AT358910B - Verfahren zur gewinnung von leicht verdaulichen angereicherten futtermitteln aus pflanzlichen roh- und abfallstoffen - Google Patents

Verfahren zur gewinnung von leicht verdaulichen angereicherten futtermitteln aus pflanzlichen roh- und abfallstoffen

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AT358910B
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    • A23KFODDER
    • A23K10/00Animal feeding-stuffs
    • A23K10/30Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms
    • A23K10/32Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms from hydrolysates of wood or straw

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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung von leicht verdaulichen angereicherten Futtermitteln aus pflanzlichen zellulosehaltigen Rohstoffen und Abfallprodukten, die durch eine kombinierte Behandlung durch Wasser und Sattdampf mit einer anschliessenden Defibrierung aufgeschlossen sind. 



   Es ist bekannt, pflanzliche Rohstoffe, z. B. Stroh oder zerkleinertes Holz, einer Dampf- oder Dampf-Druckbehandlung zu unterziehen, um durch Auflockerung des Zellverbandes die anschliessende Defibrierung zu gewährleisten. Die dadurch freigelegte faserige Struktur der Zelluloseanteile ermöglicht den Einsatz der aufgeschlossenen Materialien zur Herstellung von Faserplatten oder Futermitteln. 



   Eine Dampfbehandlung bei erhöhter Temperatur zur Erhöhung des Nährwertes von Futtermitteln wurde bereits beispielsweise von Mangold im Jahre 1927 beschrieben. 



   1973 wurde in Kanada ein Verfahren zur Dampfbehandlung von Holz und von Einjahrespflanzen zur Gewinnung von Nährfutter für Wiederkäuer patentiert (Bender F. und Heaney   D. P.,   CA-PS Nr. 933028 vom 4. September 1973). Nach diesem Verfahren werden die zerkleinerten Rohstoffe Holz oder Stroh mit Sattdampf bei 180 bis   220 C   während eines Zeitraumes von 15 bis 120   n-. in   behandelt und danach durch Entspannung mittels eines Entspannungsventils defibriert. Das derart gewonnene Fasermaterial hat eine mit Heu vergleichbare Verdaulichkeit. 



   Ein ähnliches Verfahren wird in der Österreichischen Auslegeschrift A 5345/76 vom 15. November 1978 (angemeldet am 20. Juli 1976, Dietrichs H. H., Sinner M., Brachthäuser   K. H.   und Opderbeck F.) beschrieben, wo beispielsweise zerkleinertes Holz einer Dampf-Druckbehandlung im Bereich von 180 bis   200 C   mit anschliessender Defibrierung in einem Refiner unterzogen wird, wobei die Verweilzeiten im Kocher etwa 5 bis 8 min betragen. 



   Ein ähnliches Verfahren wurde von Bengt Nilsson und Steinar Vardheim bei der Atip Conference in Uriage, Frankreich, 14. bis 18. Juni 1965 vorgestellt (Aspects of the Asplund Defibrator Process for Treatment of Waste Paper Stock, Defibrator AB Stockholm, Schweden, Publikation Nr. 334. 4-13E : 4. 66). Hier werden Altpapierabfälle in einem horizontalen Kocher mit Dampf bei etwa 1500C und einem Druck von 3, 5 bis   4, 2 kg/cmz mit   einer Verweilzeit von zirka 3 bis 4 min mit anschliessender Defibrierung in einem Asplund-Refiner behandelt. 



   Ein ähnliches Verfahren wird auch in der Firmenschrift "The Defibrator Pilot Plant Unit for Mechanical and High Yield Pulping", Defibrator AB Stockholm, Schweden, beschrieben (Defibrator News No.   l,   1978). Hier werden pflanzliche Rohstoffe mittels Sattdampf 18   kg/cm"aufgeschlossen   und anschliessend in einem Asplund-Refiner defibriert. 



   Ähnliche Verfahren werden in der Firmenschrift von Escher Wyss GmbH Ravensburg, BRD 
 EMI1.1 
 
70i) 26 (d)-4/71-1500)"Anlagen fürzum Aufschluss von Holz und Einjahrespflanzen durch Direktbedampfung eines vorimprägnierten Faserrohstoffes in Schnitzel- bzw. Häckselform bei Temperaturen von 135 bis 1850C und Drücken von 5 bis 7   kg/cm".   



