DE72105C - - Google Patents

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DE72105C
DE72105C DENDAT72105D DE72105DA DE72105C DE 72105 C DE72105 C DE 72105C DE NDAT72105 D DENDAT72105 D DE NDAT72105D DE 72105D A DE72105D A DE 72105DA DE 72105 C DE72105 C DE 72105C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60MPOWER SUPPLY LINES, AND DEVICES ALONG RAILS, FOR ELECTRICALLY- PROPELLED VEHICLES
    • B60M7/00Power lines or rails specially adapted for electrically-propelled vehicles of special types, e.g. suspension tramway, ropeway, underground railway

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Tension Adjustment In Filamentary Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.XI
Durch Anwendung der Elektricität zum Antrieb endloser Seile sollen die nachfolgend erwähnten Uebelstände, die sich bei Anwendung der Elektncität unter Vermittelung von Motoren oder Batterien auf den Fahrzeugen einstellen, vermieden werden. Diese Uebelstände sind:
a) Die nachtheiligen Wirkungen der Feuchtigkeit auf die Stromleitungen und die Nothwendigkeit, Mittel anzuwenden, um das Eindringen von Feuchtigkeit in die Kanäle zu verhindern, in welchen die Leiter verlegt sind.
b) Die Gefahren, welche mit der Anwendung nackter Drähte verbunden sind, durch welche hochgespannte Ströme fliefsen, und die Kraftverluste bei Anwendung von Strömen von geringer Spannung, wenn die Schienen als " Leiter dienen.
c) Die Erhöhung des Gewichtes der Fahrzeuge durch die Hinzufügung des Gewichtes der Treibmaschine und des Triebwerkes der Fahrzeuge.
Bisher wurde es beim Betrieb von Seilbahnen oder Tramways für wünschenswerth erachtet, die endlosen Seile so lang als möglich zu machen, so dafs die Anzahl von Trommeln oder Rollen, um welche die Seile liefen, möglichst verringert wurde, weil die Reibung bei jeder bedeutenden Biegung des Seiles sehr grofs ist. Jede Seiltramwaylinie wurde im allgemeinen durch ein einziges endloses Seil betrieben; da nun jedes dieser langen Seile nothwendig im Stande sein mufs, eine bedeutende Anzahl von Fahrzeugen zu ziehen, so müssen die Seile sehr dick und schwer werden, die Reibungswiderstände gegen die Bewegung des Seiles an den Biegungen und in den Lagern der Trommeln oder Scheiben sind daher sehr grofs, und es geht daher durch Ueberwindung dieser Reibung ein sehr grofser Theil Kraft verloren.
Durch vorliegende Erfindung sollen die Verluste durch Reibung verringert werden und die verfügbare. Kraft derart regelbar und vertheilbar sein, dafs mit Vortheil eine Seilbahn von irgend welcher Länge durch auf einander folgende kurze Seillängen von geringer Stärke betrieben werden kann.
Mehrere kurze endlose Seile von geringer Dicke sind auf einander folgend derart angeordnet, dafs ein Wagen oder anderes Fahrzeug, wenn es eine Seilabtheilung verläfst, durch sein Beharrungsvermögen in eine solche Lage gelangt, dafs es das Seil der nächstfolgenden Abtheilung zur Weiterbewegung erfafst. Auf diese Weise werden die Fahrzeuge durch die auf einander folgenden kurzen Seillängen von einem Ende der Linie zum anderen befördert. Jede Seillänge wird durch einen oder mehrere feststehende Elektromotoren angetrieben, welche in geeigneten Schächten unter der Strafsenbahn oder in geeigneten Gebäuden untergebracht sind.
