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Schloß Zusatz zum Patent 568 387 Die Erfindung bezieht sich auf eine
weitere Ausbildung des durch das Patent 568 387 geschützten Scblosses mit plattenförmigen
Zuhaltungen und einem in schräge Rasten des Riegels eingreifenden federbelasteten
Sperrglied, das bei eingeordneten Zuhaltungen für ein Ausschwenken aus den Rasten
durch den Riegel freigegeben, dagegen bei ungeordneten Zuhaltungen durch diese an
einer Bewegung gehindert wird. Gemäß dem Hauptpatent sind mit einem Sperrglied in
Form eines Winkelhebels, dessen !einer gegen den Stulp genIchteter Arm eine in Schrägrasten
des Riegels eingreifende Nase trägt, während der andere einen hakenförmigen Ansatz
aufweist, der bei eingeordneten Zuhaltungen durch Eingriff in an diesen vorgesehene
Ausschnitte den Winkelhebel freigibt, - geradlinig auf und ab bewegliche- Zuhaltungen
(sog. Schiebezuhaltungen) kombiniert. Der mit den Zuhaltungen zusammenwirkende Arm
des Winkelhebels ist dabei aufwärts gerichtet, und die Ausschnitte zum Eingriff
seines hakenförmigen Ansatzes befinden sich an oberen, zungenförmigen Verlängerungen
der Schiebezuhaltungen. Die Kombination nach denn Hauptpatent bietet einerseits
den Vorteil einer großen Sicherheit des Schlosses gegen Öffnen mittels Nachschlüssels,
und zwar auch dann, wenn die Zuhaltungen zwecks Verwendung von Haupt- und Nebenschlüsseln
zum Teil zwei oder mehr Ausschnitte zum Eingriff des hakenförmigen Ansatzes des
Sperrhebels haben, anderseits zeichnet es sich durch seine
geringe
Breite und sein kleines Dornmaß aus. Die hohe Sicherheit beruht auf der Anordnung
von Schiebezuhaltungen, die im Gegensatz zu Schwenkzuhaltungen während der Riegelverschiebung
in ihrer eingeordneten Stellung praktisch stillstehen, so daß die Ausschnitte zum
Eingriff des hakenförmigen An-, Satzes als sehr schmale Schlitze ausgeführt werden
können. Die geringe Breite und das kleine Dornmaß sind dagegen darauf zurückzuführen,
daß das Riegelsperrglied wegen seiner eigentümlichen Gestaltung und Lage vollständig
innerhalb der durch den Ausschlußweg des Riegels bedingten Länge des Riegelschaftes
liegt, so daß es in Längsrichtung des Riegels keinen zusätzlichen Raum benötigt.
Daneben besteht der Vorteil, daß das winkelhebelförmige Sperrglied oberhalb des
Riegelschaftes gelagert ist, so daß der Raum zwischen Riegelschaft und Schloßdecke
vollständig für die Aufnahme von Zuhaltungen zur Verfügung steht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorteilhaften Wirkungen
des Schlosses nach dein Hauptpatent unter Anwendung eines winkelhebelförmigen Sperrgliedes
zu erzielen, dessen mit den Zuhaltungen zusammenwirkender Arm statt aufwärts abwärts
gerichtet ist. Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der den hakenförmigen
Ansatz tragende Arm des Winkelliebels nach unten bis in die Riegelschaftebene ragt
und die ihm zugekehrte, die Ausschnitte für den Haken aufweisende Kante der Zuhaltungen
so weit nach dein Schloßstulp hin verlegt ist, daß der Schwenkbereich des Hebelarmes
innerhalb der der Länge des Riegels entsprechenden Schloßbreite liegt. Durch diese
Ausbildung wird. wie im Hauptpatent zusammen mit der auf der Verwendung von Schiebezuhaltungen
beruhenden hohen Sicherheit des Schlosses gegen Öffnen mittels Nachschlüssels gleichzeitig
der Vorteil einer geringen Breite des Schlosses und eines kleinen Dornmaßes erzielt.
