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Schaltungsanordnung zur Gesprächszeitüberwachung bei Selbstwähl-Fernverbindungen
für Münzfernsprecher mit Gebührenkontrolle durch Schaltmittel im Münzfernsprecher
Die Erfindung betrifft eine. Schaltungsanordnung zur Gesprächszeitbegrenzung von
Münzfernsprechern, bei denen die Gebührenkontrolle durch Schaltmittel im Münzfernsprecher
erfolgen und die Gesprächszeit nur bei Fernwahlverbindungen begrenzt werden soll.
Es ist bekannt, die Gesprächszeit durch einen im Amt angeordneten Zetitschalt.er,
der beim Melden des Gerufenen in Gang gesetzt wird, zu begrenzen. Wenn die Gesprächszeitbegrenzung
nur bei Fernwahlverbindunbgen eintreten soll, muß das Ingangsetzen des Zeitschalters
abhängig von Schaltmitteln erfolgen, die die Fernwahlverbindung kennzeichnen. Bei
denbisherigen Schaltungen mit Gebührenkontrolle durch Schaltmittel im Amt ist diese
Aufgabe ohne weiteres lösbar, da das In@gangsetz:en des Zeitschalters abhängig von
der für die Gebührenkontrolle notwendigen Zonenbestimmungseinrichtung erfolgen kann,
die aus einem durch die Wahlimpulse einstellbaren Mitläufer besteht. Eine derartige
Schaltung ist z. B. in der deutschen Prätentschrift 548675 beschrieben. Da
der Zeitschalter erst beim Melden des Teilnehmers in Gang gesetzt werden darf, wird
der Zeitschalter zweckmäßig im Amt angeordnet und abhängig von einem auf das Meldekriterium
des Gerufenen ansprechenden Relais eingeschaltet.
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Bei einsam Münzfernsprecher, bei dem die Gebührenkontrolle durch eine
im Münzfernsprecher von der Fingerscheibe mechanisch verstellte Zonenbestimmungseinrichtung
in @Terbindung mit einer durch Geldeinwurf mechanisch verstellten Einrichtung durchgeführt
wird, entstehen Schwierigkeiten, wenn der im Amt befindliche Zeitschalter in
Abhängigkeit
von der Stellung des im Münzfernsprecher befindlichen Zonenbestim:mers in Gang gesetzt
werden soll. Es müßte draller in Anlehnung an die bekannte Anordnung für das Ingangsetzen
des Zeitschalters im Amt ein die Verkehrsrichtung kennzeichnender Mitläufer vorgesehen
werden.
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Durch die Erfindung soll dieser zusätzliche Schaltmittelaufwand vermieden
werden:. Erreicht wird dies nach der Erfindung dadurch, daß das abhängig von der
Verkehrsrichtung (Orts- oder Fernverbindung) erforderliche Ingangsetzen des Zeitschalters
durch einen die Verkehrsrichtung kennzeichnenden Nummernscbeibenhilfskontakt und
ein mit zwei in beide Leitungsadern geschalteten Gegenwicklungen: ausgestattetes
Relais erfolgt, das durch den Schleifenstrom nicht anzieht, dagegen durch die durch
den Num:mernscheibenhilfskont:akt herbeigeführte vorübergehende Erdung beider Leitungsadern
zum Anziehen kommt und nach Rückkehr des N ummernscheiben:hilfskontaktes in die
Anfangslage durch Kurzschließen einerWicklung über den eigenen Kontakt durch den
Schleifenstrom gehalten wird. Auf diese Weise iv.ird eine Steuerung des Zeitschalters
im Amt von Schalteinrichtungen des Münzfernsprechers ermöglicht, ohne die Symm:etri-everhältnisse
der Sprechadern während des Gesprächszustandes zu stören. Erwähnt sei, daß es bekannt
ist, zur Auslösung anderer Schaltvorgänge in die Sprechadern ein mit zwei Gegenwicklungen
,ausgestattetes Relais zu schalten, das durch vorübergehende Erdung der einen Sprechader
zum Anziehen kommt und den gewünschten Schaltvorgang zur Auslösung bringt. Diese
Anordnung ist angewendet worden für ras -erneute Inbgangsetzen eines Zeitschalters
bei Münzfernsprechern, bei denen durch Nachzahlen der Gebühr eine Gesprächszeitverlängerung
herbeigeführt werden soll. Bei der bekannten Schaltung wird die vorübergehende Erdung
einer Leitungsader durch einen @Iiinzl;ontal:t herbeigeführt. Bei vier vorliegenden
Erfindung wird das mit zwei Gegenwicklungen ausgestattete, in beide Sprechadern
geschaltete Steuerrelais nicht durch einen Münzkontakt, sondern von dem die Verkehrsrichtung
kennzeichnenden Nummernscheibenhilfskontakt beherrscht.
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Bei dem nachstehend in der Zeichnung dargestellten Ausführungshe:ispiel
ist ein Münzfernsprecher zugrunde gelegt, der mit einem mechanisch angetriebenen
-Münz- und Zoneneinsteller für :die selbsttätige Gebührenkontrolle der Orts- und
Selbstwähl-Fernverbindungen ausgestattet ist.