Diese elektrischen Treibmaschinen sollten hinreichend kräftig sein, um mittelst des zugehörigen kurzen endlosen Seiles eine bestimmte Anzahl vollbeladener Fahrzeuge bewegen zu können, mit anderen Worten, die Anzahl und Stärke der Treibmaschinen mufs der gröfsten Anzahl
Wagen entsprechen, welche zu derselben Zeit auf der von diesen Maschinen betriebenen Seillänge laufen. Die Anzahl Wagen, welche gleichzeitig über eine Seillänge laufen, ist durch Signale zu regeln. Die Maschinen werden durch elektrische Ströme getrieben, welche durch geeignete Drähte von einer Hauptstelle aus zugeleitet werden.
Es ist vortheilhaft, mit jeder der kurzen Seillängen zwei oder mehrere elektrische Treibmaschinen zu verbinden, von denen jede das Seil bei gewöhnlichem Betrieb zu bewegen vermag, und Vorrichtungen anzubringen, durch welche eine andere Maschine selbstthätig in Gang gesetzt wird, wenn die im Betriebe befindliche Maschine arbeitsunfähig wird. In manchen Fällen sind aufserdem Vorrichtungen angebracht, durch welche bei Ueberlastung einer Maschine eine Hülfsmaschine eingeschaltet wird, die die erste Maschine so lange unterstützt, bis die Belastung so weit herabgegangen ist, dafs nur mehr die Leistung einer Maschine erfordert wird.
Aufser den Mitteln zum freihändigen Verbinden und Loskuppeln der Fahrzeuge mit bezw. vom Seil sind noch Vorrichtungen angebracht, durch die die Fahrzeuge selbsttätig vom Seil losgekuppelt werden, wenn diese sich dem Ende einer Seillänge nähern, und sie selbsttätig mit der nächstfolgenden Seillänge zu verbinden, wenn die Fahrzeuge vermöge ihres Beharrungsvermögens hinreichend weit fortgerollt sind, um diese Verbindung zu ermöglichen. Auf diese Weise wird jede Gefahr in dem Falle vermieden, wo der Wagenführer es unterlassen sollte, den Wagen vom Seil loszukuppeln, bevor er am Ende der Seillänge angelangt ist.
In den beiliegenden Zeichnungen stellen dar:
Fig. ι eine Draufsicht,
Fig. 2 einen senkrechten Längsschnitt der Seilbahnanlage,
Fig. 3 einen senkrechten Querschnitt nach der Linie x-x (Fig. ι und 2) in vergröfsertem Mafsstabe, welcher auch die Maschinen zum Betriebe eines der Seile zeigt,
Fig. 4 eine elektrisch bewegte Kuppelung, Fig. 5 eine Vorderansicht,
Fig. 6 eine Seitenansicht, zum Theil im Schnitt eines Greifers,
Fig. 7 und 8 ähnliche Ansichten einer anderen Form des Greifers,
Fig. 9 eine schematische Ansicht einer Einrichtung, um selbstthätig eine Hülfsmaschine ein- und auszuschalten,
Fig. ι ο und 11 elektromagnetische Stromschliefser,
Fig. 12 schematisch eine Einrichtung zur selbstthätigen Einschaltung einer Hülfstreibmaschine,
Fig. 13 eine mechanische Vorrichtung zur Einstellung eines Stromschliefsers.
Kurze endlose Seile A A sind über Treibtrommeln oder Scheiben B geführt, welche nach der Zeichnung durch Kegelräder C C von der Triebwelle -D angetrieben werden. Eine oder zwei elektrische Treibmaschinen EF, deren Gang in der nachstehend beschriebenen Weise geregelt wird, liefern die Betriebskraft. Eine Spannrolle G, die auf einem auf schräger Fläche G2 rollenden Wagen G1 lagert, bewirkt unter dem Zuge einer belasteten Kette G3 die Spannung des Seiles A. Rollen HH dienen zur Unterstützung und Führung der Seile.
Die Anzahl der kurzen endlosen Seile, die in einer gegebenen Strecke angewendet werden, hängt von der gröfsten Belastung der Strecke und von der Anzahl Wagen ab, welche diese Strecke in einer gegebenen Zeit zu durchlaufen haben.
Die Länge jedes Seiles und die Stärke der Maschine zum Betriebe desselben richtet sich nach der normalen Verkehrsdichte entweder für sich allein oder in Verbindung mit anderen Linien.
