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Elektrisches Fahrspielzeug Es sind elektrische, an das Netz anschließbare
Fahrspielzeuge, wie Eisenlialitien, Treibwagen, Automobile o. dgl., bekannt, bei
denen der Strom durch Fahrschienen oder durch eine Oberleitung zugeführt wird. Diese
Spielzeuge bewegen sich zwangsläufig in der durch die Stromzuführung vorgeschriebenen
Bahn.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrspielzeug zu schaffen,
das unabhängig von einer Stromschiene oder Oberleitung betrieben werden kann, aber
trotzdem seinen Strom über einen Transformator vom Netz erhält. Erfindungsgemäß
dient als Stromzuleitung eine die Fahrbahn für das Spielzeug bildende ein- oder
mehrteilige Plattform, bei der die beiden Pole durch zwei übereinanderliegende und
gegeneinander isolierte, sich über die ganze Plattform erstreckende Bleche gebildet
sind, von denen das untere Blech -,varzenartige Erhöhungen besitzt, die durch entsprechende
Aussparungen im oberen Blech, die Oberfläche dieses Bleches überragend und isoliert
durchgeführt und gleichmäßig über die Plattform derart verteilt sind, daß die Abstände
zwischen den benachbarten Warzen kleiner sind als die Seitenlängen der Schleiffläche
eines am Fahrspielzeugteil angebrachten, auf den Warzen schleifenden großflächigen
Stromabnehmers für den einen Pol und kleiner oder größer als der Abstand zwischen
zwei ebenfalls am Spielzeugteil angebrachten, abwechselnd einschaltbaren, auf dem
oberen Blech oder einer der Warzen schleifenden punktförmigen Stromabnehmer für
den anderen Pol.
Die Erfindung soll an Hand des in den Fig. r bis
6 der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
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Fig. i zeigt eine als Fahrbahn dienende Plattform im Schnitt, Fig.2
die Ansicht einer vierteiligen Plattform von oben, Fig. 3 ein Einzelteil der Plattform,
Fig.4 den fahrbaren Spielzeugteil teilweise in der Ansicht, teilweise im Schnitt,
Fig. 5 den fahrbaren Spielzeugteil in der Ansicht von unten, Fig. 6 eine Schaltanlage
im fahrbaren Spielzeugteil in schematischer Darstellung: Gleiche Teile sind in allen
Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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Die Plattform i, die dem elektrischen Auto als Fahrbahn dient, hat
nach Fig. i ein oberes stromführendes Blech 2 und ein unteres, ebenfalls stromführendes
Blech 3, die beide durch eine Isolationsschicht 4 voneinander getrennt sind. Das
Blech 2 ist über einen Transformator an dem einen Pol des Netzes, das Blech 3 in
gleicher Weise an dem anderen Pol des Netzes angeschlossen. Das obere Blech 2 hat
gleichmäßig verteilte Aussparungen 5, durch die warzenartige Erhebungen 6 des Bleches
3 isoliert hindurchragen. Der Scheitelpunkt aller dieser Warzen liegt oberhalb der
Oberfläche des oberen Bleches 2. Die Plattform ist, wie aus Fig. 2 hervorgeht, aus
vier Teilen zusammengesetzt, die durch Verbindungsriegel 31 nach Fig.3 zusammengehalten
werden. Die Verbindungsriegel stellen gleichzeitig die elektrische Verbindung zwischen
den vier oberen Blechen her. Die unteren Bleche sind durch Bolzen? und entsprechende
Buchsen leitend verbunden. Das Spielzeugauto selbst besteht nach Fig.4 aus dem Gehäuse
8 und dem Bodenblech 9, an dem die Achsen io für die mit Gummireifen versehenen
Räder i i gelagert sind. An der hinteren Achse sind außerdem sowohl gegen die Achse
als auch gegeneinander isoliert drei Stromabnehmer 11, 12 und 13 drehbar gelagert,
von denen der Stromabnehmer i i eine große Schleiffläche 14 besitzt. Diese ist so
bemessen, daß sie immer mindestens auf einer der Warzen 6 schleift. Ihre Ausdehnung
muß daher in jeder Richtung der Schleifebene größer sein als der Abstand der benachbarten
Warzen 6 voneinander. Zu der Verbindungsleitung 30 von diesem Stromabnehmer
i i zum nicht dargestellten Motor des Spielzeuges ist nach Fig.6 eine Erregerwicklung
15 für den Elektromagneten 16 parallel geschaltet. Die beiden anderen Stromabnehmer
12 und 13 haben je eine punktförmige Schleiffläche 17 bzw. 18. Ihr Abstand voneinander
ist so bemessen, daß immer höchstens einer von ihnen über eine Warze 6 schleift,
in welcher Richtung auch das Auto fährt. Da bei gleichmäßiger Verteilung der Warzen
6 immer vier benachbarte Warzen die Ecken eines Quadrates bilden, muß der Abstand
der beiden punktförmigen Stromabnehmer 17 und 18 kleiner sein als die Seitenlänge
eines solchen Quadrates. Er kann auch größer sein als diese Seitenlänge, muß aber
dann kleiner oder größer sein als die Diagonale dieses Quadrats. In der Fig. 5 ist
der Abstand der beiden Stromabnehmer 12 und 13 größer als die Seitenlänge des Quadrats,
aber kleiner als dessen Diagonale. Von dem einen Stromabnehmer 12 mit punktförmiger
Schleiffläche 17 führt eine Leitung i9 zu dem festen Kontaktglied 2o und von dem
anderen Stromabnehmer 13 mit punktförmiger Schleiffläche 18 eine Leitung 21 zu dem
festen Kontaktglied 22. Diese festen Kontaktglieder 2o und 22 arbeiten mit beweglichen
Kontaktgliedern 23 und 24 zusammen, die auf dem zweiarmigen Hebel 25 angeordnet
sind. Der Hebel 25 ist mit dem Spielzeugmotor durch die Leitung 26 verbunden.