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In der Zeichnung ist der Münzeinsteller mit lllii bezeichnet, der
in bekannter Weise durch die eingeworfenen Münzen auf den der Summe :des eingeworfenen
Betrages entsprechenden Schritt gestellt wird. Zo ist der Zoneneinsteller, der auf
den der Zone der gewählten Kennummer der Verbindung entsprechenden Schritt gestellt
wird. Nur hei Cbereiristimmung der Stellung des Münz- und des Zoneneinstellers bleibt
die Amtsschleife für die Weiterwahl der Verbindung geschlossen. dk ist ein von der
Fingerscheibe angetriebener Dekadenkontakt, der in der :dritten Wahlstufe schließen
soll, damit der Sprechgast gezwungen ist, die Gebühr einzuwerfen, um den über dk
und AIi Schritt 0 verlaufenden Kurzschl:uß des Nu mmernscheibe:n:impulskontaktes
nsi aufzuheben. Mit 1i ist der Kennzifferkontakt bezeichnet, der mechanisch von
der Fingerscheibe gesteuert und geschlossen wird, wenn eine eine Gesprächszeitüberwachung
erfordernde 'Verbindung gewählt wird. Mit Il' ist der Wecker bezeichnet, an dessen
Spulenm,itte der Hilfskontakt IL angeschlossen ist. 1i:1,1 ist der Kassiermagnet,
der bei seinem Anziehen die in den :Münzfernsprecher vorbereitend eingeworfenen
Münzen dem Kassierbehälter zuleitet. SpM ist der Sperrmagnet, dessen Wicklungen
mit Sp 11 I und Sp31 II unterschieden sind. Die Aufgabe des Sperrmagneten
ist, wie bekannt, die Rückgabe der Münzen so lange nach Einhängen des Hörers zu
verhindern, bis der beim Auslösen der Verbindung gegebene Kassierimpuls den Kassiermagneten
zum Anziehen gebracht hat. Beim Ausbleiben des Kassierimpulses wird, sobald die
Wähler zusammengefallen sind, der Sperrmagnet stromlos und läßt die Münzen in den
Rückgabebehälter fallen. Durch Abheben des Hörers werden die Kontakte i
HU bis 3 HdT umgelegt und die Amtsschleife geschlossen, so daß durch
Erregen des Relais R in bekannter Weise der @'orwähler hlV, dessen Antriebsmagnet
mit I'31 bezeichnet ist, in Gang gesetzt wird. Das Relais D wird durch den Sch leifenstrom
nicht erregt, da die Wicklungen D I und D II gegenemandergeschaltet
sind. Zach Eindrehen des Vorwählers auf einen freien Gruppenwähler fällt das Ruhestromrelais
X zttnächst ohne Wirkung ab.
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Es sei zunächst der Fall eint -r Ortsverbindung betrachtet, bei der
keine Gesprächszeitüherwachung eintritt. Die Verbindung wickelt sich in üblicher
Weise ab. Wenn der Sprechgast nicht die für die Ortsverbindung erforrerl:iche Gebühr
von io Pfennig eingeworfen hat, wird in der dritten Wahlstufe die Weiterwahl der
Teilnehmernummer durch Kurzschließen des Stromstoßkontaktes ja si über den Dekadenkontakt
dk verhindert. Bei einer Ortsverbindung soll der Zoneneinsteller Zo auf den ersten
Schritt gestellt werden, so daß über Münzeinsteller Hii auf dem ro-Pfennig
-Schritt
und Zoneneinsteller Zö auf dem ersten Zonenschritt die Amtsschleife aufrechterhalten
bleibt. Damit während der Verstellung ges Zoneneinstellers die Wähler im Amt nicht
,ausgelöst werden, ist der Kondensator C i sehr großer Kapazität vorgesehen.. Wenn
der gerufene Teilnehmer sieh gemeldet hatte, wird beim Einhängen des Hörers in bekannter
Weise der Zählmagnet ZM erregt, so d@aß das Relais H über seine Wicklung H I in
nachstehendem Stromkreis anzieht: i. Batterie, Vorwählerarm VW IV, 3 t, znt, 3-m,
Kontaktarm S I, H I, Erde.
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Über Kontakt 3 h wird das abfallverzögerte Relais Z zum Anziehen gebracht.
Der bereits während des Gesprächszustandes über seine Wicklung Spil!II erregte Sperrmagnet
hält sich weiter in nachstehendem Stromkreis: 2. Erde, spm, SPM 1I, 3 HU;
Sp,11 I, 2 N, H III, Batterie.
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Da die Wicklung SpM II hochobmi:g ist, kann; sich Relais
H über seine Wicklung H III nicht halten. Wicklung HI ist stromlos,
da Kontakt zzzt nur vorübergehend schließt. Sobald Relais H abgefallen ist, zieht
über: 3. Batterie, Widerstand -Wi, 21z, iz, 2 HU,
KM, spm, Erde
der KassIermagnet KM an. Die Dauer des Kassierimpulses ist bestimmt durch
die Abfallzeit des Relais Z. Nach Abfall des Relais Z wird der Sperrmagnet SpM stromlos.
