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Vorrichtung zum seitlichen Verfahren eines Kraftfahrzeuges Wenn Kraftwagen
(licht hintereinander stehen, wie es in den Straken <lci- Grollst:idte und auf
Parkpliitzeil üblich ist, gelingt es einen( Wagest kaum oder mir selii- schwer,
atis der Reihe herausztlkoilimeil oder in chic vcirlian<lene Lücke, die gerade
der Liinge des Wagens entspricht, hineinzufahren. Oftmals ist <lies titimiiglich,
oder aber es siii<i, wenn iiberliaupt noch c,twas Spielraum ist, eitle grolle
Allzahl voll Rangierbewe-
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gungen nötig, uni hach langen `'ersuchen den \\'agen endlich so( weit
zu Haben, dafl er aus der Reibe heraus- oder in diese hineinfahren kann. Sind gar
zwei oder mehrere keilten von Kraftwagen nel>eneinailder. wie <-: auf den Parklil<itzen
vorklimmt, so ist oft alle N-fühe umsonst, und es gilt, so lange zu warten, his
sich die Gelegenheit zum 1leraus- oder flitieinarbeiten bietet. ,111e diese Manipulationen
erfordern viel Zeit, Geduld und Geschicklichkeit, und trotzdem sind 13eschädigungrn
aii den Kraftwagen und der damit verbundene :@i-ger nicht zti vermeiden.
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('in iiuii iii solchem halle das Hinein- oder Ileratisfalii-eii zu
erini>glichen, besteht die Erfindung in einer "hralisportvorrichtung, mittels der
es erreicht wird, dafl der Wagen seitlich, also rechtwinklig zu seiner Langsachse,
bewegt werden kann.
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I)er Erhildtingsgegenstand ist in der Zeichnung in eiiiein _@usführungslleislüel
veranschaulicht in
Fig. i ist in einem Querschnitt des Wagens der
"Zustand der I'ransportvörrichtung dargestellt, wie er in der normalen Ruhelage
aussieht;
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Fig. 2 ist der gleiche Querschnitt veranschaulicht, wenn die Transportvorrichtung
in Tätigkeit getreten ist und der Wagen vom Boden abgehoben ist, also nicht mehr
auf den Rädern steht, sondern auf der Transportvorrichtung ruht;
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Fig.3 ist die Draufsicht auf die Transportvorrichtung dargestellt;
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Fig.4 ist ein Längsschnitt eines Kraftwagens dargestellt, der die
Anordnung der Transportvorrichtung zeigt. Der Wagen ruht auf dem Transportband und
ist vorn Boden abgehoben. Fig.4 zeigt ferner strichpunktiert ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit zwei Transportbändern.
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Bei dein dargestellten Ausführungsbeispiel ist in der Mitte des Wagens
ein endloses Transportband k, etwa ähnlich wie die der Raupenschlepper, jedoch in
leichterer Ausführung angebracht, das mit seiner Längsachse rechtwinklig zur Längsachse
des Wagens angeordnet ist. Dieses Transportband k, das in seiner normalen Ruhelage
A B C D
(£'ig. i) so ausgebildet ist, daß die untere Fläche etwa 2o cm über
dem Boden liegt, um die erforderliche Bodenfreiheit einzuhalten, ist durch eine
Konstruktion u (Fig.3), die je nach dem Bau des Wagenuntergestells verschieden sein
kann und diesein angepaßt sein muß, mit dem Wagengestell verbunden, so daß der `Vagen
nach dem Anheben auf diesem Transportband ruhen kann. Das Transportband k wird in
seiner Ruhelage durch die Federn f1 bis f4 (Fig. i und 3) in seiner gestreckten
Form A B L 1) gehalten.
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Soll nun der Wagen mit Hilfe des Transportbandes k gehoben werden,
so wird das Transportband aus der Stellung A B C D in die Stellung E
F (r Il (Fig. 2) gebracht. Die Lage der Punkte E und f# ist so zu wählen,
daß die Länge des Transportbandes in der Lage A B C D gleich der Länge EFG1-1
ist.
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lm vorliegenden Falle dienen hydraulische Zylinder z1 bis z4 (Fig.
i bis 4) dazu, das Transportland aus der Lage A B C D in die Lage
E F G H
zu bringen. Diese Zylinder sind Oldruckzylinder, die mit einem Öldruckbehälter
o (Fig.4) in Verbindung stehen, der sich in der Nähe des Motors m befindet und durch
diesen auf die erforderliche Atüzahl gebracht wird. Bei manchen Wagenkonstruktionen
wird es möglich sein, diesen Öldruckbehälter gleichzeitig für die Öldruckbremsen
zu benutzen.
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hie :Betätigung für die Druckübertragung von dein Oldruckbehälter
zu den Hul)zylindern geschieht vom :Armaturenbrett aus.
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Sobald nun die Zylinder z mit dem Öldruckhehälter in Verbindung stehen
und der Öldruck wirksam wird, schieben sich die teleskopartig ineinandergeschobenen
Zylinderkolben p (Fig. 2 un(l .I) nach unten aus den Zylindern heraus und drücken
das Transportband k in die Stellung F F (11 (Fig. 2 und 4), und -zwar so
lange, bis der Walren mit allen Rädern einige Zentimeter vorn Boden entfernt ist.
