DE744595C - Verfahren zur Herstellung von Cellulosemehlen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Cellulosemehlen

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DE744595C
DE744595C DEH159757D DEH0159757D DE744595C DE 744595 C DE744595 C DE 744595C DE H159757 D DEH159757 D DE H159757D DE H0159757 D DEH0159757 D DE H0159757D DE 744595 C DE744595 C DE 744595C
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cellulose
celluloses
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flours
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DEH159757D
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Dr Walter Herbst
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WALTER HERBST DR
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WALTER HERBST DR
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21BFIBROUS RAW MATERIALS OR THEIR MECHANICAL TREATMENT
    • D21B1/00Fibrous raw materials or their mechanical treatment
    • D21B1/04Fibrous raw materials or their mechanical treatment by dividing raw materials into small particles, e.g. fibres
    • D21B1/06Fibrous raw materials or their mechanical treatment by dividing raw materials into small particles, e.g. fibres by dry methods

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Cellulosemehlen Es ist bekannt, Holzcellulosen auf etwa 93% Alphacellulosegehalt zu veredeln, d. h. durch Behandlung mit alkalischen Flüssigkeiten so weit von ihren laugelöslichen Bestandteilen (Betacellulose) zu befreien, daß Stoffe mit etwa 93/o laugeunlöslichen Bestandteilen (Alphacellulose) erhalten werden, und die veredelten Cellulosen dann unter Bedingungen zu hydrolysieren, .die den Stoff zu einem Pulver abbauen, das dann zwar erheblich weniger Alphacellulose enthält als das unveredelte Ausgangsmaterial, aber eine größere Farbbeständigkeit besitzt als mechanisch pulverisierte unveredelte Cellulose.
  • Nach dem bekannten Verfahren wird die veredelte Cellulose z. B. in 5 %iger Schwefelsäure 6 Stunden lang bei Normaldruck gekocht, dann durch Auswaschen mit Wasser von der Säure befreit, entwässert, getrocknet und schließlich einem leichten MahlungsprozeB wie in einer-, kleinen Kaffeemühle unterworfen, wobei unter geringem Energieaufwand das pulverförmige Endprodukt entsteht.
  • Durch die angegebene intensive Säurebehandlung wird die Cellulose sehr .weitgehend verändert; es entsteht neben sehr kurzfaserigen Abbauprodukten mit sehr geringer Viscosätät viel Hydrocellulose, die ihrerseits kein Abbauprodukt, sondern ein Reversionsprodukt der Cellulose @darstellt. Reime Hydrocellulose ist lemcht zerreiblich und ihrem physikalischen Verhalten nach tonähnlich. In trockenem, zerkleinertem Zustand ist die Hydrocellulose von hartem, d. h. sandigem bzw. straßenstaubähnlichem Griff, in wässerigen :Nufschwemmungen sedimentiert sie ziemlich schnell und vollständig und bildet dann zähe, tonähnliche, nahezu wasserundurchlässige Schichten. In heißen, verdünnten Alkalilösungen ist Hydrocellulose weitgehend löslich., und ihre Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einwirkungen, auch gegen die Einwirkung von 'Verdauungssäften, ist erheblich größer als bei unveränderter Cellulos@e.
  • Auf die letztgenannten Eigenschaften der Hydrocellulose ist es zurückzuführen, daß die Produkte des bekannten Verfahrens trotz der Veredelung der Cellulose vor ihrer Säurebehandhing erheblich geringere Gehalte an Alphacellulose, d. h. an laugeunlöslichen Bestandteilen., aufweisen als das unveredelte Ausgangsmaterial und zugleich eine größere Farbbeständigkeit besitzen als dieses.
  • Da Hy drocellulose für manche Verwendungszwecke ungeeignet ist, wurde in einem älteren Patent schon vorgeschlagen, zwecks Herstellung von Cellulosemehlen die Cellulose einer so wenig eingreifenden Säurebehandlung zu unterziehen, daß ihre Fasern zwar mürbe werden, Hydrocellulose aber nicht entsteht, und diese Behandlung dann durch Zerreibung des noch feuchten Stoffes zu ergänzen.