Die geringe Schloßbreite und das kleine Dornmaß beruhen dabei darauf, daß der mit
den Zuhaltungen zusammenwirkende Arm des Winkelhebels in dem zwischen der Sperrkante
der Zulialtungen und dem hinteren Ende des Riegelschaftes (bei eingeschlosserem
Riegel) begrenzten Raum ausschwingen kann, so daß auch in diesem Falle für das Riegelsperrglied
kein zusätzlicher Raum benötigt wird. Das Schloß braucht deshalb nicht breiter zu
sein, als es ohnehin zur Aufnahme des eingeschlossenen Riegels sein muß. Dabei besteht
gegenüber dem Hauptpatent der Vorteil, daß die bei diesem notwendigen, mit einem
aufwärts gerichteten Arm des Winkelhebels zusammenwirkenden oberen Verlängerungen
der Zuhaltungen in Fortfall kommen. Dadurch wird oberhalb des Riegelschaftes an
Raum gespart, was eine Verringerung der Bauhöhe des Schlosses ermöglicht. So. können
z. B. bei einem Türschloß mit .Riegel und Falle die Schloßfalle und die ` Drückernuß
näher an den Schloßriegel herangerückt werden.
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Es ist bereits ein Schloß mit plattenförmigen Zuhaltungen und einem
Riegelsperrglied in Form eines Winkelhebels bekannt, dessen einer Arm gegen den
Schloßstulp gerichtet ist und einen in rechteckige Ausschnitte des Riegelschaftes
eingreifenden Sperrstift trägt. während der andere Arm abwärts gerichtet und mit
einem hakenförmigen Ansatz zum Eingriff in die Ausschnitte der Zuhaltungen versehen
ist. Bei diesem Schloß ist der Winkelhebel nach Art einer Zuhaltungsplatte ausgebildet,
die durch eine Bartstufe des Schlüssels in ihre den Riegel freigebende Stellung
bewegt wird. Der Drehzapfen des 'Winkelhebels liegt innerhalb der Fläche des Riegelschaftes,
und der den flachen Ansatz tragende Arin reicht bis unter den Riegelschaft nach
unten. Die Zuhaltungen sind sog. Schwenkzuhaltungen. Sie sind auf der dein Schloßstulp
benachbarten Seite der Schlüsselführung drehbar gelagert und weisen auf der anderen
Seite eine neben der Schlüsselführung liegende, abwärts gerichtete Zunge auf, an
der sich die zum Eingriff des hakenförmigen Ansatzes des Sperrhebels dienenden Ausschnitte
befinden. Der diesen Ansatz tragende Hebelarm ragt auf der dem Stulp abgekehrten
Seite über die Zuhaltungen hinaus. Abgesehen davon, daß deshalb, weil die Ausschnitte
zum Eingriff des hakenförmigen Ansatzes des Riegelsperrgliedes bei Schwenkzuhaltungen
eine große Breite besitzen müssen, die Sicherheit des Schlosses gegen öffnen mittels
Nachschlüssels gering ist, hat das bekannte Schloß eine große Breite, weil das Sperrglied
in Breitenrichtung des Schlosse: einen zusätzlichen Raum beansprucht. Dazu kommt
noch der Nachteil, daß der neben dein Riegelschaft gelagerte plattenförmige Sperrliebel
den Raum für eine Zuhaltung wegnimmt, wodurch die Sicherheit des Schlosses weiter
herabgesetzt wird.
