DE75376C - Verfahren zur Herstellung eines Pferdefutters aus Blut, Fleischextrakt und isländischem Moos oder Häcksel - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Pferdefutters aus Blut, Fleischextrakt und isländischem Moos oder HäckselInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das nach diesem Verfahren hergestellte Pferdefutter besteht im wesentlichen aus drei Bestandtheilen,
nämlich: Blut, Fleischextract und isländischem Moos.
Es kann zwar, wie später erwähnt, Häcksel an Stelle des isländischen Mooses benutzt
werden, aber für gewöhnlich ist isländisches Moos vorzuziehen.
Die genannten drei Bestandtheile müssen in folgender Weise präparirt werden:
Das nach diesem Verfahren zu verwendende Blut soll von gesunden Thieren, vorzugsweise
Ochsen sein und wird vorerst von allen Fibrintheilchen mittels Durchsickerns durch ganz
feine Siebe oder Leinwand befreit und dann mit 2 pCt. reinem Pepsin und Y10 pCt. reiner,
vorerst mit Wasser verdünnter Salzsäure vermengt und bis zur vollendeten Vermischung
sorgfältig umgerührt. Die Mischung wird 8 Stunden lang bei einer Temperatur von 370 C.
unter mehrmaligem Umrühren stehen gelassen. Der Zusatz von Pepsin und Salzsäure bezweckt,
die Eiweifskörper des Blutes theilweise zu peptonisiren und dadurch leichter verdaulicher
für den thierischen Organismus zu machen.
Das zur Bereitung des Fleischextractes zu verwendende Fleisch wird vorerst von Fett,
Knochen, Sehnen u. s. w. befreit und dann auf einem harten Holzklotze mit einem schweren
Hammer so viel als möglich geklopft, zu welcher Arbeit statt des Holzklotzes und des
Hammers auch die bei. den Fleischselchern zur Wursterzeugung gebrauchten Maschinen verwendet
werden können.
Diese Fleischmasse wird in Wasser gesetzt, und zwar je 1 kg Fleisch in 2 1 Wasser,
dem 3 pCt. des Fleischgewichtes getrocknete Melonenblätter und Y10 pCt. des Fleischgewichtes
reine Salzsäure zugerührt werden. Die Beimengung von Melonenblättern findet zur Geschmacksverbesserung statt. Nach, achtstündigem
Stehen dieser Fleischmasse im Wasser bringt man dieselbe in einen Kochapparat, dessen Feuerung genau zu regulären ist, und
erhitzt sie sehr langsam zum Kochen. Diese langsame Erhitzung wird am zweckmäfsigsten
auf einen Zeitraum von mindestens 8 Stunden ausgedehnt, während das eigentliche Kochen
nur Y2 Stunde währen soll. Während der Erhitzung und des Kochens mufs die Masse
öfter umgerührt werden. Alsdann filtrirt man den Inhalt des Kochgefäfses . durch eine starke
dichte Leinwand, prefst den Rückstand fest aus und gewinnt auf diese Weise einen Fleischextract.
Der dritte erforderliche Bestandtheil ist isländisches
Moos. Dasselbe bindet beim Quellen eine grofse Menge Blut und enthält leicht verdauliche
Schleimstoffe und Kohlenhydrate. In demselben ist Bitterstoff und extractartiger Farbstoff
enthalten. Zur Verwendung des isländischen Mooses ist die Ausscheidung des Bitterstoffes
unbedingt nothwendig, jene des extractartigen Farbstoffes wünschenswerth.
Zur gänzlichen Ausscheidung des Bitterstoffes und zur theilweisen Ausscheidung des Farbstoffes
wird eine Lösung von 188 g kohlensaurem Kali in 70 1 Wasser bereitet. Dieses
Quantum Wasser /und kohlensaure Kali ist erforderlich zur Entbitterung von 3 kg isländischen
Mooses; letzteres wird, bevor es in die Alkalilösung gegeben wird, durch Waschen in
frischem Wasser von Staub und Sand gereinigt, von den in demselben etwa vorhandenen
fremden Pflanzen befreit und ausgepreist. Nach 24 Stunden, während welcher Zeit die Masse
öfter umgerührt wird, nimmt man das isländische Moos aus der Lauge heraus und wäscht
es zweimal mit frischem Wasser, um dasselbe von der Alkalilösung möglichst zu befreien.
Alle bitteren Stoffe und nahezu alle extractartigen Farbstoffe sind nunmehr ausgezogen.
Das so präparirte isländische Moos wird schliefslich zum vollständigen Trocknen auf gewöhnlichen
Trockenhürden ausgebreitet.
Die Zusammenmischung der drei auf oben beschriebene Weise hergestellten Theile: Blut,
Fleischextractlösung und isländisches Moos erfolgt in nachstehender Weise:
Von dem präparirten Blute werden zwei Theile mit einem Theil der Fleischextractlösung
innig vermengt und diesem Gemenge das isländische Moos und zwar im Verhältnisse von
ι kg isländischen Mooses zu 3 1 Flüssigkeit beigemengt. Das Gemisch wird dann auf einer
Darrhürde ausgebreitet und in einer gut zu lüftenden Trockenkammer 12 bis 14 Stunden
lang getrocknet.
Nach diesem Trockenprocefs ist das imprägnirte isländische Moos so spröde, dafs es
zu Pulver verrieben oder gestofsen werden kann; in diesem Zustand kann dasselbe verpackt
und versendet werden. Soll dieses Pulver für Pferde Verwendung finden, so mischt
man dasselbe dem angefeuchteten Hafer, der Kleie oder einem anderen entsprechenden Futtermittel
bei; in dieser Form wird es von jedem Pferde begierig aufgenommen. Pferde, welche
mit diesem Pulver gefüttert werden, erhalten ein viel schöneres Aussehen, benöthigen, weil
hierdurch auch die Verdauung gefördert wird, weniger Futter, gewinnen aufserordentlich an
Elasticität und leisten namentlich auf der Rennbahn auffallend mehr als vor der Anwendung
des Stoffes.
Statt des isländischen Mooses kann gewöhnlicher Häcksel verwendet werden, der in gleicher
Weise präparirt und in gleicher Weise mit dem präparirten Blute und der Fleischextractlösung
vermengt wird. Diese Anwendung von Häcksel als Surrogat für isländisches Moos giebt einen
vorzüglichen Stoff zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Pferde, wenn auch die Verwendung
des isländischen Mooses vorzuziehen ist.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung eines Pferdefutters, dadurch gekennzeichnet, dafs Blut
mittels Pepsins vorverdaut, darauf mit Fleischextractlösung vermischt und diese Mischung von entbittertem isländischem
Moos aufgesaugt wird, worauf dieses Product eventuell getrocknet und gemahlen wird.
2. Als Ausführungsform des unter 1. gekennzeichneten
Verfahrens die Verwendung von Häcksel an Stelle des isländischen Mooses.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE75376C true DE75376C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=348343
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT75376D Expired DE75376C (de) | Verfahren zur Herstellung eines Pferdefutters aus Blut, Fleischextrakt und isländischem Moos oder Häcksel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE75376C (de) |
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0
- DE DENDAT75376D patent/DE75376C/de not_active Expired
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