   Der Hauptunterschied zwischen dem letztgenannten Escher Wyss Verfahren und den andern Verfahren (Defibrator, PCV u.   a.)   liegt darin, dass bei dem Escher Wyss Verfahren die Zerfaserung nach dem Verlassen des Zwischenproduktes aus dem Entspannungsbehälter (Blastank) durchgeführt wird. Hingegen wird bei den andern Verfahren die Defibrierung unter Druck unmittelbar nach der Dampfbehandlung im Kocher vorgenommen und das Fertigprodukt erst danach über einen Entspannungsbehälter, Entspannungszyklon   o.   ä. geleitet. 



   Beiden Verfahren ist die Verwendung aufwendiger Eintragschnecken mit relativ hohem Energieverbrauch für deren Antrieb gemeinsam. Ebenfalls werden verschieden gestaltete Druckschleusen,   Drehventile o. ä.   verwendet, welche sehr störanfällig sind und einer ständigen Überwachung und Wartung bedürfen. 



   Die beiden Verfahrensunterschiede können wie folgt schematisch dargestellt werden : 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Escher <SEP> Wyss <SEP> Defibrator <SEP> PCV
<tb> Zerkleinerung <SEP> Zerkleinerung <SEP> Zerkleinerung
<tb> Vorimprägnierung <SEP> Vorimprägnierung
<tb> Kochen <SEP> Kochen <SEP> Kochen
<tb> Entspannung <SEP> Defibrierung <SEP> Defibrierung
<tb> Defibrierung <SEP> Entspannung <SEP> Entspannung
<tb> 
 
In allen Verfahren wird zur Dampf-Druckbehandlung Sattdampf verwendet, wobei mit Temperaturen im Bereich von 150 bis   200 C   und mit Drücken von 4, 2 bis 18 kg/cm2 gearbeitet wird. 



   Die Anordnung des Kochers für den Dampf-Druck-Aufschluss ist bei Escher Wyss vertikal, bei Defibrator vertikal und horizontal und bei PCV horizontal. 



   Die Dampf-Druckbehandlung dient der Vorbereitung und Erleichterung der Hauptkomponententrennung der pflanzlichen Rohstoffe und Abfallprodukte zur Weiterverarbeitung in wertvolle Ein-   zelprodukte.   



   Die wichtigsten Komponenten der pflanzlichen Rohstoffe sind Zellulose, Hemizellulosen und Lignin. Zellulose ist das häufigste vorkommende Polysaccharid. Sein Abbau ist nicht einfach, sein Molekulargewicht liegt zwischen zirka 600000 und 1500000. In nativem Material kommt Zellulose in zwei Formen vor, amorph und kristallin. Amorphe Zellulose wird leicht enzymatisch (Cellulasen) oder sauer-hydrolytisch gespalten und zu Glukose abgebaut. Die kristalline Form ist thermodynamisch stabil und lässt sich nur schlecht,   d. h.   langsamer spalten. Hemizellulose tritt hauptsächlich in den Zellwänden der Pflanzen auf. Sie stellt ein Gemisch verschiedener Polysaccharide dar, die bei der Hydrolyse Pentosen (Xylose, Arabinose) und Hexosen (Mannose, Galaktose) liefern. Die Aufarbeitung der Pentosen mit verdünnten Säuren (Druckerhitzung) liefert Furfurol.

   Lignin ist der inkrustierende Begleitstoff der Zellulose. Es ist ein Polymeres mit einem Mn von zirka 10000. 



  Seine Struktur ist nicht endgültig geklärt, seine wesentlichen Bestandteile sind Cumaryl-, Coniferylund Sinapinalkohol. Durch wiederholt kombinierte physikalische, chemische und biologische Verfahren wird die übermolekulare Struktur der pflanzlichen Rohstoffe so geändert, dass die Grundbausteine der Polysaccharide Ce-Zucker (Hexosen) und Cs-Zucker (Pentosen) gewonnen werden können. Daneben soll Lignin in möglichst reaktiver Form gewonnen werden. Die ungefährte Zusammensetzung bei pflanzlichen Rohstoffen (Stroh und Holz) beträgt zirka 40 bis 45% Zellulose, 25 bis 30% Hemizellulosen und 15 bis 25% Lignin. 