M2inzeinsteller illii und Zoneneinsteller Zo sind mechanisch durch Einhängen des
Hörers in die Anfangslage zurückgestellt.
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B:ei einer Selbs:twähl-Fernverbindung (Netzgruppenverbindung) wird
-nach Wahl der Kennummer der Verbindung ,der Kennzifferkontakt K vorübergehend geschlossen.
Durch die Erdung der Leitungen wird die Wicklung D I stromlos, so daß Relais
D über die Wicklung D II anzieht. Durch den Köntakt i d wird .die Wicklung
D I kurzgeschlossen, so daß Relais D nach Öffnung des Kontaktes K in d er folgenden
Wahlstufe über die Wicklung D II durch den Schleifenstrom erregt bleibt. Durch den
Kontalet 3 d wird das Relais M über den Vorwählerarm TVWV an eine Hilfsader geschaltet,
über die beim Melden des gerufenen Teilnehmers das Beginnzeichen -gegeben wird,
so daß Relais M beim Melden des Gerufenen anzieht. Über den Kontakt i m bindet sich
das Relais M in Abhängigkeit von Korntakt x. -Über Kontakt 2nt wird der Drehmagnet
SM mit einem 5-Sekunden-Unterbrecher verbunden., so daß die Kontaktarme SI bis SIII
im 5-Sekunden-Takt schrittweise fortgeschalt.et werden. Wenn der Sprechgast innerhalb
der Karenzzeit von 15 Sekunden nach Melden des gerufenen Teilnehmers einhängt, soll
der von dem Zählmagneten ZM ausgelöste Steuerimpuls ohne Wirkung bleiben; damit
das eingeworfene Geld nicht kassiert wird. Dies wird dadurch erreicht, daß durch
den Kontakt 3 in der Anzugsstromkreis für Relais H über die Wicklung HI ' unterbrochen
ist. Wenn dagegen bereits mehr als 15 Sekunden nach Melden des gerufenen Teilnehmers
verstrichen sind, befindet sich der Kontaktarm S I auf einem der inzwischen abgelaufenen
Zeit entsprechenden Schritt, so-,daß Relais H I über: q.. Erde, Kontaktarm SI, Schritt
4-3q., Nm, 34 VW IV, Batterie anzieht.
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Kurz vor Ablauf der Gesprächszeit, die a;uf 3 Minuten beschränkt sein
soll, wird über den Schritt 3o des Kontaktarmes S II ein Aufmerksamkeitssummer Szt
an die Leitung geschaltet.
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Die Schaltvorgänge, die sich -ach Anziehen des Relais H, und Einhängen
des Hörers in der Sprechstelle nunmehr abspielen:, sind die gleichen, wie bereits
bei der Ortsverbindung beschrieben. Da die Gesprächszeit auf 3 Minuten bei einer
Selbstwähl-Fernverbin:-dung beschränkt sein soll, kommt das Relais H über Kontaktarm
SI Schritt 3,5 zum Anziehen und trennt zwangsläufig die bestehende Verbindung. Über
Kontakt 3 h zieht Relais Z an, so daß Relais H in folgendem Stromkreis erregt bleibt:
5. Batterie, H III, :2,-, SpM I, Zo, ibli%, nsi, i HU, Mikrophon lli,
i z, i l2, H II, Erde. Die Weiterschaltung des Sehrittschalters SiYl bleibt
ohne Wirkung. Da die Verbindung durch die Kontakte i z und 2z getrennt ist,
ist der Sprechgast gezwungen, einzuhängen, so, d@aß Relais H abfällt. Wicklung HII
wird stromlos, da durch Kontakt i HU die Schleife unterbrochen ist. Über die Wicklung
HIII kann sich Relais H nicht halten., da, wie erwähnt, die W icklung Sp Il II einen
hoben Widerstand besitzt. Nach dem Abfall des Relais H wird während der Abfallzeit
des Relais Z der Kassiermagnet K l1 erregt über: 6. Batterie, dVi, 2 h, i
N, 2 HU, KM, spm, Erde.
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Durch die Trennung der Verbindung durch die Kontakte i z, 2 z wurden
die Wähler ausgelöst, so daß nach Heimlauf des Vorwählers das Ruhestromrelais X
über: ;7. Batterie, VW IV, T, hIV III, X, Erde anzieht.
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Da Relais X sehr hoben Widerstand besitzt, zieht in diesem Stromkreis
Relais T nicht an. Durch Kontakt x wird der Haltekreis für Relais M unterbrochen,
so daß über den zurückgefallenen Kontakt 2 na und den Kontaktarm S III der
Drehmagnet S'117 mit dem Relai.sunterbrecher RU verbunden ist und den Schrittschalter
S in die Anfangsstellung zurücksteuert.