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Steuereinrichtung für Modellfahrzeuge Das Hauptpatent 8oi 902 betrifft
ein Modellfahrzeug, das auf einer besonderen Fahrbahn über Schleifkontakte und Gleichrichter
den Strom für seinen Betrieb erhält. Durch die im Hauptpatent bekanntgegebene Erfindung
wird erreicht, daß das Fahrzeug an jeder Stelle und in jeder Stellung auf der Bahn
Strom abnehmen kann. Damit ist der Betrieb des Fahrzeuges sichergestellt, über seine
Steuerung jedoch noch nichts ausgesagt.
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Die Erfindung gibt Methoden an, die es gestatten, ein Fahrzeug, das
nach Art des Hauptpatents ausgestaltet ist, auf seiner Fahrbahn beliebig zu steuern,
ohne daß zum Fahrzeug Drahtzuleitungen führen und ohne daß das Fahrzeug selbst mechanisch
geführt wird. Darüber hinaus gestattet es die Erfindung, eine weitere Wirkung im
Fahrzeug zu erreichen, die z. B. aus der Umsteuerung von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt
oder umgekehrt bestehen kann.
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Nach der Erfindung wird an die besonders gestaltete Fahrbahn wahlweise
Wechselstrom oder Gleichstrom gelegt, wobei durch elektrische und mechanische Einrichtungen
im Fahrzeug erreicht wird, daß das Fahrzeug, das normalerweise mit einer niederen
Wechselspannung betrieben wird und geradeaus fährt, durch eine Wechselüberspannung
beispielsweise nach links und durch eine Gleichspannung oder Gleichüberspannung
nach rechts oder umgekehrt gesteuert wird. Die Spannungen werden von außen her an
die Bahn gegeben, so daß die Steuerung des Fahrzeuges ohne Berührung desselben erfolgt.
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An Hand der Abb. i bis 7 sei die Erfindung im Prinzip erläutert. Die
Abbildungen stellen beispielsweise
Ausführungsformen des Erfindungsgedankens
dar.
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In Abb. i ist die Draufsicht auf ein Stück der besonders gestalteten
Fahrbahn dargestellt, wobei die mit -I- bezeichneten leitenden Flächen mit dem einen
Pol der Stromquelle und die mit - bezeichneten Flächen mit dem anderen Pol der Stromquelle
verbunden sind. Die leitenden Flächen selbst sind gegeneinander isoliert.
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In Abb.2 ist das Schaltbild eines Fahrzeuges ohne Steuereinrichtung
gezeichnet. Hier sind 1, 2, 3 und 4 Schleifkontakte, die an der Unterseite des Fahrzeuges
so angebracht sind, daß sie auf der Fahrbahn schleifen und immer mindestens zwei
gegenpolige Lamellen berühren. 5, 6, 7 und 8 sind Gleichrichter, ebenso wie 9, io,
i i und 12, die jedoch den ersteren entgegengeschaltet sind. Die gleichpoligen Gleichrichter
sind jeweils zusammengeschaltet und an den Motor 13 des Fahrzeuges geführt. Der
Motor erhält damit vollweg gleichgerichteten Strom.
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Eine Ausführungsform der Erfindung sei an Hand der Abb. 3 erläutert.
In Abb. 3 sind 1, 2, 3 und 4 wieder die Schleifkontakte am Fahrzeug (wie in Abb.2).
13 ist der Motor und 14 ist die symbolische Darstellung der Gleichrichteranordnung
5 bis 12 der Abb. 2. Der Motor 13 erhält direkt von der Gleichrichteranordnung 14
seine Betriebsspannung. 15 und 16 seien die Vorderräder des Fahrzeuges, die durch
die Achse 17 verbunden sind, die in Punkt 18 drehbar gelagert ist. Die Federn i9
halten die Achse in Mittelstellung, so daß das Fahrzeug geradeaus fährt. Der Elektromagnet
2o kann die Fahrzeugachse nach links ziehen, während der Elektromagnet 21 sie nach
rechts aus ihrer :Mittellage herausziehen kann. Das Relais 22 ist ein Überspannungsrelais,
d. h. es spricht erst oberhalb einer bestimmten Spannung an, während der Motor 13
bereits unterhalb dieser Spannung arbeitet. Das Relais 22 spricht bei Auftreten
der genannten Überspannung, die als Wechselüberspannung auf die Bahn gegeben und
durch die Gleichrichteranordnung 14 gleichgerichtet wird, an und schließt den Kontakt
24. Das Relais 23 soll bereits bei normaler Spannung ansprechen. Die in seinen Kreis
geschaltete Drossel 26 ist so dimensioniert, daß sie für Wechselstrom einen hohen
und für Gleichstrom einen niederen Widerstand darstellt. Das Relais 23 spricht daher
nur dann an, wenn an die Bahn Gleichspannung gegeben wird, wobei das Relais 23 so
bemessen ist, daß es bereits bei Gleichspannungswerten anspricht, die das Relais
22 noch nicht zum Ansprechen bringen.
