DE853041C - Verfahren zum Gerben von Bloessen mit basischen Aluminiumsalzloesungen - Google Patents

Verfahren zum Gerben von Bloessen mit basischen Aluminiumsalzloesungen

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DE853041C
DE853041C DEB5878D DEB0005878D DE853041C DE 853041 C DE853041 C DE 853041C DE B5878 D DEB5878 D DE B5878D DE B0005878 D DEB0005878 D DE B0005878D DE 853041 C DE853041 C DE 853041C
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DE
Germany
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tanning
water
aluminum salt
basic aluminum
salt solutions
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Expired
Application number
DEB5878D
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English (en)
Inventor
Friedrich Dr Schmitt
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Boehme Fettchemie GmbH
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Boehme Fettchemie GmbH
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/04Mineral tanning

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zum Gerben von Blößen mit basischen Aluminiumsalzlösungen Es ist bereits bekannt, mit basischen Aluminiumsalzen unter Zusatz von Maskierungsmitteln, wie Forrniat, .Acetat, Tartrat, Glykolsläure, Zitronensäure u. dgl., zu gerben.
  • Es wurde nun gefunden, daß es noch vorteilhafter ist, als Maskierungsmittel bei der Gerbung mit basischen Aluminiumsalzen ein Gemisch von technischen Abfallsäuren zu verwenden, das als Kühlerwasser bekannt ist und bei der Fettsäuresynthese durch 1'araftiiioxydatiou in deii an die Oxydationsöfen angeschlossenen Kondensatoren als wäßriges Kondensat anfällt. Dieses Kühlerwasser stellt eine wäßrige Lösung niedrigmolekularer aliphatischer Carbonsäuren mit hauptsächlich r bis 3 Kohlenstoffatomen dar, das noch verschiedene .Beimengungen, wie Aldehyde, Alkohole, Ketone und Ester, enthält und, auf l#:ssigsiiure berechnet, etwa 3oo/oig ist. Mit demselben Erfolg kann man das sogenannte Oxydatwascliwasser der Paraffinoxydation anwenden, das bei dem Auswaschen des rohen Oxydationsprodukts, wie es in den Oxydationsöfen anfällt, gewonnen wird. Das Oxydatwaschwasser hat meist eine niedrigere Konzentration als das Kühlerwasser, was man durch vorheriges Eindampfen oder durch .Anwendung größerer Mengen ausgleichen kann.
  • Gegenüber den bekannten Maskierungsmitteln haben die neuen Mittel den Vorteil einer besser maskierenden Wirkung; es ist eine stärker basische Einstellung ohne Ausflockung möglich: Das Aluminiumsalz dringt gleichmäßiger ein, und das Leder wird besser gefüllt. Die Auswaschbarkeit desAluminiums ist geringer als bei Verwendung der bekannten Maskierungsmittel. Demnach ist der :gesamte Gerbeffekt wesentlich besser als bei den bekannten Verfahren.
  • 'Beispiele i. Gerbung von Kalbfellen Die nachfolgenden Prozentangaben beziehen sich auf dasBeizgewicht der Felle. Die gebeizten Blößen werden gepickelt mit 3 bis 4% Kühlerwasser (30%ig), 4% Salz, in ioo bis i5o% Wasser bei 18 his 20°, Dauer 2 Stunden.
  • Gerbung: i5o % Wasser, 15 % iAluminiumsulfat, 15010 ,Kühlerwasser, 7,5 0/0 ,Soda calci,niert. Von der angegebenen :Flottenmenge wird ein Drittel zum Lösen des Aluminiumsulfats verwendet. Gleichzeitig werden 5 % Soda 'in i5 % Kühlerwasser eingerührt und der Aluminiumsulfatlösung zugegeben. Dann wird diese Lösung durch Zusatz der restlichen 2,5 % Soda weiter abgestumpft. Der pH-Wert der Gerbflotte beträgt 5,2.
  • Die Gerbung wird so durchgeführt, daß die Blößen zuerst in ioo % Wasser unter Zusatz von einem Drittel der Gerblösung 2 Stunden im Faß laufen. Der Rest-der Gerbdösung wird innerhalb von 3 Stunden zugegeben. Nach 6 Stunden Gerbdauer hat die Flotte einen PH von 5,o, worauf nochmals 2,50/0 Soda zugegeben werden, u-m eine ,Basizität von ungefiahr 0/I2 zu erreichen.
  • Die letzte Sodamenge wird nach dem Auflösen in Wasser innerhalb von 2 ,Stunden langsam durch die hohle Achse ins Faß gegeben. Nach einer weiteren ]Stunde Laufzeit -bleiben die ,Felle in der Flotte liegen, werden am nächsten Morgen noch 2 Stunden bewegt und dann über den Bock gelegt. Nach 2 Tagen Lagerzeit wird gelickert mit 3 % Oleylalkoholsulfonat (Na-Salz des technischen Oleylalkoholschwefelsäureesters) vom Falzgewicht, 2% sulfoniertemLederöl in 2oo%Wasser, vom Falzgewicht, bei 45' C Dauer i Stunde.