Wenn ein Wagen in der Nähe des Endes einer Seilabtheilung . oder Länge anlangt, so hat der Wagenführer den Greifer vom Seil loszumachen, der Wagen läuft dann weiter, bis er über die nächste Seillänge gelangt, wo dann der Wagenführer das Seil mittelst des Greifers wieder fafst. Die Seile können durch Leitrollen entsprechend gekrümmt werden, so dafs sie nach Bedarf von den Greifern ab- und gegen dieselben hingelenkt werden.
Da kein System dieser Art, welche lediglich auf der Handeinstellung beruht, mit voller Sicherheit für die Fahrgäste betrieben werden kann, wird der Greifer zur geeigneten Zeit selbstthätig geöffnet und geschlossen, wenn der Wagen von einer Seilabtheilung auf die andere übergehen soll.
Zu dem Zwecke ist der Greifer derart angeordnet, dafs er von Hand aus in einer Weise bewegt wird, welche im wesentlichen mit der bisher bei Seilbahnen üblichen übereinstimmt, dafs er aber aufserdem, wenn der Wagen sich dem Ende einer Seilabtheilung nähert, selbstthätig geöffnet wird, und zwar durch schiefe Ebenen oder Anschläge, die zu dem Zwecke in geeigneter Weise angeordnet sind. Wenn der Wagen die nächste Seillänge erreicht, so wird der Greifer durch andere schiefe Ebenen oder Anschläge geschlossen und fafst so das Seil der folgenden Abtheilung.
Der in Fig. 5 und 6 gezeichnete Greifer hat eine feste untere Backe J und eine bewegliche obere Backe J1 und Rollen J2 zur Unterstützung des Seiles und zum Fernhalten desselben von der festen Backe /, wenn der Greifer offen ist. Die bewegliche Backe J1 ist
ry
durch eine Stange K1 mit einem Hebel K verbunden, welcher von Hand aus gedreht wird, um die Greifer zu öffnen oder zu schliefsen. Dieser Hebel ist mit einer federnden Handfalle L versehen, die in Zähne am Segment K'2 eingreift, so dafs der Hebel K in jeder Stellung festgestellt wird, in die er gebracht wird. Die Handfalle L ist durch Stangen L1 und L'2 mit einem Gleitstück M verbunden, das mit einem schiefen Ansatz M* versehen ist, welcher zur geeigneten Zeit mit einer schiefen Ebene N am Kanalgehäuse in Berührung tritt und, durch diese angehoben, eine Auslösung der Handfalle L bewirkt, so dafs Hebel K, in die Grundstellung fallend, das selbstthätige Oeffnen des Greifers veranlafst.
Um das selbstthätige Oeffnen und Schliefsen des Greifers zu ermöglichen, wird die bewegliche Backe J1 mit einem Ansatz J3 versehen, der eine schiefe Ebene J4 besitzt, welche mit Rollen PP1 an der Kanalwand in Berührung kommt und im ersteren Falle die Backe J1 anhebt. Der Ansatz J3 ist auch mit einer schiefen Ebene /5 versehen, welche mit Rollen Q Q1 am Anfang jedes Seiles in Berührung kommt und von diesen behufs Schliefsung des Greifers herabgedrückt wird. Der durch die Bewegung der Backe J1 umgelegte Hebel K wird durch den Bolzen L stets selbsttätig wieder festgestellt.
Bei dem in Fig. 7 und 8 dargestellten Greifer ist die bewegliche Backe J1 mit dem Hebel K durch einen Stift /6 verbunden, der sich in seinem Bogenschlitz K3 im kurzen Arm des Hebels K bewegt.
