DE76605C - Maschine zur Abscheidung der Ramiefaser - Google Patents
Maschine zur Abscheidung der RamiefaserInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01B—MECHANICAL TREATMENT OF NATURAL FIBROUS OR FILAMENTARY MATERIAL TO OBTAIN FIBRES OF FILAMENTS, e.g. FOR SPINNING
- D01B1/00—Mechanical separation of fibres from plant material, e.g. seeds, leaves, stalks
- D01B1/10—Separating vegetable fibres from stalks or leaves
- D01B1/14—Breaking or scutching, e.g. of flax; Decorticating
- D01B1/22—Breaking or scutching, e.g. of flax; Decorticating with crushing or breaking rollers or plates
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Description
KAfSERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29: Gespinnstfasern.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. November 1893 ab.
Den Gegenstand dieser Erfindung bildet eine Maschine, welche die Abscheidung der Ramiefaser
in der Art bewirkt, dafs die durch vorquetschend wirkende Walzen hereingezogenen
Stengel zunächst durch eine Art Schwinge gebrochen , dann die Holztheilchen durch die
zweiseitige Einwirkung von Klopfern vom Bast abgelöst werden und dieser behufs völliger Entfernung
der Rinde und Auflösen der Faserbündel durch ein den noch etwa anhaften gebliebenen
Rest der Holztheilchen entfernendes Stangensystem und ein oberes Walzenpaar geführt
wird, um endlich durch ein Würgelwerk in eine Art losen, dicken Fadens, in Kernramie
umgewandelt zu werden.
Auf den beiliegenden Zeichnungen ist als Erläuterungsbeispiel eine Ausführungsform dieser
Maschine dargestellt, bei welcher die Bearbeitung des Gutes derart geleitet wird, dafs eine frische
Lage Stengel erst dann in.die Maschine hereingezogen
wird, wenn die vorhergehende Lage vollständig durch die Maschine gegangen, d. h.
in Kernramie umgewandelt ist. Um nun zu erreichen, dafs die hinteren Stengelenden nach
dem Austritt aus dem Brechwerk sich nicht mit dem Klopfer verfitzen, auch das Gut mit
der für. die regelrechte Wirkung des Würgelwerkes erforderlichen Spannung oder Streckung
versehen bleibe, ist die Einrichtung getroffen, dafs zu dieser Zeit die. Klopfer, das Stangensystem
und das obere Walzenpaar in ihrer Drehrichtung umgesteuert werden und also das
Bestreben haben, das Gut entgegengesetzt zum Zuge der Ausziehwalzen mitzunehmen.
Fig. ι zeigt die Maschine in der Vorderansicht, Fig.. 2 im Querschnitt und Fig. 3 im
Grundrifs. Die Fig. 4 und 5, innere Ansichten auf die beiden Maschinenwangen, veranschaulichen
die Bewegungsübertragung und Fig. 6 (Querschnitt) den Lauf des Arbeitsgutes.
Die Stengel werden von Hand unter möglichster Gleichrichtung auf dem Arbeitstisch J
dem Einziehwalzenpaar A A1 vorgelegt, welches
sie im Verein mit dem folgenden Quetschwalzenpaar B B1 der durch den feststehenden
Tisch D und die drehend bewegte Schwinge G gebildeten Breche z-uschiebt. Der Tisch D
bildet zunächst eine ebene Fläche und ist dann im Kreisbogen ausgehöhlt. Die Schwinge C
ist aus einer WTalze durch Wegschneiden zweier
entgegengesetzter Segmente hergestellt, so dafs sie in der Drehrichtung scharfe Kanten aufweist,
welche als Brechkanten gegen die über den ebenen Theil des Tisches vorgerückte
Stengellänge wirken, welche nach diesem scharfen Bruch ferner durch den Vorbeigang der Schwinge
zwischen dieser und dem ausgehöhlten Theil des Tisches fortlaufend geknickt wird, was eine
vollständige Zersplitterung des Holzes sowie das Aufbrechen der Rinde zur Folge hat. Die aus
der Breche austretenden gebrochenen Stengelenden schieben sich zwischen zwei Klopfer E
und F in Richtung von deren Anfangsdrehung,
ein. Jeder dieser Klopfer besteht aus einer
Anzahl von concentrisch um eine Welle 121
vermittelst sternförmiger Lagerplatten angeordneten Stangen f, auf welche Kupferröhren geschoben
sind. Der Zeichnung gemäfs sind die Stangen der beiden Klopfer zu einander versetzt, von denen E gegen die: Unterseite und
F gegen die Oberseite der Stengel wirken, und
zwar klopfend, und streichend, wodurch der
weitaus gröfste Theil der lose im aufgebrochenen Bast hängenden Holztheilchen entfernt wird.
