DE852610C - Verfahren zum Wiedergewinnen vulkanisierten Kautschuks - Google Patents
Verfahren zum Wiedergewinnen vulkanisierten KautschuksInfo
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Description
Die Erfindung· bezieht sich auf ein Verfahren zum
Wiedergewinnen vulkanisierten Kautschuks, d. h.
zum Umwandeln vulkanisierten Altkautschuks in eine solche Form, daß er wieder als Rohmaterial für
weitere Verarbeitung verwendet werden kann.
Es sind verschiedene Verfahren zum Wiedergewinnen vulkanisierten Kautschuks bekannt, bei
denen im allgemeinen Wärme als hauptsächlichstes Mittel, meist in Verbindung mit chemischen Mitteln
ίο alkalischer oder saurer Beschaffenheit und in Verbindung
mit mechanischem Durcharbeiten verwendet wird. Da das mechanische Durcharbeiten im
allgemeinen teurer ist als das Erhitzen, wird die Wärmebehandlung zu dem Hauptmittel dieser Verarbeitung
gemacht.
Zum Wiedergewinnen von Kautschuk ist es bekannt, die im wesentlichen faserfreien Kautschukabfälle
in feinverteiltem festem Zustand der Einwirkung von Sauerstoff unter Hitzeanwendung zu
unterwerfen. Zum Wiedergewinnen von faserhaltigen Kautschukabfällen ist vorgeschlagen worden,
diese faserhaltige Kautschukmasse mit der Lösung eines Salzes zu mischen, das in der Gegenwart von
Hitze und Wasser unter Bildung einer schwachen Base und einer starken Säure zerfällt, die das Auflösen
der Fasern begünstigt. Das' Gemisch wird in Gegenwart von Luft und Dampf so weit erhitzt, bis
sich die Masse in einem halbweichen, jedoch nicht gallertartigen Zustand befindet und die Fasern teilweise
aufgelöst sind. Die Masse wird dann von der Luft abgeschlossen und der direkten Einwirkung
von Dampf unter Druck unterworfen, wobei diese Behandlung so lange fortgesetzt wird, bis diie Masse
leicht gewalzt werden kann.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß beim Erhitzen von vulkanisiertem Kautschuk auf Temperaturen
von 160 bis 1700 der Kautschuk sich zersetzt oder
einer auflösendien Destillation unterliegt, so daß bei den bekannten Verfahren, bei denen die Temperatur
über 1750 hinausgeht, man nicht die gesamte Kautschukmasse
bis zu dieser nachteiligen Temperatur kommen laßt, indem großstückige Körnungen verwendet
werden, die den Wärmedurchgang beschränken, wodurch das Zersetzen auf Grund dieser
Destillation auf die Oberfläche beschränkt bleibt. Eine übermäßige Hitzeherabsetzung führt zu einem
Endprodukt, das schlechte physikalische Eigenschaften besitzt wie auch eine übermäßige Oxydation zu
einem solchen Produkt führt, das außerdem schlechte Alterungseigenschaften hat.
Bei Verarbeitung von großstückigem vulkanisiertem Kautschuk zur Wiedergewinnung durch Hitzeanwendung
läßt es sich nicht vermeiden, daß an der Oberfläche dieser Stücke eine zersetzende Destillation
eintritt, so daß diie behandelte Mas>se ein gleichmäßiges Gemisch aus plastischem Kautschuk, überoxydiertem
Kautschuk und zersetztem Kautschuk darstellt, das schlechte Alterungs^ und pysikalische
Eigenschaften hat und infolgedessen nur geringen Wert besitzt zur Anwendung als Beimischung zu
den Kautschukmischungen.
Wenn die Wiedergewinnung unter solchen Bedingungen durchgeführt wird, bei denen die Stärke und
die Dauer der Hitzeanwendung und deren Wirkung auf den vulkanisierten Kautschuk in nachstehender
Weise überwacht werden, ist es möglich, einen wiedergewonnenen Kautschuk zu erhalten, der von
durchweg gleichartiger Beschaffenheit ist und gute physikalische und Alterungseigenschaften aufweist.