Das Oeffnen und Schliefsen des Greifers kann durch andere geeignete Mittel be\verkstelligt werden, wenn dies gewünscht wird. Die bewegliche Backe z. B. kann durch einen Keil bewegt werden, der durch einen Hebel oder eine andere geeignete Vorrichtung hin- und herbewegt wird, welche zum vorstehend angegebenen Zwecke von Hand aus oder selbstthä'tig gesteuert werden kann. Wenn gewünscht, kann ein Greifer mit gelenkigen Backen benutzt werden, welche derart angeordnet sind, dafs, wenn sie mit dem Seil in Berührung kommen, das letztere durch seine Bewegung den Klemmdruck der Backen erhöht und aufserdem so, dafs die Drehzapfen dieser Backen von Hand aus einander genähert oder von einander entfernt werden können, wenn dies nöthig ist, um das Seil zu fassen oder loszulassen, um das Fahrzeug in Gang zu setzen oder anzuhalten.
Die elektrischen Treibmaschinen EF haben Verbundwickelung für gleichbleibende Geschwindigkeit. Die von der Maschine auf das Seil übertragene Kraft wird deshalb innerhalb gewisser Grenzen entsprechend der Belastung des Seiles selbsttätig geregelt.
Bei dem in der Zeichnung veranschaulichten System des Seilbetriebes wird, jedes der kurzen Seile A bei gewöhnlicher Belastung durch nur eine Maschine, etwa E, getrieben, während der Anker des anderen leer mitläuft.
Um beim übermäfsigen Anwachsen der Belastung, oder wenn die Maschine E aus anderen Gründen stehen bleiben sollte, die Hülfsmaschine einzuschalten, ist die in den Fig. 9, 10 und 11 dargestellte Einrichtung getroffen. Die Anker A1A'2 der Maschinen sind mit den Feldmagnetspulen M1 M'2 in die Hauptleitung geschaltet, während die Spulen S1S'2 sich im Nebenschlufs zum Anker befinden, ff1 sind abschmelzbare Bleisicherungen in der Arbeitsleitung. Bei dieser Anordnung tritt der Strom bei ι ein und theilt sich bei 2 in zwei Wege; der eine geht durch die Hauptstromspulen der Maschine Nr. 1, durch die Spule des Elektromagneten g, durch die Spule des Solenoids h und durch die Bleisicherung f zum Rückleitungsdraht der Hauptleitung bei 3. Der andere Weg führt durch den Umschalter j, den Widerstand R1, die Treibmaschine Nr. 2, die Spule η zum unteren Klemmstück k des Ankers g1 des Magneten g, welcher bei unterbrochenem Stromkreis der Maschine Nr. 1 auf k ruht und dann den Strom durch die Bleisicherung f1 zur Hauptleitung bei 4 leitet.
Geht aber ein Strom durch Nr. 1, so wird der Anker gl vom Klemmstück k abgehoben, wodurch die Maschine Nr. 2 ausgeschaltet wird, und durch das obere Stromschlufsstück des Ankers werden die Nebenschlufsspulen S1 der Maschine Nr. 1 eingeschaltet. Das Solenoid h besitzt eine hinreichende Anzahl von Windungen, um den Kern hl in der gezeichneten Lage gegen die abwärts wirkende Kraft der Spiralfeder T (Fig. 10) so lange zu halten, als die Belastung an der Maschine Nr. 1 eine bestimmte, durch die Betriebssicherheit gebotene Grenze nicht überschreitet. Das Solenoid h ist in gleicher Richtung mit zwei gleichen Spulen bewickelt, durch deren eine der Strom von der Maschine Nr. 1 zur Hauptleitung bei 3 fliefst, während durch die andere der Strom von der Maschine Nr. 2 zur Hauptleitung bei 4 führt. Wenn die Belastung an der Maschine Nr. 1 zu grofs wird, so wird der Kern des Solenoids h wegen der Zunahme der Stromstärke im Anker der Maschine Nr. 1 weiter emporgezogen und das aus der Verlängerung des Kernes hl herausragende Stück hl kommt mit dem Umschalter / in Berührung, welcher alsdann auf die Stromschlufsplatte m schleift, wodurch die Maschine Nr. 2, der Elektromagnet 71, der Widerstand R, die Spulen des Elektromagneten p, der Umschalter i m, die zweite Spule des Solenoids h und die Bleisicherung f1 an die Hauptleitung bei 4 angeschlossen werden. Wird sonach die Belastung der Maschine Nr. 1 durch Einschal-
