 2, 1 hinter eineinander
geschaltet sind und in gleicher Richtung um den Eisenkern laufen, so unterstützen
sie sich hierdurch wesentlich in der Wirkung.
Nimmt man nun an, dafs in der Station der Fig. ia geprochen wird, so findet Folgendes
statt:
Die auf das Mikrophon M einwirkenden Schallschwingungen verändern den Leitungswiderstand
desselben und dadurch auch die Stromstärke im Batteriekreise B, M, 2, 1. Durch
diese Stromänderungen in der starken Wickelung W, ι, 2 werden wiederum Ströme in der
feinen Wickelung W, 2, 3, welche mit ihr auf demselben Eisenkern liegt, inducirt werden.
Durch die Stromschwingungen in den Wickelungen W, i, 2 wird auf den zu einem Magneten
umgewandelten weichen Eisenkern, inducirend eingewirkt und der letztere inducirt wiederum
in der Wickelung W, 2, 3 Strom, welcher, da W, 2, 3 mit W, i, 2 hinter einander geschaltet
ist, sich mit dem durch die letztgenannten Wickelungen fliefsenden Strom vereinigen wird,
so dafs über die Leitung L nach der Empfangsstation (Fig. ib) kräftige Inductionsströme gesandt
werden.
Hat man es mit einer von Strom durchflossenen Drahtspule von geringem Widerstand
zu thun und unterbricht die Leitung an einer Stelle, so entsteht ein Funken, welcher unter
dem Namen Oeffnungsfunken bekannt ist. Der letztere wird durch den sogen. Oeffnungsextrastrom
hervorgerufen, der stets dieselbe Richtung wie der Hauptstrom besitzt. Dieser Oeffnungsfunken würde beim Sprechen gegen
das Mikrophon M auftreten, sobald der Widerstand, welcher durch das Mikrophon dargeboten
wird, eine bestimmte Grenze überschreitet.
Zweigt man nun aber den Mikrophonstromkreis in der aus der Zeichnung ersichtlichen
Weise ab, d. h. leitet man den Kohlepol zur Erde und den Zinkpol über das Mikrophon
und die Windungen W, 2, 3 in die Leitung L, so kann der Oeffnungsfunken nicht- eintreten,
sondern der bekanntlich ziemlich kräftig auftretende Oeffnungsextrastrom kann die Windungen
W, 2, 3 passiren und wird somit die beim Sprechen in das Mikrophon entstandenen Inductionsströme
der Windungen W, 2, 3 unterstützen. Hieraus erklärt sich eine äufserst
deutliche und kräftige Wiedergabe der Sprache in der Empfangsstation. Die von der Station
der Fig. ia über die Leitung L gesandten Ströme treten bei 3 in den Hörer T der
Station ib ein, umfliefsen dort die Wickelungen
W, 3, 2, deren Kern magnetisirt wird, und theilen sich bei 2. Hier findet aber· die
schon vorher erwähnte Wirkung statt, indem der von dem Mikrophonstromkreise B, 1,2, M
dargebotene Widerstand ein sehr grofser ist, so dafs der Inductionsstrom nach Durchfliefsen der
Wickelungen W7 1, 2 und 1, 1 in seinem gröfsten
Theil unmittelbar zur Erde abgeführt wird.
Aus obiger Beschreibung ist zu ersehen, dafs die Hörapparate T der eigenartigen Construction
und Schaltung wegen sowohl beim Sprechen als auch beim Empfangen ganz wesentliche Vortheile darbieten. Es bleibt sich
natürlich gleich, ob die Hörapparate ein- oder mehrpolig gebaut sind. Bei der Construction
der Fig. 2 ist ein zweipoliger Hörapparat an-
genommen, und zwar liegen hier die Wickelungen über einander. 5 bedeutet hier die
dreiadrige Telephonschnur mit den drei Anschlufsstellen 1,2 und 3.
In dem Schema der Fig. 4a und 4b' sind die Weckapparate mit zur Darstellung gebracht.
Um eine ständige Einschaltung der Batterien B zu vermeiden, sind Haken einschalter eingefügt,
welche durch das Gewicht der Hörer T in der üblichen Weise in Function gesetzt werden.
Die Einschaltung eines zweiten Hörapparates auf jeder Station kann an den Stellen
i, 2 und 3 erfolgen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Mikrotelephon, bei welchem zwei Wickelungen im Hörapparat die sonst im Apparatgehäuse erforderliche Mikrophonspule ersetzen, dadurch gekennzeichnet, dafs eine starke, einen 1 unterteilten ^ Eisenkern oder ein Drahtbündel umgebende Wickelung (W, 1,1) mit einer feinen, die Mikrophonspule ersetzenden und gleichzeitig die Telephonspule bildenden Wickelung im Innern des Hörapparates hinter einander geschaltet ist, zum Zwecke, nur eine dreiadrige Zuleitungsschnur für das Mikrotelephon erforderlich zu machen und bei entsprechender Schaltung die abgehenden Ströme durch beide Wickelungen W, 1, 2, W, 2, 3 zu erzeugen und die ankommenden Ströme auf dieselben beiden Wickelungen einwirken zu lassen und somit eine deutliche und kräftige Wiedergabe der Schallschwingungen zu gewährleisten.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE85395C true DE85395C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT85395D Active DE85395C (de) |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE85395C (de) |
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