   Der Erfindung liegt die Überlegung zu Grunde, mehrere an sich bekannte Verfahrensschritte unter bestimmten Verfahrensbedingungen so zu kombinieren, dass ein optimaler Aufschluss aller pflanzlicher Roh- und Abfallstoffe in einer unkomplizierten und daher preisgünstigen Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ermöglicht wird. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass zunächst eine Vorbehandlung der faserhaltigen Rohstoffe, die vorher durch an sich bekannte Verfahren zerkleinert wurden, bei atmosphärischem Druck oder bei Überdruck mit Wasser bei Temperaturen zwischen 40 und   90 C   erfolgt, wobei die wasserlöslichen Bestandteile der faserhaltigen Rohstoffe extrahiert und entfernt werden, worauf dann das bereits vorbehandelte und weitgehend aufgeweichte Material einer zweiten 
 EMI2.2 
 horizontal angeordneten Kocher mit Sattdampf bei Temperaturen zwischen 160 bis   220 WC   und bei Drücken bis zu 18   kg/cm2 aufgeschlossen   zu werden. 



   Die Verweilzeiten betragen hier infolge der bereits erfolgten einmaligen Vorbehandlung mit Heisswasser bis zu   90 C   und der nachfolgenden Behandlung mit Druck-Heisswasser bis zu 1600C nur wenige Minuten,   u. zw.   je nach dem eingesetzten Rohstoff zwischen 3 und 5 min. 



   Nach der Sattdampfbehandlung im Kocher kann das aufgeschlossene Produkt zu einem Entspannungszyklon geleitet werden, wo nach einer Ableitung des Dampfes eine feuchte aufgeschlossene Fasermasse anfällt, die nach einer Trocknung direkt als Rauhfutter guter Verdaulichkeit verwendet werden kann. Das aufgeschlossene Fasermaterial kann auch pelettisiert oder zu Ballen gepresst werden, falls der unmittelbare Verbrauch nicht vorgesehen sein sollte. 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Vor der Trocknung der aufgeschlossenen Fasermasse können dieser   Vitaminkonzentrate,   Spurenelemente   o. dgl.   zur Anreicherung beigegeben werden. Dies kann beispielsweise durch Einspritzen oder Einsprühen der entsprechenden Lösungen oder Suspensionen erfolgen. 



   Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die aufgeschlossene Fasermasse mit oder ohne Anreicherung mit Vitaminen, Spurenelementen   od. dgl.   mit   Rüben- oder Zuckerrohrmelasse   und Harnstoff zu vermengen, beispielsweise mit einem Gemisch aus 75% Melasse, 21% Wasser, 4% Harnstoff und 0,01% Phosphorsäure, wobei das Mischungsverhältnis etwa 1 : 1 betragen kann. 



   Man erhält auf diese Art und Weise ein gut verdauliches angereichertes Viehfutter, insbesondere für Wiederkäuer, welches insbesondere zur Erhöhung der Fleischproduktion geeignet ist. 



   Falls das aufgeschlossene Fasermaterial ausser zu Viehfutter auch noch für andere Verwendungszwecke, beispielsweise zur Herstellung von Faserplatten eingesetzt werden soll, so muss vor einer Entspannung im Entspannungszyklon eine Defibrierung unter Druck in einem Refiner erfolgen, worauf dann dieses Fasermaterial zu Faserplatten gepresst werden kann,   u. zw.   mit oder ohne Verwendung von chemischen Bindemitteln, Klebern usw. 



