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Schaltungsanordnung zum wahlweise erfolgenden Anruf von Abzweigstellen
einer Gesellschaftsleitung in Fernmeldeanlagen, insbesondere Fernsprechanlagen Die
Erfindung bezieht sich auf Fernmeldeanlagen mit Gesellschaftsleitungen, bei denen
der Anruf der Abzweigstellen wahlweise durch Anlegen von Spannungen verschiedener
Größe an die gemeinsame Leitung in einer Hauptstelle erfolgt.
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Bei bekannten .Anordnungen dieser Art sind den einzelnen Abzweigstellen
polarisierte Empfangsrelais zugeordnet, welche durch Rufströme verschiedener Richtung
über die eine oder beide Sprechadern der gemeinsamen Leitung in verschiedenen Kombinationen
erregt werden. Hierbei ist jedoch die Zahl der auswählbaren Abzweigstellen sehr
gering.
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Weiterhin sind auch schon Anordnungen für Gesellschaftsleitungen bekannt,
bei denen den polarisierten Relais an den Abzweigstellen Glimmlampen vorgeschaltet
sind, so daß ein Stromfluß über die Empfangsrelais nur beim Anlegen von Spannungen
bestimmter Größe erfolgt. Auch diese bekannten Anlagen haben den Nachteil, daß nur
eine sehr beschränkte Anzahl von Abzweigstellen an die gemeinsame Leitung angeschlossen
werden kann. Man hat daher bei einer der bekannten Schaltungen dieser Art eine mehrmalige
Auswahl mit Strömen verschiedener Richtungen vorgeschlagen, was jedoch einen verhältnismäßig
großen Aufwand an Schaltmitteln sowohl für die einzelnen Abzweigstellen als auch
für die Sendeeinrichtung an der Hauptstelle bedingt.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die Zahl der an die gemeinsame Leitung
anschaltbaren Abzweigstellen trotz geringsten Aufwandes an Schaltmitteln für
die
einzelnen Abzweigstellen wesentlich zu erhöhen, was dadurch erreicht wird, daß jeder
Abzweigstelle ein oder zwei polarisierte Empfangsrelais zugeordnet sind, welche
teils über vorgeschaltete Glimmlampen, teils direkt mit einer oder beiden Sprechadern
der gemeinsamenLeitung in für jedeAbzweigstelle unterschiedlicher Weise in Verbindung
stehen.
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Bei der Anordnung nach der Erfindung sind also die Anrufempfangseinrichtungen
der einzelnen Abzweigstellen äußerst einfach und übersichtlich ausgebildet, wodurch
eine billige und doch absolut sicher arbeitende Anlage geschaffen wird. Um alle
Kombinationsmöglichkeiten für die Anrufrelais der Abzweigstellen ausnützen und somit
eine größtmögliche Zahl von Stationen an die gemeinsame Leitung anschließen zu können,
wird nach einer Weiterbildung des allgemeinen Erfindungsgedankens den nur über eine
Ader der Leitung anzurufenden Abzweigstellen ein neutrales Hilfsrelais zugeordnet,
das unmittelbar an die andere Ader der Leitung angeschaltet ist. Dieses Relais spricht
beim Anlegen von Spannungen beliebiger Höhe und Richtung an und unterbindet die
Einschaltung des Anrufzeichens.
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In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungs-1-)-eispiel-e der Erfinid'ung
dargestellt. Die Fig. i zeigt eine Ausführung für eine Gesellschaftsleitung mit
zwölf Abzweigstellen (im folgenden kurz mit Station bezeichnet). Nach der in Fig.
2 dargestellten Schaltungsweise der einzelnen Stationen können bis zu achtzehn verschiedene
Stationen über die gemeinsame Leitung wahlweise angerufen werden. Die Fig. 3 zeigt
eine Abänderung der Empfangsschaltung eines Teiles der Stationen nach Fig. 2, deren
Zweck später erläutert wird.
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Der Übersichtlichkeit halber sind in den Zeichnungen nur die Anrufempfangseinrichtungen
der Stationen, nicht dagegen die Sprecheinrichtungen dargestellt. Die Schaltung
der Hauptstelle, von der aus die Anschaltung der unterschiedlichen Rufpotentiale
an die gemeinsame Leitung erfolgt, kann beliebiger Art sein. Sie ist nur in Fig.
3 prinzipiell angedeutet.
