DE78671C - Verfahren zur Erzeugung und Fixirung farbiger Muster auf Baumwolle mit andersfarbigem Grund - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung und Fixirung farbiger Muster auf Baumwolle mit andersfarbigem Grund

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DE78671C
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A. P. WORKS, North Adams, Grfsch. Berkshire, Staat Mass., V. St. A
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P5/00Other features in dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form
    • D06P5/12Reserving parts of the material before dyeing or printing ; Locally decreasing dye affinity by chemical means

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Grund.
Die Erfindung bezieht sich auf Neuerungen bei dem Verfahren, bei baumwollenen Stoffen auf einem bereits vorhandenen Grund andersfarbige Muster zu erzeugen.
Bisher wurden nur ungenügende Ergebnisse erhalten, wenn farbige Muster auf einem andersfarbigen Grund aufgedruckt wurden, und zwar sowohl bei dem Pigmentverfahren als auch beim Drucken mit Anilinfarben. Entweder verloren die Farben hierbei an Reinheit und Glanz oder an Dauerhaftigkeit. Durch das neue Verfahren hingegen werden diese Uebelstä'nde vollständig vermieden, und es können mit Leichtigkeit auf dunklem und hellem Grund die verschiedensten Muster in den verschiedensten Farben und Nuancen erhalten werden.
Die einzelnen Phasen des Verfahrens sind folgende:
ι. Klotzen von Baumwollzeug mit einer adstringirenden Gerbsäure-Lösung und nachfolgendes Trocknen.
2. Durchziehen des Materials durch eine Lösung von Antimonsalz in Wasser, Auswaschen und Trocknen.
3. Herstellung des eigentlichen Grundes durch geeignete Beizen, beispielsweise für einen rothen Grund durch Aufklotzen von Aluminiumacetat auf die ganze Fläche, entweder auf beide Seiten oder auch nur auf eine Seite, und Trocknen bei niedriger Temperatur.
4. Aufdrucken der gewünschten Muster vermittelst verdünnter Lösungen geeigneter Anilinfarben in wasserlöslichen organischen Säuren unter Zusatz von Klebmitteln, Dämpfen, Behandeln im Kuhkothbad und Reinigen.
5. Färben mit Alizarin, Waschen, Reinigen und Beendigen des Processes in gewöhnlicher Weise.
Als Farbstoffe für den Untergrund verwendet man in bisher üblicher Weise Alizarin oder andere geeignete Farbstoffe, als Beizmittel für dieselben die essigsauren Aluminium-, Chrom- und Eisensalze oder andere essigsaure Salze, oder die Sulfocyanide oder basischen Sulfate dieser Metalle, oder auch mehrere gleichzeitig. Auf das gebeizte Material wird der Farbstoff zusammen mit einer Verbindung aufgedruckt, welche die entstehenden gerbsauren Salze löst, wie Citronensäure, Weinsäure oder ein Alkalisalz oder ein Ammoniumsalz dieser Säuren. Die Alkalisalze der organischen Säuren sind hierbei den freien Säuren in ihrer Wirkung gleichwerthig. Nach dem Dämpfen wird das Material im Kuhkothbad behandelt, ausgewaschen, mit Alizarin oder einem anderen Farbstoff gefärbt, um den farbigen Grund zu erzeugen, und wie gewöhnlich ausgewaschen.
Als Farbstoff für die aufzudruckenden Muster verwendet man einen der später aufgezählten Anilinfarbstoffe, beispielsweise Methylenblau^ und als Beizmittel ein gerbsaures Salz, beispielsweise gerbsaures Antimon.
Ein concretes Beispiel· für diese Methode ist folgende Ausführungsart:
1. der baumwollene Stoff wird mit einer Lösung von 42 bis 56 g Gerbsäure in je 4,5 1 Wasser behandelt und hierauf getrocknet;
2. man läfst das Material durch eine Lösung gehen, welche ungefähr 56 g Antimonsalz auf 4,5 1 Wasser enthalt, wäscht und trocknet;
3. für einen z. B. rothen Grund wird mit essigsaurer Thonerde geklotzt und getrocknet (am besten bei niedriger Temperatur);
4. die gewünschten Muster werden mit einer Mischung von circa 1,3 1 Anilinfarbstofflösung aufgedruckt, welche z. B. aus 450 g Methylenblau , welches in 4,5 1 Essigsäure gelöst ist, und aus einem Lösungsmittel für das entstandene gerbsaure Salz besteht, welches aus 4,5 1 Wasser, 1,8 kg Gummi, 450 g Stärke und 1,8 kg Citronensäure zusammengesetzt ist; dann wird gedämpft, im Kuhkothbad behandelt und gewaschen;
5. man färbt mit Alizarin, wäscht und behandelt in der gewöhnlichen Weise weiter.
