DE72631C - Zweifaden-Sohlennaht und Vorrichtung zur Herstellung derselben - Google Patents

Zweifaden-Sohlennaht und Vorrichtung zur Herstellung derselben

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DE72631C
DE72631C DENDAT72631D DE72631DA DE72631C DE 72631 C DE72631 C DE 72631C DE NDAT72631 D DENDAT72631 D DE NDAT72631D DE 72631D A DE72631D A DE 72631DA DE 72631 C DE72631 C DE 72631C
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DENDAT72631D
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TH. cowburn in Mödling b. Wien
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D05SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
    • D05BSEWING
    • D05B15/00Machines for sewing leather goods
    • D05B15/02Shoe sewing machines
    • D05B15/04Shoe sewing machines for lock-stitch work

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 82: Nähmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. April 1893 ab.
Es ist schon vor Jahren vorgeschlagen worden, beim Nähen von Stiefeln und Schuhen mit Hülfe der damals allein bekannten Oehrnadel das Stichloch mit vierfachem Faden, d. h. mit zweifachem Faden und einer besonderen, aus dem Unterfaden und unter dem Werkstück gebildeten Schleife auszufüllen.
Dieses Verfahren hatte mehrfache Uebelstände, insbesondere konnte danach blos die aus dem Unterfaden gebildete Schleife in das Stichloch eingeklemmt werden, also das Einklemmen der Schleife nur auf der Innenseite der Sohle erfolgen.
Es ist aber ein wesentlicher Unterschied, ob die eingeklemmte Schleife sich auf der inneren oder äufseren Seite der Sohle befindet. Im ersteren Falle leidet die Naht bei jeder beim Gehen erfolgenden Biegung der Sohle.
Ein weiterer Nachtheil war der, dafs die damals benutzte Nadel, von welcher die einzuklemmende Schleife an der inneren Sohlenseite abgezogen werden mufste, hierzu einen weiten Weg nach unten durch das Leder hindurchzumachen gezwungen war.
Die Vermeidung dieser beiden Uebelstände ist die durch die nachfolgend beschriebene Erfindung gelöste technische Aufgabe. Insbesondere wird hierdurch die Naht elastischer und die Reibung der Fäden an den Lederkanten verringert.
Nach vorliegender Erfindung wird die Naht mittelst Hakennadel hergestellt und die eingeklemmte Schleife aus dem Oberfaden und über dem Werkstück gebildet, so dafs diese Schleife, gegen die Aufsenseite der Sohle gerichtet, in das Stichloch zu liegen kommt.
Von den schematischen Zeichnungen Fig. 6, 7 und 8 zeigt Fig. 6, wie ein Schuh auf dem Horn der Schuhnähmaschine angebracht wird, und dafs also eine unterhalb der Sohle gebildete Schleife gegen die Innenseite der Sohle und eine oberhalb der Sohle gegen die Aufsenseite gerichtet sein mufs. Fig. 7 zeigt, wie die Schuhsohlennaht des erwähnten alten Systems beim Biegen gespannt wird, während Fig. 8 ersichtlich macht, dafs die neue Naht der vorliegenden Erfindung an den Biegungsstellen nachgiebig ist. . ;
Um diese Erfindung ' deutlicher zu machen, ist in Fig. 1 der beiliegenden Zeichnung die bekannte Steppstichnaht gezeigt.
Dagegen zeigt Fig. 2 verschiedene Stadien der Herstellung der nach der Erfindung erzeugten neuen Naht mit einer von oben hineingezogenen eingeklemmten Schleife Kx.
Eine Vorrichtung, welche hierzu benutzt und an bekannten Schuhnähmaschinen, wie die von Keats oder Mc Kay oder dergleichen, angebracht werden kann, ist in ungefähr vierfacher Naturgröfse in Fig. 3, 4 und 5 der Zeichnungen dargestellt.