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In Fig. i sind mit
a und
b die beiden Sprechadern der
Gesellschaftsleitung und mit S i, S 2,
| Station S i . . . + 120 Volt an a-Ader |
| - S 2...+ 120 - - b-Ader |
| - S 3...-120 - - a-Ader |
| - S 4...-120 - - b-Ader |
| - S 5...+ 120 - - die aus den Adern a und b gebildete
Schleife |
| - S 6...-120 - - - - - - - - - - - |
| - S 7...+ 6o - - a- und -1- 6o Volt an b-Ader |
| - S 8...- 6o - - a- - -6o - - b-Ader |
| - S 9...+ 6o - - a- - -6o - - b-Ader |
| - S io. . .- 6o - - a- - +6o - - b-Ader |
| - Sii...Wechselstrom an a-Ader |
| - S12 ... - - b-Ader |
Ein Ansprechen der Relais R i bis R 6 beim Anlegen der niedrigen Spannungen (6o
Volt) an die eine oder beide Adern der gemeinsamen Leitung ist durch die Vorschaltung
der Glimmlampen G i S 3
... S 12 deren Stationen bezeichnet. R stellen die
polarisierten Relais, G die diesen vorgeschalteten Glimmlampen dar.
W 1, W 2,
W 3 ... W 12 sind die als Gleichstromwecker ausgebildeten Anrufzeichen
der einzelnen Stationen. Unter der Annahme, daß die Station S i angerufen werden
soll, wird über die Sendeeinrichtung der nicht dargestellten Hauptstelle eine positive
Spannung von etwa 120 Volt an die Ader a der gemeinsamen Leitung angelegt. Die Glimmlampe
G i mag eine Zündspannung von 8o Volt besitzen. Sie wird also beim Anlegen der hohen
Spannung an die a-Ader zünden, so daß das nur auf eine positiv gerichtete Spannung
ansprechende Relais R i seinen Anker anzieht und über seinen Kontakt r i einen Lokalstromkreis
für den Wecker W i schließt. Daran erkennt der Teilnehmer der Station S i, daß er
von der Hauptstelle gewünscht wird und schaltet seinen Sprechapparat in bekannter
Weise durch Abnehmen des Fernhörers ein. Gleichzeitig wird auch das direkt mit der
Ader a der gemeinsamen Leitung an der Station S 7 verbundene polarisierte Relais
R 7 zum Ansprechen kommen. Dies bleibt jedoch ohne Wirkung, da der Wecker
W 7 nur über die Kontakte
r 7
und r 8 beider Relais R 7 und R 8 eingeschaltet
werden kann. Zum Anruf der Station S7 muß vielmehr an beide Adern a und
b der Leitung eine positive Spannung angelegt werden. Wird die Station S
2 gewünscht, so ist das Anlegen einer hohen positiven Spannung an die Ader b der
einer erforderlich. Darauf zündet die Glimmlampe G 2, das Relais R 2 spricht an
und schaltet über seinen Kontakt
r 2 den Wecker
W 2 ein. Gleichzeitig
wird auch das unmittelbar an der b-Ader liegende Relais R 14 an der Station S io
erregt. Eine Einschaltung des Weckers W io kann jedoch nicht erfolgen, da sein Stromkreis
am Kontakt r 13 geöffnet bleibt. Um den Anruf der Station S io zu bewirken, muß
außer der positiven Spannung auf der b-Ader noch eine negative Spannung an die a-Ader
angelegt werden.
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Die zum Anruf der einzelnen Stationen gemäß Fig. i erforderliche Anschaltung
von Spannungen unterschiedlicher Richtung und Stärke veranschaulicht die nachfolgende
Tabelle: bis G 6 verhindert. Durch die zum Anruf der Stationen S 5 und S
6 an die aus den Adern a und b
gebildete Leitungsschleife angelegten
hohen Spannungen (12o Volt) verschiedener Richturig können
die Relais
R 1 bis R .4 ebenfalls nicht beeinflußt werden, da zu ihrem Ansprechen die Anschaltung
einer geerdeten Spannungsquelle an die eine Ader (a oder b) erforderlich
ist. Mit der oben beschriebenen Ausgestaltung und Schaltung der Anrufempfangseinrichtungen
an den einzelnen Stationen ist ein wahlweiser Anruf von zehn Stationen möglich.
