DE821995C - Verfahren zur Behandlung von Sulfitablauge fuer die Herstellung von Gerbstoff - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Sulfitablauge fuer die Herstellung von Gerbstoff

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DE821995C
DE821995C DEN965A DEN0000965A DE821995C DE 821995 C DE821995 C DE 821995C DE N965 A DEN965 A DE N965A DE N0000965 A DEN0000965 A DE N0000965A DE 821995 C DE821995 C DE 821995C
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DE
Germany
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tanning
liquor
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waste liquor
cation
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DEN965A
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English (en)
Inventor
Dr Phil C C Andersen
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Norsk Hydro Elektrisk Kvaelstof AS
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Norsk Hydro Elektrisk Kvaelstof AS
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/24Chemical tanning by organic agents using lignin derivatives, e.g. sulfate liquor

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Behandlung von Sulfitablauge für die Herstellung von Gerbstoff Es ist bekannt. Gerbmittel aus Calcium-, Magnesium-, Natrium- und Ammoniumsulfitablauge herzustellen, und es ist bereits vorgeschlagen worden. durch Zusatz geeigneter Salze in die Salzablauge gewisse Kationen bei gleichzeitiger Ausfällung nicht erwünschter Kationen, wie z. B. Calcium und Magnesium, einzubringen, wonach pl, auf einen für das Gerben passenden Wert eingestellt wird. So kann man in den Gerbstoff, den man aus Calciumbisulfitablauge herzustellen wünscht, Aluminiumionen dadurch einbringen, daß man der Lauge Aluminiumsulfat zusetzt, wodurch Calcium in der Form von Sulfat ausfällt, das z. B. durch Filtrieren entfernt wird.
  • Es ist ebenfalls bekannt, Sulfitablauge mit Hinblick auf diese Verwendung als Gerbstoff durch Fällung mit Kalk und Soda zu reinigen. Diese bekannten Verfahren sind verwickelt und kostspielig. Außerdem kann ein Teil von den organischen Bestandteilen der Lauge Änderungen in ungünstiger Richtung erleiden. und . der Aschengehalt erhöht werden.
  • Durch die vorliegende Erfindung werden diese Nachteile vermieden. Die Erfindung betrifft ein Verfahren bei der Behandlung von Sulfitahlauge mit Hinblick auf ihre Anwendung als Gerbstoff, bei dem in die Lauge Kationen, die für ihre gerbenden Eigenschaften von Bedeutung sind, z. B. Aluminium, eingeführt werden, und das kennzeichnende Merkmal des Verfahrens besteht darin, daB die Einführung solcher Kationen mittels Kationenaustauscher erfolgt, die die genannten Kationen in auswechselbarer Form enthalten. Bei der Reaktion der Lauge mit solchen Kationenaustauschern werden gerbtechnisch nicht günstige Kationen gegen die in den Kationenaustauschern enthaltenen günstig wirkenden Kationen ausgewechselt.
  • Das Verfahren wird vorzugsweise in der bei Kationenaustausch üblichen Weise ausgeführt, und zwar derart, daß die Lauge durch Schichten von geeigneten Kationenaustauschern hindurchgeht, deren auswechselbare Kationen in größerem oder kleinerem Grade an die Lauge übertragen werden, während die nicht gewünschten Kationen derselben an die Kationenaustauscher gebunden werden, die danach in an sich bekannter Weise regeneriert werden können.
  • Es wurde früher (Patent 753 043) ein Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen vorgeschlagen, bei dem Ablauge von dem Natrium-, Magnesium-oder Calciumbisulfitverfahren mit einem sauren Kationenaustauscher behandelt wird, derart, daß Basen von der Ablauge entfernt werden, wonach ungefähr so viel Ammoniak zugesetzt wird, wie es der entfernten Basenmenge entspricht. Gegebenenfalls kann man zur Behandlung von calcium- und bzw. oder magnesiumhaltiger Ablauge einen Kationenaustauscher benutzen, der auswechselbare Alkaliionen enthält.
