DE71201C - Verfahren zum Färben von Textilstoffen jeder Art in der Indigoküpe - Google Patents

Verfahren zum Färben von Textilstoffen jeder Art in der Indigoküpe

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DE71201C
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DE
Germany
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vat
indigo
dyeing
textile
air
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Expired - Lifetime
Application number
DENDAT71201D
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English (en)
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Firma M. M. ROTTEN in Berlin N.W., Schiffbauerdamm 29 a
Publication of DE71201C publication Critical patent/DE71201C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06BTREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
    • D06B5/00Forcing liquids, gases or vapours through textile materials to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing impregnating
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06BTREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
    • D06B2700/00Treating of textile materials, e.g. bleaching, dyeing, mercerising, impregnating, washing; Fulling of fabrics
    • D06B2700/18Passing liquid through fibrous materials in closed containers with a form not determined by the nature of the fibrous material

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Beim Färben von Textilstoffen in der Indigoküpe ist man bisher in der Weise verfahren, dafs man das IndigoblaU in grofsen, frei an der Luft stehenden Bottichen durch geeignete Reductionsmittel zu Indigoweifs reducirte und löste. In die so erhaltene Lösung wurden alsdann die zu färbenden Materialien entweder von Hand oder durch maschinelle Einrichtungen eingeführt und nachdem sie eine hinreichende Menge von Indigoweifs aufgenommen hatten, wieder aus der Flotte entfernt und an der Luft vergrunt. Hierbei zeigt sich indessen die merkwürdige Eigenschaft, dafs beim Vergrunen stets eine Neigung zum Fleckigwerden vorhanden ist, welche namentlich bei der Wolle so stark auftritt, dafs ein annähernd gleichmäfsiges Färben nur mit Hülfe eines sehr geübten und erfahrenen Arbeiterpersonals möglich ist.
Die Ermittelung der Ursachen dieses Fleckigwerdens beim Vergrunen hat nun ergeben, dafs lediglich das Arbeiten an freier Luft, also die Berührung der Farbflotte und des zu färbenden Materials mit dem atmosphärischen Sauerstoff als Grund für die Bildung von Flecken und Streifen beim Vergrunen anzusehen ist. Es ist ohne Weiteres klar, dafs, wenn man nach der bisher üblichen Methode an freier Luft in der Indigoküpe färbt, ein Theil in Indigoblau zurückgebildet wird, dafs aber vor allen Dingen diejenigen Stellen der Textilstoffe, welche beim Hindurchbewegen durch das Bad abwechselnd ein- und austauchen, bald Sauerstoff, bald Indigoweifs aufnehmen, und das Vergrunen des letzteren findet demnach nicht, wie es eigentlich der Fall sein sollte, nach einander, sondern zum Theil schon abwechselnd oder neben einander statt. Wenn man daher bei den jetzt üblichen Verfahren mit Indigoweifs beladene Textilstoffe aus der Indigoküpe herausnimmt und zum Vergrunen aufhängt, so werden sich an den Waaren stets Stellen vorfinden, welche bereits während ihrer Behandlung in der Farbflotte durch Berührung mit der Luft einen unvollkommenen Vergrunungsprocefs durchgemacht haben. Bei dem darauf folgenden eigentlichen Vergrunen wird der Sauerstoff der Atmosphäre auf diejenigen Stellen der Textilstoffe, welche noch nicht theilweise vergrunt sind und reines Indigoweifs enthalten, anders einwirken, als auf diejenigen Stellen, an welchen ein theilweiser Vergrunungsprocefs bereits stattgefunden hat. Dies ist nach den Ermittelungen der eigentliche Grund für das Fleckigwerden von in der Indigoküpe gefärbten Textilstoffen.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird nun dieser Uebelstand dadurch gehoben, dafs man die Indigoküpe nicht in einem offenen Gefäfse bereitet und die Textilstoffe unter Zutritt der Luft in die Farbflotte einführt, sondern die Reduction des Indigoblaues zu Indigoweifs in einem hermetisch geschlossenen Behälter vornimmt und die zu färbenden Textilstoffe in einem ebenfalls hermetisch, verschlossenen Behälter unterbringt, durch welchen man die Farbflotte mittelst eines Pumpwerkes hin-
