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Verfahren und Maschine zum Blasen von Hohlglaskörpern Die Erfindung
bezieht sich zunächst auf ein Verfahren zur Herstellung von. Hohlglaskörpern, im
besonderen von Flaschen, das für etwa halbautomatischen Betrieb Verwen.-dung finden
kann und das nicht nur nach dem Vor- und Fertigblasesystem, sondern auch nach dem
Saug-Blas-System arbeiten soll. Das Preß-Blas-Verfahren scheidet aus, da es grundsätzlich
vom Saug-Blas-Verfahren verschieden ist, denn beim Pressen von Glaskörpern kann
Schmelzgut von gerin,gerex Temperatur verwendet werden als beim Saug-Blas-Verfahren.
Es ist deshalb auch in der Fertigform eine wesentlich niedrigere Ternpieratur vorhanden,
,als :sie in der Fertigform für Saug-Blas-Einrichtungen: erforderlich ist. Hieraus
ergibt sich die zwangsläufige Folge, daß zur Sicherung der nötigen Temperatur in
,der Fertigform die Zeit zwischen Vor- und Fertigform genauestens geregelt und möglichst
kurz sein muß. Die Blasdauer selbst in der Fertigform muß. solchen Beschränkungen
nicht unterworfen sein.
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Bei den bekannten Maschinen dieser Art ist aber wie Blasda:uer zwangsläufig
,an :die periodische Arbeitsweise der Maschine giebunden, so daß :der Arbeiter am
Ofen (der Anfänger) diese mit Rücksicht auf die Temperaturforderung für den Pasten-
in der Vorform nicht regeln kann.
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Das Verfahren nach der Erfindung gestattet nun eine wesentliche Abkürzung
der Herstellungszeit in der Maschine und eine willkürliche Regelung :der Blaszeit,
indem der Stillstand :der Maschine für die Blasdauer ausgenutzt wird, wobei während
:der zwangsläufigen Arbeitsperiode, einschließlich des Schwenkens dieser Halter,
die Bewegungen der Formteile sowie das Ansaugen und Vorblasen des Külbels .erfolgen,
während. das Fertigblasen in der Fertigform am Ende der .. Arbeitsperiode vor dem
Stillsetz.en der Maschine beginnt, während des ganzen Stillstandes der Maschine
der Blasdruck bis zum Beginn der nächsten Arbeitsperiode bestehen bleibt und erst
bei erneutem Ingangsetzen der Maschine, also in der nächsten Periode, wieder gelöst
wird. Hierdurch wird die Blasdauer in der Fertigform von dem zwangsläufigen Arbeitsgang
der Maschine unabhängig
und ist nicht zeitgebunden. Man erreicht
hierdurch das Ausblasen einer Form während der sonst toten Zeit. Es überschneidet
also die Blasdauer zwei Arbeitsperioden, da sie am Ende der einen beginnt, während
der Totzeit, dem Stillstand, anhält und in der folgenden Periode erst gelöst wird.
Die Zeit des Stillstandes, d. h. auch der Bläsdauer, liegt somit in der Hand des
Arbeiters, und die bisher vorhandene Totzeit fällt fort. Hierdurch wird die Arbeitszeit
wesentlich verkürzt, da während des Druckablasses aus -dem Fertigglas, dem Abheben
des Blaskopfes und dem Öffnen der Fertigform sowie des Ausfahrens des Fertigstückes
das Saug-Blasen in der Verform und die Schwenkung der Halter .erfolgt.
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Zur Ausführung des Verfahrens verläuft der Arbeitsgang der Maschine
folgendermaßen: Nach der ersten Arbeitsperiode befindiet sich in der Fertigform
ein noch unter Blasdruck stehender Hohlglaskörp,er, während die Verform geschlossen
ist, nachdem das Einfüllen, Abschneiden und Ansaugen des Postens erfolgt ist. Die
Maschine wird nun in Gang gesetzt, d.. h._ die Steuerbewegungen für Boden- und Saugventil
setzen ein, dann schwenkt nasch dem Vorblasen der Boden aus, das Blasventil setzt
sich an, und die Verform öffnet sich nach dem Vorblasen, damit das Külbel geschwenkt
,werden kann. Unterdessen war die Fertigform geschlossen, und der Blaskopf sitzt
noch vom vorhergehenden Ausblasen auf der Form. Beim Beginn der nächsten Periode
setzt die Steuerung zum Heben des Blaskopfes ein, und die Fertigform und die Zangenhalter
öffnen sich. Es folgt nun die bekannte Schwenkung der Werkstückhalter, während das
Fertigstück ausfährt; das Külbel kommt von der Verform an, und der mit dem Fertigstück
ausgefahrene Boden fährt wieder ein. Es schließt sich nun die Fertigform, und der
Blaskopf setzt sich auf, worauf der Blasdruck beginnt und gleich darauf die Maschine
stillgesetzt wird. Inzwischen hat sich nach dem Drehen der Halter die Verform wieder
geschlossen, das Saugventil ist geöffnet und der Saugkopf eingeschwungen.