   In diesem Falle können vor einer Verpressung des defibrierten Fasermaterials die in diesem enthaltenen Zucker ausgewaschen werden, welche dann nach an sich bekannten Verfahren weiter aufgearbeitet werden können, beispielsweise zu Glukose, Xylose, Xylit,   o. ä.   
 EMI3.1 
 
 EMI3.2 
 
Der Wirkungsmechanismus des angereicherten Viehfutters (Rauhfutter) ist in der Anregung der Motorik und Regulation des Säuregehaltes in den Vormägen der Wiederkäuer, im Ersatz verschiedener Antibiotika (prophylaktische Wirkung) und in der Synthese des bakteriellen Proteins durch Mikroorganismen im Rumen aus nicht proteinhaltigen Substanzen (Harnstoff), sowie in einer noch nicht ganz erforschten Anregung nichtidentifizierter Wachstumsfaktoren zu sehen. 



   Die zur Anreicherung verwendeten Mineralstoffe sind lebenswichtige Bestandteile der Nahrung. 



  Dabei unterscheidet man Alkalien (Na, K), Erdalkalien (Ca, Mg) und Säurebildner (Cl, S, P). 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 



   Kalk und Phosphorsäure sind die wichtigsten, weil sie im Futter in der Regel verhältnismässig wenig enthalten sind, die Tiere aber (besonders für den Aufbau des Skeletts) grössere Mengen benö- tigen. Unzureichende Versorgung hat Osteoporose und Rachitis zur Folge. Für einen geordneten
Mineralhaushalt (Ca und P) ist das Vitamin   D unentbehrlich.   



   Spurenelemente sind Eisen, Jod, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt, die für den Aufbau von Fer- menten und Hormonen und damit für den normalen Ablauf der   Stoffwechselfunktionen   notwendig sind. 



   Beim Eiweiss ist speziell auf die biologische Wertigkeit zu achten. Man versteht darunter nach K. Thomas die Anzahl Gramm Körpereiweiss, die durch 100 g des betreffenden Nahrungs- eiweisses ersetzt werden kann. Sie ist abhängig von Art und Menge der darin enthaltenen Aminosäuren. Der Körper kann einen Grossteil der benötigten Aminosäuren aus andern Aminosäuren bilden, jedoch müssen 10 bestimmte Aminosäuren mit der Nahrung verabreicht werden, weil der Körper sie nicht aufzubauen vermag. Diese essentiellen Aminosäuren sind Tryptophan, Threonin, Lysin, Methio- nin, Valin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Arginin und Histidin. 



   Die wichtigsten zur Anreicherung des Viehfutters verwendeten Vitamine sind Vitamin A,
Da, E und   Bz. Bg, B ;   und   B 12.   



   Die Durchführung des Verfahrens wird in folgenden Beispielen beschrieben :
Beispiel 1 : 10 kg gehäckseltes Abfallstroh wird nach einer Magnetabscheidung pneumatisch oder mittels Transportband, Rüttelband   o. ä.   in einen vertikalen zylindrischen Behälter aus Edel- stahl (rostfreier Stahl) mit einem Fassungsvermögen von 200 1 eingebracht. In diesen Behälter, welcher nach oben offen ist, wird durch seitlich am Mantel angeordnete Bohrungen heisses Wasser mit einer Temperatur von 80 bis 900C eingespritzt, wodurch dieses gehäckselte Stroh aufgeweicht wird. Der Behälter kann mit einem Heizmantel ausgestattet werden. Am Boden des Behälters befindet sich ein Siebblech mit einem Filtertuch.

   Am unteren Boden des Behälters befindet sich unterhalb des Siebblechs ein Ablass-Stutzen mit einem Vakuumanschluss, über welchen die überflüssige Flüssig- keit abgenutscht wird. Der im Behälter zurückbleibende Brei aus aufgeweichtem Häckselstroh wird mittels einer rotierenden Exzenter-Schnecken-Tauchpumpe in ein mit einem Heizmantel versehenes, vertikal angeordnetes Rohr aus rostfreiem Stahl mit einem Druchmesser von 100 mm und einer Höhe von zirka 2000 mm gepumpt. In dieses Doppelmantelrohr, welches auf etwa 150 bis 1600C beheizt wird, wird durch eine Ringleitung mittels entsprechender Bohrungen Heiss-Druckwasser mit einem
Druck von etwa 7 bis 8   kg/cm2 eingespritzt.   Am oberen Ende des beheizten Doppelmantelrohres ist ein perforiertes Siebstück angebracht, durch welches das überschüssige Wasser abgeleitet wird. 