tung von Nr. 2 verringert, so reicht der Strom, der aus beiden Maschinen durch das Solenoid fliefst, aus, den Umschalter / auf m zu halten. Die an die Maschine Nr. 2 angeschlossene Solenoidspule mufs derart bemessen sein, dafs, wenn der Strom durch die Maschinen durch Entlastung des Seiles unter eine gewisse Grenze sinkt, die beiden Spulen den Umschalter / nicht langer in Berührung mit m halten können und somit der Magnet ρ ausgeschaltet wird. Der oben erwähnte Widerstand R ist hinreichend grofs, um blos so viel Strom durch den Magneten ρ hindurchlaufen zu lassen — so lange der Umschalter / an m liegt —, dafs der Zug der Feder q (Fig. 1 1) überwunden wird. Hierdurch kommt der Schalthebel r in Berührung mit s und schaltet die Maschine Nr. 2 ein, indem der Strom durch den Umschalter r und durch die zweite Spule des Solenoids h und die Bleisicherung fl zur Hauptleitung bei 4 geht. Gleichzeitig wird der Anker t vom Kern nl des Elektromagneten η angezogen, indem der Strom durch die Maschine Nr. 2 und durch die Spule η fliefst. Auf diese Weise werden die Nebenschlufsspulen S'2 der Maschine Nr. 2 sofort in Thätigkeit gesetzt, indem der Nebenschlufsstrom von u durch das Solenoid ν nach nl fliefst. Diese Umschalter sind mit Federn ausgestattet, so dafs, wenn der Strom durch die Reihenspulen der Maschinen unterbrochen wird, die Magnete die Anker gl und t nicht mehr anziehen und die Nebenschlufsspulen S1 und S'2 ausgeschaltet werden.
Damit nicht zu viel Strom durch den Anker der Maschine Nr. 2 fliefst, wenn er bei starker Belastung eingeschaltet wird, bringt man einen Umschalter j an, der dem Umschalter / (Fig. 10) ähnlich ist. Das Solenoid v dieses Umschalters steht mit den Nebenschlufsspulen der Maschine Nr. 2, wie vorhin bemerkt, in Hintereinanderschaltung. Wenn sonach die Maschine in Gang gesetzt wird, geht der Strom durch jj1 und den Widerstand R1 zur Maschine Nr. 2; der letzterwähnte Widerstand R1 reicht aus, um im ersten Augenblick den Durchgang eines zu starken Stromes durch den Anker der Maschine Nr. 2 zu verhüten. Sobald die Nebenschlufsspulen der Maschine Nr. 2 hinreichend stark erregt sind, kommt der Umschalter j mit f2 in Berührung, wodurch der Widerstand R1 ausgeschaltet wird; der Umschalter j bleibt auf f2 liegen, bis der Strom in den Nebenschlufsspulen zu schwach ist, um den Kern des Solenoids ν gegen den Zug seiner Feder festzuhalten. Diese Anordnung ist in jenen Fällen nothwendig, wo die Maschinen unabhängig von einander verwendet werden, wie vorstehend beschrieben wurde.
Um Funkenbildung an den Umschaltecontacten zu vermeiden, verwendet man rasch wirkende Contacte, wie sie z. B. in Fig. 10 und 11 gezeichnet sind, bei denen w eine Feder ist, welche einen Zahn w1 trägt, der an einem ähnlichen Ansatz n>'2 am Arm des Umschalters liegt; die Feder w hat sonach das Bestreben, den Umschalter rasch in der einen oder in der anderen Richtung umzulegen, wenn einmal vv'2 über die Spitze von vv{ hinweggekommen ist. Andere geeignete Formen von rasch wirkenden Umschaltern können indessen auch benutzt werden.