durchtreibt. Der ruhende Theil ist aber in diesem Falle das zu färbende Material, während die Farbflotte den beweglichen Theil vorstellt, im Gegensatz zu dem früher benutzten Verfahren, bei welchem die Farbflotte in Ruhe, das Farbgut dagegen in Bewegung gehalten wurde. Der Sauerstoff der Luft wird auf diese Weise während des Aufbringens des Indigoweifs auf die Faser gänzlich fern gehalten und das bei den älteren Verfahren häufig auftretende vorzeitige Vergrunen wird vermieden.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Apparat, welcher zur Ausführung des im Vorstehenden beschriebenen Verfahrens benutzt werden kann, in zwei verschiedenen Ausführungsformen dargestellt, und zwar zeigen die Fig. ι und 2 im Querschnitt und im Grundrifs eine Ausführungsform, welche zum Färben von Kammzugspulen benutzt werden kann, während die in den Fig. 3 und 4 gleichfalls im Querschnitt und im Grundrifs dargestellten Modificationen für das Färben von loser Wolle verwendbar sind. In den letzteren Figuren ist der äufsere Gehäusemantel der gröfseren Einfachheit halber fortgelassen.
In den Fig. 1 und 2 sind mit C die cylindrischen, unten mit einem Siebboden B versehenen'Behälter bezeichnet, welche zu mehreren im Kreise zwischen den Platten α und b angeordnet sind und in welche das zu färbende Material gelegt wird. Sämmtliche Cylinder C bilden mit den Platten α und b ein festes Ganze und sind lose in einem Gehäusemantel A eingefügt,- welcher an seinem oberen Theile durch einen Wasserverschlufs oder eine sonstige Abdichtvorrichtung luftdicht gegen die Atmosphäre abgeschlossen ist. Als Träger für die Cylinder C dient das am Boden des Gehäuses A befindliche Consol K.
Der Transport der Farbflüssigkeit geschieht durch die Pumpe L, welche an den Apparat durch das Saugrohr / und das Druckrohr / angeschlossen ist, von welchen das erstere in dem unteren Theile des Behälters A mündet, während das letztere durch den mittleren Theil des auswechselbaren Behälters für die Spulen nach oben hindurchreicht und unmittelbar unter einer Kappe c mündet. Die letztere dient gewissermafsen als Vertheiler, indem sie die aus dem Rohre J austretende Küpenflüssigkeit nach der Seite hin ablenkt und in gleichmäfsigem Strome in alle Cylinder C einfliefsen läfst.
Die Pumpe L erzeugt in dem unteren Räume des Behälters A infolge des Ansaugens der Flüssigkeit eine Luftverdünnung, welche ein schnelleres Hindurchbewegen der Küpenflüssigkeit durch die Cylinder C und eine gleichmäfsigere Durchtränkung der Fasern ermöglicht.
An den oberen Theilen des Apparates ist ein Zuleitungsrohr angeschlossen, durch welches Wasser in den Apparat eingeführt werden kann. H bezeichnet ein Ablafsrohr und G ist ein Thermometer, welches eine Controle über die im Innern des Apparates herrschende Temperatur ermöglichen soll, und mit F ist ein Dampfrohr bezeichnet, durch welches Wasserdampf behufs Erwärmung der Küpenflüssigkeit eingeleitet werden kann.