Durch die in Fig. 1 angedeutete Verwendung von Wechselstrom zum Anruf kann die Zahl
der an die gemeinsame Leitung anschaltbaren Stationen auf zwölf erhöht werden. Der
Station S 11 ist zu diesem Zweck ein Wechselstrom-Relais WR 1, das über einen Kondensator
C 1 mit der a-Ader verbunden ist, und der Station S 12 ein Wechselstrom-Relais WR
2 mit vorgeschaltetem Kondensator C 2 zugeordnet, das mit der b-Ader verbunden ist.
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Die Relais R 1 bis R 14 können konstruktiv als polarisierte Relais
ausgebildet sein; jedoch ist auch die Verwendung neutraler Relais möglich, denen
Trockengleichrichter verschiedener Polung vorgeschaltet werden.
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Wie aus der vorstehenden Beschreibung und aus der Darstellung der
Fig. 1 ersichtlich, ergibt sich bei Anwendung des Erfindungsgedankens eine äußerst
einfache Schaltungsweise für die Anrufeinrichtungen der einzelnen Abzweigstellen
und ein sehr geringer Aufwand an Schaltmitteln. Durch kleine Zusätze an einigen
Stationen läßt sich jedoch die Zahl der an die gemeinsame Leitung anschaltbaren
Abzweigstellen noch wesentlich erhöhen.
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Eine solche Ausführung ist in Fig. 2 dargestellt, in der finit
a und b wieder die beiden Sprechadern einer Gesellschaftsleitung und
mit S 1 bis S 18 die verschiedenen Stationen bezeichnet sind. Unterschiedlich gegenüber
der Ausführungsform nach Fig. 1 ist im wesentlichen nur die Anordnung je eines neutralen
Hilfsrelais an den Stationen S 1 bis S 4 und S 9 bis S 16, die in
der Zeichnung mit N 1 bis 1" 4 bzw. H 9 bis H 16 bezeichnet
sind. Der Zweck dieser Relais besteht, wie im nachfolgenden näher auseinandergesetzt
werden wird, in der Unterbindung eines Anrufes beim Ansprechen des oder der betreffenden
polarisierten Relais an nicht gewünschten Stationen.
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Soll beispielsweise die Station S 5 angerufen \\-erden, so erfolgt
in der nicht dargestellten Hauptstelle die Anschaltung einer hohen positiven Spannung
(z. B. 120 Volt) an die beiden Sprechadern a und b. Die Glimmlampen G 51 und G 52
zünden, so daß die polarisierten Relais R 51 und R 52 ansprechen. Über die Kontakte
r 51 und r 52 wird der Wecker W 5 eingeschaltet. Gleichzeitig werden
an den Stationen S 1 und S 2 die Relais R 1 und R 2 erregt und würden die Anrufwecker
W 1 und W 2
einschalten. Um diese Fehlrufe zu vermeiden, sind , die
neutralen Relais N 1 und N 2 vorgesehen, welche beim Anlegen von Spannungen
beliebiger Höhe und Richtung ansprechen und durch Öffnen ihrer Kontakte
n 1 und n 2 die Stromkreise für die Wecker W 1 und
W 2 unterbrechen. Zum Anruf der Station S'6 wird an der Hauptstelle eine
hohe negative Spannung an die beiden Sprechadern a und b angeschaltet, wodurch die
Glimmlampen G 61 und G 62 zünden und die entsprechend polarisierten Relais R 61
und R 62 ihre Anker anziehen. Über die Kontakte r 61 und r 62 erfolgt
die Einschaltung des Weckers W 6. Das gleichzeitige Ansprechen der Relais R 3 und
R4 an den Stationen S3 und S4 ist unwirksam, da an diesen Stationen auch die neutralen
Relais N 3 und N 4 erregt werden, welche mit ihren Kontakten
n 3 und n 4 die Stromkreise für die Wecker W 3 und
W 4 auftrennen. Ein Fehlanruf der Stationen S 11, S 12 und S 14, deren Anrufrelais
R 11, R 12 bzw. R 15 und R 16 ebenfalls auf Spannungen negativer Richtung an den
Adern a und/oder b ansprechen, wird durch die Hilfsrelais H 11,
H12 und H14 verhindert, welche beim Vorhandensein hoher Spannungen auf den
Adern a und b über .die Glimmlampen G 11, G 12 und G 15, G 16 ansprechen
und durch Öffnen ihrer Kontakte h 11, h 12 bzw. 1 h 14 und 2 h 14
die polarisierten Relais R 11, R 12, R 15 und R 16 abschalten. Um ein kurzzeitiges
Anschlagen der Wecker W 11, W 12 und W 14 zu verhindern, können
die polarisierten Relais der Stationen S 11, S 12 und S 14 mit leichter Anzugsverzögerung
ausgerüstet werden.