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Das Verfahren hat den Vorteil, daß bei etwa zu heißem Glaseinsatz
der Glasmacher während des. Fertigblasens, also während des Stillstandes der Maschine,
auch noch einige Sekunden mit dem Wiederingangsetzen der Maschine warten kann, um
das bereits in die Verform eingefüllte Glas auf die gewünschte Temperatur abkühlen
zu lassen.
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Es sind Maschinen bekannt, bei denen die Herstellung des Külbels in
der Vorbearbeitun.g und das Ausblasen des Fertigstückes in gleichen Zeiträumen ausgeführt
werden, so daß die Zeit des Ausblasens des Fertigstückes von der Zeit der Vorbearbeitung
des Külbels und der Schwenkeinrichtung abhängig ist. Dies fällt bei dem Verfahren
nach der Erfindung fort, wobei die Schwenkzeit stark verkürzt werden kann, da diese
für die Blasdauer nicht mehr maßgebend ist. Eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit
tritt durch die obenerwähnte Ausnutzung der Totzeit der Maschine ein.
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Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine Maschine zur Ausführung
des Verfahrens, die in ihrer allgemeinen Einrichtung bekannt ist. Es handelt sich
dabei um eine Saug-Blas-Maschine, die mit Verform, Schwenkeinrichtung für die Werkstückhalter
und Fertigform ausgestattet ist und die periodisch arbeitet, wobei das Külbel und
das Fertigglas gleichzeitig an zwei ortsgebundenen Formstellen hergestellt werden
können. Alte derart bekannten Glasformmaschinen mit Drehtischen oder Schwenkeinrichtungen
besitzen Steuerungen, die den Arbeitsvorgang auf den ortsgebundenen Formstellen
regeln, wobei entweder nur während der verhältnismäßig langsamen Schwenkzeit oder
während des periodischen Stillstandes der Schwenkeinrichtung die Formarbeit geleistet
wird. Zumeist laufen diese Vorrichtungen periodisch durch, bis durch den Arbeiter
ein vollkommener Stillstand der Maschine veranlaßt wird. Während des Stillstandes
der ganzen Maschine wird aber keine Arbeit geleistet, so daß eine ungenutzte Totzeit
entsteht.
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Die. Erfindung betrifft deshalb Steuerungen an derartigen Maschinen,
die nach Einschwenken des Külbels in die Fertigform und Aufsetzen des Blaskopfes
unter Einschaltung der Ausblaseluft die Maschine zwar sofort stillsetzen, das Abschalten
der Blasluft aber unterlassen :und dies erst nach Wiederanlassen der Maschine veranlassen.
Hierbei wird während des Saugens -und Verformens des Külbels in der Verform, in
der Fertigform nach diesem Abschluß der Blasluft der Blaskopf vom Fertigglas abgehoben
und die Fertigform geöffnet, ,vorauf die neue Schwenkperiode von neuem einsetzt.
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Es hört also während des mechanischen Stillstandes der Maschine die
Steuerwirkung nicht auf wie bei allen anderen bekannten Maschinen, sondern es bleibt
ein Steuervorgang mit dem verbleibenden Werkstück bis zum nächsten Arbeitsgang der
Maschine bestehen, außerdem bleibt während des mechanischen Stillstandes der Blasdruck
auf das Werkstück weiter wirksam, so daß unterschiedliche Steuervorgänge von den
mechanischen Bewegungen der Maschine unabhängige Wirkungen hervorrufen. Diese
Unabhängigkeit
bringt aber. Zeitersparnis im Herstellungsverfahren:. ' In den Zeichnungen ist eine
Glasblasmaschine mit den zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung erforderlichen
Einrichtungen schematisch ,dargestellt.
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Abb. i zeigt ,die Maschine von oben und Abb. a im senkrechten Querschnitt.
