-
Furnierbock Die Erfindung bezieht sich auf einen Furnierbock mit einem
mit einer gewölbten Druckfläche auf das Furniergut einwirkenden, in eine Freigabelage
schwenkbaren Druckbalken, an dessen Enden Druckspindeln angreifen.
-
Bei bekannten Vorrichtungen dieser Art wird der Druckbalken elastisch
und mit gewölbter Unterseite ausgeführt, so daß beim Preßvorgang der auf das Furniergut
einwirkende Druck, von innen beginnend, nach außen fortschreitet und auf diese Weise
Blasenbildungen sowie Leimanhäufungen verhindert werden.
-
Die elastische Ausbildung des Druckbalkens erschwert jedoch die Erreichung
einer genau ebenen Form der Druckfläche in der Druckgrenzlage, so daß das Furniergut
häufig nicht in der erforderlichen Genauigkeit und Gleichmäßigkeit anfällt, zumal
auch nach einer gewissen Zeit eine Ermüdung der Elastizität des Druckbalkens auftritt.
Außerdem sind besondere Einrichtungen zur Abstützung .des Druckbalkens erforderlich,
die die Herstellung des Furnierbockes verteuern.
-
Diese Nachteile werden beseitigt, indem gemäß der Erfindung der Druckbalken
biegungsstark, d. h. praktisch durchbiegungsfrei ausgeführt und die gewölbte Druckfläche
durch ein an seiner Unterseite angebrachtes elastisches Glied gebildet wird; insbesondere
besteht dieses elastische Glied in einer gewölbten, starken, unter Vorspannung gehaltenen
Blattfeder.
-
Bei dieser Anordnung ist nur die Blattfeder elastisch, während der
Druckbalken während des Preßvorganges starr bleibt und aus gewöhnlichem Baustahl
in beliebiger Biegungsstärke hergestellt
sein kann. Die Blattfeder
als elastisches Glied kann nicht überanstrengt werden, da sie sich in der Druckgrenzlage
an die ebene Unterseite des starren Balkens anlegt, wodurch auch die Genauigkeit
und Gleichmäßigkeit der Druckgrenzlage gesichert ist.
-
Zum Unterschied gegenüber bekannten Anordnungen ist ferner die den
Druckbalken an dem einen Ende haltende senkrechte Führung um einen am Drucktisch
festen Drehpunkt mitsamt dem Druckbalken und den Druckspindeln in die Freigabelage
schwenkbar gemacht.
-
Die senkrechte Führung ist als Rollenführung ausgebildet, bei welcher
in eine Führungsnut zwei Rollen des Druckbalkens eingreifen,. die die Spindelmutter
vom Eigengewicht des Druckbalkens entlasten.
-
Durch diese Maßnahme ergibt sich ein schnelleres Arbeiten und eine
bequemere Einstellmöglichkeit des Druckbalkens, indem dieser schon in der Freigabelage
mit seinem einen Ende mittels einer Skala genau in die dem zu bearbeitenden Furniergut
entsprechende Höhenlage eingestellt und zur Durchführung von Serienarbeiten in seiner
Einstellung belassen werden kann. In diesem Falle wird das Anpressen des Druckbalkens
an das Furniergut allein durch die andere Druckspindel vorgenommen. Dabei wandert
der auf das Furniergut einwirkende Druck von der einen Seite beginnend nach der
anderen Seite.
-
Während bei bekannten Bauarten zwei Arbeitskräfte erforderlich sind,
die zur Vermeidung von schädlichen Seitenschubkräften die beiden Spindeln sorgsam
gleichmäßig zu bedienen haben, ist bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung nur eine
Arbeitskraft erforderlich, die ohne besondere Sorgfalt nach Einhängen der freien
Druckspindel das betreffende Ende des Druckbalkens niederschraubt.
-
Die Arbeit mit dem Furnierbock wird weiterhin dadurch wesentlich vereinfacht
und beschleunigt, daß die Ausschwenkung des Druckbalkens nebst Führung und Druckspindeln
durch Federwirkung selbsttätig erfolgt, sobald die in an sich bekannter Weise mit
ihrer Mutter schwenkbar am Druckbalken angeordnete Druckspindel mit ihrem unteren
Ende vom Drucktisch gelöst wird.
-
Weitere Erfindungsmerkmale ergeben sich aus den Ansprüchen in Verbindung
mit der nachfolgenden Beschreibung.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Fig. i eine Seitenansicht des Furnierbockes in der Preßlage, Fig.
2 einen senkrechten Mittelschnitt durch einen Furnierbock in der Freigabelage und
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie A-B der Fig. i.