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Der Anruf der Stationen S 9 bis S 16 erfolgt nach der Ausführungsform
gemäß Fig. 2 durch Anlegen von niedrigen Spannungen (z. B. 6o Volt) verschiedener
Richtung an die eine oder beide Adern der gemeinsamen Leitung. So wird beispielsweise
die Station S 9 durch Anschaltung einer niedrigen positiven Spannung an die a-Ader
gerufen. Hierbei spricht das polarisierte Relais R 9 an und schließt an seinem Kontakt
r 9 den Lokalstromkreis für den Anrufwecker W 9. Die gleichzeitige Erregung der
Relais R 13 und R 17 an den Stationen S 13 und S 15 bleibt dabei ohne Wirkung, da
die Stromkreise der Wecker W 13 und W 15 dieser Stationen nur über
die in Reihe liegenden Kontakte r 13-r 14 bzw. r 17-r 18 geschlossen werden
können. So muß beispielsweise zum Anruf der Station S 15 eine niedrige positive
Spannung auf der a-Ader und eine gleich hohe negative Spannung auf der b-Ader vorhanden
sein. Ist dies der Fall, so sprechen die Relais R 17 und R 18 an und schalten über
ihre Kontakte r 17 und r 18 den Wecker W 15 ein.
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Die gleichzeitige Erregung der Relais R 13 und R 16 bleibt wirkungslos,
da die Stromkreise der Wecker W 13 und W 14 an den Kontakten
r 14 und r 15 offen bleiben. Ein Ansprechen der Relais R 9 und
R 12 an den Stationen S 9 bzw. S 12 ist durch die gleichzeitig erfolgende
Erregung der Wicklungen II der neutralen Hilfsrelais H 9 und H 12 verhindert,
welche an ihren Kontakten h 9
und h 12 die Relais R 9 und R 12 von
der a- bzw. b-Ader abschalten. Um die Sicherheit gegen Fehlanrufe zu erhöhen,
kann beim Anlegen einer Wahlspannung an die eine der beiden Adern gleichzeitig die
andere Ader geerdet werden.
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Wie sich aus der vorstehenden Beschreibung ergibt, wird durch die
Anordnung eines einzigen neutralen Hilfsrelais mit einer oder zwei Wicklungen an
den Stationen S 1 bis S 4 und S 9 bis S 16 eine
Ausnutzung fast
sämtlicher Kombinationsmöglichkeiten verschieden hoher Spannungen unterschiedlicher
Richtungen und damit eine ganz erhebliche Erhöhung der Zahl an eine gemeinsame Leitung
anschaltbarer Abzweigstellen erzielt. Dabei dienen die über eine vorgeschaltete
Glimmlampe mit einer Ader der gemeinsamen Leitung verbundenen Wicklungen der Hilfsrelais
zur Verhinderung des Ansprechens der betreffenden polarisierten Relais auf gleichgerichtete
hohe Spannungen und die unmittelbar mit einer Leitungsader verbundenen Wicklun-
| Station S Z . . . + 120 Volt an a-Ader |
| - S 2...+ 120 - - b-Ader |
| - S 3...-120 - - a-Ader . |
| - S 4...-120 - - b-Ader |
| - S 5...+ 120 - - a- und + 120 Volt an b-Ader |
| - S 6...-120 - - a- - -12o - - b-Ader |
| - S 7...+ 120 - - a- - -120 - - b-Ader |
| - S 8...-120 - - a- - + 120 - - b-Ader |
| - S 9...+ 6o - - a-Ader |
| - S Zo.. . + 6o - - b-Ader |
| - S ZZ.. .- 6o - - a-Ader |
| - S 12... - 6o - - b-Ader |
| - S13...+ 6o - - a-Ader und + 6o Volt an b-Ader |
| - S14...- 6o - - a-Ader - -6o - - b-Ader |
| - S 15... + 6o - - a-Ader - -6o - - b-Ader |
| - S 16... - 6o - - a-Ader - +6o - - b-Ader |
| - S17 ... Wechselstrom an a-Ader |
| - S 18... - - b-Ader. |
Durch Anlegen verschieden hoher Spannungen unterschiedlicher Richtungen können also
sechzehn verschiedene Stationen wahlweise gerufen werden, wobei an jeder Station
für den Wahlruf nur zwei Relais erforderlich sind. Bei Verwendung von Wechselstrom
zum Anruf ist eine Erhöhung der Zahl anschaltbarer Stationen auf achtzehn möglich.