Die Bethätigung der Vorrichtung ist dieselbe, wie bei ähnlichen Mechanismen bekannter Schuhsohlennähmaschinen.
Fig. 3 zeigt die zur Bildung der Naht verwendbare Vorrichtung im Schnitt.
Fig. 4 zeigt die Oberansicht einzelner Theile, Fig. 5 einen Schnitt nach derLiniej'-^derFig. 3.
A ist die Hakennadel, B der Schleifenöffner, C der Fadenführer, D der Schleifenbilder, K der Oberfaden, E" der Unterfaden, Kx die im Stichloch eingeklemmte Schleife.
Alle diese Theile sind bekannt mit Ausnahme des Schleifenbilders D und der eingeklemmten , Schleife Kx. Auch die Mechanismen zur Bewegung der Maschinentheile sind dieselben, wie bei bekannten Schuhnähmaschinen.
In seiner Wesenheit besteht der Vorgang bei der Herstellung der neuen Naht darin, dafs mittelst des hin- und hergehenden neuen Schleifenbilders D aus dem Oberfaden K eine neue Schleife Kx, Fig. 3, gebildet und durch die von der Hakennadel A hinaufgezogene bekannte Unterfadenschleife Ex durchgesteckt wird, worauf der neue Schleifenbilder D zurückgeht und das Mitziehen der neuen Schleife Kx in das Stichloch χ durch die herabgehende bekannte Schleife Ex gestattet.
Genauer ist der Vorgang folgender:
Der Faden wird in den Haken der Nadel A in ähnlicher Weise wie bei Ketten- oder Steppstich-Nähmaschinen eingelegt, hierauf tritt der Schleifenöffner B mit seiner Spitze zwischen beide Schleifenfäden und öffnet somit die Schleife (s. Fig. 5). Durch die nun geöffnete Schleife wird der Schleifenbilder D eingeführt, und zwar so tief, dafs die aus dem Unterfaden gebildete Schleife Ex die Schleife Kx, welche durch den Schleifenbilder aus dem Oberfaden K gebildet wird, in dem Abstand theilt, welcher nothwendig ist, das Stichloch der zusammenzunähenden Theile auszufüllen. Es wird der Haken A auf bekannte Weise aus der Schleife Ex ausgelöst, und nachdem auch, wie üblich, der Schleifenöffner B zurückgetreten ist, tritt der Schleifenbilder D zurück. Ist der Schleifenhalter ^ angebracht, so bleibt dieser noch so lange stehen, bis die Schleife Ex des Unterfadens E genügend herabgelangt, endlich tritt dieser Schleifenhalter auch zurück.
Der Schleifenhalter \ ist aber nur beim Nähen mit Pechfaden wünschenswerth, kann also überhaupt oder beim Nähen mit gewöhnlichem Faden entfallen.
Der Unterfaden wird jetzt in bekannter Weise angezogen und die aus dem Oberfaden K gebildete Schleife Kx durch das Stichloch herabgezogen, wie Fig. 3 zeigt. Das Herauf befördern der Schleife Ex aus dem Unterfaden E bis zu der vorbeschriebenen Anfangsstellung erfolgt auf die bei Ledermaschinen übliche Weise, daher deren nähere Beschreibung entfällt.
Die Hin- und Herbewegung des Schleifenbilders D geschieht mittelst irgend eines beliebigen, bei Nähmaschinen üblichen bekannten Mechanismus, wie ein Knaggen oder Excenter.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Eine Zweifaden-Sohlennaht, dadurch gekennzeichnet, dafs in dem Stichloch nebst den zwei zur Bildung erforderlichen Fäden KE noch eine besondere, aus dem Oberfaden K und oberhalb des Werkstückes gebildete Fadenschleife Kx eingeklemmt ist.
2. Zur Herstellung der unter 1. gekennzeichneten Naht eine Vorrichtung, bestehend aus einem oberhalb des Werkstückes bethätigten Schleifenbilder (D), welcher mit oder ohne einen an ihm gleitenden Schleifenhalter (tQ die Oberfadenschleifen (Kx) durch die von der Hakennadel gebildeten Unterfadenschleifen schiebt.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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