  • Das vorliegende Verfahren ist, im Gegensatz zu den bisher vorgeschlagenen Verfahren, auf der ganz neuen und überraschenden Erkenntnis gegründet, daß, wenn man in eine Sulfitablauge gerbtechnisch günstige Kationen mittels Kationenaustauscher einbringt, welche die betreffenden Kationen in auswechselbarer Form enthalten, anstatt durch andere Mittel; wie z. B. durch Zusatz von Salzen 'zu den betreffenden Kationen, ein Erzeugnis mit bedeutend besseren Eigenschaften erzielt wird, was aus den Anteilzahlen und ausgeführten Gerbversuchen klar hervorgeht.
  • Das Verfahren nach der Erfindung ist nicht auf die Behandlung von Calciumbisulfitablauge beschränkt, sondern kann mit Vorteil auf beliebige Sulfitablaugen angewandt werden, wenn es erwünscht ist, vorhandene Kationen gegen andere auszuwechseln, und zwar vorzugsweise gegen solche, die eine höhere Anteilzahl ergeben. Von Kationen, die eingeführt werden sollen, kommen überhaupt solche in Betracht, welche die Sulfitablauge besser als Gerbmittel geeignet machen.
  • Gemäß der Erfindung kann man Sulfitablaugen mit z. B. Al, Cr und Fe als Kationen herstellen. Die Gerbwirkung dieser Stoffe verglichen mit den Erzeugnissen, die man durch Zusatz der entsprechenden Salze, z. B. Sulfate, erhält, geht aus den nach der internationalen Methode bestimmten Anteilzahlen hervor. Die Anteilzahl gibt Gramm gerbende Stoffe je ioo g Trockenstoff im Gerbstoff an.
  • Für eine Ca-Sulfitablauge wurden die folgenden Anteilzahlen gefunden: Wenn AI-Ion durch Zusatz von A12(S 04)$ und Filtrieren eingebracht war, 61,4; wenn das gleiche Ion durch Kationenaustausch eingebracht war, 74,8. Für eine andere Ca-Sulfitablauge 66,9 bzw. 79,1. Es wurde die Anteilzahl für eine eingedampfte NH4-Sulfitablauge zu 61,5 bestimmt. Wurde dieser Lauge Al2(S 04)3 in einer dem N H3-Gehalt äquivalenten Menge zugesetzt, erhielt man eine Anteilzahl von 65,2; wurde AI-Ion durch Kationenaustausch eingebracht, wurde für die gleiche Lauge eine Anteilzahl von 83,7 gefunden. Zu Ca-Sulfitablauge wurde Cr2(S 04)s zugesetzt, der ausgefällte Gips wurde abttltriert und die Anteilzahl zu 61,2 bestimmt. Für die entsprechende durch Ionenaustausch hergestellte chromhaltige Lauge 72,5. Wurde in die Lauge Fe durch Zusatz von Fe S 04 und Filtrieren eingebracht, wurde die Anteilzahl 51,8 gefunden; wurde Fe durch Kationenaustausch eingebracht, fand man die Zahl 62,9.
  • Die Sulfitablauge enthält etwa 30°/o Zucker, auf den Trockenstoff der Lauge gerechnet. Wenn aus NH4 - Sulfitablauge durch Zonenaustausch hergestellte AI-Sulfitablauge bei der Anteilzahlbestimmung mit Hautpulver behandelt wird, werden 40% des Zuckers im Hautpulver gebunden. Wird NH.- Sulfitablauge, der A12(S O4)3 zugesetzt ist, in der gleichen Weise behandelt, werden nur 2,8% des Zuckers gebunden.