   Es kann auch eine Schälzentrifuge, ein Zentrisieb   o. ä.   verwendet werden. Das mit Heiss-Druckwas- ser bei einem Druck bis 8   kg/cm2 und   bei Temperaturen bis zu   160 C   vorbehandelte Produkt wird nun über ein Rückschlag-Kugelventil o. ä. in einen ebenfalls beheizten Doppelmantelbehälter, verti- kal angeordnet, aus rostfreiem Stahl gefertigt, mit einem Durchmesser von zirka 400 mm und einer zylindrischen Höhe von zirka 2000 mm eingebracht, in welchen durch mehrere Ringleitungen durch 
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 gehend plastifiziert bzw. erweicht wird. Am unteren Ende des Behälters zur Dampfbehandlung befindet sich eine rotierende   Exzenter-Schnecken-Rachenpumpe,   welche das aufgeschlossene Fasermaterial in einen Asplund-Druckrefiner zur Defibrierung pumpt.

   Die Verweilzeit im Behälter zur Dampfbehandlung beträgt etwa 5 bis 10 min. Nach der Defibrierung im Asplund-Refiner wird das aufgeschlossene und zerfaserte Produkt über einen Entspannungszyklon zu einer Trockenanlage mittels Transportband gefördert und dort getrocknet. Das Fertigprodukt kann sofort als   Viehfutter - Rauh-   futter-guter Verdaulichkeit verfüttert werden, oder aber pelettisiert oder zu Ballen gepresst werden, um zu einem späteren Zeitpunkt oder an einem andern Ort verwendet zu werden. 
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 dann Sattdampf im Temperaturbereich von 160 bis 2200C und bei Drücken von 14 bis 18   kg/cm2   unter gleichzeitiger Aufheizung des Heiz-Doppelmantels des Pflugschar-Schleudermischers auf diese Temperatur. Die Verweilzeit beträgt nur etwa 3 bis 5 min.

   Danach wird das aufgeschlossene Produkt mittels einer geeigneten Transportvorrichtung (Transportband o.   ä.)   zu einem Trockner gefördert und dann wird, wie im Beispiel 1 beschrieben, weiter verfahren. 

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   Die Ausbeute beträgt in beiden Beispielen 1 und 2 zirka 80 bis 85% an Faserstoff, bezogen auf das eingesetzte Häckselstroh (atro). 



   Beispiel 3 : In das nach Beispiel 1 oder 2 aufgeschlossene und zerfaserte Material wird vor dem Trocknen eine Lösung bzw. Suspension von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen eingeleitet,   u. zw.   in so dosierten Mengen, dass beispielsweise folgende Konzentrationen bzw.

   Anreicherungen erreicht werden : 
 EMI5.1 
 
<tb> 
<tb> Vitamin <SEP> B, <SEP> (Thiamin, <SEP> Aneurin) <SEP> 0, <SEP> 8 <SEP> bis <SEP> 1, <SEP> 0 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> B2 <SEP> 2 <SEP> (Riboflavin, <SEP> Lactoflavin) <SEP> 4, <SEP> 8 <SEP> bis <SEP> 5, <SEP> 0 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> B <SEP> 3 <SEP> (Pantothensäure) <SEP> 8, <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> 8,5 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> B <SEP> 5 <SEP> (Nicotinamid, <SEP> Niacin) <SEP> 31, <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 35, <SEP> 0 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> Bs <SEP> (Pyridoxin, <SEP> Adermin) <SEP> 1, <SEP> 2 <SEP> bis <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> B <SEP> (Cholin) <SEP> 300, <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 600, <SEP> 0 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> B <SEP> 7 <SEP> (Biotin, <SEP> Vitamin <SEP> H) <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> 0,

