DE301207C - - Google Patents
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- DE301207C DE301207C DENDAT301207D DE301207DA DE301207C DE 301207 C DE301207 C DE 301207C DE NDAT301207 D DENDAT301207 D DE NDAT301207D DE 301207D A DE301207D A DE 301207DA DE 301207 C DE301207 C DE 301207C
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
- A23K—FODDER
- A23K10/00—Animal feeding-stuffs
- A23K10/30—Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms
- A23K10/32—Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms from hydrolysates of wood or straw
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Description
Nach der Patentschrift 128661 soll ein Futtermittel
aus Stroh durch Kochen desselben mit etwa 4 Prozent Ätznatron hergestellt werden.
Der feste Rückstand wird zusammen mit der beim Kochen sich bildenden Brühe verfüttert.
In der Patentschrift wird hervorgehoben, daß bei dem Arbeitsvorgang das Stroh nur halb
aufgeschlossen wird. Das erhaltene Futter hat den Wert etwa wie Heu.
Bei der augenblicklichen Futterknappheit aber nutzt eine Vermehrung der Rauhfuttervorräte
nicht viel; es kommt darauf an, Kraftfutter zu schaffen, d. h. Futtermittel,
die mindestens die Verdaulichkeit von Kleie haben. Diese lassen sich aus Stroh herstellen,
wenn man die Aufschließung durch Vergrößerung der verwendeten Atznatronmengen wesentlich weiter treibt, als dies nach der beschriebenen
Verfahrensweise geschehen soll.
In dieser Richtung bewegen sich schon Versuche, die Geh. Rat Kellner, Möckern,
mit reinem Strohstoff angestellt hat, also mit vollkommen aufgeschlossenem Stroh, aus dem
alle Reste des Aufschlußmittels und die beim Kochen in Lösung gegangenen Teile gründlich
ausgewaschen waren. Er fand, daß dieses beim Rind in bezug auf Verdaulichkeit und
Futtererfolg gleichwertig mit Stärkemehl war. Ähnlich günstige Ergebnisse fand Professor
Fingerling bei der Verfütterung dieses Materials an Schweine. ■
Trotzdem aber gab es keine Möglichkeit, : den Strohstoff zur Streckung unserer Kraftfuttervorräte
zu benutzen. Nach dem Kochen und Auswaschen bildet der Strohstoff nämlich eine dünnflüssige Masse, die ohne weitere mechanische
Bearbeitung durch Absitzenlassen höchstens bis auf etwa 15 Prozent Trockensubstanz
gebracht werden kann. Diese Masse ist an und für sich ein gutes Futter und sind hiermit
die obenerwähnten günstigen Erfolge erzielt worden. Für die Praxis aber ist dieser
nasse Strohstoff mit 85 Prozent Wasser ebensowenig ein geeignetes Futter wie nasse Rübenschnitzel.
Ja, er ist sogar noch viel ungeeignet er, weil er im Gegensatz zu den Rübenschnitzeln
nur eine Haltbarkeit von wenigen Tagen besitzt. Er geht dann in Gärung über und wird für die Fütterung gänzlich unbrauchbar.
Getrocknet läßt sich der Strohstoff natürlich leicht transportieren und ist dabei unbegrenzt
haltbar. Bei der Trocknung aber tritt gerade eine große technische Schwierigkeit
auf. Während das nach Lehmann (Patentschrift 128661) halb aufgeschlossene
Stroh noch keinerlei Neigung zur Verfilzung zeigt, verfilzt das weit aufgeschlossene Stroh,
besonders wenn die einzelnen Fasern durch die Bearbeitung beim Waschen vollkommen
freigelegt sind, außerordentlich stark. Hierauf beruht ja gerade die gute Verwendbarkeit
des Strohstoffs bei der Papiererzeugung. Die Verfilzung aber setzt die Verdaulichkeit
des Strohstoffs ganz erheblich herab. Versuche haben gezeigt, daß Strohstoff, der beim
Trocknen pappenartige Klumpen gebildet hatte und so verfüttert wurde, beim Tier Verdauungsstörungen
allerschwerster Art herbeiführte.
Das technische Problem liegt also darin, aus dem gut aufgeschlossenen Stroh ein Trockenfutter
herzustellen, das nicht verfilzte große Pappstücke oder Klumpen bildet, sondern dem
Tiermagen die Strohstoffasern so zuzuführen, daß sie für die Verdauungssäfte gut angreifbar
sind.
Dies ist nun gemäß der Erfindung dadurch gelungen, daß der gut zerfaserte Strohstoff mit
stärkemehlhaltigen Massen, z. B. Brei aus gedämpften
Kartoffeln, innig gemischt und auf der Kartoffelflockenmaschine oder sonstigen geeigneten
Vorrichtungen getrocknet wird.
Während man ohne den Zuschlag beim Trocknen eine zähe, unkaubare und kaum herunterzuschluckende
Masse erhält, wird nach der Mischung mit Stärke ein Erzeugnis gewonnen, das in der Hand leicht bröckelt, sich
gut kauen und schlucken läßt, und deshalb vom Tier auch gern genommen wird.
Während reiner Strohstoff nur außerordentlich schwer zu Pulver vermahlbar ist — nach
umfangreichen Versuchen muß man zur mehlfeinen Zermahlung von 50 kg Strohstoff etwa
30' Pferdekraftstunden rechnen —, läßt sich
die gleiche Menge eines getrockneten Gemisches von 80 Teilen Strohstoff und 20 Teilen
Kartoffeln mit etwa 12 P. S. auf den gleichen Feinheitsgrad bringen.
