DE77124C - Verfahren zur Herstellung eines die Entfernung und Neubildung von Kesselstein bewirkenden bezw. verhütenden Extractes aus gerbstoffhalttgen Materialien - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines die Entfernung und Neubildung von Kesselstein bewirkenden bezw. verhütenden Extractes aus gerbstoffhalttgen Materialien

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DE77124C
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Germany
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contraceptive
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extracts
removal
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DENDAT77124D
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O. lauffer in Berlin S., Luisenufer 45
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F5/00Softening water; Preventing scale; Adding scale preventatives or scale removers to water, e.g. adding sequestering agents
    • C02F5/08Treatment of water with complexing chemicals or other solubilising agents for softening, scale prevention or scale removal, e.g. adding sequestering agents
    • C02F5/10Treatment of water with complexing chemicals or other solubilising agents for softening, scale prevention or scale removal, e.g. adding sequestering agents using organic substances

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
OSKAR LAUFFER in BERLIN.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. Juli i8g3 ab.
Zur Entfernung und zur Verhinderung der Neubildung, von Kesselstein giebt man dem Kesselwasser einen Extract zu, der ungefähr einen Gehalt von 24 pCt. Gerbstoff in vollständig aufgeschlossener, d. h. hydroxylirter ; Form besitzt, und welcher in nachfolgend ; beschriebener Weise hergestellt wird.
Die Verwendung von gerbstoffhaltigen Materialien oder in weiterem Sinne von vergohrenen Pflanzenextracten zur Beseitigung des Kesselsteins ist bereits mehrfach versucht worden. Die Bemühungen sind jedoch erfolglos geblieben, weil als Ausgangsmaterial der rohe Gerbstoff benutzt wurde und aus demselben sich durch blofse Gährung keine Substanzen herstellen lassen, welche die erforderlichen Eigenschaften zur Abscheidung von Kalk- und Magnesiasalzen besitzen. Aufserdem konnten hierbei sogar solche Körper entstehen, welche eine Schädigung der Metallteile des Kessels hervorrufen.
: Im Gegensatz hierzu wird nach vorliegender Erfindung ein Material verwendet, welches als Derivat des Gerbstoffes, entstanden durch reichliche Anlagerung von Hydroxylgruppen, betrachtet werden mufs, und welches für sich eine vollkommen neue und bisher nirgends beschriebene Substanz darstellt. Diese neuen hydroxylirten Gerbstoffe bilden nunmehr ein
ν ausgezeichnetes Mittel zur Verhinderung der : Bildung von Kesselstein; um dieselben herzu-
. stellen, kann man, ausgehend von gewöhnlichen gerbstoffhaltigen Materialien, zwei Wege ein-
; schlagen, nämlich:
ι. Kochen mit Ammoniak und nachfolgende Vergährung, und
2. Erhitzen mit hochgespannten Wasserdämpfen und ebenfalls darauffolgende Vergährung.
Bei Anwendung der ersten Methode setzt man zu je 100 kg rohem Gerbstoffextract ι kg. Ammoniaklösung von 25 pCt, und zwar nachdem man das gerbstoff haltige Material bereits 1 bis 2 Stunden mit Wasser gekocht hat. Die Zeitdauer der Kochung richtet sich nach der Natur des angewendeten Rohmaterials. An Stelle von Ammoniaklösung läfst sich mit gleichem Erfolge eine solche von Ammoniumcarbonat gleicher Concentration verwenden.
Die so erhaltene Lösung wird durch Kollertücher gegossen und zur Entfernung aller fein vertheilten, aufgeschlemmten Theilchen in Filterpressen geklärt und nachher auf 30 B. verdünnt, falls man nicht die Kochung schon so geleitet hat, dafs dieselbe Concentration erzielt ist. Die Lösung wird nun rasch auf 300C. gebracht und mit etwas faulendem Käse versetzt, an dessen Stelle bei den nachfolgenden Portionen der Gährungsrückstand der vorangegangenen verwendet werden kann.
Nach einiger Zeit, in der Regel nach 1 bis 2 Tagen, beginnt der Extract in Gährung überzugehen, wobei zunächst alle zuckerartigen Stoffe und wegen der Milchsäuregährung auch die stickstoffhaltigen zerstört werden. Die im Extract vorhandenen Glycoside und schleimartigen Körper zerfallen hierbei in Zuckerarten, welche ebenfalls zerstört werden, und in Salze von gerbstoffartigen Verbindungen, die
sich durch einen grofsen Reichthum an Hydroxylgruppen auszeichnen. Diese Verbindungen besitzen nunmehr eine eminente Wirksamkeit zur Beseitigung des Kesselsteins. Um die Spaltung mit Ammoniak zu vermeiden, kann man den zweiten Weg einschlagen und die Rohmaterialien bei zwei Atmosphären Dampfdruck eine Stunde lang kochen, dann verdünnen und vergähren lassen, wobei wiederum ein Procefs durchgreifender Hydratisation stattfindet und die gleichen eigenthümlichen Hydroxylderivate des Gerbstoffes entstehen.

Claims (1)

  1. Pa tent-Anspruch:
    Die Herstellung eines die Entfernung und Neubildung von Kesselstein bewirkenden bezw. verhütenden Extractes, welcher ca. 24 pCt. Gerbstoff in aufgeschlossener, hydroxylirter Form enthält, in der Weise, dafs man gerbstoff haltige Rohmaterialien, als Fichtenrinde, Eichenrinde, Kastanienrinde etc., entweder mit Ammoniaklösung kocht und nachher Milchsäuregährung einleitet, oder dafs man die gerbstoffhaltigen Rohmaterialien unter Dampfdruck kocht und nachher vergähren läfst.
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