   <SEP> 2 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> B <SEP> 6 <SEP> (Meso-Inosit) <SEP> 270, <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 500, <SEP> 0 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> B <SEP> 9 <SEP> (Folsäure) <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> 3, <SEP> 5 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> p-Aminobenzoesäure <SEP> 2, <SEP> 7 <SEP> bis <SEP> 3, <SEP> 5 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Pteroylglutaminsäure-Derivat <SEP> 2, <SEP> 2 <SEP> bis <SEP> 5, <SEP> 5 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> 
 
An Spurenelementen können folgende Zusätze zugegeben werden, berechnet auf jeweils eine Tagesration (Ring) 
 EMI5.2 
 
<tb> 
<tb> Kobaltacetat <SEP> 1,0 <SEP> mg
<tb> Kupfersulfat <SEP> 50,0 <SEP> mg
<tb> Eisensulfat <SEP> 200,0 <SEP> mg
<tb> Magnesiumsulfat <SEP> 5,0 <SEP> mg
<tb> Kaliumcarbonat <SEP> 70,0 <SEP> mg
<tb> Kaliumjodid <SEP> 1,0 <SEP> mg
<tb> Zinksulfat <SEP> 400,

  0 <SEP> mg
<tb> 
 Der Mischung können ferner zugegeben werden, berechnet auf jeweils eine Tagesration (Rind) 
 EMI5.3 
 
<tb> 
<tb> Harnstoff <SEP> (Urea) <SEP> max. <SEP> 100 <SEP> g
<tb> Melasse <SEP> 2000 <SEP> g
<tb> Diammoniumphosphat
<tb> oder <SEP> Polyphosphate
<tb> 10-34-0,11-37-0, <SEP> 9-30-0 <SEP> 300 <SEP> mg
<tb> 
 
Diese Zusammensetzung kann beliebig variiert werden, je nach den besonderen lokalen Verhältnissen. Die in diesem Beispiel angegebenen Zusammensetzungen dienen nur als Anhalt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die optimale Zusammensetzung wird jeweils an Ort und Stelle empirisch durch Tierversuche festgestellt werden müssen. 



   Beispiel 4 : In das in Beispiel 1 oder 2 aufgeschlossene und zerfaserte Material wird vor dem Trocknen eine Lösung eines konzentrierten Agavesaftes aus der Agave atrovirens eingeleitet, welcher wertvolle Aminosäuren und Spurenelemente und Vitamine enthält, wobei die Dosierung von der jeweiligen Situation abhängt. 

 <Desc/Clms Page number 6> 

 Der konzentrierte Agavensaft der Agave atrovirens (Maguey) hat folgende Zusammensetzung :

   
 EMI6.1 
 
<tb> 
<tb> Wassergehalt <SEP> 21,68 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Proteine <SEP> 1, <SEP> 99 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Asche <SEP> 1,67 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Kohlenhydrate <SEP> 75,46 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Vitamin <SEP> C <SEP> 4, <SEP> 60 <SEP> mg/100 <SEP> g <SEP> 
<tb> Vitamin <SEP> 82 <SEP> 0, <SEP> 29 <SEP> mg/IOD <SEP> g
<tb> Niacin <SEP> 1, <SEP> 07 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Kalzium <SEP> 36,50 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Eisen <SEP> 0, <SEP> 39 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Phosphor <SEP> 71,00 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> Fruktose <SEP> 18, <SEP> 80 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Dextrose <SEP> 18,20 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Saccharose <SEP> 26,80 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Saccharide <SEP> 11,70 <SEP> mg/100 <SEP> g
<tb> 
 Folgende Aminosäuren sind im konzentrierten Agavensaft der Agave atrovirens enthalten :

   
 EMI6.2 
 
<tb> 
<tb> Tryptophan <SEP> 0,0274 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Lysin <SEP> 0, <SEP> 0703 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Histidin <SEP> 0,0322 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Arginin <SEP> 0,0997 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Asparaginsäure <SEP> 0, <SEP> 1370 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Threonin <SEP> 0, <SEP> 2570 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Serin <SEP> 0, <SEP> 1030 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Glutaminsäure <SEP> 0, <SEP> 1088 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Prolin <SEP> 0, <SEP> 0351 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Alanin <SEP> 0, <SEP> 0225 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Valin <SEP> 0,0459 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Methionin <SEP> 0, <SEP> 0119 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Isoleucin <SEP> 0,0290 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Tyrosin <SEP> 0, <SEP> 0857 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> Phenylalanin <SEP> 0,2128 <SEP> g/100 <SEP> g
<tb> 
 