Die Herstellung der Strohflocken geht in folgender Weise vor sich:
Stroh oder Heu, wegen des hohen Zellstoffgehaltes am besten^ Winterhalmstroh, wird in
einer der an sich bekannten Arten aufgeschlossen. Das Stroh wird gehäckselt oder
gebrochen oder auch im ganzen in den Kocher gefüllt. Die Kochflüssigkeit wird vor oder im
Kocher mit dem Stroh gründlich gemischt. Am besten bewährt hat sich das Kochen mit
Ätznatron, und zwar mit etwa 10 Prozent des Strohgewichtes. Hierbei tritt bereits eine
völlige Aufschließung ein, das Material wird zu etwa 80 Prozent verdaulich, es enthält
noch etwa 20 Prozent Pentosane, die aber fast ebenso hoch verdaut werden, wie die aufgeschlossene
Zellulose. Eine Steigerung der Ätznatronmenge über 10 Prozent steigert zwar die
Verdaulichkeit, die sich bei 20 Prozent NaOH auf annähernd 90 Prozent bringen läßt; wirtschaftlich
ist dies aber nicht empfehlenswert, da durch die weitergehende Zerstörung der
Pentosane die Ausbeute zu sehr zurückgeht. Die Aufschließung läßt sich bei den angegebenen
Ätznätronmengen, die natürlich in Wasser, und zwar in etwa 400 1 auf 100 kg
Stroh, aufgelöst sein müssen, ebensogut ohne Druck wie mit Druck erreichen. Im ersteren
Falle benötigt man etwa 6 Stunden Kochzeit, im letzteren bei etwa 4 Atmosphären 5 Stunden.
Nach der Kochung läßt man die Lauge mit den gelösten Substanzen ablaufen und wäscht
den zurückbleibenden Strohstoff gründlich aus. Hierzu ist viel Wasser und mehrere Stunden
Zeit erforderlich, da die Diffusionsgeschwindigkeit der in der Ablauge enthaltenen Salze recht
gering ist.
Nach der Waschung wird der Strohstoff meist noch einer mechanischen Zerkleinerung
auf Holländern oder Mühlen und dann soweit wie möglich einer mechanischen Entwässerung
unterworfen. Diese läßt sich z. B. auf der Papiermaschine oder auf Walzen oder Spindelpressen
bis zu etwa 30 Prozent Trockensubstanz erreichen. Hierbei tritt aber schon eine erhebliche Verfilzung ein. Der Stoff muß also
jetzt nochmals aufgelockert werden. Hierzu haben sich die Papierzerfaserungsmaschinen
am besten bewährt. Nach entsprechenden Umänderungen an diesen Apparaten kann
man hierauf gleichzeitig mit der Auflockerung des Materials seine innige Mischung mit dem
Kartoffelbrei vornehmen. Besonders bewährt hat sich ein Mischungsverhältnis von 70 bis
80 Teilen Strohstoff und 30 bis 20 Teilen Kartoffeln, beides gerechnet auf Trockensubstanz.
Soll die Mischung auf der Kartoffelflockenmaschine getrocknet werden, wird vorteilhaft
noch etwas heißes Wasser zugesetzt, dessen Menge nach der Beschaffenheit des Strohstoffes
schwankt, um ihn gut auf den Trockenwalzen verteilen zu können, und um ein mögliehst
gleichmäßiges Erzeugnis in Form der Kartoffelflocke zu erhalten.
' Die von der Maschine kommenden großen Flockenschleier werden in üblicher Weise auf Rührwerken zerkleinert. Auch zur Vermahlung ist dieses Material gut geeignet.
' Die von der Maschine kommenden großen Flockenschleier werden in üblicher Weise auf Rührwerken zerkleinert. Auch zur Vermahlung ist dieses Material gut geeignet.
Als wesentlich leistungsfähiger als die eigentliche Kartoffelflockenmaschine haben sich
Trockentrommeln mit starker mechanischer oder pneumatischer Bewegung des Trockengutes
erwiesen. Hierin kommt das Material nicht zur Bildung eines Flockenschleiers, es
bilden sich vielmehr unmittelbar einzelne Flocken, die aus einer Anzahl einzelner Strohstoffasern
bestehen, die durch den Stärkebrei zusammengehalten werden. Dieses Erzeugnis hat große Ähnlichkeit mit Haferflocken und
wird auch ohne nachfolgende Zerkleinerung von allen Haustiergattungen sehr gern genommen
und gut verdaut. '
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung eines Trockenfutters in Flockenform aus in bekannterWeise auf chemischem Wege aufgeschlossenem Stroh oder Heu, drdurch gekennzeichnet, daß die aufgeschlossenen Pflanzenstoffe vor dem Trocknen mit stärkehaltigen Stoffen, insbesondere mit entsprechend zerkleinerten und gedämpften Kartoffeln Zu einem Brei vermischt werden und daß die Mischung auf Kartoffelflockenmaschinen oder auf ähnlichen Vorrichtungen geflockt wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE301207C true DE301207C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=555122
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT301207D Expired DE301207C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE301207C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744656C (de) * | 1941-03-07 | 1944-01-22 | C F Guenther & Co | Verfahren zur Herstellung von cellulosehaltigen Futtermitteln |
-
0
- DE DENDAT301207D patent/DE301207C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744656C (de) * | 1941-03-07 | 1944-01-22 | C F Guenther & Co | Verfahren zur Herstellung von cellulosehaltigen Futtermitteln |
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