DE763559C - Verfahren zur Herstellung von kapillaraktiven Kondensationsprodukten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von kapillaraktiven KondensationsproduktenInfo
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- DE763559C DE763559C DED75513D DED0075513D DE763559C DE 763559 C DE763559 C DE 763559C DE D75513 D DED75513 D DE D75513D DE D0075513 D DED0075513 D DE D0075513D DE 763559 C DE763559 C DE 763559C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C11/00—Aliphatic unsaturated hydrocarbons
- C07C11/02—Alkenes
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- Organic Chemistry (AREA)
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Description
AUSGEGEBEN AM 5. JULI 1954
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12 q GRUPPE 14
sind als Erfinder genannt worden
(Ges. v. 15. 7. 51) Patenterteilung bekanntgemacht am 13. Mai 1954
Es wurde gefunden, daß man wertvolle Kondensationsprodukte dadurch herstellen
kann, daß man olefinhaltige Fraktionen eines aus Kohlenoxyd und Wasserstoff gewonnenen
synthetischen Kohlenwasserstoffgemisches mit aromatischen Oxyverbindungen kondensiert
und die Kondensationsprodukte mit Alkylenoxyden umsetzt. Bei diesem Verfahren werden
die Olefine mit aromatischen Oxyverbindungen derart kondensiert, daß C-alkylierte
aromatische Oxyverbindungen entstehen. Die nicht in Reaktion tretenden Paraffine werden
in einem beliebigen Zeitpunkt der Umsetzungsfolge entfernt; die nicht umgesetzten
Anteile der zweckmäßig in Überschuß anzuwendenden aromatischen Oxyverbindungen
werden jedoch vor der Umsetzung mit Alkylenoxyden abgetrennt.
Die Herstellung der olefinhaltigen synthetischen Kohlenwasserstoffgemische aus Kohlenoxyd
und Wasserstoff ist an sich bekannt und z. B. in »Brennstoffchemie« (Zeitschrift
für Chemie und chemische Technologie der Brennstoffe und ihrer Nebenprodukte), Bd. IX,
S. 2i bis 24 und ebendort Bd. XIII, S. 461 bis 468 beschrieben.
Es ist ohne weiteres möglich, bereits diese synthetischen Kohlenwasserstoffgemische als
solche zur Kondensation zu verwenden. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nimmt man
zweckmäßig jedoch eine Aufbereitung der Kohlenwasserstoffgemische vor der Kondensation
derart vor. daß man die Olefine in bestimmten Fraktionen anreichert. Beispielsweise
haben sich die Fraktionen mit einem Siedebereich von 6o bis 25ο3 C für die Kondensation
als besonders wertvoll erwiesen. Diese Fraktionen enthalten 30 bis 60 0Zo an
ungesättigten Kohlenwasserstoffen mit einer Kettenlänge von etwa 6 bis 15 Kohlenstoffatomen.
Die Doppelbindung befindet sich wahrscheinlich endständig oder nahezu endständig
in diesen Verbindungen und außerdem vornehmlich zwischen 2 Kohlenstoffatomen, von denen jedes wenigstens 1 Wasserstoffatom
trägt.
Als aromatische Oxvverbindungen werden vorzugsweise Phenole, Kresole u. dgl. Benzolderivate
nebst ihren Homologen und Analogen verwendet. Man kann gewünschtenfalls die Reaktionen auch mit Naphtholen, Bz-Oxychinolinen
sowie Oxvverbindungen des Phenanthrens. Anthracene. Diphenyle, Diphenylmethans,
Diphenyläthans samt ihren Homologen und Analogen durchführen, wobei die aromatischen Oxvverbindungen nicht in reiner
Form vorzuliegen brauchen, sondern auch vorteilhaft in Form technischer Gemische Anwendung
finden können. Auch Verbindungen, die neben einer oder mehreren Hydroxylgruppen
noch andere Substituenten in dem aromatischen Rest enthalten, können zur Anwendung
kommen.
Als kondensierend wirkende Mittel können verwendet werden: Aluminiumchlorid, Zinkchlorid.
Borfiuorid, Eisenchlorid, Aluminiumfluorid.
Aluminiumbromid, Phosphorsäure. Phosphorpentoxyd. oberflächenaktive Körper,
wie Bleicherden u. dgl., ferner auch die Überchlorsäure in Form ihrer wäßrigen Lösungen.
