DE831797C - Verfahren und Einrichtung zur Konservierung von Einkochgut - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Konservierung von EinkochgutInfo
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Description
- Verfahren und Einrichtung zur Konservierung von Einkochgut Bisher wurden Konserven im sogenannten Weckverfahren dadurch haltbar gemacht, daß dieselben in einem mit Ventildeckel versehenen Einkochgefäß steril gekocht wurden. Beim Kochen dehnte sich die im Einkochgefäß vorhandene Luft aus, und der entstehende Überdruck entwich durch den ventilartig wirkenden Deckel.
- Beim Erkalten zog sich die Luft im Einkochgefäß zusammen. Der Deckel verhinderte das Nachströmen von Außenluft und somit das Eindringen von Keimen in das Innere des Einkochgefäßes. Das beim Erkalten des Einkochgutes entstandene Vakuum bewirkte den Verschluß des Einkochgefäßes infolge des äußeren Luftdruckes auf dasselbe.
- Dieses Verfahren machte ein wesentlich längeres Kochen des Einkochgutes erforderlich, lediglich um genügend Unterdruck im Einkochgefäß zu erzeugen, als für die Sterilisation erforderlich ist. Abgesehen von einer Minderung der biologischen Werte des lange gekochten Einkochgutes, wurde auch unverhältnismäßig viel Heizmaterial zur Konservierung verbraucht, da eine große Wassermenge, z. B. im Weckverfahren, mit erhitzt und lange kochend gehalten werden mußte.
- Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Konservierungsverfahren, dessen Wesen darin besteht, daß in normalen Kochtöpfen steril gekochtes Einkochgut kochend heiß in Einkochgefäße gefüllt wird, um erfindungsgemäß sogleich durch Herauspumpen der im Einkochgefäß verbleibenden Luft verschlossen zu werden. Die .Restluft wird durch Umkehren des soeben verschlossenen Einkochgefäßes durch die kochende :Masse getrieben und hierdurch sterilisiert. Durch dieses Verfahren wird es möglich, bei kleinstem Verbrauch an Wärmeenergie Einkochgut zu konservieren. Der Vorteil dieses Verfahrens wird besonders deutlich, wenn man berücksichtigt, welche Zeit und Energiemenge verbraucht wird, wenn man z. B. nach dem Weci-;-verfahren nur ein oder zwei Einkochgefäße mit Einkochgut konservieren will, statt der normalerweise vorgesehenen fünf Gefäße.
- Das Herauspumpen der Luft aus dem Einkochgefäß kann auf beliebige Weise vorgenommen werden. Die nachstehend beschriebene Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens stellt nur eine beispielsweise Lösung dar. Andere Lösungen, wie z. B. die Anwendung einer Luftpumpe, die direkt an das Einkochgefäß angesetzt wird, gleichgültig ob sie die Luft aus dem Ventildeckelspalt oder aus einem am Einkochgefäß angebrachten zweiten Ventil ht-raussaugt, sind im Erfindungsgedanken einbegriffen.
- Die zur beispielsweisen Anwendung des Verfahrens konstruierte Pumpeinrichtung wird wie folgt beschrieben: Die Pumpeinrichtung besteht aus einer Kammer a, die nach Art eines Einkochgefäßes aus einem Oberteil bq und einem Unterteil c besteht, die durch einen Gummiring d ventilartig nach außen abgedichtet sind und mit beliebigen Mitteln, z. B. durch Spannfedern e, zusammengehalten werden.
- Im Oberteil bq, welches aus Deckelteil b und Bodenteil q besteht, ist eine Membran f angebracht, die unter der Wirkung einer Druckfeder g steht. Von der Membran führt ein Schlagbolzen li nach oben durch die Druckfeder g hindurch. Am oberen Ende trägt der Schlagbolzen h eine Platte i. Eine Hülse k begrenzt die Bewegung des Schlagbolzens h nach unten.
- Die Kammer a ist so bemessen, daß sie knapp Raum für ein Einkochgefäß bietet. Das Oberteil b läßt zwischen Deckelteil b und Bodenteil q Raum für die Bewegung der Membran f frei. Der Boden des Pumpraumes l ist konkav o, die Platten, an welcher die Membran f befestigt ist, konvex gewölbt. Im Ruhezustand ist die Membran f unter der Wirkung der nach oben drückenden Druckfeder g etwas nach oben durchgebogen, um das Volumen des Pumpraumes l so groß wie. möglich zu halten.
- Als Membran f kann auch eine in konzentrischen Ringen gefaltete Balgenmembran Verwendung finden. Eine solche Membran soll erfindungsgemäß zwischen einer konvexen und gewellten Druckplatte n und einer konkaven Aushöhlung o des Bodenteils q angeordnet sein, wobei die Wellen der Membran einerseits eine Dehnung derselben zulassen und andererseits die übereinstimmenden Wellen der Druckplatte ia und der Bodenplatte o ein Zusammenpresen des Luftraumes l unter der Membran auf ein Mindestvolumen erlauben. Die Membran f wird im Oberteil bq mit ihrem Rand zwischen Deckelteil b und Bodenteil q gehalten. Deckelteil b, Membran f und Bodenteil q sind an den. Flächen, an denen der Meinbranraud aufliegt, erfindungsgemäß gewellt oder sonstwie verformt, um ein Einziehen der Membran zu verhindern.