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In den Abbildungen sitzen die Vorform a und die Fertigform g auf einer
um 18o; in der Senkrechten drehbaren Schwenkeinrichtung f, so daß die öffnung der
Vorform.a oben und die der Fertigform g unten liegt. Über der Vorform ist die Abs,chneidevorrichtung
b angeordnet, die den Glasposten vom Anfangeisen abschneidet. An einem Schwenkarm
d2 ist eine - die Külbellänge Vorrichtungdl angebracht. An der unteren Seite -der
Vorform a liegt ein durch Federkraft -beeinfiußter Pegel e, der durch den schwenkbaren
Pegelhalter c bewegt wird. Des weiteren sind die üblichen, iii:cht weiter dargestellten
Einrichtungen zum Regeln der Saug- und Blasluft, zum öffnen und. Sichließen der
Ventile und der Formhälften durch Federn p und zum Schwenken der als Ringhalter
ausgebildeten Dreheinrichtung f - vorgesehen.
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Auf der Seite der Fertigform ,g ist der Boden i auf einem Schieber
h angebracht, durch den der Boden i aus- und eingefahren werden kann. Oberhalb
der Fertigform g ist der bewegliche Blaskopf h angebracht, der ebenfalls durch die
gemeinsamen Steuereinrichtungen aus- und eingefahren wird.
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An den Schieber k schließt sich der Absetzteller m an, über dem eine
schwenkbare Greifervorrichtung L, n angeordnet ist, die das Fertigglas auf
das Förderband o absetzt.
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Die Arbeitsweise der Maschine ist folgende: Nach Einfüllen des Glaspostens
in die geschlossene Vorfolnn a durch den Anfänger löst dieser durch einen Fußhebel
o. dgl. den Gang >der Maschine aus. und damit eine zeitlich gesteuerte Schwenkung
der Schwenkeinrichtung f. Dabei ist das. Saugventil offen, und der Posten wird in
die Vorform a eingesaugt und vom Anfangeisen abgeschnitten. Während nun der Anfämg
er einen neuen Glasposten aus dem Ofen entnimmt, arbeitet die Maschine weiter, indem
zunächst an der geschlossenen Vorferin a der Pegel @e nach unten gezogen wird und
-das Druckventil öffnet, so daß das Külbel vorgeblasen wird. Beim Hochsteigen des
Glases wird ein Schwachstromkontakt geschlossen, der ein Quecksilberrelais o..dgl.
in Gang setzt, das über einen Magneten ein Ventil aufzieht, durch das die eingeschlossene
Luft entweichen kann. Nachdem der Pegelhalter c ausgeschwenkt ist, öffnet sich die
Vorform, und die Schwenkeinrichtung dreht nun mit dem festgehaltenen vorgeblasenen
Külbel um i 8o' und führt das Külbel in die geöffnete Fertigform ,g ein. Inzwischen
ist dort der Boden i eingefahren, auf den das Külbel absetzt. Die Form g schließt
sich, worauf sich der Ausblasekopf h auf den Pegelringe absetzt, um das Hohlglas
fertig auszublasen. Gleichzeitig ist der andere Ringe von der Fertigformseit@e nach
der Vorform zurückgeschwenkt worden. Durch eine geeignete Steuereinrichtung, etwa
einer Kupplung, wird nun die Maschine selbsttätig stillgesetzt, und die Fertigform
bleibt unter Druck auf dem Boden i stehen, so daß die Zeit des Stillstandes zum
Ausblasen des Hohlglases ausgenutzt wird. Erst beim Wiederingangsetzen der Maschine
durch den Anfänger wird der Blaskopfk der Fertigform ,n, abgehoben und ausgeschwenkt
und die Form geöffnet, ebenso der H,altering", so daß das Fertigglas mit dem Boden
i ausgefahren werden kann. Die Greifervorrichtung L, 1t ergreift das: Fertigglas,
hält es fest, so daß der Boden i zurückgefahren werden kann, und bringt das auf
den Absetztellertn abgesetzte Glas auf das Förderband o, das, dem Gang des Verfahrens
folgend, vorrückt und das Glas der Kühlvorrichtung zuführt.
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Der Antrieb der Maschine erfolgt durch einen eingebauten Motor, der
nicht nur die Maschine in Bewegung setzt, sondern auch alle notwendigen Zusatzmaschinen,
wie Kompressoren, Saug-pumpen für Blas- und Saugluft, wie Ventilatoren zur Formen-
und Mannschaftskühlung, zur Steuerung der Formenteile und Ventile sowie zur Schmierung
antreibt. Unter Verwendung von bekannten Speisern kann die Maschine vollautomatisch
arbeiten, wobei dann nur jeweils der periodische Antrieb durch einen Arbeiter zu
regeln ist. -