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Sitzträgerlagerung Die Erfindung betrifft eine Verbesserung der Lagerung
des Sitzträgers, wie sie gemäß Patent 701 992 bei einem Karussell vorgesehen ist,
bei Verwendung dieses Sitzträgers für eine Steilwandvergnügungsbahn und besteht
darin, daß der auf den dreiviertel-oder vollringförmigen Schienen gelagerte Sitzträger
innerhalb eines mit unteren und seitlichen Rädern versehenen Fahrgestells angeordnet
und durch obere Räder geführt ist.
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Hierdurch soll erreicht werden, daß der Sitzträger sich während der
Fahrt in den Kurven den jeweiligen Verhältnissen, starke Krümmung der Bahn, Kurvenwechsel,
anpaßt und der Fahrgast sich beim Durchfahren der Kurven trotz der schiefen oder
senkrechten Lage des Fahrgestells sicher fühlt und ein Herausschleudern des Fahrgastes
nicht zu befürchten ist.
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Bei den bekannten Vergnügungsbahnen, deren Sitzträger auf einem mit
unteren und seitlichen Rädern versehenen Fahrgestell ruht und sich auf einer besonderen
Vorrichtung waagerecht drehen kann, besteht der Reiz der Fahrt meist im Befahren
von mehr oder weniger starken Gefällen mit anschließenden Steigungen (Talmulden
E, wobei Kurven schwacher Krümmung langsam befahren werden, da bei einer schnellen
Fahrt in den Kurven die Fahrgäste zu stark an die Seitenwände gedrückt werden, wobei
die Gefahr besteht, aus den Sitzträgern geschleudert zu werden, wenn die Fahrgeschwindigkeit
in den Kurven .erhöht wird.
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Bei einer weiteren bekannten Vergnügungsbahn ist auf .einem in der
Fahrtrichtung beweglichen Wagen ein Sitzträger angeordnet, der in einer kalottenförmigen
Fahrbahn gelagert ist, so daß der Sitzträger Eigenbewegungen nach allen Richtungen
ausführen kann, wobei die Fahrgäste durch ihre Körperbewegung zusätzliche, aber
ganz unregelmäßige
Schaukelbewegungen hervorrufen können Diese
bekannten Ausführungsformen haben jedoch nicht die Eigenschaft, den Sitzträger während
der Fahrt in den Kurven den jeweiligen Verhältnissen anzupassen, so daß der Fahrgast
bei der schiefen oder steil aufwärts gerichteten Lage des Sitzträgers befürchten
muß, daß er herausgeschleudert wird.
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Um diesen Nachteil zu beheben, hat man für Karussells bereits vorgeschlagen,
dem Sitzträger schaukelnde Bewegungen nach außen und nach der Mitte einer Drehscheibe
hin zu erteilen, wobei eine Gefahr des Kip-, pens oder Entgleisens des Sitzträgers
nicht besteht. Dies geschieht durch parallel zueinander angeordnete, voll- oder
dreiviertelringförmige, auf einer Drehscheibe radial angebrachte Schienen, wobei
seitlich und auch oberhalb des Sitzträgers Räder angeordnet sind.
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Diese Lagerung des Sitzträgers wird nun erfindungsgemäß für eine Steilwandvergnügungsbahn
in der oben angebenen Weise verbessert. Hierdurch soll eine erhöhte Sicherheit für
die Fahrgäste erreicht werden.