Das neue Verfahren zum Wiedergewinnen, von
vulkanisiertem Kautschuk besteht darin, daß der Kautschuk in zerkleinerter oder gepulverter Form
auf eine Temperatur erhitzt wird, die unter der Zer-Setzungstemperatur
liegt, und zwar zuerst in der Gegenwart von feuchtigkeitsfreiem Sauerstoff und dann in einer nichtoxydierendien oder praktisch
nicht oxydierenden Atmosphäre.
Die Temperatur, mit welcher der Kautschuk für die eine oder beide Verfahrensstufen beheizt wird,
soll zweckmäßig 155° nicht übersteigen. Die Temperatur
des Kautschuks kann jedoch während der ersten Heizungsperiode leicht über diesem Wert ansteigen
und auf diesem Wert wenigsten® für einen Teil der zweiten Heizungsperiode gehalten werden.
Der vulkanisierte Kautschuk wird auf mechanischem Wege zerkleinert, zweckmäßig gemahlen, so daß
verhältnismäßig kleine und gleichmäßige Teilchen von etwa 1,5 bis 1,0 mm gebildet werden. Diese
Teilchen werden dann einer Wärmebehandlung bei oder unter der oben genanntem Temperatur in aufeinanderfolgenden
Stufen unterworfen, die in ihrer Gesamtdauer zwischen 1 und 6 Stunden schwanken
können, je nach den Eigenschaften und der Art des zu verarbeitenden vulkanisierten Kautschuks. Die
Menge des Sauerstoffes richtet sich auch nach der Art des zu verarbeitenden Kautschuks. So kann beispielsweise
beim Verarbeiten von verstärktem oder hartem Kautschuk oder von unmittelbar aus Kautschukmilch
abgeschiedenem Kautschuk das Erhitzen während der ersten Heizperiode in Luft bei
Atmosphärendiruck oder höherem Druck erfolgen, während weichvulkanisierter Kautschuk in verdünnter
Luft erhitzt wird.
Während der zweiten Heizperiode wird der Kautschuk zweckmäßig in einer Atmosphäre erhitzt,
aus welcher der Sauerstoff nach und nach entfernt wird, in dem beispielsweise ein langsamer Strom
eines inerten gasförmigen Mittels, wie trockener Dampf, in den Heizkessel eingeleitet wird. Der
Sauerstoff kann jedoch am Ende der einleitenden Oxydationsperiode schnell durch einen heftigen
Dampfstrom durch den Kessel entfernt werden. Das neue Verfahren ist nachstehend an Hand einiger Beispiele
erläutert. In allen Beispielen bestand der Heizkessel aus einem zylindrischen Vulkanisierkessel
mit einem Faseungsvermögen von 55 cbm, der sowohl von innen als auch von außen durch Druckdampf
beheizt werden· konnte.
85 Beispiel 1
Als Ausgangsmaterial dienten Reifendaufflächen, die in einer Mahlvorrichtung zu Krümeln verarbeitet
wurden, die auf einem 12- bis I5maschigen Sieb keinen Rückstand hinterlassen. Die Krümel wurden
auf Platten ausgebreitet, wobei die Lage jedoch nicht stärker als 18 mm war. Zur Verarbeitung gelangten
insgesamt 450 kg. Die Platten wurden in den Heizkessel eingesetzt, der zuvor auf eine Temperatur
von 140° gebracht war. Die Erhitzung erfolgte zunächst für V* Stunde in heißer Luft, worauf
dann trockener Dampf durch den Kessel geblasen wurde, so daß der Sauerstoffgehalt langsam verringert
wurde. Hierauf wurde die Erhitzung für 4 Stunden fortgesetzt. Während dieser Heizperiode
wurde die Temperatur in dem Kessel auf 1550 gebracht, wobei der Temperaturanstieg im Verlauf von
21Z2 Stunden durchgeführt wurde. Am Ende dieser
Heizperiode betrug der Gehalt an Sauerstoff im Kessel weniger als 1 % des gesamten Gasvolumens
des Kessels.