Der eine Hebelarm 27 bildet den Anker des Elektromagneten 16, während der andere
Arm 28 an einer Zugfeder 29 eingehängt ist.
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Das Spielzeug wird folgendermaßen betrieben: Schleift die punktförmige
Schleiffläche 17 des Stromabnehmers 12 auf dem oberen Blech 2, so ist der Stromkreis
vom Netz und Transformator über das untere Blech 3, mindestens eine der Warzen 6,
die Schleiffläche i4 des großflächigen Stromabnehmers i i, die Leitung 3o, den Motor
des Autos und zurück über die Leitung 26, den Hebelarm 27, Kontaktglied 2o und 23,
Leitung i9 zur punktförmigen Schleiffläche 17 des Stromabnehmers 12. oberes Blech
2 und Zuleitung zu dem Transformator und Netz geschlossen. Der Kontakt 2o bis 23
ist in diesem Fall geschlossen, da die Erregerwicklung 16 parallel zu dem genannten
Stromkreis geschaltet und damit ebenfalls am 'Netz liegt und der als Anker wirkende
Hebelarm 27 von dem Elektromagneten 16 entgegen der Wirkung der Zugfeder 29 angezogen
wird. Schleift nun die punktförmige Schleiffläche 17 des Stromabnehmers 12 bei der
Weiterfahrt des Autos über eine der Warzen 6, dann wird die Erregerwicklung 16 stromlos,
der Arm 28 des Hebels 25 durch Wirkung der Zugfeder 29 nach unten gezogen, wodurch
der Kontakt 22 bis 24 geschlossen und der Kontakt 2o bis 23 geöffnet wird. jetzt
ist der Stromkreis zwischen der Leitung 26 und dem oberen Blech 2 über den Kontakt
22 bis 24, Leitung 21 und punktförmiger Schleiffläche 18 des Stromabnehmers 13 geschlossen.
Da immer mindestens eine der punktförmigen Schleifflächen 17 und 18 auf dem oberen
Blech 2 schleift, ist in jeder Stellung des Autos der Motor an das Netz angeschlossen
und daher betriebsbereit.
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Durch die Erfindung ist es möglich, ein fahrbares elektrisches Spielzeug
ohne Schienen, Oberleitung oder flexible Leitung dauernd vom Netz aus anzutreiben.
Man kann es je nach dem Einschlag der Räder größere oder kleinere Kreise beschreiben
lassen. Wird ein bekanntes Fahrspielzeug verwendet, das beim Überfahren einer Tischkante
nicht hinunterfällt, sondern automatisch umwendet und weiterfährt, so ergibt sich
bei elektrischem Antrieb gemäß der Erfindung ein wesentlich erhöhter Spielreiz,
da das Spielzeug über längere Zeiträume ohne umständliches Aufziehen eines Federwerkes
betrieben werden kann und seine Bewegungsrichtung nach dem Erreichen der Tischkante
ständig
ändert. Werden Spielzeuge tnit einer beim Anstoß wirkenden Wendevorrichtung für
den elektrischen Antrieb nach der Erhrndtnig eingerichtet und gleichzeitig mehrere
Spielzeuge eingesetzt, so wirkt (las Spiel durch die erfolgenden Zusammenstöße und
anschließenden Wendungen noch interessanter. Beim Betrieb solcher Wendespielzeuge
läßt sich durch Erhöhen oder Erniedrigen der Betriebsspannung durch den Spielzeugtransformator
außerdem noch erreichen, daß sie nicht nur schneller und langsamer fahren, sondern
daß durch plötzliches Schalten auf erhöhte Spannung auf die Lenkung des Fahrspielzeuges
während der freien Vorwärtsfahrt ein Schwenkmoment ausgeübt werden kann und dadurch
Umkehrungen und Wendungen erzielt werden. Wird der Transformator mit der elektrischen
Plattform durch eine längere Zuleitung verbunden und in einiger Entfernung bedient,
so entsteht der Eindruck, daß das Spielzeug ferngesteuert wird.