An den Stücken h- hs (Fig. 10) werden auch Klemmschrauben angebracht, so dafs sie zur Bewegung des Umschalters nach Bedarf eingestellt werden können.
Wenn die erste Maschine versagen oder die Bleisicherung f abschmelzen sollte, so fällt auch der Anker g1 ab und kommt, von seiner Feder g'2 gezogen, mit der Klemme k in Berührung, wodurch die Maschine Nr. 2 eingeschaltet wird; gleichzeitig werden die Spulen h und ρ und der Widerstand R ausgeschaltet, bis die Maschine Nr. 1 wieder betriebsfähig ist.
In Fig. 12 ist eine Abänderung vorstehender Einrichtung angegeben.
Eine in Hintereinanderschaltung mit dem Nebenschlufs S1 der Maschine Nr. 1 befindliche Spule α wirkt auf den Waagebalken b einer Quecksilberwippe CC5C1C1. Diese Vorrichtung dient zur selbsttätigen Ausschaltung der Maschine Nr. 1 und Einschaltung der Maschine Nr. 2, wenn die erste Maschine aus was immer für Gründen versagen oder die Bleisicherung f abschmelzen sollte.
Eine in Hintereinanderschaltung mit der Hauptstromwickelung M1 der Maschine Nr. 1 befindliche Spule d aus starkem Draht wirkt auf den Kern d1 gegen die Spannung einer von Hand aus regulirbaren Feder. Der Kern dl ist am oberen Ende mit einem geeigneten metallischen Ansatz versehen, welcher die beiden Klemmen d2 d3 leitend verbindet; in diesem Falle wird der Stromkreis einer Spule e geschlossen. Diese Spule bewegt einen Hebel e1 und stellt die Verbindung zwischen Quecksilberwippen c2 c2 her oder unterbricht dieselbe. Ein geeigneter Widerstand R, in Hintereinanderschaltung mit der Nebenschlufswickelung S'2 der Maschine Nr. 2, ist derart angeordnet, dafs er einen schwachen Strom durch die Feldmagnete dieser Maschine gehen läfst, um sie beständig magnetisch zu halten, während die Maschine aufser Thätigkeit ist.
Sobald der Hebel e1 die beiden Wippen c2 c2 verbindet, wird die Hauptstromleitung der Maschine Nr. 2 hergestellt und gleichzeitig der Widerstand R kurz geschlossen.
Die Wirkungsweise dieses Umschaltersystems ist folgende: Wenn die Maschine Nr. 1 das Seil treibt und die Belastung des Seiles nicht höher als normal ist, geht hinreichend Strom
durch die Spule d, um den Kern d1 in der Mittellage zu erhalten. Sollte der Strom in der Maschine Nr. ι sich der Grenze für die stärkste zulässige Belastung nähern, so wird wegen der ihr aufgebürdeten höheren Arbeitsleistung die Spule d den Kern dl herabziehen und so einen Strom durch die Spule e senden, wodurch der Hebel el emporgezogen, eine Verbindung zwischen c2 c2 hergestellt und die Maschine Nr. 2 eingeschaltet wird; wenn die Belastung der Maschine Nr. 1 hinreichend verringert ist, überwindet die Feder den Zug der Spule e, der Kern d] geht hinauf, unterbricht die Verbindung zwischen d'2 und d3 und die Maschine Nr. 2 wird sofort ausgeschaltet.
Wird die Maschine Nr. 2 eingeschaltet, dann sinkt die Belastung und daher auch der Strom in der Leitung der Maschine Nr. 1 und der Spule d etwa auf die Hälfte herab, der Kern d1 mufs deshalb so angeordnet werden, dafs, wenn er durch die Spule d herabgezogen wird, um Stromschlufs zu bilden, der Strom in dieser Spule beträchtlich sinkt, bevor die Feder den Stromkreis unterbricht. Dies kann dadurch geschehen, dafs der Kern dl zwischen zwei isolirten Federn d* gegen die Kraft seiner Feder so lange gehalten wird, bis der Strom in der Spule d die erforderliche Schwächung erfahren hat. Der gleiche Erfolg kann dadurch erzielt werden, dafs man eine zweite Spule von gleichen Abmessungen wie die erste auf dem Magneten d anordnet, die in Hintereinanderschaltung, mit der Hauptstromspule. M2 der Maschine Nr. 2 sich befindet. In diesem Falle wird die Stromschwäche in Spule d wegen der Verringerung der Belastung der Maschine Nr. 1 durch den Strom in der zweiten Spule verringert, welche mit der Maschine Nr. 2 in Hintereinanderschaltung verbunden ist.
