DE708466C - Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen aus fossilen oder rezenten Pflanzenstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen aus fossilen oder rezenten Pflanzenstoffen

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DE708466C
DE708466C DEG93791D DEG0093791D DE708466C DE 708466 C DE708466 C DE 708466C DE G93791 D DEG93791 D DE G93791D DE G0093791 D DEG0093791 D DE G0093791D DE 708466 C DE708466 C DE 708466C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/10Vegetable tanning

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen aus fossilen oder rezenten Pflanzenstoffen Es ist bekannt, durch Einwirkung von oxydierend wirkenden Säuren, z. B. von Salpetersäure, auf Humussäure oder solche in reichlicher Menge enthaltende fossile oder rezente Stoffe pflanzlichen Ursprungs neue Stoffe zu' gewinnen, welche Gerbwirkungen aufweisen.. Derartige nitrierte Produkte haben jedoch den großen Nachteil, daß das damit erzeugte Leder- nicht lagerbeständig ist und nach kurzer Zeit spröde und brüchig wird.
  • Nach der vorliegenden Erfindung werden fossile oder rezente Pflanzenstoffe mit mehr oder weniger hohen Gehalten an Huminsäure, wie Braunkohle, Kohlenhumus, Steinkohle oder Torf, mit nicht oxydierenden anorganischen oder organischen Säuren oder sauren Salzen bei Zimmertemperatur oder bei mäßiger Wärme behandelt.
  • Unter nicht oxydierenden anorganischen oder organischen Säuren oder sauren Salzen' sind solche Verbindungen zu verstehen, die bei dieser Behandlungsweise keine Oxydationswirkung ausüben, also z. B. konzentrierte oder verdünnte Salzsäure, verdünnte Schwefelsäure, Phosphorsäure, Essigsäure, Benzoisulfonsäure, nicht aber Salpetersäure, konzentrierte Schwefelsäure, ,Chlorsäure, Perchlorsäure, anorganische oder organische Persäuren und ihre sauren Salze.
  • Hierdurch wird erreicht, daß gewisse organische Verbindungen freigelegt werden, die sodann in Lösung gebracht werden. Entweder nimmt man zur Lösung geeignete sauerstoffhaltige organische wasserhaltige oder mit Wasser mischbare Lösungsmittel, d. h. solche organischen Substanzen, die in ihrem Molekül Sauerstoff enthalten, wie Alkohole, Äther, Ester, Aldehyde, Ketone, oder Lösungen von Salzen organischer Säuren, wie Ameisensäure, rein oder mit anderen gemischt, oder auch Lösungen von Salzen der schwefligen Säure oder einer Sulfosäure oder Mischungen derartiger sauerstoffhaltiger organischer oder anorganischer Lösungsmittel. Die erhaltenen Lösungen haben gerbende Eigenschaften. Ihre zur Trockne eingedampften Rückstände sind mehr oder weniger wasserlösliche gerbende Stoffe. Gegenüber bekannten Verfahren wird die Behandlung mit Säuren in wesentlich kürzerer Zeit und bei niedrigeren Temperaturen durchgeführt, als es notwendig ist, um das in der Kohle enthaltene Eisen ganz oder zum größten Teil zu entfernen. Anschließend wird nur so lange ausgewaschen, bis das Waschwasser beginnt, mit bräunlicher lFarbe abzulaufen.
  • Nach bekanntem Verfahren wird zwar vorgeschlagen; fossile oder rezente Pflanzenstoffe vor der Oxydation mit Oxydationsmitteln - insbesondere mit Salpetersäure oder nitrosen Gasen - so lange mit Säure zu behandeln, bis nahezu das gesamte Eisen in Lösung gegangen ist. Diese Behandlungsweise bedingt jedoch derartig hohe Temperaturen, daß die Löslichkeit der Pflanzenstoffe wieder verschwindet. Während ein Braunkohlenhumus, dessen Eisengehalt mit 8,;9 "/a ermittelt war;-nach 4stündiger Behandlung mit i2°/oig(:r Salzsäure auf dem Wasserbad in Aceton oder Alkohol gut löslich war, aber noch 5 bis 6 °fiö Eisen enthielt, sank der Eisengehalt bei einer Behandlungstemperatur von i 2o° mit 24"/"iger Salzsäure in -26 Stunden auf o,88 "/" und bei l70' Mit 24'/,i-er Salzsäure in 14 Stunden auf o,2 %, wobei die Löslichkeit des so behandelten Pflanzenstoffes derart abnahm, daß sie bei der zuletzt genannten Temperatur in Aceton gleich Null war. Der ohne stz'irkere Entfernung des Eisengehaltes auf dem Wasserbad mit Salzsäure behandelte Kohlenhumus ergab dagegen einen Gerbstafi, dessen wasserlösliche Substanz mit ,^3,1 "/" vom Hautpulver aufgenommen wurde und das mit Natriunibisulfit in Lösung gebracht im Trockenrückstand von ; 3 °/" 56,5 °/" gerbende Substanz enthielt.