  • Nach dem Verfahren des älteren Patentes wird Cellulose, insbesondere Holzcellulose, während einer Zeitdauer von etwa 6o bis 9o Minuten so lange mit etwa 2°/°iger, 7; bis 8o° warmer Salzsäurelösung behandelt oder einer anderen chemisch äquivalenten Säureeinwirkung unterworfen, bis die Cellulosefasern in feuchtem Zustand zerreibbar geworden sind, worauf der gegebenenfalls neutralisierte undloder ausgewaschene Stoff feucht in Scheibenmühlen o. dgl. zerrieben und nach Trocknung gegebenenfalls auf feine Mehle weitervermahlen wird.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung wurde nun erkannt, daß es wesentliche technische Vorteile bietet, wenn die Säurebehandlung der Cellulose etwa doppelt so intensiv gestaltet wird wie bei dem oben beschriebenen Verfahren des älteren Patentes, denn auch dabei entsteht praktisch noch keine Hydrocellulose: jedoch werden Produkte von wesentlich geringerer Viscosität erhalten, :die nicht nur üei der nachfolgenden Feuchtvermahlung bedeutend weniger Energie erfordern, sondern auch Produkte liefern, die sich von den nach dem Verfahren des älteren Patentes hergestellten in mehrfacher Beziehung vorteilhaft unterscheiden. Ferner wurde bekannt, daß die Säureeinwirkung gemäß dem Verfahren des älteren Patentes nur bei reiner, gebleichter Sulfitcellulose ausreicht, um die gewünschten Produkte zu erhalten, während z. B. Natron- bzw. Sulfatcellulose und insbesondere mit Harzen bzw. Harzabbauprodukten stärker verunreinigte Cellulosen zu dem gleichen Zweck zum Teil erheblich intensiver mit' Säure behandelt werden müssen.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellte Cellulosemehle unterscheiden sich von den Produkten des einleitend behandelten bekannten Verfahrens dadurch, daß sie weder aus Hydrocellulose bestehen noch praktisch solche enthalten. Sie sind daher nicht von hartem, d. 1i. sandigem bzw. straßenstaubähnlichem, sondern von weichem, weizenmehlähnlichem Griff. Durch entsprechende Anfeuchtung gelangen sie nicht in tonähnliches, sondern in mehlteig- bzw. grießbreiähnliches Gefüge, und in Aufschwemmungen mit viel Wasser sedimentieren sie mir langsam zu lockeren, gut wasserdurchlässigen Schichten. Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber chemischen Einwirkungen entspricht weitgehend dein diesbezüglichen Verhalten der als Ausgangsmaterialien verwendeten Cellulosen. Daher sind auch gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellte Cellulosemehle ebenso hoch verdaulich wie die verarbeiteten Cellulosen als solche, während dieses bei Hydrocellulosen nicht der Fall ist.
  • Die Unterschiede zwischen Cellulosemehlen gemäß der vorliegenden Erfindung und solchen gemäß dem Verfahren des älteren Patentes bestehen; abgesehen von den schon erwähnten Viscositätsunterschieden. u. a. darin, daß die ersteren hinsichtlich ihres größeren Raumgewichts und ihres geringeren' Bindungsvermögens für Flüssigkeiten den diesbezüglichen Eigenschaften von Getreideinehlen sehr viel näher kommen und infolgedessen für manche Zwecke besser geeignet sind als nach dem Verfahren des älteren Patentes hergestellte Cellulosemehle.
  • Wie schon oben gesagt worden ist, wird bei dein Verfahren des älteren Patentes die Cellulose finit etwa :2°/°iger Salzsäurelösung bei etwa 75 bis 8o° während einer Zeitdauer von etwa 6o bis go Minuten behandelt. Dieser Behandlung chemisch äquivalent ist z. B. eine solche finit i °/°iger Salzsäurelösung bei ioo° während einer Dauer von 15 bis 30 Minuten.
  • Demgegenüber wird bei dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung die Behandlung der Cellulose mit z °/°iger Salzsäurelösung bei ioo' bis auf i Stunde ausgedehnt, soweit gebleichte Sulfitcellulosen als Aus-- angsinaterial dienen, bei denen die natürliche Festigkeit der Fasern sowohl durch den sauren Aufschluß als auch durch das Bleichmittel schon vermindert ist.