- Eine weitere Entwicklung des Erfindungsgedankens wird darin gesehen, claß der Durchmesser des Pumpraumes l größer als der der Kammer a ist. Hierdurch ,#vird eine Vbersetzunl; der l'umpwirkung erreicht.
- Ferner wird eine weitere .\usgestaltung der Erfindungsgedanken dahingehend beansprucht, claß statt des Schlagbolzens /i ein Magnetanker angebracht wird, der von Spulen oder einer Solenoidspule angezogen wird und auf diese Weise die Membran f bewegt. Es ändert am Erfindungsgedanken nichts, wenn die Funktion der Druckfeder g und des Magnets bei dieser .lusfiilirung gegeneinander vertauscht werden.
- Die Anwendung des Verfahrens geht wie folgt vor sich: Man öffnet die Pumpeinrichtung, indem man das Oberteil bq nach Lösung der Spannfeder e oder Schrauben abhebt. Dann stellt man das Einkochgefäß m mit dein kurz zuvor eingefüllten Einkochgut in das Unterteil c hinein, setzt das Oberteil b wieder auf, schließt die Spannfedern e und schlägt sodann mit einem Hammer kräftig auf die Platte i des Schlagbolzens li. Hierdurch wird die Luft aus dem Innern des Pumpraumes heraus und in Kammer a zusammengepreßt, so daß sie vorbei am Gummiring d nach außen entweicht. Durch den Rückschlag der Feder g wird die am Schlagbolzen li befestigte Membran f nach oben gezogen, so daß im Innern der Pumpeinrichtung ein Vakuum entsteht, da die Luft zwar nach außen entweichen, aber nicht von außen in die Kammer a eindringen kann. Das Druckgefälle zwischen dem Innern des Einkochgefäßes m und dem Innern der Kammer a sucht einen Ausgleich, wodurch auch das Einkochgefäß ausgepumpt wird. Sodann läßt man von außen durch ein Hahnventil r oder Anheben des Oberteils bq Luft in die Kammer a eintreten, hebt das Oberteil bq ab, und man kann sofort das Einkochgefäß herausheben, da der äußere Luftdruck das Einkochgefäß verschlossen hat. Durch die dann erfolgende Abkühlung des Einkochgefäßes wird der Unterdruck im Einkochgefäß noch erhöht.
Claims (6)
- PATENTANSPROCHE: i. Verfahren zur Konservierung von Einkochgut, dadurch gekennzeichnet, daß das Einkochgut im Normaltopf gekocht und sodann kochend heiß in ein Einkochgefäß gebracht wird, um es durch Vakuum zu verschließen, wonach das Einkochgefäß auf den Kopf gestellt wird, so claß die Restluft durch den Druck des Einkochgütes durch dieses hindurchgepreßt und so ebenfalls sterilisiert wird.
- 2. Pumpeinrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß dieselbe aus einer mit automatischem Auslaßventil versehenen Kammer besteht, die mit-einer veränderlichen \\Band.
- Membran oder einem Kolben ausgestattet ist. 3. 1'umpeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand usw. unter dem Einfuß einer im Sinne der Vergrößerung des Kammervolumens wirkenden Feder oder eines l-lektromagnets steht.
- 4. Pumpeinrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Bauelemente eine Formgebung aufweisen, welche im Zustand der Zusammenpressung des Kammervolumens die größtmögliche Verkleinerung dieses Kammervolumens gewährleisten.
- 5. Pumpeinrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (b) glockenartig so weit über das Einkochgefäß (m) übergreift, daß das Einkochgefäß (m) bei al)-genommenem Oberteil weit genug aus dem Unterteil (c) herausragt, um es bequem aus dem letzteren herausnehmen zu können.
- 6. Pumpeinrichtung nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des Pumpraumes (l) größer ist als der Durchmesser der Kammer (a).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF1390A DE831797C (de) | 1950-05-06 | 1950-05-06 | Verfahren und Einrichtung zur Konservierung von Einkochgut |
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Publications (1)
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| DE831797C true DE831797C (de) | 1952-02-18 |
Family
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEF1390A Expired DE831797C (de) | 1950-05-06 | 1950-05-06 | Verfahren und Einrichtung zur Konservierung von Einkochgut |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE831797C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE937088C (de) * | 1953-05-05 | 1955-12-29 | Wilhelm Otto Fennel Fa | Pumpeinrichtung zum Konservieren von Einmachgut |
| DE959245C (de) * | 1953-09-03 | 1957-02-28 | Gisela Rohling Geb Koehler | Vakuum-Frischhaltegefaess |
| DE1038888B (de) * | 1957-03-05 | 1958-09-11 | Gisela Rohling Geb Koehler | Vakuum-Frischhaltegefaess |
| WO2008041034A1 (en) * | 2006-10-04 | 2008-04-10 | Colin Wallace Hardy | Storage container |
-
1950
- 1950-05-06 DE DEF1390A patent/DE831797C/de not_active Expired
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE937088C (de) * | 1953-05-05 | 1955-12-29 | Wilhelm Otto Fennel Fa | Pumpeinrichtung zum Konservieren von Einmachgut |
| DE959245C (de) * | 1953-09-03 | 1957-02-28 | Gisela Rohling Geb Koehler | Vakuum-Frischhaltegefaess |
| DE1038888B (de) * | 1957-03-05 | 1958-09-11 | Gisela Rohling Geb Koehler | Vakuum-Frischhaltegefaess |
| WO2008041034A1 (en) * | 2006-10-04 | 2008-04-10 | Colin Wallace Hardy | Storage container |
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