  • Es ist somit ersichtlich, daß durch Ionenaustausch hergestellte Lauge wesentlich von Lauge, der Sulfate zugesetzt sind, verschieden ist. Es wurden'auch Gerbversuche mit den hier genannten Sulfitablaugen ausgeführt. Beispiel i Geäscherte, entkalkte und reingemachte Kalbshäute wurden während 9 Tage mit den folgenden Lösungen behandelt: i. Von NH4- Sulfitablauge durch Ionenaustausch hergestellte AI-Lauge mit einem dem N H.-Gehalt der NH4-Sulfitablauge äquivalenten AI-Gehalt; 2. die gleiche Ni4-Sulfitablauge, der eine dem .(S O.)$ zu-NHS Gehalt äquivalente Menge Al.
  • gesetzt war; 3. sulfitiertes Quebracho, ein gewöhnlicher Gerbstoff, zum Vergleich.
  • Die Lösungen wurden während 6 Tage allmählich von o,4° Be auf 4° Be verstärkt, danach war die Konzentration während 3 Tage etwa 7== Be. Das fertige Leder wurde gewaschen, gefettet und getrocknet. Die Durchgerbungszahl, d. h. die Anzahl von an ioo Teilen Hautsubstanz gebundenen Gerbstoffteilen, war für durch lonenaustausch hergestellte AI-Lauge 65,6, wasserlöslich in dem fertigen Leder 6,i %, für Lauge, der Al(S04)3 zugesetzt war, 33,o bzw. 8,o0/0, und für Quebracho 37,8 bzw. 13,70/0.
  • Die durch Ionenaustausch hergestellte AI-Lauge bindet also wesentlich mehr Gerbstoff, und dieser ist fester gebunden, da er nicht so leicht mit Wasser ausgewaschen wird. Das hergestellte Leder ist von hoher Güte. Leder, die mit Lösungen hergestellt sind, denen A12(SO4)3 zugesetzt ist, sind härter und weniger griffig als entsprechende mit Kationenaustauschern hergestellte Leder.
  • Beispiel-Kalbshaut wurde mit durch lonenaustausch hergestellter Cr-Lauge gegerbt und mit durch rein pflanzliche Gerbung hergestelltem Leder verglichen. Das Gerben wurde in gleicher Weise wie nach Beispiel i durchgeführt. Die Durchgerbungszahl war für mit der Cr-Lauge hergestelltes Leder 59,1, mit der pflanzlichen Gerblösung 52,8. Wasserlöslich in Leder 2,3o bzw. 9,4o%. Das mit der Cr-Lauge hergestellte Leder war weich und gut durchgegerbt. Es wurde auch die Gerbung mit Mischungen von durch Kationenaustausch hergestellter Al-Lauge und pflanzlichen Gerbstoffen durchgeführt. Bei einem solchen Versuch mit AI-Lauge, der auf Trockenstoff gerechnet ein Drittel Fichtenrindenextrakt zugesetzt war, erhielt man eine Durchgerbungszahl von 51,3 mit 5,8% wasserlöslic4 im Leder.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Behandlung von Sulfitablauge für die Herstellung von Gerbstoff durch Einführung in die Lauge von Kationen, die für das Gerbv ermögen der Lauge von Bedeutung sind, z. B. A1, Cr, Cu und andere, dadurch gekennzeichnet, daB die Einführung mittels Kationenaustauscher erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daB Kationenaustauscher -verwendet werden, die auswechselbares Aluminium enthalten.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daB Kationenzustauscher verwendet werden, die auswechselbäres Chrom enthalten.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daB Kationenaustauscher verwendet werden, die auswechselbares Eisen enthalten.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daB Kationenaustauscher verwendet werden, die auswechselbares Natrium enthalten.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daB Kationenaustauscher verwendet werden, die auswechselbares Ammonium enthalten.
DEN965A 1944-04-19 1950-05-31 Verfahren zur Behandlung von Sulfitablauge fuer die Herstellung von Gerbstoff Expired DE821995C (de)

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