DE756281C - Kuenstlicher Saitling - Google Patents
Kuenstlicher SaitlingInfo
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- DE756281C DE756281C DEW105474D DEW0105474D DE756281C DE 756281 C DE756281 C DE 756281C DE W105474 D DEW105474 D DE W105474D DE W0105474 D DEW0105474 D DE W0105474D DE 756281 C DE756281 C DE 756281C
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A22—BUTCHERING; MEAT TREATMENT; PROCESSING POULTRY OR FISH
- A22C—PROCESSING MEAT, POULTRY, OR FISH
- A22C13/00—Sausage casings
- A22C13/0013—Chemical composition of synthetic sausage casings
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- Engineering & Computer Science (AREA)
- Wood Science & Technology (AREA)
- Zoology (AREA)
- Food Science & Technology (AREA)
- Processing Of Meat And Fish (AREA)
- Meat, Egg Or Seafood Products (AREA)
Description
AUSGEGEBEN AM 2. AUGUST 1951
REICHSPATElJiTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 53c GRUPPE
W105474 IV a153 c
. Richard Weingand, Bomlitz bei Walsrode
ist als Erfinder genannt worden
Wolff & Co. Komm.-Ges. auf Aktien, Bomlitz bei Walsrode
Künstlicher Saitling
Patentiert im Deutschen Reich vom 12. April 1939 an Patenterteilung bekanntgemacht am 5. Oktober 1944
Man kennt bereits künstliche Wursthüllen aus den verschiedensten strukturlosen oder
faserigen Folien, wie z. B. aus Cellulosehydratfolien oder ganz oder teilweise denitrierten
Nitrocellulosefolien, aus mit gelösten und regenerierten. Cellulosederivaten imprägniertem
Yoshino- oder Cofowebpapier oder aus nicht voll ausgehärtetem harzleimarmem
oder harzleimfreiem Packpapier. Aus solchen Folien, mit oder ohneFaserstruktur bestehende
Schläuche ergeben, praktisch vollauf befriedigende Kunstdärme für Leberwürste, Mettwürste,
Hartwürste und andere Würste, bei denen der Darm vor dem Verzehr der Fleischfüllung
von dieser abgetrennt zu werden pflegt, isie sind aber völlig ungeeignet als
Hüllen für Würstchen nach Wiener oder Frankfurter Art, bei denen ganz besondere Bedingungen von dem Darm zu erfüllen sind
und daher bisher immer noch. Naturdärme, ao sog. Saitlinge, Verwendung finden. Dabei ist
der Verbrauch an Saitlingen, außerordentlich hoch und beträgt z. B. für Großdeutschland
900 Millionen Meter im Jahr, so daß die Lösung des Problems der Herstellung eines
dem Naturerzeugnis gleichwertigen Kunstsaitlings
nicht nur in technisch-industrieller, sondern auch in wirtschaftlicher Beziehung
von großer Bedeutung ist.
Die Schwierigkeiten, die sich der Schaffung eines praktisch brauchbaren Kunstsaitlings
entgegenstellen, ergeben sich vor allem daraus,
daß der Saitling eines Wiener oder Frankfurter Würstchens nicht von der Fleiisehmasse
bei deren Verzehr abgelöst zu werden pflegt, sondern mit dieser durch einfaches Abbeißen
von dem z. B. in der Hand gehaltenen Würstchen miteßbar sein muß, ohne äußerlich oder
geschmacklich als Sonderkörper gegenüber der Fleischfüllung sich geltend zu machen.
Auch muß er mit der Wurstmasse praktisch ίο eine Einheit bilden, so daß beim Brechen oder
Abbeißen der Wurst auch das bekannte Knakken der Wiener oder Frankfurter Würstchen
eintritt Gleichzeitig muß er sich einfach durch Abdrehen ohne Mithilfe eines Bindfadens
unterteilen lassen und- darf dabei nicht reißen oder sich wieder aufdrehen. Ferner
muß er beim Einpressen, der Füllung die genügende Längs- und Querfestigkeit besitzen
und beim Sieden der Wurst kochfest und prickelfest sein, sowie an der Fleischfüllung
haftenbleiben.