An Stelle einer Lösung des konzentrierten Agavensaftes der Agave atrovirens,

   welche bei grösseren Transportwegen vorteilhaft und zweckmässig ist, kann bei lokalen Viehfutteraufbereitungsanlagen zur Verwertung der Agavenrückstände auch der nicht konzentrierte   Agavensaft - Aguamiel -   verwendet werden, welcher etwa 8% des oben beschriebenen Konzentrates enthält. 



   Durch die Zugabe des an Vitaminen und Aminosäuren reichen konzentrierten Agavensaftes erhält man ein hochangereichertes und wertvolles Viehfutter aus sonst verworfenen pflanzlichen Abfallprodukten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Gewinnung von leicht verdaulichen angereicherten Futtermitteln aus pflanzlichen Roh- und Abfallstoffen, die durch eine kombinierte Heisswasser und Dampf-Druckbehandlung und eine Defibrierung aufgeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die zerkleinerten zellulosehaltigen Rohstoffe zunächst mit Heisswasser drucklos, dann mit Heisswasser unter Druck und schliesslich mit Sattdampf unter Druck behandelt werden, um abschliessend einer Zerfaserung unterzogen zu werden.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die drucklose Heisswasserbehandlung in einem Temperaturbereich von 40 bis 90oC, die Heisswasserbehandlung unter Druck in einem Temperaturbereich von 120 bis 160 C und einem Druck von 4 bis 8 kg/cm'und die Sattdampfbehandlung in einem Temperaturbereich von 160 bis 220 C und einem Druck von 14 bis 18 kg/cm2 stattfindet.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verweilzeiten des mit Heisswasser und Sattdampf behandelten Materials in den einzelnen Arbeitszonen jeweils zwischen 2 und 10 min, maximal jedoch 15 min betragen.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem noch feuchten aufgeschlossenen und zerfaserten Material nach Verlassen des Aufschlussbehälters bzw. des Defibrators, jedoch noch vor dem Trocknungsvorgang, Lösungen und/oder Suspensionen von Vitaminen, Mineralsalzen, Spurenelementen, und Aminosäuren zur Anreicherung zugegeben werden, welche in ihrer Zusammensetzung beliebig variiert werden können, um eine optimale Anreicherung zu gewährleisten.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2,3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass dem noch feuchten aufgeschlossenen und zerfaserten Material nach Verlassen des Aufschlussbehälters bzw. des Defibrators, jedoch noch vor dem Trocknungsvorgang, Harnstoff und Melasse zugegeben wird. Die Menge des zur Anreicherung zugegebenen Harnstoffes beträgt 2 bis 20%, vorzugsweise 2 bis 5%, die Menge der zur Anreicherung zugegebenen Melasse beträgt 20 bis 45%, bezogen jeweils auf das Gesamtgewicht des angereicherten Viehfutters.
AT93079A 1979-02-08 1979-02-08 Verfahren zur gewinnung von leicht verdaulichen angereicherten futtermitteln aus pflanzlichen roh- und abfallstoffen AT358910B (de)

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AT93079A AT358910B (de) 1979-02-08 1979-02-08 Verfahren zur gewinnung von leicht verdaulichen angereicherten futtermitteln aus pflanzlichen roh- und abfallstoffen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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FR2627668A1 (fr) * 1987-12-31 1989-09-01 Suomen Sokeri Oy Matiere premiere d'alimentation et son procede de fabrication, ainsi que melange d'alimentation contenant cette matiere premiere d'alimentation et son procede de fabrication

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FR2627668A1 (fr) * 1987-12-31 1989-09-01 Suomen Sokeri Oy Matiere premiere d'alimentation et son procede de fabrication, ainsi que melange d'alimentation contenant cette matiere premiere d'alimentation et son procede de fabrication

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