  • Dagegen muß bei Natron- bzw. Sulfatcellulosen, die bekanntlich bedeutend festere Fasern besitzen, die Intensität der Säurebehandlung gegenüber der für gebleichte Sulfitcell@ulosen angegebenen Einwirkung etwa verdoppelt werden. Natron- bzw. Sulfatcellulosen erfordern also bei i 0/0iger Salzsäurelösung und ioo' eine Einwirkungsdauer bis zu 2 Stunden, um in den gleichen erfindungsgemäßen Zustand zu gelangen, der unter sonst gleichen Bedingungen bei gebleichten Sulfitcellulosen schon im Verlauf von x Stunde erreicht wird, Intensiver als angegeben, unter Umständen sehr viel intensiver, ist die Säurebehandlung sowohl bei Sulfit- als auch bei Natron- bzw. Sulfatcellulosen zu bemessen, wenn es sich um Stoffe handelt, die über Spuren hinausgehende Mengen von Harzen bzw. Harzabbauprodukten o,. dgl. enthalten oder noch in stärkerem Maße mit Lignin, Kieselsäure usw. inkrustiert sind, weil dadurch die Angriffsmöglichkeiten der Säure auf die Cellulosefasern erheblich vermindert werden. Gegebenenfalls muß i 0/0ige Salzsäurelösung bei Zoo' bis zu io Stunden lang einwirken, um harzreichere und/oder stärker inkrustierte Cellulosen in den erfindungsgemäßen Zustand zu bringen, der unter sonst gleichen Bedingungen bei praktisch harzfreien und normal aufgeschlossenen Cellulosen schon im Verlauf von i bzw. 2 Stunden erreicht wird. .
  • Ungebleichte Sulfitcellulosen sind, wenn sie von Nadelhölzern stammen, meistens sehr harzreich. Praktisch harzfreie Sorten erfordern eine Säurebehandlung, die hinsichtlich ihrer Intensität zwischen den für gebleichte Sulfitcellulosen und Natron- bzw. Sulfatcellulosen angegebenen Zahlen liegt.
  • In den angegebenen Grenzen ist im Einzelfall die jeweils passende Intensität der Säurebehandlung durch Vorversuche zu bestimmen.
  • Statt der Behandlung der Cellulose mit i 0/0iger Salzsäjtrelösung bei ioo' kann auch eine beliebige -andere chemisch - äquivalente Säurebehandlung mit gleichem Ergebnis erfolgen. Dabei ist die jeweils passende Einwirkungsdauer der Säure umgekehrt proportional ` a) bei gleicher Temperatur dem Normalitätsgrad der Säure, wobei die Art der Säure, soweit es sich um .Mineralsäuren handelt, gleichgültig ist; b) bei gleichem Normalitätsgrad der Säure den n-ten Potenzen einer zwischen i,io und 1,15 liegenden Zahl (= a), wenn für fz :die jeweiligen Temperaturunterschiede in Celsiusgraden mit entsprechenden Vorzeichen eingesetzt werden.-Uin die vorstehend definierten ÄquivaIenzbeziehungen zu veranschaulichen, werden die folgenden Tabellen beigebracht:
    Tabelle i
    Abhängigkeit der Reaktionszeit von
    der Säurekonzentration bei gleicher
    Temperatur
    auf der Grundlage:
    z 0/0ige Salzsäurelösung = i Stunde
    Konzentrationen Entsprechende Reaktionszeiten
    der Salzsäurelösung pH-Werte
    0,404, o,96 150 Minuten
    o,6°/0 0,78 ioö -
    o,80/0 o,66 75 -
    i,00/0 o,56 60 -
    i,20/0 0,48 50 -
    1'40/0 0,42 43 -
    1,60/a 0,36 38 -
    Tabelle 2
    Abhängigkeit der Reaktionszeit von
    der Temperatur bei gleicher
    Säurekonzentration
    auf der Grundlage:
    iooo = i Stunde und a. = 1,125 (Mittel)
    Temperaturen Reaktionszeiten
    700 34 Stunden 15 Minuten
    80° 10 - 30 -
