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Deutsche Schachtbau- und Tiefbohr-Gesellschaft m. b. H., Mülheim/Ruhr
Bei der Herstellung von Schächten, Strecken oder anderen Hohlräumen im festen Gestein
wird eün wesentlicher Teil des Zeitaufwandes nicht für das eigentliche Bohren der
Sprenglöcher verbraucht, sondern für (las Hinschaffen der Einzelteile der Bohreinrichtung
an den Bohrort, das Zusammensetzen der Geräte, ihr Anschluß an die Betriebsmittel
(Druckluft. Wasser, elektrischer Strom) nach Herstellung der Sprenglöcher für das
Lösen der Anschlüsse, Zerlegen der Geräte und Zurückschaffen und Lagern an einem
durch die Sprengung nicht mehr gefährdeten Platz. Diese zusätzliche Arbeitszeit
für den Zusammenbau und Abbau der Bohrgeräte muß arbeitstäglich so oft aufgewendet
werden als gebohrt wird. Aus der Art des Betriebes ergibt sich, daß die vom Bohrort
zurückgebrachten Geräte nicht immer ein«vandfrei gelagert werden, so <laß dadurch
Verschimitzungen und Beschädigungen der Geräte und des Zubehörs eintreten oder Einzelteile
gar verlorengehen können.
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Um den Zeitaufwand für den Transport, den Zusammenbau, den Abbau und
die sachgemäße Lagerung der Bohreinrichtung und für das Aufstellen der Gerüste zum
Bohren abzukürzen, sind Bohrwagen gebaut «-orden, die jedoch mit dem Nachteil behaftet
sind, daß ihre Unterbringung in dein engen Streckenquerschnitt schwierig ist. Auch
der Einsatz von gitterwerksartig ausgebildeten Bohrgestellen vermochte die erwähnten
Nachteile bei der bisherigen Arbeitsweise nicht oder nur zum Teil zti beheben, da
die störenden Nebenarbeiten zwar herabgemindert wurden, aber zusätzliche Arbeiten
in Kauf genommen Nverden mußten.
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Die gesamte Bohrarbeit erheblich abzukürzen und die erwähnten Mängel
zu beseitigen, ist das Ziel der vorliegenden Erfindung, die sowohl beim
Betrieb
von Strecken als auch beim Abteufen von Schächten sowie überhaupt bei der Herstellung
von Bohrlöchern im Gestein mit einer Mehrzahl von Bohrgeräten Anwendung finden kann
und darin besteht, daß auf einem besonderen Hilfsgerät sich Verteiler für die Betriebsmittel
befinden, an die die Bohrgeräte in betriebsbereitem Zustand dauernd angeschlossen
bleiben können, und das Hilfsgerät samt den darauf abgelegten Geräten von und zur
Einsatzstelle vierfahrbar ist. Bei der Benutzung im Schachtbau ist das Hilfsgerät
im Schacht heb-und senkbar, beim Streckenvortrieb wird es in der Strecke vor- und
zurückgefahren.
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Eine oder mehrere für das Arbeiten mit Bohrwerkzeugen geeignete Bühnen
sind mit dem Bohrhilfsgerät fest, gegebenenfalls verstellbar verbunden oder bilden
einen Teil desselben. Auch Mittel zum Abstützen und Festklemmen von Bohreinrichtungen
während des Betriebes können an dem Gerät angebracht werden.
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Sollen die Bohrwerkzeuge zum Einsatz kommen, so wird das Hilfsgerät
mit den darauf befindlichen Geräten, die mittels genügend langer Leitungen an die
Betriebsmittelverteiler dauernd angeschlossen sind, an den Bohrort gebracht, wo
nur jeder Verteiler an die Hauptzufuhrleitung des betreffenden Betriebsmittels,
wie Druckluft, Wasser angeschlossen wird, worauf sogleich jeder Bedienungsmann sein
Gerät, beispielsweise den Bohrhammer, nehmen und die Arbeit beginnen kann. Da das
Hilfsgerät bis unmittelbar vor das zu bohrende Gestein gefahren wird, so brauchen
die Druckmittelleitungen nur eine solche Länge zu haben, um den Einsatz in beliebiger
Stellung zu gestatten. Nach Bohren der Löcher werden die Bohrer einfach auf dem
Hilfsgerät abgelegt, wobei natürlich besondere, den Bohrgeräten angepaßteAuflager
vorgesehen werden können, der Anschluß jedes Gerätes an den Verteiler bleibt bestehen,
nur die Hauptzufuhrleitungen werden abgekuppelt und das Hilfsgerät alsdann entfernt.