Für die Herstellung eines diesen Anforderungen entsprechenden, künstlichen Saitlings
scheidet die Verwendung von strukturlosen Folien, wie z. B. von Cellulosehydratfolien
oder denitrierten Nitrocellulosefolien, aus dem Grunde aus, weil sich Kunstdärme aus diesen
Folien wegen ihrer Strukturlosigkeit und des dadurch bedingten zähen Zusammenhanges
der Wursthüllenwand nicht wie Natursaitlinge durch Beißen zerstückeln lassen und deshalb
auch nicht zur Erzeugung des Knackens geeignet sind. Aus ähnlichen Gründen sind als
Kunstsaitlinge auch Schläuche aus mit regenerierten Cellulosederivaten imprägnierten
Japanpapieren unbrauchbar, bei denen außer dem zähen Zusammenhang der Cellulosederivatimprägnierung
noch die langen Papierfasern das Zerbeißen und, Knacken hindern. Auch bei den bisher für Kunstdärme verwendeten
Papierbahnen machen die langen Fasern ein Zerbeißen und Knacken der Wursthüllen
unmöglich. Außerdem werden durch die übliche Imprägnierung von Papierbahnen mit nachträglich gehärtetem Eiweißstoff, wie sie
bei papiernen Wurstdärmen z. B. für Leber-, Mett- oder Hartwürste angewendet wird, die
aus diesen Bahnen hergestellten künstlichen Saitlinge zu steif und unelastisch, so daß sie
sich nicht durch bloßes Abdrehen wie ein Natursaitling unterteilen lassen und nicht das
gleiche Beißgefühl wie dieser beim Verzehren der Wurst hervorrufen sowie überhaupt kaum
mehr eßbar sind. Auch wird durch den gehärteten Eiweißstoffüberzug an der Innenfläche
der Wursthülle das innige Haften der Schlauchwandung an der Fleischfüllung beeinträchtigt,
das bei Wiener und Frankfurter Würstchen ein unbedingtes Erfordernis für
das gleichzeitige Essen undBeißen von Wurstmasse und Hülle ist.
Erfindungsgemäß hat sich nun auf Grund zahlreicher Versuche und eingehender Überlegungen
gezeigt, daß diesen Schwierigkeiten bei der Herstellung von künstlichen Saitlingen
dadurch in einfacher Weise begegnet werden kann, daß dünnes mit nur teilweise gehärtetem
Eiweißstoff imprägniertes Papier mit einem Quadratmetergewicht von nicht über 15g und mit Fasern von nicht über 5 mm
Länge zur Bildung der Kunstsaitlinge verwendet wird. Dabei geht die Erfindung von
der überraschenden Feststellung aus, daß sich auch bei Verwendung von ganz dünnem und
nicht langfaserigem Papier und bei nicht starker Härtung des Eiweißstoffüberzuges sowie
bei nur hauchdünn das Fasergerüst des Papiers bedeckendem Auftrag des Überzuges
eine hinreichende mechanische Festigkeit des künstlichen Saitlings beim Stopfen und
Kochen der Wiener oder Frankfurter Würstchen erreichen läßt. Damit ist aber gleichzeitig
ein auch allen Anforderungen hinsichtlich Eß- und Beißbarkeit sowie Knacken genügender
Kunstsaitling erzielt. Das Papier hat keine langen Fasern, die beim Beißen der
Wursthülle zwischen den Zähnen bleiben und ein Knacken beim Brechen der Wurst verhindern.
Der nicht zu weit gehärtete Eiweißstoffüberzug gewährleistet eine genügende Bieg- go
samkeit des Kunstsaitlings beim Beißen und ist leicht eßbar. Auch kommt er an der inneren
Seite der Wursthülle zum festen Haften an der Fleischmasse, so daß er mit dieser
beim Verzehren der Wurst eine körperliche und geschmackliche Einheit bildet. Ferner
ermöglicht die Biegsamkeit des nicht stark gehärteten Eiweißstoffüberzuges ein Unterteilen
des Kunstsaitlings durch einfaches Abdrehen ohne Bindfaden.
Der nur teilweise gehärtete Eiweißstoffüberzug wird erfindungsgemäß vorzugsweise
so dünn gewählt, daß er das Papier höchstens um dieHälfte seiner Dicke, z. B. um nur 0,015
bis 0,02 mm, verstärkt. Beispielsweise ist auf 100 g Papier von 10 g Quadratmetergewicht
und von 3 mm Faserlänge eine Menge von 150 g Gelatine in hauchdünner, einseitig die
Fasern bedeckender und das Fasergerüst in den Zwischenräumen ausfüllender Schicht aufgetragen.