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Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform ist gegenüber der
in Fig. 2 gezeigten Schaltung nur eine Änderung der Stromkreise an den Stationen
S9 bis S 16 erfolgt. Die Anrufempfangseinrichtungen der übrigen Stationen entsprechen
den in Fig.2 dargestellten.
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Bei Gesellschaftsleitungen spielt die wahlweise Anschaltung transportabler
Fernsprecheinrichtungen, sog. Streckenfernsprecher, ein;- große Rolle. Bei der Errichtung
von Gesellschaftsleitungsanlagen ist daher gerade auf den störungsfreien Betrieb
bei Verwendung von Streckenfernsprechern besonders zu achten. Diese Apparate werden
im allgemeinen mit Netzanschluß betrieben. Um auch bei Ausfall des Netzes einen
Anruf zur Hauptstelle zu ermöglichen, wurden die Streckenfernsprecher bisher mit
Induktoren ausgerüstet, welche die Apparatur jedoch sehr verteuern und deren Gewicht
erheblich erhöhen. Zwecks Ersparnis solcher Induktoren in den Streckenfernsprechern
könnte der Anruf zur Hauptstelle durch Anlegen von Erde über eine Ruftaste der transportablen
Apparatur an die eine der beiden Sprechadern erfolgen. In diesem Fall ist dann an
der Hauptstelle ein Anrufrelais mit dieser gen der Hilfsrelais zur Verhinderung
des Ansprechens der betreffenden polarisierten Relais beim gleichzeitigen Anlegen
von niedrigen Spannungen beliebiger Richtungen an beide Adern der gemeinsamen Leitung.
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Welche Art von Spannungen zum Anruf der einzelnen Stationen nach der
Ausführungsform gemäß Fig. 2 erforderlich sind, ergibt sich unter der Annahme, daß
als hohe Spannung 120 Volt und als niedere Spannung 6o Volt Verwendung finden, aus
der nachfolgenden Tabelle: Ader der Gesellschaftsleitung verbunden, dessen Stromkreis
aus einer Gleichstromquelle gespeist wird. Bei einer derartigen Rufschaltung für
die Streckenfernsprecher muß man dann aber dafür sorgen, daß kein Fehlanruf durch
eine Erdanschaltung an einer der fest angeschlossenen Stationen herbeigeführt werden
kann. Diesem Zweck dient die besondere Ausbildung der Anrufkreise an den Stationen
S 9 bis S 16 der Fig. 3, in der oben die Einrichtungen der Hauptstelle ZS und darunter
die Anrufschaltungen der Stationen S 9 bis S 16 dargestellt sind. Mit M ist das
Mikrofon und mit L der Lautsprecher der Hauptstelle bezeichnet, welche über die
Verstärker h 1 bzw. V 2 mit einer Gabelschaltung GS verbunden sind.
N ist die Nachbildung der Gesellschaftsleitung. Die Gabelschaltung GS steht mit
den Primärwicklungen eines Übertragers Ue in Verbindung dessen Sekundärwicklungen
an die Adern a und b der Leitung angeschlossen sind. Mit RE ist -die
Rufeinrichtung für den wahlweisen Anruf der Stationen bezeichnet, welche beim Betätigen
einer der nicht dargestellten Ruftasten, über die die jeweils erforderlichen Rufpotentiale
in bekannter Weise an die eine oder beide Adern der gemeinsamen Leitung angelegt
werden, über die Kontakte u r und u 2 mit den Adern a und b .der Leitung
verbunden wird unter gleichzeitiger Abschaltung der übrigen Einrichtungen der Hauptstelle
für die Dauer der Rufsendung.
