DE383417C - Verfahren zur Darstellung von organischen Chlorverbindungen neben Salzsaeure - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von organischen Chlorverbindungen neben Salzsaeure

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DE383417C
DE383417C DEC27684D DEC0027684D DE383417C DE 383417 C DE383417 C DE 383417C DE C27684 D DEC27684 D DE C27684D DE C0027684 D DEC0027684 D DE C0027684D DE 383417 C DE383417 C DE 383417C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B59/00Artificial dyes of unknown constitution

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

  • Verfahren zur Darstellung von organischen Chlorverbindungen neben Salzsäure. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Darstellung von organischen Chlorverbindungen neben Salzsäure und. besteht darin, daß man Chlor oder Chlor enthaltende Gase bei Gegenwart von Wasser auf Braunkohle einwirken läßt.
  • Bei der Kompliziertheit der Verbindungen in der Braunkohle ist bei diesem Verfahren der chemische Vorgang jedenfalls ein recht verwickelter. Es ist zweifellos anzunehmen, daß zunächst die in der Braunkohle befindlichen ungesättigten Verbindungen abgesättigt werden. Des weiteren wirkt das Chlor dann substituierend ein unter Salzsäureabspaltung. Drittens wirkt das Chlor auch unter Wasserstoffentziehung oxydierend; denn es entweicht während der ganzen Dauer des Einreitens reichlich Kohlensäure.
  • Man hat schon mehrfach Braunkohle mit Halogenen behandelt. So ist z. B. in der Patentschrift 313875 ein Verfahren beschrieben, welches darin besteht, daß man Chlor ohne künstliche Erwärmung auf trockene Braunkohle einwirken läßt. Hierbei ist die Einwirkung so heftig, daß eine bedeutende Temperatursteigerung eintritt, die leicht bis zur Verkokung führt, und eine teilweise Verkokung läßt sich kaum vermeiden.
  • Arbeitet man dagegen nach dem vorliegenden Verfahren bei Gegenwart von Wasser, so nimmt dieses die Reaktionswärme auf, und man erhält eine wesentlich bessere Ausbeute an organischen Chlorverbindungen als nach dem Verfahren des Patentes 313875.
  • Behandelt man z. B. trockene Braunkohle in Stücken von einigen Zentimeter Durchmesser durch einfaches Durchleiten mit Chlor bis zur Sättigung, so ist das entstandene Produkt bis zu etwa .4o Prozent in Sprit löslich; 6o Prozent sind also unlöslich. Verwendet man die Kohle in derselben Korngröße naß, indem man sie mit Wasser berieselt oder vorher in Wasser legt, so ist das entstehende Produkt zu etwa 6o Prozent in Sprit löslich. Verwendet man eine wässerige Anschlämmung fein gemahlener Braunkohle, so erhält man ein Produkt von 8o bis 9o Prozent Spritlöslichkeit. Auch die Löslichkeit des Reaktionsproduktes in wässerigem Alkali erfährt eine entsprechende Steigerung. Bei durchgreifender Chlorbehandlung einer wässerigen Anschlämmung fein gemahlener Braunkohle erhält man ein Produkt, welches in wässerigem Alkali fast vollständig löslich ist, der unlösliche Rückstand beträgt nur noch etwa 5 Prozent. Die Ausbeute an löslichen organischen Chlorverbindungen wird also dadurch, daß man die Kohle naß und fein gemahlen anwendet, ganz erheblich gesteigert, unter Umständen auf mehr als das Doppelte.
  • Ferner läßt der Chlorgehalt der gechlorten Kohle den erheblichen Unterschied zwischen der trockenen und nassen Chlorierung erkennen. Die trocken gechlorte Kohle, erhalten nach dem erwähnten Beispiel, enthält i9 Prozent Chlor, die naß und gemahlen gechlorte Kohle dagegen bis 32 Prozent Chlor.
  • Auch rein äußerlich kennzeichnet sich die Verschiedenheit der nassen und trockenen Chlorbehandlung in auffallender Weise. Bei der trockenen Behandlung ändert sich die Farbe der Braunkohle nicht oder nur sehr wenig, beif der nassen dagegen schlägt die Farbe nach hellgelbbraun um.
  • Über die Eigenschaften der gechlorten Kohle ist folgendes zu sagen: Das Produkt stellt keinen einheitlichen Körper dar, entsprechend der komplizierten Zusammensetzung der Braunkohle, und ist auch je nach der Art der angewandten Braunkohle und dein Grad der Chloreinwirkung bezüglich Dauer und Temperatur verschieden. Es löst sich bis auf einen geringen Rückstand leicht in wässerigem Alkali, Alkohol, Methylalkohol, Aceton und Essigsäureester, es ist schwerlöslich in Benzol, Toluol und Solventnaphtha, unlöslich in Chloroform und Petroläther. Es zersetzt sich beim Erhitzen durch Salzsäureabspaltung. Diese tritt auch schon teilweise beim Kochen mit Wasser ein, wobei ein Teil des Produktes in Lösung geht. In kaltem Wasser ist es unlöslich. Die wässerige Lösung in Alkali wird durch Nlineralsäur?n wieder gefällt, nicht aber bei genügender Verdünnung durch Ameisensäure, Essigsäure, Milchsäure. Auch sind die Lösungen aussalzhar. Die Lösungen werden durch Salze der Schwermetalle sowie der alkalischen Erden gefällt. Die gechlorte Braunkahle selbst sowie die daraus durch Extraktion finit wässerigem Alkali oder Sprit erhaltenen Produkte können als Pigmente, Anstrichmittel sowie als Isoliermaterial verwendet werden. Beispiel i: Man leitet Chlor oder Chlor enthaltende Abgase durch einen mit grubenfeuchter Braunkohle in Stücken gefüllten Turm, der langsam mit Wasser berieselt wird. Die ablaufende Salzsäure kann im Kreislauf wieder zur Berieselung verwendet werden. Die Abgase sind frei von Chlor. Ist die Kohle gesättigt, was erst nach längerer Zeit der Fall sein wird, so wird sie zur Entfernung der Salzsäure mit Wasser gewaschen, dann getrocknet und in üblicher Weise extrahiert. Beispiel e. Man leitet Chlor in eine wässerige Suspension fein gemahlener Braunkohle bei gewöhnlicher Temperatur oder unter gleichzeitigem Erwärmen. Hierbei kann die Chlorierung je nach Bedarf verschieden weit getrieben und erforderlichenfalls so lange Chlor eingeleitet «-erden, bis weitere Mengen desselben nicht mehr aufgenommen werden. Unter Umständen ist es zweckmäßig, die gebildete wässerige Salzsäure zu entfernen und durch neue Wassermengen zu ersetzen oder von vornherein eine so große Wassermenge zu nehmen, daß nur eine verdünnte Säure entsteht. Nach beendeter Chlorbehandlung wird abgesaugt, mit Wasser nachgewaschen, bis das Filtrat nur noch schwach sauer reagiert, und getrocknet.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von organischen Chlorverbindungen neben Salzsäure, dadurch gekennzeichnet, daß man Chlor oder Chlor enthaltende Gase auf Braunkohle, insbesondere in fein gemahlenem Zustand, bei Gegenwart von einer den Wassergehalt von lufttrockener Braunkohle übersteigenden Menge Wasser mit oder ohne Erwärmen einwirken läßt.
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