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Verfahren zum- Ausbessern von Füßlingen verbrauchter Strümpfe, Socken
o. dgl. und Hilfsmittel zum Ausüben des Verfahrens Die Erfindung bezieht sich auf
ein Verfahren zum Ausbessern von Füßlingen @ v erbrauchter Strümpfe, Socken o@.
dgl., bei dem der beschädigte untere Teil des Füßlings zusammen mit dem beschädigten
Fersenteil nach einer Linie abgeschnitten wird, die vor der Strumpfspitze in die
obere Kante des Füßlings einmündet und hierauf durch ein neues Ansatzstück ersetzt
wird, Damenstrümpfe oder Herrensocken werden in der Regel durch Zerreißen des am
meisten beanspruchten Füßlings unbrauchbar.
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Aus diesem Grunde hat man bereits neue Füßlinge angesetzt. Hierzu
ist aber meistenteils Maschinenarbeit erforderlich, insbesondere wenn es sich um
ein Anmaschen handelt, was noch bei Herrensocken von Hand mit Hilfe von Stricknadelarbeit
vorgenommen werden kann. Dieses Ansetzen eines neuen Füßlings wird jedoch teuer,
erfordert fast durchweg Neuware für das Ansatzstück und kann dabei- immer nur beschränkte
Bedeutung haben. Ferner verlangt die bekannte Arbeitsweise gleichen Farbton für
das neu anzusetzende Stück, da dieses noch über den oberen Schuhrand hinausragt,
was bisher immer der Fall sein muß, wenn die durch die hintere Schuhkante Besonders
leicht beschädigten Strumpfstellen nach mitersetzt werden sollen.
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In allen diesen Punkten schafft das Verfahren nach der Erfindung Abhilfe.
Es ermöglicht ein vollwertiges Ersetzen des beschädigten Füßlings, ohne dazu eine
Spezialmaschine notwendig zu haben, so, daß diese Arbeit unter Umständen von jeder
Hausfrau ohne besondere Fachkenntnisse vorgenommen werden kann. Wesentlich ist dabei,
daß als Stoff für den neuen Füßling jedes beliebige Strumpfstoff stück, das auch
einen anderen Farbton haben kann, zu gebrauchen ist, weil die Ansetzkante im fertigen
Zustand stets tiefer liegt als der obere Schuhrand, wobei
trotzdem
auch die ursprünglich über diesem Rand gelegenen, durch die hintere Schuhkappe zerstörten
Stellen erneuert sind. Außerdem ist dabei berücksichtigt, daß das Ansetzstück seinerseits
nochmals so unterteilt ist. daß mir möglichst kleinflächige Ersatzstücke notwendig
sind. Diese Unterteilung ist zudem noch so getroffen, (iaß die Einzelstücke, die
zusammen den neuen Füßling ergeben, auch eine einfache Form erhalten. Wichtig ist
ferner, daß dabei jener Teil des Füßlings noch erhalten bleibt, der auch beim schlechtesten
Strumpf fast immer ohne Schaden ist.
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Bei den bekannten Verfahren zum Ausbessern von Füßlingen verbrauchter
Strümpfe oder Socken wird der beschädigte untere Teil des Füßlings etwa parallel
und im gleichen Abstand zur oberen und unteren Strumpfkante und zusammen mit (lern
beschädigten Fersenteil abgeschnitten und durch ein neues gleich großes Ansatzstück
ersetzt, wodurch die oben angeführten Mängel eines unverdeckten Fersenersatzes voll
in Erscheinung treten. Demgegenüber wird' zur Erzielung der oben angeführten Vorteile
beim Verfahren nach der Erfindung derart vorgegangen, daß an Stelle des zu ersetzenden
beschädigten Stückes mit einer über die Schuhkante reichenden Fersenhöh.e ein Neustück
mit einer demgegenüber verkürzten, nicht mehr über den oberen Schuhrand vorstehenden
Fersenhöhe angesetzt wird, wobei dieses \eustück auch in seinem dem Zehenteil entsprechenden
Vorderteil kleiner bemessen ist als das wegfallende beschädigte Stück und der verbleibende
obere Strumpfteil um den der Verkleinerung des Neustücks entsprechenden Betrag tiefer
gesetzt wird; so daß die ursprünglich über dem Schuhrand liegende beschädigte Fersenstelle
nicht nur verschwindet, sondern auch hier die Ansatzstelle des `custüclcs unterhalb
des Schuhrandes zu liegen kommt, und daß zu diesem Zweck die Schnittlinie zum Abtrennen
des zu ersetzenden unteren Füßlingteils an ihrem vorderen Ende so weit von der Fußspitze
zurück in den oberen Füßlingteil einspringt, als dies dem vorzunehmenden Tiefersetzen
des oberen Strumpfteils entspricht.
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Dabei muß natürlich das Tiefersetzen des oberen Strumpfteils und das
nach dein oberen t#fißlingteil einspringende Abschneiden des unteren Füßlingteils
so aufeinander abgestimmt werden. daß die Ansetzkante, nachdem sie gerade gestreckt
worden ist, in die neue Strumpfspitze einläuft.