Im Falle, dafs die Maschine Nr1, 1 betriebsunfähig wird, gestattet die Spule α dem Waagebalken b, links herabzugehen und die Verbindung zwischen c1 c1 für die Maschine Nr. 2 herzustellen; gleichzeitig wird die Leitung von Nr. ι bei c c unterbrochen. Der Kern dl geht gleichzeitig in seine obere Grenzstellung hinauf, wodurch die Spule e die Leitung der Maschine Nr. 2 durch c2 c2 schliefst.
An die Stelle des Solenoids h (Fig. 10) kann auch ein mechanischer Regeler treten, z. B. ein gewöhnlicher Schwungkugelregeler (Fig. 13). So lange die Geschwindigkeit des Seiles normal ist, werden die Kugeln nach aufsen gedrängt und der Umschalterarm / bleibt auf dem isolirten Stück »ι1. Wenn die Geschwindigkeit abnimmt, drückt der Bundring h3 auf den Schalthebel /, welcher die Stromschlufsplatte m berührt und dadurch die Maschine Nr. 2 in der vorstehend beschriebenen Weise einschaltet. Der untere Bundring h2 ist so eingestellt, dafs er den Schalthebel / nicht eher auf ot1 zurückbringt, bevor nicht die Geschwindigkeit des Seiles über die normale gestiegen und die Hülfsmaschine nicht mehr von Nöthen ist.
Anstatt die Anker der beiden Maschinen auf derselben Welle anzuordnen, wie in Fig. 3 gezeigt, und einen Anker leer laufen zu lassen, werden die beiden Anker auch auf verschiedenen Wellen befestigt und diese bei Bedarf durch eine Klauenkupplung y verbunden (Fig. 4). Diese Kupplung wird selbstthätig durch ein Solenoidj^1 durch Vermittelung eines Hebelsy"1 gesteuert.
Dieses Solenoid zieht seinen Kern an und bewegt denselben gegen den Widerstand seiner Feder, sobald sein Stromkreis bei Ueberlastung der ersten Maschine selbsfthätig geschlossen wurde.
In einzelnen Fällen werden die Maschinen einzeln mit der Triebwelle durch gesonderte Klauen gekuppelt, um eine Maschine auszubessern, während die andere läuft. Hierdurch werden Betriebsstörungen vermieden. In solchen Fällen sind die Solenoide für die Bewegung der Kupplungsklauen in den beiden Maschinenleitungen angeordnet.
Mein verbessertes Seilförderungssystem ist nicht nur zur Beförderung von Wagen auf Tramways mit Vortheil anwendbar, sondern auch zum Befördern von Hunden auf Grubenbahnen oder dergleichen. Es ist klar, dafs man, wo es thunlich ist, statt die Seile in Röhren oder Kanäle zu verlegen, sie auch in geeigneter Weise überirdisch leiten kann.

Claims (7)

Patent-Ansprüche:
1. Eine Seilbahnanlage, bei welcher hinter einander liegende endlose Treibseile von geringerer Länge getrennt von einander durch von einem Elektricitätswerk gespeiste elektrischeTreibmaschinen angetrieben werden und die Mitnahme der Wagen oder Förderzeuge durch Greifer bewirkt wird, welche beim Uebergange von einem Treibseil zum nächstfolgenden von Hand oder selbstthätig gelöst und wieder eingerückt werden, wobei die Wagen oder Förderzeuge über die zwischen den Treibseilen befindliche Strecke durch die ihnen innewohnende lebendige Kraft bewegt werden.