Die Kondensation der olefinischen Bestandteile mit den genannten aromatischen Oxyverbindungen
verläuft im allgemeinen bereits bei wenig erhöhter Temperatur. Es ist daher vorteilhaft,
die Komponenten unter gelindem Erwärmen und unter guter Durchmischung aufeinander
zur Einwirkung zu bringen. Im allgemeinen arbeitet man mit einem Überschuß an aromatischen Oxyverbindungen,
der später leicht abgetrennt werden kann: die Hauptmenge des Kondensationsproduktes besteht
in diesem Fall aus monoalkylierten aro- j matischen Oxvverbindungen. ■
Xach erfolgter Kondensation und Abtren- j nung des Kondensationsmittels kann man die (
Paraffinkohlenwasserstoffe und die über- ί schüssige Menge der aromatischen Oxyver- I
bindungen z. B. durch Destillation entfernen ! und das Kondensationsprodukt so isolieren. I
Die alkylierten aromatischen Oxvverbindungen werden erfindungsgemäß mit Alkylenoxyden,
wie z.B.Äthylenoxyd, Propylenoxyd, Glycid od. dgl., umgesetzt. Dabei werden die
Alkylenoxyde in solchem Überschuß angewandt, daß Wasserlöslichkeit der \Terfahrenserzeugnisse
erzielt wird. Die hierfür erforderliche Mindestmenge an Alkyleiioxyd ist einmal
von der Art desselben abhängig, sodann je nach der Länge des Alkylrestes in der aromatischen Hydroxylverbindung verschieden.
Sie beträgt beispielsweise für Äthylenoxyd bei Phenol oder Kresol, das einen
Alkylrest mit etwa 8 Kohlenstoffatomen trägt. mindestens 8 bis 10 Mol. bei Phenol mit einem
; Alkylrest mit etwa 12 Kohlenstoffatomen j mindestens 10 bis 12 Mol und für Phenole
oder Naphthole mit Alkylsubstituenten. die im ! Alkylrest 16 und mehr Kohlenstoffatome ent-'
halten, mindestens 15 Mol, um in der Kälte klar wasserlösliche Produkte zu erhalten.
Ähnliche Verhältnisse liegen bei Verwendung von Propylenoxyd oder Glycid als Verätherungsmittel
vor.
Die nach dem vorliegenden Verfahren gewonnenen Produkte zeichnen sich durch kapillaraktive
Eigenschaften aus. Sie haben hervorragendes Emulgier- und Dispergiervermögen
sowie gute Wasch- und Reinigungseigenschaften. Gegebenenfalls kann man die Verbindungen, die noch freie Hydroxylgruppen
aufweisen, auch mit mehrbasischen Säuren, z. B. Schwefelsäure u. dgl., verestern
oder in anderer bekannter Weise mit wasserlöslichmachenden Gruppen versehen.
Alkylierte aromatische und hydroaromatische Hydroxylverbindungen sind bereits
früher durch Einwirkung von Äthylenoxyd od. dgl. mehrfach veräthert und anschließend
mit einer sauren salzbildenden Gruppe versehen worden. Diese Äther enthalten jedoch
nur eine geringe Anzahl von Äthylenglykolresten. Sie sind daher nicht wasserlöslich und
infolgedessen auch kein Waschmittel. Erst durch die Einführung einer sauren salzbildenden
Gruppe werden sie wasserlöslich und kapillaraktiv. Demgegenüber zeichnen sich die zuvor beschriebenen neuen Verbindungen
trotz des Fehlens einer sauren salz- no bildenden Gruppe durch Wasserlöslichkeit.
Aschefreiheit und ausgezeichnetes Waschvermögen aus.
Ein aus Kohlenoxyd und Wasserstoff gewonnenes synthetisches Kohlenwasserstoffgemisch
wird fraktioniert destilliert. Verwendet wird der Anteil, der zwischen 30 und 40^ bei 760 mm Druck und iiq- bei 15 mm
Druck siedet. Das Gemisch enthält vorzugsweise Kohlenwasserstoffe mit einem Kohlen-
stoffgehalt von 6 bis 14 Kohlenstoffatomen;
die Jodzahl liegt bei 84, das mittlere Molekulargewicht bei 107.
148 Gewichtsteile technisches o-Kresol werden
mit 15 Gewichtsteilen 70°/oiger Überchlorsäure auf etwa 6o° erwärmt und mit
314 Gewichtsteilen der genannten Kohlenwasserstofffraktion versetzt. Die Temperatur
wird durch die Geschwindigkeit des Zuflusses und gegebenenfalls durch Kühlung reguliert.
Nach dem Zulaufen des etwa 35% Olefin enthaltenden Kohlenwasserstoffgemisches wird
auf 900 erhitzt und einige Zeit zur Vollendung der Kondensation nachgerührt.
In einem Rührautoklav werden 230 Gewichtsteile des nach Abtrennung der Überchlorsäure
und Abdestillation der Paraffine und des nicht umgesetzten Kresols erhältlichen Gemisches höherer sekundärer Alkylkresole
in Gegenwart von 1 % Ätznatron auf 110 bis
120° erhitzt; dazu werden nach und nach 750 Gewichtsteile Äthylenoxyd in solchen
Anteilen eingetragen, daß sich ein Druck von etwa 10 atü einstellt. Nach dem Einleiten des
gesamten Äthylenoxyds wird so lange erhitzt, bis praktisch kein Druck mehr vorhanden ist.