Nunmehr ruht der Wagen nicht mehr auf seinen vier Rädern, sondern auf dem Transportband
k, das mit seiner Fläche G H G' H'
(Fig. 3) das Gewicht des Wagens auf den
Untergrund überträgt. Die Größe der Fläche G H G' H'
ist zweckmäßig so zu
wählen, daß die Belastung des Untergrundes nicht über i kg/qcm beträgt, damit die
Vorrichtung auch noch bei nicht guter Beschaffenheit der Straße oder des Parkplatzes
benutzt werden kann.
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Die Federn f1 bis f4 sind in ihrer Stärke so zu wählen, daß sie sich
einerseits unter dem Druck der Zylinder z von .g nach E (Fig. 2) und von 13 nach
F (Fig.2) zusammendrücken lassen und anderseits nach dem Ablassen des Drucks aus
den Zylindern z das Transportband 1, wieder in seine Ausgangslage
A B C D streiken können, so daß die Bodenfreiheit wiederhergestellt ist.
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Die Handhabung der Vorrichtung ist folgende, wobei darauf hingewiesen
wird, daß der Fahrer alle Griffe, die für das Seitlichfahren nötig sind, von seinem
Sitz aus erledigen kann:
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Zunächst wird der Öldruck in die Zylinder z eingelassen, wodurch das
Transportband k in die Stellung E F G H heruntergelassen und der Wagen auf
diese Weise vom Boden abgehoben wird. Sodann wird das in zahnartige Klauen des Transportbandes
k eingreifende Zahnrad r (Fig. 2) durch den Schalthebel s (Fig. 4) in das Ritzel
t (Fig. i und 3), das auf der Antriebswelle w sitzt, eingerückt und nunmehr der
Motor eingeschaltet. Mit dem kleinsten Vorwärtsgang wird die Seitenbewegung nach
der einen und mit dem Rückwärtsgang die Seitenbewegung nach der anderen Seite ausgeführt.
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Sobald der Wagen weit genug seitlich verfahren ist, wird der Motor
wieder ausgeschaltet, das Zahnrad r wieder eingerückt und der Öldruck abgelassen,
wodurch das Transportband k mit Hilfe der Federn f1 bis f4 wieder in seine Ausgangsstellung
A B C D gebracht wird. Der Wagen hat sich wieder so weit gesenkt, daß er
auf seinen Rädern steht und ist nun wieder zum Fahren in seiner Längsachse bereit.
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Obwohl im vorstehenden die Betätigung des Transportbandes durch hydraulische
Mittel (Öldruckzylinder) dargestellt ist, ist ohne weiteres klar, daß die Erfindung
sich auch auf solche Fälle erstreckt, wo statt der hydraulischen Mittel andere,
etwa mechanische oder elektrische, angewendet werden.
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An Stelle des in dem vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel dargestellten
einzelnen Transportbandes, das in der Mitte des Wagens angeordnet ist, können auch
mehrere derartige Transportbänder, oftmals sogar mit Vorteil, zur Anwendung kommen,
wie dies etwa mit zwei solchen Bändern k' und k" in Fig. 4 strichpunktiert dargestellt
ist. Die Breite dieser Bänder kann natürlich geringer sein als die des Einzelbandes,
was bei der Unterbringung der Vorrichtung manchmal von Vorteil sein kann. Im übrigen
gelten alle Angaben, die für das Einzelband in dein vorbeschriebenen
Ausführungsl>eispicl
gemacht sind, sinngemäß auch für die zwei oder mehr T raiisportbäiider, nur, daß
es iti diesem Falle genügen wird, die "Zahl der Hubzylinder zu verringern.
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1?s.ist selbstverst@itidlich, daß für jedes derartige Band ein besonderes
Aiitriebsritzel aimiordnen ist, (las durch je einen besonderen oder einen kombinierten
Schaltlielml eiii- und ausgerückt werden kann.
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Bei der Verwendung mehrerer Transportbänder kann es zweckm:iliig sein.
die Antriebe so zu tretmeii. (lall sowohl beide 1)';inder gemeinsam, als auch jedes
Hand für sich allein verwen(let werden kann. Gegebetmifalls kaiirr auch nur ein
Band vorn oder liiiiteu angeordnet werden, wodurch dann zwar keine Seitetil)ewe(,titig
rechtwinklig zur Längsachse des Wagens, wohl aller eiii Schwenken des Wagens tim
die Hinter- oder Vorderr:ider als Dreliputikt vorgenrnnmen werden katiti.
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1)ie beschriebene Transportvorrichtung kann nebenher auch als Wagenheber,
etwa zum Auswechseln von R:i<lern. :\bschtnieren, Reparaturen am Untergestell
usw., verwen(let werden.
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:@ul,ier(lem kann die Transportvorrichtung wertvolle Dienste leisten,
weiiti der Kraftwagen vor einem Ilincleriiis steht, z. 13. Schneehaufen, Sand oller
Steine, weiche Stelle lies Untergrundes tisw., oder sich auf einer Stral.ie in einer
alten Fahrrinne befindet, aus der er heraus ni(*')clite und noch ä linliche andere
Situationen, wie z. 13. Zusammenstiil.ie usw. ln allen solchen Rillen wird die Transportvorrichtung
dazu dienen kiinnen, den Kraftwagen aus seiner unangenehmen Lage durch Seitlichfahren
zu befreien und ihn wieder flott zu machen.