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Berühren nun z. B. die Schleifkontakte 3 und 4 gegenpolige Lamellen
der Bahn; die jetzt mit Wechselspannung gespeist sei, so stellt die Drossel 26 für
den Wechselstrom einen hohen Widerstand dar, so daß das Relais 23 nicht arbeitet
und der Kontakt 25 geöffnet bleibt. Über die Gleichrichteranordnung 14 erhält auch
das Relais 22 Strom, der bei normaler Spannung nicht ausreicht, um das Relais zum
Arbeiten zu bringen. Wird nun kurzzeitig eine Wechselüberspannung an die Bahn gelegt,
so spricht das Relais 22 an und schließt den Kontakt 24. Vom Gleichrichter 14 über
den Kontakt 24 erhält nun der Elektromagnet 2o Strom und zieht die Achse 17 nach
links, so daß das Fahrzeug nach links fährt. Im gleichen Augenblick wird der Kontakt
27 geschlossen, so daß der Elektromagnet 20 über die Leitung 29 auch dann noch Strom
erhält, wenn die Wechselüberspannung an der Bahn wieder auf Normalspannung herabgesetzt
wird. Erst bei kurzzeitiger Unterbrechung der Bahnspannung läßt der Elektromagnet
2o seinen Anker los und die Federn i9 ziehen die Achse 17 wieder in Mittellage,
so daß das Fahrzeug geradeaus fährt.
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Wird an die Bahn kurzzeitig eine Gleichspannung gegeben, so ist für
den Gleichstrom die Drossel 26 ein kleiner Widerstand, das Relais 23 arbeitet und
schaltet den Kontakt 25 ein und der Elektromagnet 21 erhält Strom, die Fahrzeugachse
17 wird nach rechts gezogen, wobei der Kontakt 28 geschlossen wird und damit über
die Leitung 29 der Elektromagnet so lange Strom erhält, bis kurzzeitig die Spannung
an der Bahn unterbrochen wird. Die Kontakte 27 und 28 sind Selbsthaltekontakte.
An den Punkten 30, 31, 32 und 33 kann die Steuereinrichtung für die Vorderachse
des Fahrzeuges vom Schaltmechanismus im Fahrzeug getrennt werden.
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Die Erfindung läßt sich auch nach Art der Abb. 4 durchführen. Im Gegensatz
zur Ausführungsform nach Abb.3 wird jetzt sowohl eine Wechselüberspannung als auch
eine Gleichüberspannung zur Steuerung des Fahrzeuges verwendet. In Abb.4 entsprechen
die Bezeichnungen denjenigen der Abb. 3. An Stelle des dort zur Anwendung kommenden
Relais 23 mit seiner Drossel 26 tritt das Relais 35 mit der Drossel 34, die wieder
einen hohen Wechselstrom- und einen niederen Gleichstromwiderstand hat. Das Relais
35 hat die Kontakte 36, 37 und 38, wobei 37 der Ruhekontakt und 38 der Arbeitskontakt
ist. Wird jetzt eine Wechselüberspannung auf die Bahn gegeben, so spricht das Relais
22 an und legt über den Kontakt 24 und die Kontakte 36 und 37 die Spannung an den
Punkt 31, so daß der Elektromagnet 2o arbeitet, wie es an Hand der Abb. 3 erläutert
würde.
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Wird dagegen eine Gleichüberspannung an die Bahn gegeben, so sprechen
beide Relais 22 und 35 an und über den Kontakt 24 und die Kontakte 36 bis 38 wird
die Spannung an den Punkt 33 gelegt, so daß der Elektromagnet 21 arbeitet, wie es
an Hand der Abb. 3 erläutert wurde.