    900 3 - 15 -
    iooo i Stunde
    iio0 18 -
    1200 6 -
    Tabelle 3
    Abhängigkeit der Temperaturen von
    der Säurekonzentration bei gleicher
    Reaktionszeit
    auf der Grundlage:
    pg o,56 (entspr. i 0/0iger Salzsäure) = ioo0
    pa-Werte im Stoff Reaktionstemperaturen
    0 86- g10
    i 107-11 i 0
    2 124-135o
    3 140-1590
    4 1s"7-1830
    5 173-207f
    6 190-2310
    7 2o6-2560
    Nach Ablauf der jeweils passenden Einwirkungszeit wird die von der behandelten Cellulose festgehaltene Säure neutralisiert und/oder mit Wasser ausgewaschen, danach der Stoff durch Absickernlassen, Pressen oder Zentrifugieren von einem Teil der Flüssigkeit befreit und. mit Wassergehalten von zweckmäßig - 5o bis 750/0 mechanisch, z. B. in Scheiben- oder Konusmühlen, zerrieben. Das dabei anfallende, gequollenem Weizengrieß ähnliche Produkt kann dann unmittelbar, also feucht, z. B. als Viehfutter Verwendung finden oder zu brikettartigen Blocks oder ölkuchenartigen Platten gepreßt und gegebenetifalls getrocknet werden, oder es kann in der nach der Mahlung vorliegenden Grießform getrocknet und so verwendet oder z. B. in Schlägermühlen zu feinem Pulver von z. B. i oo d:in Feinbelt (= i o ooo Maschen/qcm ) weitervermahlen werden.
  • Bei geeigneter Feuchtv erinahlung der erfindungsgemäß mit Säure vorbehandelten Cellulose werden die Fasern praktisch völlig zerstört, d. h. in sehr kurze Bruchstücke zerlegt, die im Durchschnitt kaum länger sind als breit. Demgemäß sind alle aus feuchtvermahlenen Stoffen gewonnenen Produkte praktisch faserfrei; das vorstehend an letzter Stelle genannte feine Pulver ist von weizen-bzw. stärkemehlähnlicher Beschaffenheit, im Durchschnitt sogar noch feiner.
  • Sollen demgegenüber für Spezialzwecke Celluloasemehle erhalten werden, die.noch eine gewisse Faserstruktur .besitzen, d. h. teilweise oder überwiegend aus Faserbruchstücken bestehen, die länger sind als breit, so ist dieses dadurch zu erreichen, daß die Feuchtvermahlung der erfindungsgemäß mit Säure vorbehandelten, dann entsäuerten und von einem Teil der Flüssigkeit befreiten Cellulose z. B. mit nur schwach angezogenen Mahlscheiben durchgeführt wird, wobei die Fasern nur teilweise zerrieben werden, oder daß der Stoff überhaupt erst nach erfolgter Trocknung vermahlen wird.
  • Aus mit Harzen bzw. Harzabbauprodukten oder ähnlichen Stoffen verunreinigten Cellulosen nach den vorstehenden Angaben hergestellte Cellulosepräparate besitzen die für viele Zwecke störende Eigenschaft, daß sie insbesondere nach Trocknung bei höheren Temperaturen Wasser schlecht annehmen und auch durch tagelanges Einweichen in Wasser, sogar durch Kochen, nicht wieder in den originalfeuchten quelligen Zustand gebracht werden können, den sie vor der Trocknung besessen haben.
  • Dieses Verhalten kann gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch verhindert oder beseitigt werden, daß der Stoff vor oder nach der Säurebehandlung durch Auswaschen mit Alkalilösungen, z. B. mit o,511/11iger, zweckmäßig heißer Natronlauge oder Sodalösung oder mit anderen harzlösenden Mitteln von den Verunreinigungen befreit und/oder daß die Endtrocknung bei Temperaturen unter 75 bis So' durchgeführt wird.