  • Die nach der vorliegenden Verfahrensweise erhaltenen Stoffe haben als Gerbstoff wesentlich bessere Eigenschaften als die mit Salpetersäure hergestellten. Gegenüber den mit Salpetersäure behandelten liuininsäurelialtigeii Stoffen, bei denen das Leder brüchig und spröde wird, wird nach der vorliegenden Verfahrensweise ein Gerbstoff erhalten, der in seiner Wirkungsweise den vegetabilen Gerbstoffen wesentlich näher steht und durch den ein hochwertiges und haltbares Leder gewoilnC.i1 werdeiI kann. Beispiele i. ioo kg Kohlenhumus werden mit 5o kg Salzsäure roh, arsenfrei, und 50 kg `'Wasser behandelt, alsdann ausgewaschen, bis das Waschwasser mit bräunlicher Farbe abläuft. Der ausgewaschene Rückstand wird mit etwa io kg i#letliytalkoliol und ioo kg Wasser versetzt und erwärmt, wobei derselbe fast vollkommen in Lösung geht. Diese Lösung sowie die nach der Abdestillation des Alkohols verbleibende wäßrige Lösung und der zur Trockne eingedampfte Rückstand haben gerbende Eigenschaften. Der eingedampfte Rückstand dieser wäßrigen Lösung ist wieder größtenteils wasserlösliclf.
  • ioo kg Kohlenhumus werden mit 35 kg Ameisensäure, die mit i 5o.kg Wasser verdünnt wird, behandelt und dann wieder ausgewaschen, bis das Waschwasser bräunlich abläuft. Der ausgewaschene Rückstand wird mit ioo kg Aceton und ioo kg Wasser erwärmt, wobei derselbe wieder fast vollkomallzn in Lösung geht. Diese Lösung hat ..'elenso wie die nach der Abdestillation verbleibende wäßrige Lösung und der durch Eindampfen der letzteren bis zur Trockne erhaltene lZückstand gerbende Eigenschaften. Dieser Rückstand ist größtenteils wasserlöslich.
  • 3. ioo kg Kohlenhumus werden mit 6o kg 1-Iononatriumpliosphat in wäßriger Lösung (i5o kg Wasser) behandelt, wieder ausgewaschen und der Rückstand alsdann mit einer wäßrigen Lösung, die io kg Natriumformiat enthält, gekocht. Die dabei entstehende Lösung hat ebenfalls gerbende Eigenschaften wie das zur Trockne eingedampfte Produkt. Letzteres ist wasserlöslich.
  • 4. ioo kg Kohlenhumus- werden mit 5o kg Salzsäure roh, arsenfrei, und 5o kg Wasser behandelt, alsdann ausgewaschen, bis das Waschwasser mit bräunlicher Farbe abläuft. Der ausgewaschene Rückstand wird alsdann finit einer wäßrigen Lösung, die 4o kg des Dinatriumsalzes der Benzoldisulfonsäure enthält, gekocht. Die dabei entstehende Lösung hat ebenfalls gerbende Eigenschaften wie das zur "Trockene eingedampfte Produkt. Letzeres ist wasserlöslich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gerbstoffen aus fossilen oder rezenten Pflanzenstoffen mit mehr oder weniger großem Gehalt an Huminsäure, wie Braunkohle, Kohlenhumus, Steinkohle oder Torf, mittels Säuren, dadurch gekennzeichnet, daß die Pflanzenstoffe mit nicht oxydierenden anorganischen oder organischen Säuren oder sauren Salzen in der Kälte oder in der Wärme behandelt, sodann ohne längeres Auswaschen mit wasserhaltigen oder mit Wasser mischbaren sauerstoffhaltigen organischen Lösungsmitteln oder Lösungen von Salzen organischer Säuren, wie Ameisensäure, oder LiGsungen von Salzen der schwefligen Säure oder einer Sulfosäure extrahiert werden und gegebenenfalls diese Lösung zur Trockne eingedampft wird.
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