Das fertige Kondensationsprodukt stellt ein halbfestes salbenartiges, klar wasserlösliches
Produkt dar, das ausgezeichnete kapillaraktive Eigenschaften aufweist.
An Stelle des technischen o-Kresols lassen sich auch andere aromatische Oxyverbindungen,
z. B. Phenole oder kondensationsfähige Xylenole verwenden.
200 Gewichtsteile eines synthetisch durch Kohlenoxydhydrierung gewonnenen Kohlenwasserstoffgemisches
vom Siedebereich 125 bis 225 ° und der Jodzahl 76, das etwa 60%
Olefine enthält, werden zu einer auf 55 bis 6o° erwärmten Mischung von 160 Gewichtsteilen technischem Kresol und 16 Gewichtsteilen Überchlorsäure (7ö°/oig) unter Rühren
zugeleitet, wobei Sorge getroffen ist, daß keine wesentliche Temperatursteigerung während
des Zulaufens eintritt. Alsdann wird die Temperatur auf 90 bis ioo° gesteigert und
während 2 Stunden beibehalten. Das Kondensationsprodukt wird mit Wasser und verdünnter
Natronlauge neutral gewaschen und alsdann von den nicht umgesetzten Ausgangsstoffen
durch Abdestillieren im Vakuum befreit. 250 Gewichtsteile der erhältlichen Alkylkresole
werden nunmehr nach Zugabe von 1 °/o ■ Kaliumäthylat im Rührautoklav auf 110 bis
I2O° erhitzt und nach und nach mit 1000 Gewichtsteilen
Propylenoxyd derart versetzt, daß ein Druck von etwa 10 atü entsteht. Das
Erhitzen wird so lange fortgesetzt, bis praktisch kein Druck mehr vorhanden und alles
Propylenoxyd verbraucht ist. Das Reaktionsprodukt stellt eine dunkelgelbe salbige Masse
dar, die in kaltem Wasser klar löslich ist und ausgezeichnetes Netz- und Waschvermögen
hat.
An Stelle der Überchlorsäure können als kondensierend wirkende Mittel auch Aluminiumchlorid,
Zinkchlorid, Borfluorid, Eisenchlorid, Aluminiumfluorid u. dgl. verwendet
werden.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung kapillaraktiver Kondensationsprodukte, dadurch gekennzeichnet, daß man olefinhaltige Fraktionen eines aus Kohlenoxyd und Wasserstoff gewonnenen synthetischen Kohlenwasserstoffgemisches mit aromatischen Oxyverbindungen kondensiert und auf die Kondensationsprodukte Alkylenoxyde in beträchtlichem, zur Erzielung der Wasserlöslichkeit ausreichendem Überschuß einwirken läßt. .Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden:Deutsche Patentschriften Nr. 598 298, 604867, 616786, 634037.© 9529 6.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED75513D DE763559C (de) | 1937-06-17 | 1937-06-17 | Verfahren zur Herstellung von kapillaraktiven Kondensationsprodukten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED75513D DE763559C (de) | 1937-06-17 | 1937-06-17 | Verfahren zur Herstellung von kapillaraktiven Kondensationsprodukten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE763559C true DE763559C (de) | 1954-07-05 |
Family
ID=7061959
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED75513D Expired DE763559C (de) | 1937-06-17 | 1937-06-17 | Verfahren zur Herstellung von kapillaraktiven Kondensationsprodukten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE763559C (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE598298C (de) * | 1928-03-24 | 1934-06-08 | Schering Kahlbaum Ag | Verfahren zur Darstellung von Phenolaethern und alkylierten Phenolen |
| DE604867C (de) * | 1928-06-08 | 1934-10-30 | Carl Wulff Dr | Verfahren zur O- oder C-Alkylierung von Phenolen |
| DE616786C (de) * | 1932-03-23 | 1935-08-05 | Roehm & Haas Company | Verfahren zur Herstellung alkylierter Phenole |
| DE634037C (de) * | 1934-11-23 | 1936-08-17 | I G Farbenindustrie Akt Ges | Verfahren zur Herstellung von organischen Verbindungen mit sauren, salzbildenden Gruppen |
-
1937
- 1937-06-17 DE DED75513D patent/DE763559C/de not_active Expired
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE598298C (de) * | 1928-03-24 | 1934-06-08 | Schering Kahlbaum Ag | Verfahren zur Darstellung von Phenolaethern und alkylierten Phenolen |
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| DE634037C (de) * | 1934-11-23 | 1936-08-17 | I G Farbenindustrie Akt Ges | Verfahren zur Herstellung von organischen Verbindungen mit sauren, salzbildenden Gruppen |
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