-
Mittel zum Gummieren von Flachdruckformen Es ist beim Flachdruck bekannt,
den das Bild tragenden Stein bzw. die das Bild tragende Zink- oder Aluminiumplatte
zunächst zu gummieren. Die Weiterverarbeitung erfolgt dann im allgemeinen in der
Weise, daß der Stein b@zw. die Metallplatte mit Auswaschtinktur und darauf mit Wasser
behandelt wird, woran sich das Einwalzen mit Farbe und die Ätzung anschließt. Das
Gummieren dient dazu, den Stein bzw. die Zinkplatte an den Stellen, die später nicht
drukken sollen, so zu präparieren, daß diese Stellen bei der dem Ätzprozeß vorangehenden
Eintvalzung mit Farbe keine Farbe annehmen. Für das -erwähnte Gummieren wird bisher
eine Lösung von Gummiarabikum benutzt. Bekanntlich ist man nun bestrebt, die Gummiarabikumlösung
durch die Lösung eines geeigneten Kunststoffes zu ersetzen. Es ist nun gefunden
worden, daß man als Mittel zum Gummieren .von Flachdruckformen an Stelle der Gummiarabiktmllösung
auch eine wäßrige Celluloseätherlösung verwenden kann, sofern diese schwach sauer
eingestellt ist. Zweckmäßig weist die Celluloseätherlösung einen pH-Wert von etwa
4. bis 5 auf. Es-können die verschiedensten wasserlöslichen Celluloseäther verwendet
werden. z. B. Alkylcellulosen, Oxalkylcellulosen, Alkalisalze von Cellulosealkyläthercarbonsäuren
oder Alkalisalze von Cellulosealkyläthersulfosäuren, sofern diese Produkte nicht
in schwach saurer Lösung ausflocken- Auch Mischäther können verwendet werden. Besonders
gut haben sich Methylcellulose und Oxäthylmethylcellulose bewährt. Es ist vorteilhaft,
wenn die als Ersatz für die Gummi.-arabikumlösung verwendeten Celluloseätherlösungen
verhältnismäßig
konzentriert sind. Man verwendet die Celluloseäther z.-B. in io bis Zoobiger Lösung.
Da diese Lösungen andererseits noch gut verstreichbax sein müssen, empfiehlt es
sich, verhältnismäßig niedrigviscose Celltiloseäther zu benutzen. Esist vorteilhaft,
wenn sich die benutzten Celluloseätlier glatt, d. h. ohne merklichen Rückstand an
unlöslichen Fasern, in Wasser lösen, da, ein etwaiger Fasergehalt sich bei der Verwendung
störend bemerkbar macht.
-
Man kann die erwähnten sauren Celluloseätherlösungen als solche in
den Handel bringen. Es ist aber ztveckmäßiger, die. Produkte als trockene Massen
in den Handel zu bringen. Man mischt hierfür die Celltiloseäther. die dabei vorzugsweise
in Pulverform vorliegen., mit solchen Mengen einer geeigneten Säure, beispielsweise
einer organischen Säure, wie Weinsäure oder Zitronensäure, oder ferner eines sauren
Salzes, z. B. eines sauren Phosphats. daß eine, auf den Celluloseäther bezogen,
io@'oige Lösung einen pH-Wert von etwa ,4. bis 5 aufweist.
-
Zweckmähig setzt man den Celluloseäthern ein Puffergemisch zu. Beispiele
i. Von einem Original wird auf übliche Weise auf Umdruckpapier ein Abzug gemacht
und dieser auf eine Zinkplatte übertragen. Die Zinkplatte wird darauf mit einer
auf einen pH-Wert von etwa .l bis 4.,5 eingestellten ioo=oigen Lösung von Oxätlivlmethylcellulose
dünn eingestrichen. Nach dem Trocknen wird sie in üblicher Weise mit Auswaschtinktur
behandelt. Darauf wird die Druckform mit Wasser abgewaschen und in noch feuchtem
Zustande mit Federfarbe eingewalzt. Es wird dann mit einer üblichen Ätze, die mit
etwa der gleichen Menge der erwähnten Oxäthylmethylcelluloselösung vermischt ist,
geätzt. Zum Schluß wird die Druckform noch mit der Oxäthylmethyleelluloselösung
präpariert. Sie ist dann fertig zum Drucken.
-
z. Ein wie im Beispiel i erhaltener Umdruck wird auf einen lithographischen
Stein übertragen, mit Kolophonium eingestäubt und mit einer io@'oigen Methylcelluloselösung,
die auf einen pH-Wert voii etwa .4 bis 4,5 eingestellt ist, eingestrichen. Der Stein
wird d2inn, ohne die Methylcelluloselösung zu trocknen, mit Auswaschtinktur behandelt
und darauf mit Wasser abgewaschen. Danach wird mit Federfarbe eingewalzt, abermals
mit Kolophonium bestäubt und eingebrannt. Anschließend wird mit einer Salpetersäureätze,
die einen Zusatz. der erwähnten Methylcelltiloselösung enthält, geätzt und nochmals
mit Farbe eingewalzt. Zum Schluß wird der Stein mit der beschriebenen Methylcelluloselösung
präpariert.
-
;. Ein zum Gummieren von Flachdruckformen geeignetes Produkt wird
durch Vermischen von ioog einer niedrig@@iscosen Oxätliyimethyicellulose mit
3- eines Gemisches bestehend aus 5o Teilen kristallisierter Weinsäure und
5o Teilen kristallisiertem neutralem Natriumtartrat erhalten. Man verwendet das
Produkt in ioo''oiger Lösung, bezogen auf den Celluloseäther.
-
¢. Die io@'oigeLösung einer OxätliyImetlivlcellulose wird mittels
Zitronensäure auf einen pH-Wert von etwa 4,5 eingestellt. Die Lösung kann als Gummiarabikumersatz
beim Gummieren von Flachdruckformen vernvendet werden. Soll das Produkt in den Handel
gebracht werden, so wird es zweckmäßig getrocknet und fein gemahlen.
-
5. Auf eine grobgekörnte Zinkplatte, welche in üblicher Weise hergerichtet
worden ist, wird ein Umdruck aufgezogen. Die Platte wird darauf mittels einer Lösung
von i oo g Otätliylmethylcellulose, i o g sekundärem Natriumphosphat und 5,6g Natriumbisulfat
in il. Wasser bestrichen. Nachdem die Schicht trocken geworden ist, wird in üblicher
Weise mit Auswaschtinktur ausgewaschen, sodann mit Wasser abgewaschen und schließlich
mit Federfarbe eingewalzt. Durch Ätzen mit Hilfe von Streckersalzlösung wird die
Druckform fertiggestellt.