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Dadurch liegt beim neuen Strumpf die Stelle, an der der obere Strumpfteil
und das Ansatzstück zusammenkommen, im wesentlichen Teil etwa am Außenrand der Fußsohle
und in der Eckkante der Stoßstelle von Sohle und Oberleder, wo immer etwas Spielraum
verbleibt, so daß weder von oben noch von unten leer Druckstellen entstehen können.
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Uni das Ansatzstück inögliclist einfach und in kleinen Ersatzstücken
zurechtschneiden zu können, kann es in bekannter Weise in ein Fersen- und Sohlenstück
unterteilt sein.
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Die neue, genügend grolae und glatt anliegende Ristweite über der
Ferse des angesetzten, tiefer gesetzten oberen Strumpfteils läßt sich dadurch leicht
schaffen, daß beim Ansetzen des Ferseiistückes die am oberen Fülälingteil verbliebene
entsprechende Ansetzkante unter Dehnung an das n:ue Fersenstück angefügt wird.
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Uni (las Verfahren nach der Erfindung so einfach wie möglich zu gestalten,
ist es vorteilhaft. in der beim Ausbessern von Strünipfen an sich bekannten Weise
z. ß. aus Scha-1aon,-n bestehende Hilfsmittel zu verwenden, die eiti:rseits ilie
Form des wegzuschneidenden, anderseits des bzw. der wiederanzusetzend-In l#-ül'ilingsstiiclce
haben. Besonders ;:weckm:il'@ig haben die Schablonen für die neu anzusetzenden Stücke
eine Form, die (lern Muster #1e, erforderlichen, einfach liegenden Strumpfstottes
entsprechen, während die Schablone für (las abzuschneidende Stück die Form des doppelt
liegenden Strumpfstoffes hat. Dadurch läßt sich die erforderliche Grötle und Form
der Ersatzstücke stets genau übersehen. Bei dem am Füßling verbleibenden Altstück
ist demgegenüber aber noch die Doppellage vorhanden, was das Abtrenninuster ebenfalls
besonders berücksichtigt.
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Das Verfahren nach der Erfindung ist nachfolgend an Hand der Zeichnungen
in einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. und zwar zeigen 1#'ig. r in Seitenansicht
einen Strumpf mit zerrissenem Füßling, -Fig. z den Strumpf mit neuem Füßling, Fig.
3 die Schablone für die Aufzeichnung der Schnittkante für den abzutrennenden Teil
des zerrissenen Füßlings, Fig. A. die Schablone für die Aufzeichnung des anzusetzenden
vorderen Füßlingteils.
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1# ig. ; die Schablone für den Fersenteil, Fig. (i die Schablone für
die obere Hälfte der Fiißlingsspitze und Fig. ; und 8 die Verbindungsnähte auf der
Außen- und Innenseite als Teilansicht.
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Der untere verbrauchte Füßlingsteil nach Fig. i soll durch ein neues
Strumpfstück ersetzt werden. Dies geschieht in der Weise, daß der Strumpf flach
ausgebreitet und dann sein Füßling (t längs der Schnittlinie i. 2. 3 ai-'-eschnitten
wird. Diese Schnittflüche verläuft ungefähr in der Mitte zwischen der Oberkante
h und der Unterkante c des Füßlings und mündet am vorderen Ende in gebogener
Formbei
3 in die obere Füßlingskante b. ein, während sie am hinteren Ende in scharfem, aber
-nicht ganz rechtem Winkel nach der hinteren Strumpfkante d führt, und zwar oberhalb
des beschädigten Fersenteils, so daß dieser ganz wegfällt.
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C'm das richtige Abschneiden der beschädigten Strumpfteile in der
angegebenen Weise zu erleichtern, dient eine Schablone e nach Fit-'- 3. Diese wird
nach der in Fig. i gezeichr_eten Linie i, 2, 3 auf den Strumpf gelegt und damit
die Abtrennlinie aufgezeichnet, längs der dann der Schnitt -vorgenommen wird. Hierbei
wird noch die Nahtbreite in üblicher Weise zugegeben. Die vorgezeichnete Trennlinie
berücksichtigt dabei aber nicht nur den beschädigten Fersenteil, sondern auch den
fast immer mitgenommenen Zehenteil, während der noch gute Oberteil f des Füßlings
am Strumpf erhalten bleibt. Der zum Ansetzen zugeschnittene Reststrumpf hat dann
die Form, wie sie durch die Linie i, 2, 3, die Oberkante b, durch den oberen Teil
der Hinterkante d sowie den nach oben reichenden, durch die abgebrochene Linieg
dargestellten Strumpflangen bestimmt ist, wobei selbstverständlich der Strumpfstoff
doppelt liegen muß.