-
Auf einem Untergestell a (Fig. i) ist für jeden Furnierbock ein aus
U-Eisen bestehender, den Drucktisch bildender Doppelbalken c vorgesehen. Dieser
trägt an einem Ende einen Schwenkbolzen d, um den sich eine in der Arbeitslage senkrecht
stehende Führung n schwenkt. Die Führung besitzt eine Führungsnut p, an deren senkrechten
Seitenwandungen sich Führungsrollen e anlegen, die am Führungsende eines starren,
aus Doppel-T-Eisen hergestellten Druckbalkens g sitzen.
-
Die parallel mit der Führung an dem unteren Ende in einem Lagerbolzen
q der Führung gehaltene Druckspindel k greift in eine an dem Druckbalken g starr
sitzende Spindelmutter f ein. An der Führung n befindet sich ferner eine Skala h,
die mit einer Kante oder einem Index des Druckbalkens g zusammen arbeitet und mittels
welcher der Druckbalken in eine beliebige Höhenlage eingestellt werden kann.
-
An einem unteren Fortsatz r der Führung greift eine Schraubenfeder
c an, die an einem Ausleger t des Drucktisches o einstellbar befestigt ist. Am anderen
Ende des Druckbalkens g ist mittels Lagerbolzen u eine Spindelmutter
v schwenkbar gelagert, in welche eine Druckspindel b eingreift, die in der
Preßlage des Furnierbockes mit einem Stellring w o. dgl. am unteren Ende unter den
Drucktischbalken o greift.
-
Der starr, d. h. praktisch durchbiegungsfrei ausgeführte Druckbalken
g trägt an seiner Unterseite eine starke Blattfeder s, die mit umgebogenen Enden
z über die Flanschenden des Druckbalkens g bzw. über ein Laschenstück yn greift.
Das Laschenstück ist längs verstellbar an dem Druckbalken befestigt. Die Blattfeder
s ist mit starker Vorspannung eingesetzt, und die V orspannung kann durch entsprechende
Verschiebung und Verstellung der Lasche m. geregelt werden.
-
Unverschiebbar mit der Druckspindel b ist eine Skala h' verbunden,
mittels welcher die Spindelmutter v und damit das betreffende Ende des Druckbalkens
g in eine der Einstellung des anderen Druckbalkenendes entsprechende Höhenlage eingestellt
werden kann.
-
Beim Gebrauch des Furnierbockes wird die Druckspindel b mit ihrem
unteren Ende aus dem Drucktisch o ausgehängt, so daß durch die Wirkung der Feder
c die Führung n samt dem Druckbalken g und den beiden Druckspindeln b und
k
in die in der Fig.2 dargestellte Freigabelage gelangt, die durch einen festen
Anschlag bestimmt wird.
-
Das Furniergut oder ein anderes entsprechend zu behandelndes Preßgut
wird auf den Drucktischo aufgebracht und nach Rückschwenken des Druckbalkens g nebst
den übrigen Teilen sowie Einhängen der Druckspindel b unter den Drucktisch kann
der Preßvorgang dadurch bewerkstelligt werden, daß die beiden Enden des Druckbalkens
durch Drehen der beiden Druckspindeln k und b mit Hilfe der Skalen h und
h' in die übereinstimmende Druckgrenzlage eingestellt werden. Dabei kommt
zuerst die Mitte der Feder s zur Anlage mit dem Furniergut, und der Druck pflanzt
sich von innen ausgehend nach außen fort, bis die Druckgrenzlage erreicht ist, in
welcher sich die Blattfeder s an die ebene Unterseite des starren Druckbalkens g
anlegt.
-
Man kann auch so vorgehen, insbesondere ist dies bei Serienarbeiten
vorzuziehen, daß das geführte
Ende des Druckbalkens mittels der
Skala h schon in der Freigabelage auf die Druckgrenzlage eingestellt wird. Diese
Einstellung ist deshalb ohne weiteres möglich, weil die Spindelmutter f durch die
Rollenführung d, n von den durch das Eigengewicht des Druckbalkens hervorgerufenenSchwenkkräften
entlastet und die Verstellung durch Klemmung nicht behindert wird.
-
Beim Zurückschwenken des Druckbalkens trifft hier das an der Führungsnut
befindliche Ende der Blattfeder s zuerst auf das Preßgut auf, und beim Anziehen
der Druckspindel b wandert der Druck allmählich nach der anderen Seite, so daß auch
hierbei Blasenbildungen und Leimanhäufungen nicht auftreten können.
-
Bei dieser Handhabung ist nur eine Bedienungsperson erforderlich,
welche durch einfaches Anziehen der Druckspindel b bis zum Erreichen festen Widerstandes
den Preßvorgang ohne Ausübung besonderer Sorgfalt vornehmen kann.