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Bei einem anderen bekannten Schloß ähnlicher Bauart reicht der den
flachen Ansatz tragende Arm eines in -flöhe des Riegelschaftes gelagerten plattenförmigen
Winkelhebels bis unter das Schlüsselloch, wobei die mit dem flachen Ansatz zusammenwirkenden
Zuhaltungen auf der dein Riegelschaft abgekehrten Seite des Schlüsselloches angeordnet
sind. Dieses Schloß hat neben. der auf die Verwendung von Schwenkzuhaltungen zurückzuführenden-
geringen Sicherheit den
Nachteil, daß zu seiner Bedienung ein Doppelbartschlüssel
notwendig ist, ohne daß aber durch die Benutzung eines Doppelbartschlüssels die
Sicherheit erhöht wird, und daß das für den Schlüssel vorgesehene Schlüsselloch,
damit die Zuhaltungen die Einführung des Schlüssels nicht behindern, liegend angeordnet
werden muß, was eine für Türschlösser ungewöhnliche Anordnung darstellt. Weiterhin
muß deshalb; weil die unter dem Schlüsselloch liegenden Zuhaltungen beim Einordnen
abwärts verschwenkt werden, unten ein die Bewegung der Zuhaltungen ermöglichender
Raum geschaffen werden, was die Höhenabmessung des Schlosses in der Höhenrichtung
vergrößert.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel des - Erfindungsgegenstandes.
Es zeigen: Fig. i eine Vorderansicht eines Schlosses bei abgenommener Schloßdecke,
Fig. 2 einen senkrechten Querschnitt nach der Linie A-A in Fig. i.
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8 ist der Schloßriegel, der mit seinem Kopf im Stulp 7 und mit einem
Längsschlitz an einem Stehstift io des Schloßbodens 6 geführt ist. Der Schaft des
zweitourigen Riegels 8 weist an seiner Unterkante zwei Schlüsselangriffe und an
seiner Oberkante drei Schrägrasten i8 auf. Oberhalb des Riegelschafts ist um einen
am Schloßboden befestigten Zapfen 15 ein Riegelsperrglied 16 in Form eines Winkelhebels
gelagert, das einen gegen den Stulp gerichteten Arm und einen abwärts gerichteten
Arm aufweist. Der erstere Arm, dessen Dicke gleich der Dicke des Riegelschaftes
ist, trägt an seinem freien Ende eine in die Schrägrasten 18 eingreifende Nase 17.
Diese könnte wie im Hauptpatent genau wie die Rasten 18 keilförmig sein, sie kann
aber auch, wie im Beispiel dargestellt, rundlich gestaltet sein. Der abwärts gerichtete
Arm des Winkelhebels 16 reicht etwa bis zur halben Höhe des Riegelschaftes, d. h.
er ragt nach unten in die (waagerechte) Ebene des Riegelschaftes. Er ist gegenüber
dem nach dem Stulp zeigenden Arm in Richtung der Hebeldrehachse 15 versetzt, und
seine Dicke entspricht dem lichten Raum zwischen dem Riegelschaft und der- Schloßdecke.
In der Nähe seines freien Endes ist der abwärts gerichtete Hebelarm auf seiner dem
Stulp zugekehrten Seite mit einem hakenförmigen Ansatz 26 versehen, der aus einem
in einem Schlitz des Hebelarmes befestigten Stahlblechplättchen besteht, das konzentrisch
zur Hebeldrehachse bogenförmig gekrümmt ist. Das winkelhebelförmige Riegelsperrglied
16 wird seinerseits durch mehrere, beispielsweise fünf Zuhaltungen 2o gesperrt,.