2. Bei der in Anspruch 1. gekennzeichneten Seilbahnanlage der Antrieb jedes Treibseiles durch eine Haupt- und eine Nebenmaschine mit gemischter Wickelung, welche Nebenmaschine bei Ueberschreitung einer bestimmten höchsten Belastungsgrenze oder, bei vollständiger Ausschaltung der Hauptmaschine selbstthätig in Wirkung tritt, indem dieselbe im ersten Falle parallel zur Haupt-
maschine in den Arbeitsstromkreis eingeschaltet wird.
3. Bei dem in Patent-Anspruch 2. angegebenen Betrieb der durch Patent-Anspruch 1. gekennzeichneten Seilbahnanlage durch zwei Maschinen eine Einrichtung zum selbstthätigen Ein- und Ausschalten der Nebentreibmaschine, gekennzeichnet durch elektromagnetische Stromschlufs - Vorrichtungen, welche mit Widerständen in solcher Weise in die Stromkreise der Haupt- und Nebenmaschine geschaltet sind, dafs beim Einschalten der Nebenmaschine nur die Hauptschlufswickelung des Feldmagneten mit dem Anker über einen Widerstand geschlossen und darauf der Widerstand ausgeschaltet und die Nebenschlufswickelung der Feldmagnete eingeschaltet wird (Fig. 9).
4. Die im Patent-Anspruch 3. angegebene Schaltung der elektromagnetischen Stromschlufs-Vorrichtungen dahin abgeändert, dafs die Feldmagnetspulen der Nebenmaschine ständig mit einem den Erregerstrom schwächenden Widerstand in den Arbeitsstromkreis geschaltet sind und beim Anwachsen des Stromes in der Hauptmaschine während der Ueberlastungsdauer oder bei Ausschaltung der Hauptmaschine aus dem Stromkreis der Anker der Nebenmaschine bei gleichzeitiger Kurzschliefsung des Widerstandes eingeschaltet wird (Fig. 12).
5. An Stelle der bei Ueberlastung in Thätigkeit tretenden elektromagnetischen Stromschlufs-Vorrichtung die Verbindung der Hauptmaschinenwelle mit einem Geschwindigkeitsregeler, durch welchen der Stromschlufshebel behufs Einschaltung der Nebenmaschine in die Stromschlufsstellung bewegt wird.
6. Bei der durch Patent-Anspruch 1. gekennzeichneten Seilbahnanlage ein Greifer mit einer festen Backe J und einer beweglichen Backe J\ welche Backen dadurch das Seil selbsttätig loslassen, dafs ein mit der Handfalle L verbundenes Gleitstück M auf die im Rohr angebrachte Führung N aufläuft und die Handfalle L des Stellhebels K aushebt, worauf das mit der beweglichen Backe J1 verbundene Keilprisma J3, auf Rollen PP1 auflaufend, die Backe J1 vom Seil abhebt, während das selbsttätige Erfassen des Seiles dadurch erfolgt, dafs das Keilprisma J3, unter Rollen Q Q1 tretend, den Handhebel K über den Stellbogen K2 hinwegführt und in der Grenzlage feststellt.
7. Bei dem in Patent-Anspruch 2. angegebenen Betrieb der durch Patent-Anspruch 1. gekennzeichneten Seilbahnanlage durch zwei Maschinen eine Vorrichtung zum selbstthä'tigen Verbinden der Spindel der zweiten Antriebsmaschine mit der Antriebswelle der Seilscheibe, gekennzeichnet durch das mit der ersten Treibmaschine in Hintereinanderschaltung verbundene Solenoid (jrl) mit durch Federdruck beherrschtem' Kern, der mit einer mechanischen Kupplung (y) verbunden ist, welch letztere durch den Kern und das Solenoid zur Wirkung gebracht wird, wenn die Belastung der Antriebsmaschine eine bestimmte Grenze übersteigt
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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