Will man anstatt des Kammzuges lose Wolle färben, so bedient man sich hierfür zweckmäfsig des in den Fig. 3 und 4 dargestellten Behälters, welcher sich von dem vorigen lediglich darin unterscheidet, dafs das Material nicht in Cylinder, sondern in den ringförmigen Raum zwischen den beiden Siebböden axbl gelegt wird. Die Küpenflüssigkeit wird in diesem Falle ebenfalls durch den mittleren Theil des Behälters hindurch vermittelst des Druckrohres J nach oben befördert und kann sich hier unter Zuhülfenahme eines Zertheilers c gleichmäfsig über die Platte a1 ergiefsen. Auch hier wird infolge der Saugwirkung des Rohres I im unteren Theil des Apparates eine Druckverminderung eintreten, welche den Durchgang der Flüssigkeit durch das Material beschleunigt. Will man nun mit den beiden vorstehend beschriebenen Apparaten Textilstoffe irgend welcher Art in der Indigoküpe färben, so verfährt man hierbei in folgender Weise:
Man giefst zunächst die fertige Küpenflüssigkeit in den Färbebottich ein, so dafs sie den unteren freien Raum desselben fast ganz ausfüllt. Alsdann führt man das zu färbende Material in die Cylinder C ein und läfst durch das Rohr F Dampf einströmen, welcher sämmtliche im Färbebottich enthaltene Luft verdrängt und so einen von Sauerstoff fast vollkommen freien Raum schafft, in welchem die Behandlung der Textilstoffe mit der Küpenflüssigkeit ohne theilweises Vergrunen des Indigos vor sich gehen kann.
Hat diese Verdrängung der Luft durch den Dampf stattgefunden, so setzt man das Pumpwerk L in Thätigkeit und treibt die Farbflotte aus dem unteren Raum des Behäters durch das Rohr / nach oben, so dafs sie mit dem Textilstoff in Berührung kommt. Ist nach einiger Zeit eine hinreichende Menge von Indigoweifs auf die Faser aufgetragen, so wird der Behälter geöffnet, die Waare herausgenommen und dem Vergrunungsprocefs unterworfen. Die Farbflotte verbleibt während dieses Herausnehmens der Textilstoffe im unteren Theile des Bottichs und ist durch die zur Aufnahme der Textilstoffe bestimmten Gehäuse, wenn auch nicht vollkommen, so doch bis zu einem gewissen Grade gegen die oxydirende Einwirkung der Luft geschützt. Bei jeder Wiederholung der Färbeoperation wird unmittelbar nach dem Eintragen der Textilstoffe in die Cylinder C zunächst wieder Dampf eingelassen, um die
während des Herausnehmens der zuvor gefärbten Textilstoffe in dem Färbebottich eingeschlossene Luft zu entfernen.
Es ist ersichtlich, dafs, anstatt die Küpenflüssigkeit während der ganzen Dauer der Färbeoperation im unteren Theile des Färbebottichs zu belassen, auch zwei besondere Behälter benutzt werden können, von denen der eine, wie eingangs erwähnt, lediglich die Küpenflüssigkeit enthält, während in den anderen die Textilstoffe eingeführt werden. Beide Behälter würden analog, wie in der Fig. ι angegeben, durch Röhren und Pumpwerk mit einander in Verbindung stehen, durch welche die in dem einen Behälter befindliche Küpenflüssigkeit beständig durch den anderen mit Textilstoff gefüllten Behälter hindurchgetrieben werden kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Färben von Textilstoffen jeder Art in der Indigoküpe, darin bestehend, dafs man die Textilstoffe in einem luftdicht verschlossenen Behälter unterbringt, alsdann den Behälter durch Einleiten von Wasserdampf von Luft befreit und mittelst eines Pumpwerkes die Küpenflüssigkeit unter Abschlufs der Luft durch daszu färbende Material hindurchprefst.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT71201D Verfahren zum Färben von Textilstoffen jeder Art in der Indigoküpe Expired - Lifetime DE71201C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1107180B (de) * 1956-10-24 1961-05-25 Thies K G Spezialmaschinenfabr Verfahren und Vorrichtung zum Faerben von gewebtem oder gewirktem Textilgut

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1107180B (de) * 1956-10-24 1961-05-25 Thies K G Spezialmaschinenfabr Verfahren und Vorrichtung zum Faerben von gewebtem oder gewirktem Textilgut

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