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Der Gegenstand der Erfindung ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigen: Abb. i die Vorderansicht eines Teiles des Gerüstes
der Vergnügungsbahn mit Fahrgestell und Sitzträger bei Stillstand oder Fahrt in
gerader Richtung, Abb.2 die Seitenansicht bzw. den Schnitt von Abb. i, Abb.3 die
Einrichtung nach Abb. i beim Befahren einer Linkskurve, Abb. ¢ eine Seitenansicht
bzw. einen Schnitt von Abb. 3, Abb.5 den Sitzträger und das Fahrgestell entsprechend
Abb.3 bzw. .4 schaubildlich und Abb.6 das Beispiel einer Kurvenbahn. Die Sitzträger
(y sind in einem Gerüst angeordnet und mit seitlich laufenden Rädern (Rollen k
j versehen, die quer am Sitzträger g gelagert sind und in zwei oder mehr
parallel zueinander liegenden kreisförmigen Schienenführungen f laufen, die in dem
Fahrgestelle befestigt sind. Das Fahrgestelle hat an den Seitenwänden die Rädere
und unten die Räder d, die auf den Laufschienen! des Gerüstes a. in der allgemein
üblichen Art fahren. Es empfiehlt sich, je an den Seiten des Fahrgestells zwei Räder
c sowie zwei Laufschienen b am Gerüst a anzubringen, um Unfälle, welche
durch Kippen entstehen könnten, zu vermeiden. -Die Schienen f, in welchen der Sitzträger
gelagert ist, sind senkrecht zu dessen Längsachse in einander gegenüberliegenden
Rahmen des Fahrgestells e angeordnet und brauchen keineswegs einen vollen Kreis
darzustellen, vielmehr genügen zur Erreichung der Wirkung auch dreiviertelringförmige
Schienen. Man kann auch eine Schienenführung in Ovalform wählen. Durch die quer
am Sitzträger g gelagerten Räder h kann der Sitzträger seitlich auf den Schienen/
ausfahren. Zur Sicherheit gegen Herausspringen und Kippen werden oberhalb des Sitzträgers
ebenfalls auf den Schienen/ laufende Räder k in beliebiger Anzahl angeordnet. Ebenso
können die Räder k in beliebiger Anzahl und Lage angebracht werden.
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Da der Wechsel der Fahrgäste seitlich von außen zwischen den aufrechten
parallelen Schienen/ hindurch und unmittelbar zum Sitzträger g erfolgt, sind verkehrsstörende
Querverbindungen an den Schienen/ und den Fahrgestellen e zum mindesten an der einen,
für den Fahrgastwechsel vorgesehenen Seite bis zur Körperhöhe, etwa 2m, zu vermeiden.
Ebenso wird an der Ein- und Aussteigestelle der Vergnügungsbahn ein Stück der seitlichen
Laufschienen b fortgelassen.
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Fährt nun das Fahrgestell e mit dem Sitzträger g die Vergnügungsbahn
ab und gelangt in eine Kurve, so fährt bzw. dreht sich der Sitzträger infolge der
Schwungkraft bzw. der Fliehkraft auf den Schienen/ seitlich hoch und nimmt eine
schiefe bis nahezu senkrechte Lage ein, ähnlich der der Fahrzeuge beim Befahren
einer Kurve einer Radrennbahn, Bobbahn o. dgl. Die Schräglage entspricht jeweils
der Geschwindigkeit des Fahrgestells e, der Belastung des Sitzträgers g und der
Krümmung der Kurve. Eine solche Fahrt ist reizvoll, und der Fahrgast empfindet trotz
der starken Kurven und der hohen Geschwindigkeit des Fahrgestells bzw. des Sitzträgers
keinerlei beängstigenden Druck nach der Seite hin.
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Sobald der Sitzträgerg das Ende einer Kurve erreicht hat, nimmt er
sofort seine frühere waagerechte Lage ein, da in diesem Augenblick die Wirkung der
Fliehkraft aufhört. Die Kurven können auch Gefälle, Steigungen sowie Talmulden aufweisen,
wodurch eine Steigerung in der Wirkung hervorgerufen wird.
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Durch aufeinanderfolgende Links- und Rechtskurven erreicht man beliebig
starke seitliche Schaukelbewegungen der Sitzträger. Man kann in jedem Fahrgestell
auch zwei und mehrere nebeneinanderliegende Sitzträger vorsehen. Die Breite und
Länge der Fahrgestelle e bzrw. des Sitzträgers g kann beliebig sein.
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Die Art und Form der Sitzträger istgleichgültig. Man kann hierzu z.
B. Wagen, Autos,
Motorräder, Flugzeuge, Pferde oder sonstige Tiere
verwenden.
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Beim Wechsel der Fahrgäste kann der Sitzträger durch eine Sperrvorrichtung
in Ruhelage gehalten werden. Die Fortbewegung der Sitzträger bzw. Fahrgestelle kann
unter Ausnutzung von Gefällen, wie bei der bekannten Achterbahn, erfolgen oder durch
Motorkraft usw.