Die aus dem Klopfwerk tretenden, jetzt vorwiegend aus dem noch mit der Hauptmenge
der Rinde zusammenhängenden Bast bestehenden Enden des Arbeitsgutes werden von einem
Stangensystem, dessen Stangen G an ihren Enden an zwei endlosen, von Trommeln N N1
zunächst in der Pfeilrichtung bewegten Ketten η η sitzen, auf- und mitgenommen, wobei die letzten
Holztheilchen durch die reibende Wirkung der Stangen entfernt werden, und zwei geriffelten
Gummiwalzen HH1 zugeführt, welche den
Bast zur vollständigen Entrindung und Auflösung der Faserbündel in das Würgelzeug
schieben. Dieses besteht aus zwei aufrechten, in der Höhenrichtung geriffelten Bronzeplatten I
und P, von denen / feststeht, P dagegen quer dazu mit grofser Geschwindigkeit hin- und
herbewegt und mit regelmäfsigen Abständen auch davon abgerückt wird,- um zunächst das
Erfassen der Bastenden und dann das Nachziehen des Bastes durch die Ausziehwalzen O O1
zu gestatten, die ebenfalls mit Gummi bezogen sind. Durch das Würgein des Bastes zwischen
den Platten I und J1 wird der noch vorhandene Theil der Rinde nicht nur abgelöst, sondern
auch zerrieben, und zugleich der Zusammenhang der Fasern unter einander weitgehend
aufgehoben, so dafs das zwischen denWalzen O O1
herauskommende Gut sich als Kernramie, wie eingangs erläutert, darstellt. Um den Druck
zu regeln, mit welchem die beiden Würgelplatten wirken, ist die Platte P mit dem sie
tragenden Quersteg U (von welchem weiterhin die Rede sein wird) durch eine Schraube Z1
verbunden. Ferner ist zwischen diese und die Platte zur Dämpfung der Stöfse ein etwas
nachgiebiges Kissen ι eingeschaltet. Das Auseinanderrücken
der beiden Würgelplatten dient gleichzeitig zu deren Abkühlung.
Um, sobald die hinteren Enden des Gutes aus der Breche heraustreten bezw. kurz zuvor,
die Bewegungsrichtung der Klopfer E F, der Stangen G und der Walzen HH1 zum angegebenen
Zweck umzusteuern, ist die Bewegungsübertragung wie folgt eingerichtet.
Die Hauptwelle ι, Fig. 2, überträgt ihre Drehung vermittelst Vorgeleges 13 auf die
Walze B, die ihrerseits durch Vorgelege 14, 15
und 16 bezw. mit den Walzen B1 und A1
zusammenhängt, von denen letztere die Walze A durch Reibung mitnimmt; andererseits hängt
die Hauptwelle auch mit derWelle der Schwinge C durch Getriebe 2, .17 zusammen. Ein Steuerhebel
K fafst mit einem Knaggen M in die Kehle einer Kuppelscheibe L1, welche durch
Feder und Nuth L verschiebbar mit derWelle der Schwinge C verbunden und zwischen zwei
auf dieser Welle losen Zahnrädern 3, 31 angeordnet
ist (Fig. 3 und 5). Gesetzt, der Hebel sei in der Tief lage, dann ist die Kuppelscheibe
L1 in Eingriff mit dem Trieb 31 und
dieser dreht sich in der Pfeilrichtung Fig. 2. 31 überträgt seine Bewegung durch Trieb 4
auf den Klopfer E und dieser vermittelst Getriebes 4 und 5 auf den Klopfer F, der seinerseits
durch Getriebe 6 die Welle der Walze N treibt, die diese Bewegung der Walze N1 durch,
die Ketten η η mittheilt. Letztere Walze bewegt vermittelst des Getriebes 8 und 9 die
Prefswalze IP und diese hängt durch Getriebe 10 und 11 zusammen mit der Welle der Walze H.