  • Die Flotte ist nach dieser Zeit gut ausgezehrt. Die Leder haben nach dem Trocknen eine weiße Farbe und einen glatten, fest aufliegenden Narben. 2. Gerbung von Schaffellen Pickel wie in Beispiel i für die Kalbfelle angegeben.
  • Gerbung: i5o% Wasser, 15% Aluminiumsulfat, 25% Kühlerwasser, 10,5% Soda calciniert. Das Auflösen des Aluminiumsulfats erfolgt, wie bei Beispiel i angegeben, in einem Drittel der Flottenmenge. Nach dem Auflösen von 8% .Soda in dem Kühlerwasser wird dieses dem Aluminiumsulfat zugesetzt und dann mit den weiteren 2,5 0/0 Soda abgestumpft.
  • Die Schaffelle werden in ioo 0/0 Flotte zuerst mit einem Drittel der Gerblösung 2 Stunden gegerbt und dann der Rest der Gerblösung innerhalb von 3 Stunden zugegeben. Nach einer Gerbdauer von 3 Stunden wird mit 3 % Soda innerhalb von 2 Stunden abgestumpft. ,Die Felle werden dann noch 2 Stunden im Faß bewegt und über den Bock gelegt. Fetturig: i5o % Wasser, 20/0 Oleylalkoholsulfonat, 1,5 % sulfoniertes Lederöl, Temperatur 45 bis 5o° C, Dauer i Stunde.
  • 3. Gerbung von Rindshäuten Pickel wie in Beispiel i angegeben.
  • Gerbung: 1500/0 Wasser (hiervon wird '/3 zum Auflösen des Aluminiumsulfats benötigt), 15 % Aluminiumsulfat, 25 % Kühlerwasser, 10,5 % iSoda.
  • Von der Sodamenge werden ebenfalls wieder zuerst nur 8 0/0 dem Kühlerwasser -und die restlichen 2,5% erst nach der Mischung mit Aluminiumsulfat zugegeben. Die Gerbung wird wie bei .den Kalb- bzw. Schaffellen angegeben durchgeführt.
  • Nachdem die gegerbten Leder 2 Tage über dem Bock gelegen haben, werden sie mit 5 % Oleylalkoholsulfonat in ioo bis 150% Wasser nachbehandelt. Dadurch sollen die noch nicht an die Hautfasern gebundenen Aluminiumsalze im Leder besser abgebunden werden.
  • Anschließend werden die Leder wie folgt mit io% Reingerbstoff, einer Mischung bestehend aus 3o Teilen Fichtenrinde nextrakt, 3o Teilen eines sulfonierten Kondensationsprodukts eines Phenolformaldehyd'harzes (TaniganExtraB) und4oTeilen eines Ligninextrakts (Hansa Extrakt D) nachgegerbt.
  • Die Leder, die nach der Gerbung mit Aluminium und Fettalkoholsulfonat ein rein weißes Aussehen haben, erhalten durch die Nachgerbung den Charakter, wie ihn rein vegetabilisch gegerbte Leder (mit 30 bis 35 % Reingerbstoff gegerbt) aufweisen. Der Schnitt ist trotz der relativ geringen Menge Beingerbstoff sehr dunkel und speckig, «yährend der Narben keine starke Gerbstoffanhäufung aufweist und schön hell ist.
  • Durch Zusatz von Kühlerwasser oder Oxydatwaschwasser bei der Aluminiumgerbung wird ein reißfestes, volles Leder erhalten, bei dem die Aluminiumsalze fest an die Hautfasern gebunden sind (irreversible Gerbung). Die Narbenelastizität und Geschmeidigkeit der Leder wird durch Mitverwendung von Fettalkoholsulfonaten gesteigert. Weiterhin ist bemerkenswert, daß bereits ein relativ sehr geringer Nachsatz von vegetabilischen Gerbstoffen (io % Beingerbstoff vom Blößengewieht) ausreicht, um dem Leder den Charakter eines rein pflanzlich gegerbten Leders zu .geben.
  • Durch geeignete Anwendung des neuen Verfahrens besteht .die Möglichkeit, die verschiedensten Lederarten herzustellen (von Oberleder bis Unterleder), ohne daß Chrom verwendet werden muß. Werden vegetabilische Gerbstoffe oder ein Gemisch von vegetabilischen und synthetischen Gerbstoffen mitverwendet, so ist von diesen Gerbmitteln nur ein geringer Nachsatz erforderlich.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Gerben von Blößen mit basischen Aluminiumsalzlösungen unter Zusatz vonMaskierungsmitteln,dadurch gekennzeichnet, <laß man als solche das Kühlerwasser bzw. das Oxydatwaschwasser der Paraffinoxydation anwendet.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch i, gekennzeichnet durch Mitverwendung von Fettalkoholsulfonaten.
  3. 3. Verfahren gemäß Anspruch i und 2, gekennzeichnet durch Vorbehandlung der Blößen mit Formaldehyd.
  4. 4. Verfahren gemäß Anspruch i bis 3, gekennzeichnet durch Nachbehandeln mit geringen Mengen von vegetabilischen Gerbstoffen oder von Gemischen vegetabilischer und synthetischer Gerbstoffe.
DEB5878D 1943-05-24 1943-05-25 Verfahren zum Gerben von Bloessen mit basischen Aluminiumsalzloesungen Expired DE853041C (de)

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BE456557D BE456557A (fr) 1943-05-24 1944-06-29 Procede de tannage de peaux plamees a l'aide de sels d'aluminium

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