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Bei der Ausführung nach Art der Abb. 3 und 4 kann es vorkommen, daß
die Schleifkontakte 3 und 4 gleichzeitig stromlos werden oder auf eine leitende
Lamelle der Bahn zu stehen kommen, was zu einem Versagen des einen Steuereinschlages
führen kann. Erfindungsgemäß kann daher eine Schaltung nach Art der Abb. 5 vorgenommen
werden, die sinngemäß auf die beiden Ausführungsformen nach Abb.3 und 4 anzuwenden
ist. Zur Drossel 26 bzw. 34 und zum Relais 23 bzw. 35 treten die Drossel 39 und
das Relais 4o, das in geeigneter Weise auf denselben Anker wirkt, wie das Relais
23 bzw. 35. Der Stromkreis mit der
Drossel 39 und <lern Relais
40 wird an die Schleifkontakte i und 2 angeschlossen, so daß gewährleistet ist,
daß mindestens immer ein Stromkreis an die Bahnspannung gelegt ist.
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An Stelle der Drosseln können auch Kondensatoren zur Trennung von
Gleich- und Wechselstrom zur Anwendung kommen, wie es im Prinzip die Abb.6 zeigt.
Die Bezeichnungen entsprechen denjenigen der vorhergehenden Abbildungen. In Abb.6
ist die Anwendung der Kondensatoren an Stelle der Drosseln für die Ausführungsart
der Erfindung nach Abb. 4 gezeichnet, sinngemäß ist eine solche Schaltung auch auf
die Ausführungsart nach Abb. 3 anzuwenden. Die Kondensatoren 41, 42, 43 und .14
stellen für Wechselstrom einen kleinen Widerstand, für Gleichstrom jedoch einen
unendlich großen Widerstand dar. Die Gleichrichteranordnung 45 und 46 in Graetzschaltung
sorgt in bekannter Weise dafür, daß das Relais 35 Gleichstrom erhält. Wird eine
Wechselüberspannung an die Bahn gegeben, so sprechen beide Relais 22 und 35 an,
und Tiber die Kontakte 24 und 36 bis 38 wird der eine Steuermagnet an die Spannung
gelegt, das Fahrzeug fährt nach der einen Richtung. Wird dagegen eine Gleichspannung
an die Bahn gegeben, so sperren die Kondensatoren für das Relais 35 den Strom und
nur das Relais 22 spricht an, und Tiber die Kontakte 24, 36 und 37 wird der andere
Steuermagnet an die Spannung gelegt, so daß das Fahrzeug nach der anderen Richtung
fährt.
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Werden im Gegensatz zu den Ausführungsformen der Erfindung nach der
Abb. 3 und 4 nicht rtur die niedere Gleichspannung oder die Gleichüberspannung zur
Herbeiführung von Schalteffekten im Fahrzeug verwendet, sondern beide Möglichkeiten
zur Anwendung gebracht, so ist eine weitere Wirkung im Fahrzeug zu erreichen. Es
werde angenommen, daß der dritte Schaltvorgang im Fahrzeug zur Umschaltung von Vorwärtsfahrt
auf Rückwärtsfahrt verwendet wird. Für den Betrieb des Fahrzeuges stehen nun folgende
vier Spannungen zur Verfügung: r. Eine normale Wechselspannung, die zum Betrieb
des Motors dienen soll. Das Fahrzeug soll bei dieser Spannung geradeaus fahren (vorwärts
oder rückwärts) ; 2. eine Wechselüberspannung, die nur kurzzeitig an die Bahn gelegt
wird und eine Fahrtrichtungsänderung des Fahrzeuges bewirken soll; 3. eine normale
Gleichspannung, die nur kurzzeitig an die Bahn gelegt wird und die andere Fahrtrichtungsänderung
des Fahrzeuges bewirken soll; 4. eine Gleichüberspannung, die nur kurzzeitig an
die Bahn gelegt wird und die Umschaltung von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt bewirken
soll.