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Es handelt sich ferner darum, das anzusetzende Neustück derart passend
zurechtzuschneiden, daß alle Ansetzkanten nicht nur, insbesondere auch an dem Fersenteil,
innerhalb des Schuhes liegen, sondern auch an einer solchen Stelle des Fußes, die
einem Druck des Oberleders oder der Fußsohle möglichst wenig ausgesetzt ist. Dies
wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß das anzusetzende Neustück im ganzen kleiner
gehalten ist als das abgeschnittene Füßlingsstück und daß der obere Strumpfteil
um das diesem kleineren Maße entsprechende Stück tiefer gesetzt wird, was durch
die gebogen in die Oberkante b einspringende Schnittlinie 2-3 ermöglicht wird. Ist
die Entfernung dieser Einspringung von der Fußspitze ,I in passender Übereinstimmung
mit dem Maß .gewählt, um das der obere Strumpfteil tiefer gesetzt ist, so kommt
dann seine Ansetzkante @in ihrem wesentlichen Teil, nachdem sie geradegestreckt
worden ist, so zu liegen, daß sie außen an der Fußsohle entlang läuft, wo an der
Stoßkante zwischen Schubsohle und Oberleder regelmäßig ein genügender Spielraum
vorhanden ist und über den Fuß laufende Druckstellen ausgeschlossen bleiben.
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Wie aus Fig.2 ersichtlich ist, fällt der Schnittpunkt 3 (s. Fig. i)
durch das Tiefersetzendes oberen Strumpfteils in die Strumpfspitze 4. Der Schnittpunkt
i liegt entsprechend um das Stück k näher an der Ferse, und zwar unterhalb der oberen
Schuhkante, die durch die strichpunktierte Linie i angedeutet ist. Die Ansetzlinie
2-3 in Fig. i nimmt die gestreckte Mittellinie 2-.4 in Fig. 2 ein.
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Das Ansatzstück wird in das geradegestreckte längliche Vorderstück
k und das kleinere, .die Ferse bildende Abrundungsstück L unterteilt. Beide Stücke
haben in ausgebreiteter Lage die durch die Schablonen k und l
nach Fig. d.
und 5 angegebene Form. Sie können daher aus kleinen Ersatzstücken zurechtgeschnitten
und leicht in der in Fig. 2 angegebenen Weise zusammengenäht werden. Die Ersatzstücke
nach Muster k und l sind beim fertigen Strumpf dann längs der gestrichelten
1littellinien irr. und n gefaltet.
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LTm die durch Tiefersetzen des oberen Strumpfteils erforderliche Mehrweite
am Fersenansatz i-2 zu erzielen, wird diese Stelle dis Strumpfes beim Ansetzen des
Fersenstückes i entsprechend gestreckt. Die Dehfiüng ist deshalb erforderlich, weil
die Fersena.ns.atzkante-i-2 (I in Fig. 3) um eine Nahthreite kürzer ist als die
Anschlußkante I von Fig. 5. Letztere muß aber, da sie mit der Anschlußl:ante 1I
der Fig. 4 zusammengenäht wird, tim eine Naht breiter sein als die Kante z-2 der
Fig. 3. Ist nun Fersen- und Sohlenstück der Fig. .1. und 5 an der Kante II jeder
der Figuren zusammengenäht, so wird der Punkt 3 bei Fig. 3 auf .I der F ig. q.,
alsdann die Kanten III der Fig. 3 und d., dann Punkt i an der Hinterkante d an .die
Symmetrieachse n der Fig. 5 gesteckt; hierauf wird die Schnittlinie 3-2-i an der
Ecke bei 2 geradegestreckt änd mit der Schnittlinie des Sohlen- und Fer-#;enstücks
zusammengesteckt und zusammengenäht. Eine Dehnung ist dann nicht notwendig, wenn
die Schnittkanten beiderseits aufeinanderpassen.
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Das Fersenstück i kann auch, doppelt sein. Ebenso kann an der Stelle
der oberen Schuhkante über der Ferse innen im Strumpf ein Verstärkungsstück eingenäht
werden. Um den oberen Vorderteil des Füßlings noch besonders zu ersetzen, wie dies
in Fig. 2 gestrichelt eingezeichnet ist, bedient man sich hierzu eines zusätzlichen
Ersatzstückes nach Muster ö gemäß Fig. 6.
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Das Herstellen der Verbindungsnähte erfolgt in an sich bekannter Weise
nach der in Fig. ; und 8 gezeigten Art. Die beiden zu verbindenden Stücke werden
nahtrichtig aufeinandergelegt und vernäht: alsdann wird die Naht außen und innen
scharf glattgedrückt und die Endkanten auf der Innenseite durch Kreuzstiche o. dgl.
befestigt (Fig. 8). Auf der Außenseite entsteht dann eine glatte Nahtlinie p, wie
sie jeder neue Strumpf hat (Fig. -). Ein Einspringen der zurechtgeschnittenen Maschenware
wird erforderlichenfalls durch bekanntes Umnähen der Schnittkante verhindert.