Die nicht vollständige Härtung des Eiweißstoffes kann mit einer entsprechend berechneten
Menge Formaldehyd oder auf sonst geeignete Weise erfolgen. Zum Imprägnieren des durch das Papier gegebenen Fasergerüstes
benutzt man vorzugsweise eine etwa 30 °/oige,
ungefähr 6o° C warme Lösung einer Gelatine, die eine mittlere Viskosität besitzt, wodurch
die Einhaltung der gewünschten Mindestdicke des Überzuges erleichtert wird. Nach dem
Trocknen der auf das dünne Papier aufgebrachten Gelatine erfolgt die Härtung z. B.
mit verdünnter Formaldehydlösung, bis der Kunstsaitling gegen heißes Wasser beständig
ist.
Vorteilhaft ist es, für den Kunstsaitling Papier von nicht zu starker Längsausrichtung
der Fasern, beispielsweise Papier mit unausgerichteten Fasern zu verwenden. Auch empfiehlt
es sich, Papiere zu verarbeiten, bei denen die Einzelfasern möglichst kleinen
Querschnitt, z. B. einen Durchmesser von einigen tausendstel Millimetern besitzen. Für
die vor oder nach, der Imprägnierung stattfindende Verklebung verwendet man ein kochfestes
Klebemittel, z. B. Eiweißlösung mit nachträglicher Härtung, und hält die Klebenaht
ähnlich wie den Eiweißstoff Überzug möglichst dünn. Der fertige Schlauch kann noch
durch einWeichmachungsbad, z. B. ein Glycerinbad,
geführt werden."
Claims (1)
- Patentanspruch:Verwendung von dünnem, mit nur teilweise gehärtetem Eiweißstoff imprägniertem Papier mit einem Quadratmetergewicht von nicht über 15 g und mit Fasern von nicht über 5 mm Länge zur Herstellung von künstlichen Saitlingen.Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden:Deutsche Patentschriften Nr. 568 820, 646957, 670404.© 898 7.51
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW105474D DE756281C (de) | 1939-04-12 | 1939-04-12 | Kuenstlicher Saitling |
| CH218064D CH218064A (de) | 1939-04-12 | 1940-03-26 | Künstliche Wursthülle und Verfahren zu ihrer Herstellung. |
| NL97502A NL53633C (de) | 1939-04-12 | 1940-04-02 | |
| BE438645D BE438645A (de) | 1939-04-12 | 1940-04-10 | |
| FR871981D FR871981A (fr) | 1939-04-12 | 1941-05-06 | Enveloppe artificielle pour saucisses, saucissons et produits analogues |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW105474D DE756281C (de) | 1939-04-12 | 1939-04-12 | Kuenstlicher Saitling |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE756281C true DE756281C (de) | 1951-08-02 |
Family
ID=5831084
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW105474D Expired DE756281C (de) | 1939-04-12 | 1939-04-12 | Kuenstlicher Saitling |
Country Status (5)
| Country | Link |
|---|---|
| BE (1) | BE438645A (de) |
| CH (1) | CH218064A (de) |
| DE (1) | DE756281C (de) |
| FR (1) | FR871981A (de) |
| NL (1) | NL53633C (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE568820C (de) * | 1931-04-08 | 1933-01-28 | Leo A Goodman | Verfahren zur Herstellung von Massen fuer Kunstdaerme u. dgl. |
| DE646957C (de) * | 1934-11-22 | 1937-06-24 | C H Dexter & Sons Inc | Verfahren zur Herstellung von weichem, zaehem und saugfaehigem Papier |
| DE670404C (de) * | 1934-04-23 | 1939-01-18 | Theodor Magrutsch Jun | Kuenstliche Wursthuelle |
-
1939
- 1939-04-12 DE DEW105474D patent/DE756281C/de not_active Expired
-
1940
- 1940-03-26 CH CH218064D patent/CH218064A/de unknown
- 1940-04-02 NL NL97502A patent/NL53633C/xx active
- 1940-04-10 BE BE438645D patent/BE438645A/fr unknown
-
1941
- 1941-05-06 FR FR871981D patent/FR871981A/fr not_active Expired
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE568820C (de) * | 1931-04-08 | 1933-01-28 | Leo A Goodman | Verfahren zur Herstellung von Massen fuer Kunstdaerme u. dgl. |
| DE670404C (de) * | 1934-04-23 | 1939-01-18 | Theodor Magrutsch Jun | Kuenstliche Wursthuelle |
| DE646957C (de) * | 1934-11-22 | 1937-06-24 | C H Dexter & Sons Inc | Verfahren zur Herstellung von weichem, zaehem und saugfaehigem Papier |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| BE438645A (de) | 1940-05-31 |
| FR871981A (fr) | 1942-05-23 |
| CH218064A (de) | 1941-11-30 |
| NL53633C (de) | 1942-12-15 |
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