Auf diesem bleibt die gesamte Bohreinrichtung in der ganzen Zwischenzeit ordnungsgemäß
gelagert, gegen Verschmutzung und Verlieren geschützt.
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Bei der Verwendung im Streckenbetrieb ergibt sich der große Vorteil,
daß das Hilfsgerät auf einem Förderwagen oder auf einer anderen, auf der gleichen
Spur laufenden Fahreinrichtung verfahren werden kann, so daß insbesondere das Verfahren
und der Betrieb des Ladegerätes dadurch nicht beeinträchtigt wird. Man kann auch
bei Verwendung von Ladewagen diese für den Transport des Hilfsgerätes mitsamt den
darauf abgelegten Bohrern benutzen. Am einfachsten ist die Benutzung eines Förderwagens,
auf den das Hilfsgerät sicher aufgesetzt, zur Einsatzstelle gebracht werden kann,
und von dem es unter Freigabe der Fahrbahn gegen die Firste hochgezogen werden kann,
um bei erneuterri Bedarf wieder heruntergelassen zu werden. Die hierzu benötigte
Winde oder Winden werden zweckmäßig auf dem Hilfsgerät selbst angeordnet. An einer
mit dem Hilfsgerät fest oder verstellbar verbundenen Bühne können auch Mittel zur
Anbringung von Bohrsäulen vorgesehen sein. Das Hilfsgerät ermöglicht eine bessere
Verwendung dieser Säulen, da der Transport und die Aufstellung ganz erheblich vereinfacht
werden. Der Wagen, auf den das Hilfsgerät beispielsweise durch Führungen unverschieblich
aufgesetzt ist, kann in der Stellung vor dem Bohrort an der Fördergleisanlage blockiert
werden, wozu das Windwerk benutzt werden kann.
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Auf der Zeichnung ist das erfindungsgemäße Bohrhilfsgerät in einer
beispielsweisen Ausführungsform dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Seitenansicht
des Gerätes, Abb. 2 einen Grundriß ; Abb. 3 ist ein waagerechter Schnitt entsprechend
der Schnittlinie III-III der Abb. 2.
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Das Hilfsgerät besteht aus den als T-Eisen ausgebildeten Querträgern
1, 2, 3 und den Längsmulden 4 und 5. Auf den Konsolen i i sind die rohrförmigen
Längsträger 12 aufgesetzt, die die Bühne 13 tragen. Auf die Querträger 1, 2 und
3 aufgelegt ist ein Holzbelag 6. 7 ist der Verteiler für Druckluft, 8 der Verteiler
für das Wasser. Für beide Medien sind Anschlüsse 9 vorgesehen, die mit den entsprechenden
Zufuhrleitungen beim Einsatz der Bohrgeräte in Verbindung gebracht und vor Zurückfahren
des Hilfsgerätes wieder gelöst werden. io sind die Anschlüsse für die Betriebsmittel,
an die die Leitungen, die zu den einzelnen Bohrgeräten führen, dauernd angeschlossen
bleiben. Auf dem Gerät können besondere Auflager für die einzelnen dort abgelegten
Teile vorgesehen sein. Die seitlichen Mulden können zum Auflegen der Bohrer, Bohrsäulen,
Stützen usw., der Holzbelag zur Aufnahme der Bohrhämmer des Kleingerätes usw. dienen.
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Das ganze Hilfsgerät wird auf den auf den Gleisen 16 laufenden Förderwagen
17 aufgesetzt. Eine auf der Zeichnung nicht näher dargestellte unverschiebliche
Verbindung kann etwa dadurch geschaffen werden, daß Führungen an dem Hilfsgerät
den Wagenrand fassen. An dem Hilfsgerät befinden sich eine oder zwei Winden 15,
mit denen das Hilfsgerät sowohl hochgezogen wie verankert werden kann. Auf der Zeichnung
ist noch angedeutet, wie eine Bohrsäule 14 an einem der Längsträger 12, beispielsweise
mittels einer Keilklemme befestigt, angeordnet sein kann.