  • Werden die harzartigen Verunreinigungen der Cellulose vor ihrer Behandlung mit der Säure in ausreichendem Maße entfernt, so ist selbstverständlich die Intensität der Säurebehandlung nach den für praktisch harzfreie Cellulosen angegebenen Zahlen zu bemessen. Beispiel 1 Handelsübliche Ia gebleichte Sulfitcellulose wird mit i 11/11iger Salzsäurelösung bei ioo° bis zu 6o Minuten lang gekocht und durch gründliches Auswaschen mit Wasser von der Säure befreit, danach mit Hilfe einer Schneckenpresse teilweise entwässert, mit einem Wassergehalt von etwa 6o°/0 .in einer Scheibenmühle bis zur völligen Zerstörung der Cellulosefasern zerrieben, in üblicher Weise getrocknet und schließlich z. B. in einer Schlägermühle zu feinem, faserfreiem Mehl weitervermahlen. Beispiel e Handelsübliche I a gebleichte Sulfitceilulose wird nach Säurebehandlung und Auswaschung der Säure gemäß Beispiel i mit Hilfe einer Zentrifuge vorentwässert und, ohne Feuchtvermahlung, getrocknet, dann erst in einer Scheibenmühle und danach in einer Schlägermühle vermahlen, wobei ein noch leicht faseriges, zur Flockenbildung neigendes Mehl entsteht. Beispiel 3 Handelsübliche Natron- bzw. Sulfatcellulose mit geringem Harzgehalt wird mit i 0%iger Rohsalzsäureläsung bei 100° 2 bis 3 Stunden lang behandelt und nach Entfernung der etwa überschüssigen Säure mit einer zur vollständigen Neutralisation der im Stoff verbliebenen Säure ausreichenden Menge Kalk und Soda innig vermischt, danach mit Wassergehalten von etwa 40°% in Scheibenmühlen zerrieben und zweckmäßig in mit Feuergasen nach denn Gleichstromprinzip beheizten Trommeln derart getrocknet, daß die auf den schon annähernd trocken gewordenen Stoff einwirkenden (End-) Temperaturen 75 bis So' nicht übersteigen.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Cellulosemehlen, dadurch gekennzeichnet, däß reine, gebleichte S,ulfitcellulo@se mit i %iM wässeriger Salzsäurelösung bei ioo° 15 bis 6o Minuten lang behandelt wird oder daß andere Cellulosen, falls sie nur Spuren von Harzen o. dgl. enthalten und normal aufgeschlossen sind, in gleicher Weise bis zu 2 Stunden behandelt werden oder daß harzreichere und/oder in stärkerem Mäße noch inkrustierte Cellulosen in gleicher Weise bis zu io Stunden lang behandelt werden oder daß die verschiedenartigen Cellulosen in jeweils chemisch äquivalenter Weise behandelt werden, worauf der neutralisierte und/oder mit Wasser .ausgewaschene Stoff entweder in feuchtem gequollenem Zustand bis zum Verlust seiner Faserstruktur zerrieben, nach Bedarf getrocknet und gegebenen,-falls zu feinem, faserfreiem Mehl weitervermahlen wird oder aber ohne vorherige Feuchtv ermahlung getrocknet und trocken zu noch leicht faserigen, zur Flockenbildung neigenden Mehlen vermahlen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß mit Harzen o. dgl. verunreinigte Cellulosen vor oder nach der Säurebehandlung durch Auswaschen mit Alkalilösungen, z. B. verdünnter, zweckmäßig heißer Natronlauge oder Sodalösung, oder mit anderen harzlösenden Mitteln von den Verunreinigungen befreit werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknung der Stoffe bei Temperaturen unter 75 bis 8o° erfolgt. ' Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: deutsche Patentschrift ..... Nr. 29o 131; USA.-Patentschriften ...... - 1503604, 1615 343, 1620 938, 1964 772; australische Patentschrift Nr. 26 2o2 aus dem Jahre 1930; aus dem Buche von Hess »Die Chemie der Zellulose und ihrer Begleiter«, 1928, S,'. 48o, Tabelle unter Nr. 1 bis 4 sowie letzte Zeile in Verbindung mit S. 48i, oben.
DEH159757D 1938-12-05 1939-06-03 Verfahren zur Herstellung von Cellulosemehlen Expired DE744595C (de)

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