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In Abb. 7 entsprechen die Bezeichnungen denjenigen der vorhergehenden
Abbildungen. Der Motor 13 hat jetzt eine geteilte Feldwicklung mit den Einzelwicklungen
48 und 49, die in ihrer Mitte 47 über den Anker des Motors 13 an den Pluspol
der Gleichrichteranordnung 14 gelegt sind. Die freien Enden der Wicklungen sind
mit den Kontakten 5o und 5 1 %-erbunden. Je nachdem, an welchen dieser Kontakte
der Minuspol der Gleichrichteranordnung 14 gelegt wird, erhält die Wicklung 48 oder
49 Strom. Der Strom hat in jeder Wicklung eine andere Richtung und damit der Motor
eine verschiedene Drehrichtung, was zur Vorwärts-bzw. Rückwärtsfahrt des Fahrzeuges
führt. Das Relais 53 soll nur auf die Gleichüberspannung, das Relais 52 bereits
auf die niedere Gleichspannung ansprechen, was durch entsprechende Bemessung der
Drosseln 54 und 55 und der Relais 52 und 53 erreicht werden kann. Das Relais 22
spricht über die Gleichrichteranordnung 14 nur auf Überspannungen an.
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Wird die niedere Wechselspannung auf die Bahn gegeben, so spricht
keines der Relais an und der Motor 13 läuft vorwärts oder rückwärts, je nachdem
welche seiner Wicklungen 48 oder 49 eingeschaltet ist.
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Wird die Wechselüberspannung auf die Bahn gegeben, so spricht nur
das Relais 22 an und schaltet mit seinem Kontakt 24 die Spannung an den Punkt
31 der Steuereinrichtung des Fahrzeuges, so daß das Fahrzeug nach links fährt
(s. auch Abb. 3).
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Wird die niedere Gleichspannung auf die Bahn gegeben, so spricht nur
das Relais 52 an, das mit seinem Kontakt 56 die Spannung an den Punkt 33 der Steuereinrichtung
legt, so daß das Fahrzeug nach rechts fährt (s. auch Abb. 3).
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Wird die Gleichüberspannung auf die Bahn gegeben, so sprechen alle
Relais an. Der eine Kontakt 57 des Relais 53 arbeitet auf einem Forrtschaltemagnet
6o (der weiter unten näher beschrieben wird), der beim ersten Stromstoß den Kontakt
5o und damit die Wicklung 49 des Motors einschaltet, beim zweiten Stromstoß beide
Kontakte 5o und 51 stromlos macht, womit der Motor stromlos wird und das Fahrzeug
anhält, und beim dritten Stromstoß den Kontakt 5 1 und damit die Wicklung
48 einschaltet, womit die Fahrtrichtung des Fahrzeuges umgedreht wird. Da aber gleichzeitig
die Relais 22 und 52 ansprechen, wird, bei Betätigung des Relais 53, der Stromkreis
der beiden Steuermagnete 20 und 21 (s. Abb. 3) durch den Kontakt 58, 59 unterbrochen,
der am Punkt 32 der Steuereinrichtung liegt. Damit ist erreicht, daß bei Ansprechen
des Fortschaltemagneten die Steuermagnete nicht arbeiten können. Der Fortschaltemagnet
6o zieht den Anker 61 an, der bei jedem Anzug das Zahnrad 62 um eine Stufe weiterschaltet.
Sobald der Magnet 6o stromlos wird, zieht die Feder 63 den Anker 61 in seine Ausgangsstellung
zurück. Mit dem Zahnrad 62 ist die Schaltwalze 64 verbunden, die, wie oben geschildert,
bei jeder Betätigung des . Fortschaltemagneten um eine Stufe weitergeschaltet wird
und damit nacheinander den Kontakt 50 über den Schleifer 65 an den Minuspol
legt, bei der nächsten Schaltung die beiden Kontakte 50 und 51 stromlos macht
und bei der hierauf folgenden Schaltung den Kontakt 51 über den Schleifer 65 an
den Minuspol der Gleichrichteranordnung 14 legt. Die schraffierte Fläche der Schaltwalze
64 ist leitend, die nicht schraffierten Flächen sind isoliert.
Nach
der Erfindung ist es auch möglich, den Schaltvorgang im Fahrzeug, der zur Umschaltung
von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt verwendet wird, für andere Wirkungen im Fahrzeug
zur Anwendung zu bringen wie z. B. zur Betätigung einer Hupe, einer Beleuchtung
usw.