Sämmtliche Theile drehen sich somit in Richtung der eingezeichneten Pfeile. · Wird nun
der Hebel K nach aufwärts bewegt, so verschiebt der Knaggen M die Kuppelungsscheibe Ll
und verkuppelt sie mit dem Trieb 3, der in. Eingriff ist mit dem Trieb 12 auf der Welle
des Klopfers F. Damit drehen sich sämmtliche bewegten Theile nunmehr in entgegengesetzter
Richtung. Die Klopfer und die Stangen fahren fort, das Gut zu bearbeiten, aber in entgegengesetzter
Richtung, wobei die Klopfer die losen ' Enden des Gutes sozusagen von sich weg
schlagen und die Stangen G das Gut gestreckt halten, indem sie es dem Zuge der Ausziehwalzen
O O1 entgegen nach rückwärts mitzunehmen
streben. Letztere hängen unter sich durch Getriebe 32, 33 zusammen und werden
von der Welle der Einziehwalze B1 vermittelst Schnuren- oder Kettenantriebes in Drehung
versetzt.
Um nun die Zeit, während welcher die hinteren Enden des Gutes der Bearbeitung unterliegen
und sich in die Abzugswalzen bewegen, zum Vorlegen einer frischen Stengellage auszunutzen,
ist die obere Einziehwalze A im Steuerhebel K gelagert, so dafs sie abgehoben
wird, wenn dieser zur Umsteuerung gehoben wird und man nun die neue Stengellage mit
ihren vorderen Enden auf die Walze A1 schieben kann, ohne dafs sie eingezogen werden. .
Der Arbeitsgang der Maschine ist hiernach kurz zusammengefafst, so dafs man den Hebel K
in die Hochlage stellt, der dabei die Walze A mitnimmt, dann die Stengellage so vorlegt, dafs
ihre vorderen Enden auf der Walzet.1 ruhen,
hierauf den Hebel in die Tieflage bringt und dadurch A auf A1 aufsetzt, sowie L1 und B1
kuppelt und Bewegung in die Maschine einleitet. Die Walzen A A1 schieben die Stengel
durch die Breche zwischen den Klopfern hindurch bis auf die Stangen G, welche sie als
Bast empfangen und diesen den Walzen HIP zubringen, welche den Bast in das Würgelwerk
IP leiten, an dessen Ausgang die Kernramie von den Walzen O O1 erfafst wird.
Sobald nun die hinteren Stengelenden in die Breche eintreten, bewegt man den Hebel K in
die Hochlage, hebt hierdurch die Walze A ab und kuppelt L1 mit 3, wodurch die Klopfer EF,
die Stangen G und die Walzen HH1 Bewegung
in entgegengesetzter Richtung empfangen. Man legt nun eine neue Stengellage vor und stellt,
sobald die hinteren Enden des der Bearbeitung unterliegenden Gutes in die Abziehwalzen treten,
den Hebel wieder in die Tief lage ein, mit der Wirkung wie oben, d. i. dafs die Walze A
auf A1 aufgesetzt und L1 wieder mit 31 gekuppelt
wird, so dafs E F, G und HH1 sich
nunmehr wieder in der Pfeilrichtung drehen, bis man, sobald die hinteren Enden der Stengellage
in die Breche eingetreten sind, den Hebel wieder umstellt und wie oben verfährt.
Die Würgelplatte P ist durch die in Q gekröpfte Stange Q1 (Fig. 3) mit einem Excenter R
und dessen Welle r durch Kegelräder r1 5 mit der Welle S1 verbunden, die von der Hauptwelle
ι mit grofser Geschwindigkeit getrieben wird vermittelst des Vorgeleges 23 22, T\
21 20, T", 19 und 18.
