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Aus getränktem Faserstoff bestehender elektrischer Isolierstoff Die
Eifindung bezieht sich auf einen Isolierstoff, der nicht hygroskopisch ist und gute
Isolationseigenschaften besitzt. Er besteht ,aus einem Faserstoff, welcher mit einer
Mischung von oxydierter Abietinsäure und :einem Celluloseester getränkt ist. Insbesondere
ist der Isolierstoff für Spulen geeignet.
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Es ist schon bekannt, oxydiertes Kolophonium .als elektrischen Isolierstoff
zu verwenden. Ferner ist es bekannt, daß sich Nitrocellulose gut üz .oxydiertem
Kolophonium löst. Es war aber neu, daßeine Mischung von oxydierter Abietinsäure
und einem Cellulosaester in besonderem Maße als elektrischer Isolierstoff geeignet
ist, weil der Gelluloseester die Brüchigkeit der oxydierten Abietinsäure beseitigt
und die Abietinsäure bei der Tränkung das Eindringen des Celluloseesters in den
Faserstoff ermöglicht.
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In der Abb. t ist eine Spule in perspektivischer Ansicht und teilweise
im Schnitt dargestellt. Der Spulenträger y hat eine rechteckige Form und besteht
aus .einem Faserstoff oder einem Phenolkondens:atonsprodukt oder .aus Celluloseacetat
:oder einem Phenolkondensationisproidukt, das mit Celluloseaeetat überzogen ist.
Die Windungen des Drahtes sind .auf den Spulenträger in Lagen aufgebracht. Jede
Lage ist von der anderen durch einen Streifen aus Papier, Stoff o. dgl. getrennt.
Die äußere Lage der Wicklung ist mit einem ähnlichen Streifen umwickelt. Der Draht
kann blank sein, wenn er in geeignetem Abstand bewickelt wird. Vorzugsweise wird
jedoch
emaillierter Draht oder c-in Di J-it-iiiit Fasersto$isolierung verwendet.
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Zach dem Wickeln der Spule wird sie in eine Mischung von oxydierter
AbietinsäurL und einem Cellttloseester getaucht. Oxydici°--Abietinsäuri ist auf
dein Markt in Form ehxrr harten, dunkel gcfärbteii, harzigen Masse Vinsol genannt',,
erhältlich, welche in der Hauptsache aus oxydierter Abietinsäurc besteht, neben
welcher auch andere Harzsäuren zusaTlmen mit kleinen :IVIengen von Polyplienolen,
nicht oxydierter Abietinsäure und anderen Stoffen vorhanden sein können.
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Wenn man eine Lösung von Celltilo:seacettit und oxydierter Abietinsätire
herstellen will. löst man i oo Teile der oxydierten Abietiiisätire in ungefähr ;
5 Teilen Aceton und i 0o Teile Celltilosseacetat in 4.oo Teilen Acetoai. Dann werden
die beiden Lösungen miteinander vermischt. Man kann auch oxydierte Abietinsäure
direkt zu einer Lösung von Celluloseacetat in Aceton hinzufügen. Vorzugsweise ist
die ;Menge des Gelluloseacetats gleich der Menge der oxydierten @bietnsäure zti
wählen, obwohl diese Stoffe in allen Veihältnissen löslich sind. Es scheint, daß,
wenn nian weniger als 30," oxydierter Abietinsäureverwendet , die Eigenschaft, das
Celluloseacetat in die Fasern des Faserstoffs hineitizutr:agen, sehr klein wird,
und dar),. wenn inan mehr als 95a.@o der oxydierten Abietinsiitiru benutzt, das
Produkt brüchiger wird und abzuilä ttern beginnt.
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Oxydierte Abietinsiiure allein ist ziemlich brüchig und zerfällt beim
Trocknen zu Pulver. Wenn man jedoch eine Lösung hiervon in einem Celluloseester
herstellt, bekommt man einen plastischeren Stoff=. Diese Mischung kann unter Anwendung
von Wärme und Druck auch zu Platten oder Blättern verarbeitet oder auch in verschiedene
andere Formen gebracht werden. Um einen leicht zu formenden Stoff herzustellen,
werden die Substanzen, wie vorhin beschrieben, aufgelöst. Danach wird das Lösungsmittel
verdampft und der -Rückstand pulverisiert. Bei der Herstellung kann eine relativ
viscose Lösung benutzt «-erden, uin die Menge des für die Tränkma,sse erforderlichen
Acetons herabzusetzen. Es ist auch zweckmäßig, diese Lösung dadurch zu Platteen
zu verarbeiten, daß man das Lösungsmittel von einer Lösung verdampft, welche in
geeigneten Formen enthalten ist. Für andere Anwendungszwecke können der Gelluloseester
und die oxydierte Abietinsäure in Pulverform ,gemischt und in einer Form untergebracht
werden. Die Masse wird dann Hitze -und Druck ausgesetzt, um sie zu verfestigen.
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Charakteristisch für die oxydierte _lbi@etinsiiurr@ ist die C nlöslichkeit
in Petroleum. lialilem;-asserstoi@@n und Terpentinen. Die nach cluiii- eben beschriebünen
Verlahren livrgestellte-n Spuren können daher mit Schmierölen oder Transformatorölen
in i3ertihrting 1:,-,mmen, ohne daß die Wirksamkc-it tlcs 1-@@@lierstoffs bceii-tträchtigt
wird.
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,'In der Abb. 2 ist eine Spule dargestc-llt. deren Spulenträger 6
aus Celluloseacetat oder einem faserförmigen Phenolkondensatlonsprodulkt, welches
mit Celluloseacetat überzogen ist, besteht. Die Spule ist in Lagen gewickelt, und
die Lagen sind voneinander durch Streifen von Faserstoff getrennt. Nach der Wicklung
der Spule wird sie mit einer lZsun,g einer Mischung von oxydierter Abietinsäure
und einem Celluloseester. insbesondere Celitiloseacetat, getränkt. Danach werden
die Flanschen; aus Celluloseacetat oder einem mit Celluloseacet.at überzogenen Phetiolkondensationsprodukt
an den Spulenträger vermittels einer Lösung von Celluloseacetat in Aceton a-n eklebt.
Die Flanschen werden dabei so lange gegen dien Spulenträger gedrückt. bis das Lösungsmittel
verdunstet isst. Wenn man einen hermetischen Abschluß der Spule erzielen will, kann
eine äußere Hülle R auf die. Spule .aufgebracht werdet.. Diese Hüllt wird durch
Tränktnig eines faserigen Streifens p mit einer Lösung von oxydierter Abietinsäurc
und CeIluloseacetat hergestellt. Auf beide Seiten des getränkten Streifens
9 werden dann Streifen i i :aus Celluloseacetat aufgcbracht. Dadurch, daß
man die zusainmengesetzten Streifen Wärme und Druck unterwirft, wird das Celltiloseacetat
plastisch, so daß die Streifen zti einer Einheit verklebt werden. Durch dieses `'erfahren
wird die vollständige. Tränkung des Faserstoffs gesichert, so daß beim Schneiden
des Streifens keine rohe und unimprägnierte Faser zum Vorschein kommt. Um die in
der Abb.2 dargestellte Spule zu umhüllen, wird ein Stück dieses zusammengesetzten
Streifens abgeschnitten und derart auf die Spule gewickelt. daß die einzelnen Windungen
sich Überlappen und die Enden des Streifens beben die Flanschen 7 stoßen. Auf die
sieh überlappenden Teile des Streifens und auf die an die Flanschen stoßenden Enden
wird dann eine Lösung von Cellulo seacetat in Aceton ge-
bracht.