Die Beizen für die Anilinfarbstoffe und die anderen Farbstoffe, welche den farbigen Grund bestimmen, gelangen am besten zur Verwendung, ehe die betreffenden Farbstoffe benutzt werden, und man wendet die Bestandtheile der Beize für Anilinfarbstoffe nach und nach in verschiedener Reihenfolge an.
Unter der grofsen Anzahl von Anilinfarbstoffen, welche an Stelle des oben erwähnten Methylenblaus verwendet werden können und welche im Gegensatze zu den neutralen und sauren, aus dem Steinkohlentheer. erhaltenen Farben die basischen Anilinfarben genannt werden, sind beispielsweise die folgenden zu nennen:
Für blaue Farben:
Thioninblau, Toluidinblau, Meldolablau, Muscarin (Muscarinblau), Baselerblau, Nilblau, Capriblau, Indazinblau, Metaphenylenblau, Paraphenylenblau, Indaminblau, Victoriablau, Nachtblau.
Für rothe Farben:
Safranin, Toluylenroth, Acridinroth, Pyronin, Magentaroth oder Fuchsin (Hydrochlorat, Acetat, Sulfat oder Oxalat des Rosanilins), Rhodamin, Auramin, Thioflavin, Chrysoidin, Bismarckbraun, Phosphin, Benzoflavin, Acridingelb, Alizaringelb, Trioxybenzophenon, Gallacetophenon, Metanitrobenzolazosalicylsäure, Paranitrobenzolazosalicylsäure, Alizarinorange.
Für grüne Farben:
Malachitgrün, Methylgrün, Jodgrün (Doppelsalz von Zinkchlorid und Chlormefhylhexamethylrosanilinhydrochlorat), Azingrün, Brillantgrün.
Für violette Farben:
Methylviolett (Pentamethylbenzylpararosanilinhydrochloraf), Krystallviolett, Hoffmann's Violett, Reginaviolett, Mauve oder Mauvei'n, Prune (Gallocyaninmethyläther), Paraphenylenviolett, Indaminviolett.
Obgleich Zinnsalze und andere geeignete Metallsalze an Stelle des Antimons mit dem adstringirenden Mittel zusammen als Beize für irgend eine der oben genannten Anilinfarben verwendet werden können, so entspricht doch von allen gerbsauren Metallsalzen das Antimontannat dem vorliegenden Zwecke am meisten. Es ist besonders aus dem Grunde geeignet, weil es eine chemische Verwandtschaft zu den sogenannten sauren Farben, welche zur Erzeugung des Farbuntergrundes benutzt werden können, nicht hat, und aufserdem können weinsaures Antimonoxydkali oder andere Metallsalze, wie beispielsweise die Chloride von Ammoniak und Antimon, antimonsaures Natron, Chlorantimon, Antimonbutter oder oxalsaures Kali und oxalsaures Antimon verwendet werden.
Unter den künstlichen Farbstoffen können aufser dem Alizarin, welches zur Herstellung des Farbgrundes benutzt werden kann, folgende Farbstoffe in analoger Weise verwendet werden: Anthrapurpurin, Flavopurpurin, Alizarinorange, Alizarinbraun, Alizarinschwarz, Russisqh Grün (Dinitroresorcin), Alizaringelb A und C G, Coerule'in, Alizarin-Bordeaux, Galloflavin, sowie auch fast sämmtliche Farbstoffe, welche natürlichen (pflanzlichen oder thierischen) Ursprunges sind, wie Blauholz, Limaholz, Sandelholz, Krapp (und die Bestandtheile der Krappfarbe), Cochenille, Gelbholz, Quercitronrinde, persische Gelbbeeren und dergl.
Als Beizmittel für diese Farbstoffe können an Stelle der essigsauren Thonerde u. s. w. die Oxydhydrate von Thonerde, Chrom, Eisen, Zinn oder Nickel angewendet werden. Die Mengenverhältnisse der in dem obigen speciellen Ausführungsbeispiele angeführten Ingredienzien können auch bei Anwendung der genannten Farben und Beizmittel eingehalten werden.