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Die Besonderheit der Rufschaltung für die Stationen S 9 bis S 16 besteht
darin, daß die an der a-Ader liegenden polarisierten Relais nur so lange
mit
Erde verbunden werden, wie gleichzeitig das erforderliche Rufpotential an der b-Ader
liegt. Das ist aber nur solange der Fall, wie die Rufeinrichtung an der Hauptstelle
betätigt und damit deren Anrufrelais Z durch Umlegen des Kontaktes u i von der a-Ader
abgeschaltet ist. Soll beispielsweise die Station S io angerufen werden, so wird
mit Hilfe der Rufeinrichtung RE an der Hauptstelle ZS eine geringe positive Spannung
an die a-Ader und eine hohe positive Spannung an die b-Ader angelegt. Das Relais
R i i der Station S io kann zunächst nicht ansprechen, da sein Stromkreis am Kontakt
r 12 noch unterbrochen ist. Es wird also die Glimmlampe G i o gezündet und das Relais
R 12 zum Ansprechen gebracht. Es schließt nun seinen Kontakt r 12 und legt damit
das Relais R i i an Erde, welches jetzt durch die an der a-Ader liegende Spannung
erregt wird. Der Kontakt r 12 wird gleichzeitig zur Einschaltung des Anrufweckers
| Station S 9. . . -f- 120 Volt an a- und + 60 Volt an
b-Ader |
| - S io. . . + 6o - - a- - + I2o - - b-Ader |
| - S II . . . -f- I20 - - a- - - 6o - - b-Ader |
| - S12...+ 6o - - a- - -120 - - b-Ader |
| - S13...-I20 - - a- - - 6o - - b-Ader |
| - S14...- 6o - - a- - -12o - - b-Ader |
| - S I5. . .- I20 - - a- - + 6o - - b-Ader |
| - S 16...- 6o - - a- - +120 - - b-Ader |
Die Rufanschaltung durch einen, transportablen Streckenfernsprecher an die a-Ader
der Leitung ist in Fig. 3 zwischen den Stationen S 12 und S 13 angedeutet. Dabei
wird über die Ruftaste RT und einen Widerstand Wi Erde angelegt, so daß an der Hauptstelle
ZS über den Kontakt
u i in seiner dargestellten Ruhelage das Relais Z anspricht,
das selbst als Schauzeichen (z. B. Fallklappe) ausgebildet sein kann oder mit Hilfe
seines Ankers ein optisches oder akustisches Anrufzeichen einschaltet. Um bei kurzzeitiger
unbeabsichtigter Erdanschaltung eine Betätigung des Anrufrelais Z zu vermeiden,
wird dieses zweckmäßig als verzögert ansprechendes Relais ausgebildet. Bei Verwendung
einer derartigen Anrufschaltung kann der transportable Fernsprechapparat äußerst
einfach ausgebildet «-erden. Er braucht dann nur aus einem Handapparat, einem Gleichstromwecker
oder einer Schnarre und einer Ruftaste zu bestehen.
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Ein in gleicher Weise ausgebildetes, einfaches Zusatzgerät kann auch
jeder fest angeschlossenen Station zugeordnet werden, um im Störungsfall (Ausfall
der Netzspeisung oder Erschöpfung der Ortsbatterie) einen Anruf zur Hauptstelle
von jeder Abzweigstelle aus zu ermöglichen.
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Wie sich aus -der vorstehenden Beschreibung ergibt, ist mit der Ausbildung
der Anrufempfangseinrichtungen nach der Erfindung ein äußerst einfaches System für
Gesellschaftsleitungen geschaffen worden, das den wahlweisen Anruf einer großen
Zahl von Abzweigstellen ermöglicht, ohne komplizierte mechanische oder elektromechanische
Schalteinrichtungen an den einzelnen Abzweigstellen zu benötigen. Hierfür sind vielmehr
höchstens zwei W io der Station S io benutzt, dessen Stromkreis weiterhin über den
Kontakt r i i verläuft. Die Überbrückung des Kontaktes r 12 durch den Kondensator
C io ist lediglich zur Aufrechterhaltung der Symmetrie für die Sprechströme erforderlich.
Durch die hohe positive Spannung an der b-Ader werden auch die Relais R io und R
22 an den Stationen S 9 bzw. S 15 erregt, was jedoch ohne Wirkung
ist, da das Relais R 9 nur durch eine gleichzeitig an der a-Ader liegende hohe positive
Spannung und das Relais R zi nur durch eine gleichzeitig an der a-Ader liegende
hohe negative Spannung betätigt werden kann. In gleichartiger Weise erfolgt der
Anruf der übrigen in Fig. 3 dargestellten Stationen durch Anlegen von Spannungen
verschiedener Höhe und unterschiedlicher Richtungen an beide Sprechadern der gemeinsamen
Leitung. Welche Rufspannungen dazu erforderlich sind, geht aus der nachfolgenden
Tabelle hervor: Relais und eine oder zwei kleine Glimmlampen für jede Abzweigstelle
erforderlich.