Die auf diese Weise behandelten Krümel konnten unmittelbar als wiedergewonnener Kautschuk oder
nach dem Verarbeiten auf einem Walzenstuhl zu einem weichen Band weiterverwendet werden. no
Für geringwertigen Kautschuk, beispielsweise Kabelmäntel, werden folgende Heizperioden genommen:
Für die Oxydationsbeheizung Vi Stunde bei eimer Temperatur, die von 105 auf 1300 ansteigt.
Es folgt dann eine 2stündige Behandlung in einer Dampfatmosphäre mit abnehmendem
Luftgehalt, bei einer Temperatur, die vom 130 auf 155° ansteigt.
Kautschukabfälle, in denen der Kautschuk keine oder nur eine geringe vorherige Durcharbeitung
erfahren hat, wie beispielsweise Kautschuk, der unmittelbar aus Kautschukmilch gewonnen wurde,
orfordern eine stärkere Γ-ν Handlung für die Wiedergewinnung.
Hier werden folgende Beheizungen gewählt: Va Stunde l>ei einer Temperatur, die
von 105 auf 1350 ansteigt. Dieser Kautschuk wird
zweckmäßig Va Stunde in Luft bei einem Druck von 3 Atmosphären von 105 auf 1350 erhitzt. Es
schließt sich dann eine zweite Wärmebehandlung von 3V2 Stunden an, während welcher die Temperatur
von 135 auf 1550 erhöht wird. Diese zweite
Behandlungsstufe erfolgt in einer Dampfatmosphäre mit abnehmendem Luftanteil.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zum Wiedergewinnen vulkanisierten Kautschuks durch Wärmebehandlung, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschuk in feinverteiltem Zustand auf eine Temperatur erhitzt wird, die unter seiner Zersetzungstemperatur liegt, und zwar zunächst in Gegenwart einer feuchtigkeitsfreien Sauerstoffatmosphäre und dann in einer nichtoxydierenden. oder praktisch nicht oxydierenden· Atmosphäre.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß während der zweiten Heizungsperiode die Heizungstemperatur höher gewählt wird als während der ersten Heizungsperiode.
- 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und; 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschuk während der ersten Heizungsperiode in Druckluft erhitzt wird.
- 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschuk vor der ersten Heizungsperiode auf eine Korngröße von ι bis 1,5 mm gebracht wird.
- 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizungstemperaturen unter 155° Hegen.1 5412 10.
Applications Claiming Priority (1)
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| GB1289742A GB573053A (en) | 1942-09-14 | 1942-09-14 | Improvements in or relating to the reclaiming of vulcanised rubber |
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| Country | Link |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE3126131A1 (de) * | 1981-07-02 | 1983-04-07 | Belorusskij technologičeskij institut imeni S.M. Kirova, Minsk | Vulkanisierbare kautschukmischung |
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Families Citing this family (3)
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| GB1554858A (en) | 1975-10-08 | 1979-10-31 | Dunlop Ltd | Method and apparatus for the recovery of vulcanised elastomeric material |
| FR2327080A1 (fr) | 1975-10-08 | 1977-05-06 | Dunlop Ltd | Procede et appareil perfectionnes pour recuperer une matiere elastomere vulcanisee |
| SE8105380L (sv) * | 1981-09-10 | 1983-03-11 | Trelleborg Ab | Sett att regenerera gummi |
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- 1942-09-14 GB GB1289742A patent/GB573053A/en not_active Expired
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1950
- 1950-10-03 DE DED6949A patent/DE852610C/de not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB573053A (en) | 1945-11-05 |
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