die zwischen dem Riegelschaft und der Schloßdecke angeordnet sind. Die plattenförtnigen
Zuhaltungen sind geradlinig auf und ab beweglich geführt. Ihre Führung geschieht
mit Hilfe von zwei Stehstiften 22 am Schloßboden, die in senkrechte Schlitze 21
der Zuhaltungsplatten 2o eingreifen. Der eine Führungsschlitz befindet sich in der
Nähe des dem Riegelkopf benachbarten vorderen Endes der Zuhaltungsplatten, die hier
einen aufwärts gerichteten Fortsatz aufweisen. Der andere Führungsschlitz ist an
dem dem Riegelkopf abgekehrten hinteren Plattenende angeordnet, wo die Zuhaltungen
einen abwärts gerichteten Fortsatz haben. Oberhalb dieses Fortsatzes sind die Zuhaltungsplatten
2o mit einem einseitigen Ausschnitt 6o versehen, um Raum für den abwärts gerichteten
Arm des Sperrhebels 16 zu schaffen. Die senkrecht verlaufende Kante dieses Ausschnittes,
die etwa senkrecht unter der Drehachse 15 des Riegelsperrgliedes 16 liegt, ist mit
schlitzförmigen Freigabeausschnitten 25 zum Eingriff des flachen Ansatzes 26 des
Sperrhebels versehen. Die Freigabeausschnitte 25 sind in Ubereinstimmung mit dem
Ansatz 26 bogenförmig gekrümmt. Die Zahl der Freigabeausschnitte 25 in jeder Zuhaltüng
kann verschieden gewählt werden. Sie richtet sich danach, ob bei Bedienung des Schlosses
durch mehrere Schlüssel mit unterschiedlich abgestuften Bärten die eine oder andere
Zuhaltung durch nur eine Bartstufe oder durch zwei oder gar drei unterschiedlich
hohe Bartstufen einstellbar sein soll. Die in Fig. i sichtbare Zuhaltung 2o enthält
beispielsweise drei Freigabeausschnitte 25 und kann deshalb durch drei verschiedene
Bartstufen eingestellt werden. Jede Zuhaltung 2o weist an ihrer Unterkante einen
bogenförmigen Schlüsselangriff auf. Sämtliche Zuhaltungsplatten können eine übereinstimmende
Umrißfigur und einen übereinstimmenden Schlüsselangriff aufweisen. Lediglich die
Freigabeausschnitte 25 sind an den verschiedenen Zuhaltungen unterschiedlich anzubringen.
Schloßboden und -decke sind, wie bei Einstecktürschlössern üblich, beide mit einem
übereinstimmend angeordneten senkrechten Schlüsselloch versehen.
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Wie ersichtlich, ist die die Freigabeausschnitte 25 zum Eingriff des
hakenförmigen Ansatzes 26 des Winkelhebels 16 enthaltende Kante der Zuhaltungen
so weit nach dem Schloßstulp hin verlegt, daß zwischen dieser Kante und der Endkante
des Riegelschaftes bei eingeschlossenem Riegel der für den abwärts gerichteten Arm
des Winkelhebels nötige Raum geschaffen ist. Dieser Hebelarm schwingt also innerhalb
der durch die Riegellänge gegebenen Schloßbreite, so daß er keinen zusätzlichen
Raum beansprucht und somit keine Verbreiterung des Schlosses bedingt.
Die
Breite des Schlosses entspricht vielmehr der durch den Riegelausschluß bedingten,
d. h. auf das kleinste Maß gebrachten Länge des Riegelkopfes und -schaftes. Gleichzeitig
liegen die Schlüssellöcher so nahe als möglich beim Schloßstulp, d. h. das Schloß
besitzt ein kleines Dornmaß.
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Die Wirkungsweise des neuen Schlosses ist im wesentlichen dieselbe
wie die des Schlosses nach dem Hauptpatent. In der Ruhestellung der Zuhaltungen
2o liegt der Ansatz 26 oberhalb der Freigabeausschnitte 25 an der Kante der Zuhaltungen
an. Das Sperrglied 16 kann deshalb nicht aus einer Sperrstellung verdrängt werden.
Werden die Zuhaltungen 2o mittels eines passenden Schlüssels eingeordnet, dann wird
bei jeder Zuhaltung ein Freigabeausschnitt 25 auf den flachen Ansatz 26 des Sperrgliedes
16 eingestellt und dieses dadurch freigegeben. Das Sperrglied kann also bei der
mittels einer Endstufe des Schlüsselbartes stattfindenden Verschiebung des Riegels
8 aus seiner Sperrstellung verdrängt werden, wobei der flache Ansatz 26 in die Freigabeausschnitte
25 der Zuhaltungen eintritt. Nach Beendigung einer jeden Riegeltour werden sowohl
die Zuhaltungen 2o als auch das Riegelsperrglied durch die an ihnen befestigten
Federn i9 und 23 in ihre Ausgangs- bzw. Sperrstellung zurückbewegt.