Wenn Chrom als Beizmittel für den Farbstoff verwendet wird, so kann als Lösungs- «mittel in Verbindung mit der Anilinfarbe am zweckmäfsigsten etwa folgende Zusammensetzung gewählt werden:
1,8 kg Citronensäure, 1,91 Wasser, aufgelöst und mit einer Aetznatronlösung vom specifischen Gewicht 1,5 neutralisirt. Von dieser concentrirten Lösung von citronensaurem Natron werden 1,9 1 mit 1,8 kg Gummiarabicum-Surrogat in 1,9 1 Wasser gelöst. Das erhaltene Product wird mit der Lösung des Anilinfarbstoffes in dem oben angegebenen Verhältnifs gemischt.
Bezüglich der einzelnen, das vorstehend angegebene Verfahren bildenden Operationen wird
bemerkt, dafs sowohl die Anwendung von gerbsaurem Antimon u. s. w. als Beize für basische Anilinfarbstoife als auch die Benutzung von essigsaurem Aluminium als Beize für Alizarin an sich bekannt sind. Desgleichen wird das Fixiren der Farbstoffe durch Dämpfen als bekannt vorausgesetzt (siehe beispielsweise Sansone, Zeugdruck, S. 151 u. f.). Auch die Anwendung von Citronensäure als Lösungsmittel für als Beizmittel dienende Metallsalze, wie Aluminiumacetat, Chromacetat u. s. w., ist in der Baumwollfärberei allgemein bekannt und ihre Wirkung ist bei dieser Färberei genau dieselbe wie bei dem vorliegenden Verfahren.
Als neu und wesentlich ist daher lediglich die Verbindung der einzelnen Operationen zu einem Gesammtverfahren anzusehen, dessen Ausführungsarten allerdings innerhalb der im Vorstehenden angegebenen Grenzen verschieden sein können.
Im Nachstehenden sind abgeänderte Verfahren beschrieben.
Das Material wird mit Gerbsäure behandelt und getrocknet; es wird mit. essigsaurer Thonerde geklotzt und getrocknet; es wird Anilinfarbstoff aufgedruckt und erst später mit Antimonsalz behandelt u. s. w., oder es wird mit Gerbsäure und essigsaurer Thonerde in einem Lösungsmittel für die dabei entstehende gerbsaure Thonerde behandelt und getrocknet, dann wird mit Antimonsalz behandelt und getrocknet, endlich wird . Anilinfarbstoff aufgedruckt, gedämpft, im Kuhkothbad behandelt und gefärbt.
Oder das Material wird mit Gerbsäure und essigsaurer Thonerde oder einem anderen Salz der Essigsäure in Verbindung mit einem Lösungsmittel für das entstehende gerbsaure Salz behandelt, mit einem Anilinfarbstoff, organischer Säure und Antimonsalz bedruckt, gedämpft u. s. w.
Wenn bei diesen beiden Ausführimgsarten das essigsaure Aluminium und die Gerbsäure in Lösung zusammengebracht werden, so entsteht unlösliches gerbsaures Aluminium, und die zugesetzte Essigsäure löst dieses gerbsaure Aluminium wieder auf, so dafs es von der Baumwolle aufgenommen und zur Fixirung der nachher aufzudruckenden Farben festgehalten wird.
Diese Verfahren können noch weiter abgeändert werden. Es werden dabei ungefähr dieselben Gewichtsmengen der einzelnen Substanzen angewendet, wie es oben angegeben ist, und es kommen ungefähr 120 g Essigsäure als Lösungsmittel für die gebildete gerbsaure Thonerde oder die sonstige Gerbsäure zur Benutzung.
Bei diesen abgeänderten Verfahren wird das Material mit den Beizen entweder eher als mit den zu fixirenden Farbstoffen oder derart behandelt, dafs einer der Bestandtheile der Beize für den Farbstoff gleichzeitig mit dem Farbstoff benutzt, der andere Bestandtheil aber bereits vorher angewendet wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zur Erzeugung und Fixirung farbiger Muster auf Baumwolle mit andersfarbigem Grunde mittels Farbstoffe, welche, wie basische Anilinfarben, chemische Verwandtschaft zu gerbsauren Salzen, wie gerbsaurem Antimon oder gerbsaurem Zinn, besitzen, darin bestehend, dafs man die Baumwolle
    a) zunächst mit gerbsaurem Antimon oder Zinn und einem metallischen Beizmittel für die Grundfarbe, wie Aluminiumacetat oder -Hydroxyd behandelt;
    b) auf das so gebeizte Material die durch das gerbsaure Metallsalz zu fixirenden basischen Anilinfarben im Gemisch mit einer die Beizen lösenden organischen Säure aufdruckt;
    c) mit Dampf behandelt und wäscht und endlich
    d) mit Beizen-Farbstoffen zur Erzeugung des Grundes färbt.
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