Um die Würgelplatte 71 periodisch abzurücken,
sitzt die dieselbe tragende Querstange U auf den Enden von in Führungen ν ν1 gleitenden
Stangen VV1; eine damit verbundene zweite Querstange U1 fafst mit einem Zapfen X in
die excentrische Nuth X einer Scheibe X", deren Welle Y durch die Räder 24, 25 und 26
(Fig. 3) mit der Welle Z zusammenhängt; letztere steht durch Kegelräder 27, 28 in Verbindung
mit der Welle der Einziehwalze A. So lange letztere Bewegung empfängt, wird bei
jeder Umdrehung der Curvenscheibe X" die Platte 71 einmal von der Platte / abgerückt.
Wenn vermittelst der beschriebenen Maschine grüne Ramie bearbeitet werden soll, wird noch
ein Wasserbehälter 40 mit seinem Ausflufs so angeordnet, dafs er Wasser zwischen die Prefswalzen
HH1 und bezw. die Würgelplatten fallen läfst. Das Wasser sammelt sich in einem
unteren Behälter 41, der mit dem oberen behufs Zurückförderung des Wassers durch eine
Pumpe verbunden sein kann. In diesem Falle wird die aus den Abziehwalzen kommende
Kernramie durch ein endloses Tuch · oder eine aus Stangen und zwei Gall'schen Ketten gebildete
Bahn aufgenommen und weiter geführt.
Die beschriebene Maschine bietet als Vortheile insbesondere Verminderung der Handarbeit,
bessere Qualität der Faser, die ihre ursprüngliche Widerstandsfähigkeit und Zähigkeit
behält, Fortfall der Trockenanlage, indem die Hygroskopicität der Pflanze nicht in Frage
kommt, erhöhte Leistung und gleichmäfsige Bearbeitung der ganzen Stengellänge.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:Eine Maschine zur Abscheidung der Ramiefaser, welche die Ramiestengel bricht, das gebrochene Holz durch Klopfen aus dem Bast entfernt und letzteren durch Würgein, von der Rinde befreit, zerfasert und' in Form eines dicken, losen Fadens entläfst. Eine Ausführungsform der unter 1. ge-"schützten Maschine, dadurch gekennzeichnet, dafs die Stengel vermittelst zugleich vorquetschend wirkender Einziehwalzen einer aus Tisch (D) und Schwinge (C) bestehenden Brechvorrichtung zugebracht und von dieser zur Ausscheidung des Holzes zwischen Klopfer (E und F) mit zu einander versetzten Schlagstangen (f) abgegeben werden, wonach ein die letzten Holztheilchen entfernendes Förderstangensystem (G) im Verein mit einem Walzenpaar (HH1) den Bast zum Entrinden und Zerfasern einem aus einer geriffelten stillstehenden Platte (I) und einer quer dazu, sowie in regelmäfsigen Abständen davon weg bewegten und ebenfalls geriffelten Platte (I1) bestehenden Würgelwerk zuführt, nach dessen Durchgang das gerundete Fasermaterial durch Auszieh walzen (O O1) hervorgezogen wird.Eine Maschine der unter 2. geschützten Art mit der Einrichtung, dafs die Drehrichtung der Klopfer, der Förderstangen und des Leitwalzenpaares durch Umstellung eines Steuerhebels gleichzeitig umgekehrt werden kann, um das vollständig aus der Breche (C D) herausgetretene Gut straff zu halten und ein Verfitzen seines freien hinteren Endes mit den Klopferstangen zu verhüten, wobei zugleich behufs Vorlegens einer frischen Stengellage die beregte Hebelumstellnng das Abheben der oberen vorderen Einziehwalze (A) zur Folge hat.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE76605C true DE76605C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT76605D Expired - Lifetime DE76605C (de) | Maschine zur Abscheidung der Ramiefaser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE76605C (de) |
-
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- DE DENDAT76605D patent/DE76605C/de not_active Expired - Lifetime
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