DE705273C - Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd

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DE705273C
DE705273C DEI59623D DEI0059623D DE705273C DE 705273 C DE705273 C DE 705273C DE I59623 D DEI59623 D DE I59623D DE I0059623 D DEI0059623 D DE I0059623D DE 705273 C DE705273 C DE 705273C
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DE
Germany
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acetaldehyde
alcohol
tower
acetylene
water
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Expired
Application number
DEI59623D
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English (en)
Inventor
Dr Walter Reppe
Dr Hanns Ufer
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IG Farbenindustrie AG
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IG Farbenindustrie AG
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Publication date
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Publication of DE705273C publication Critical patent/DE705273C/de
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd Acetaldehyd wird im technischen Betrieb praktisch ausschließlich durch Anlagerung von Wasser an Acetylen mit Hilfe von Quecksilberverbindungen gewonnen. Hierbei treten Quecksilberverluste auf, und überdies müssen die kleinen Mengen Quecksilber, die in dem erhaltenen Aldehyd vorhanden sind, für zahlreiche Amvendungszwecke durch besondere Reinigungsmaßnahmen entfernt werden. Die Schwierigkeiten erhöhen sich bei der Verarbeitung von verdünntem Acetylen, wie .es durch thermische Behandlung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere Methan und seinen nächst höheren Homologen, z. B. im elektrischen Lichtbogen, erhalten werden kann. Insbesondere sind es die in diesem verdünnten Gas neben Acetylen und Wasserstoff enthaltenen Verunreinigungen, die zu Störungen des katalytischen Verfahrens führen.
  • Nun ist es bekannt, daß sich Vinyläther durch Einwirkung von Wasser zu den entsprechenden Alkoholen und Acetaldehyd verseifen lassen. Da die Vinyläther durch Einwirkung von Acetylen auf Alkohole in Gegenwart insbesondere basisch wirkender Katalysatoren (vgl. die Patentschriften 584 846, 640510 und 639843) auch in technischem Maßstabe kontinuierlich mit sehr guter Aus. beute erhalten werden können und hierbei statt reinem, konzentriertem Acetylen auch stark verdünnte acetylenhaltige Gase mit Vorteil verwendet werden können, erschien es möglich, auf dem Wege über Vinyläther und deren Verseifung Acetaldehyd unter Vermeidung der eingangs erwähnten Nachteile zu gewinnen. Bei der praktischen Durchführung dieses Verfahrens, insbesondere im kontinuierlichen Betrieb, ergaben sich jedoch neue Schwierigkeiten. Wird nämlich der Vinyläther z. B. mit einer heißen, verdünnten Säurelösung im Gegenstromverfahren in einem Turm verseift, dann destilliert zwar der hierbei gebildete Acetaldehy d zum größten Teil ab, doch verbleiben stets mehr oder weniger große Mengen des Aldehyds als solcher oder in Form des entsprechenden Acetals in der am Fuße der Kolonne zusammen mit dem zurückgebildeten Alkohol ablaufenden Säurelösung. Hierdurch entstehen einerseits Verluste an Acetaldehyd, w--ihrend andererscitS durch die Gegenwart des Aldehyds und der entsprechenden Acetale in dem zurückgewonnenen Alkohol dessen erneute Chorführung in Vinyläther gestört «wird.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich auch diese Schwierigkeit überwinden läßt und daf.@ man in kontinuierlichem Betrieb mit vorzüglicher Ausbeute reinen Acetaldehyd erhält, wenn man den bei der Verscifung von Vinyläther niederer Alkohole erhaltenen Acetald:-hyd zusammen mit dem gleichzeitig entstandenen Alkohol aus dem Verseifungsgefäl:) abführt und dann in Gegenwart von Wasser, das zweckmäßigerweise schwach angesäuert ist, den Acetaldehyd von dem Alkohol trennt. überraschenderweise tritt bei dieses- Arbeitsweise eine nennenswerte Bildung von Acetal:n nicht ein; man erhält neben dem reinen Acetaldehyd eine praktisch von Acetaldeliyd und Acetalen freie, wäßrige Lösung des dem benutzten Vinyläther entsprechenden Alkohols, aus der der letztere durch Destillation wiedergewonnen, worauf er zur erneuten Bildung von Vinyläther benutzt werden kann.
  • Für dieses Verfahren eignen sich die Vinyläther der niedrigmolekularen aliphatischen Alkohole, insbesondere der des leicht und billig zugänglichen Methylalkohols. Der Siedepunkt dieses Alkohols liegt äußerst günstig und überdies bildet gerade er mit Wasser keine azeotropen Gemische, so daß er aus der bei der letzten Stufe des Verfahrens erhaltenen wäßrigen Lösung leicht wasserfrei gewonnen und in den Kreislauf zurückgeführt werden kann, während bei den übrigen Alkoholen zunächst eines der bekannten Entwässerungsverfahren benutzt werden muß, ehe der Alkohol wieder in Vinyläther übergeführt wird.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung kann beispielsweise wie folgt durchgeführt werden: In einem ersten Reaktionsturm wird aus Alkohol, beispielsweise #'vIetliylalkohol. und Acetylen Vinylätlier in Gegenwart eines basisch wirkenden Stoltes, z. B. Kaliumhydroxyd. in Müssiger Phase gemäß Patentschrift 584 84o und 6.1o 5 i o hergestellt. In einem zweiten Turm wird die Verseifung des @'lnyläthers mit Hilfe einer verdünnten wäßrigen Säurelösung bei solcher Temperatur vorgenommen, daß der gebildete Acetaldchyd zusammen mit dem entstandenen Alkohol und Wasserdampf in einen dritten Turm entweicht, in dem durch Destillation bei Gegenwart von angesäuertem Wasser die Trennung des Acetaldehyds von dem wäßrigen Alkohol vorgenommen wird. Der aus diesem Turm abfließende wäßrige Alkohol wird in einem vierten Turm VQ T Wasser befreit. Der Alkohol kehrt soin den Kreisprozeß zurück.
  • Die Herstellung des Vinyläthers kann statt in müssiger Phase auch in der Gasphase vorgenommen werden (vgl. Patentschrift 639 843). In beiden Fällen kann bei gewöhnlichem oder erhöhtem Druck gearbeitet werden. Statt des reinen konzentrierten Acetylens kann verdünntes, z. B. im Lichtbogen gewonnenes Acetylen benutzt werden. Beim Arbeiten im Turm entweicht an dessen oberem Ende der Vinvläther zusammen mit den gegebenenfälls vorhandenen Verdümiungsgasen und restlichem Acetylen. In diesem Gemisch vorhandener Alkohol wird durch einen Deplileginator abgetrennt und in den Turm zurückgeführt. Der erhaltene rohe Vinyläther kann unmittelbar in der- Verseifungsturm eingeführt oder zunächst kondensiert und von darin gelösten Gasen, wie Acetylen, durch Auskochen befreit werden.
  • Die Verseifung des Vinyläthers erfolgt beispielsweise, indem man den Äther durch schwach angesäuertes Wasser bei erhöhter Temperatur unter gewöhnlichem oder erhöhtem Druck hindurchperlen läßt. Zum Ansäuern des Wassers können beliebige nicht flüchtige Säuren benutzt werden. Besonders bewährt haben sich für diesen Zweck starke anorganische Säuren, wie Chromsäure, Phosphorsäure und insbesondere Schwefelsäure. Im allgemeinen genügt eine sehr geringe Menge solcher Säuren von Bruchteilen von Prozenten bis zu einigen Prozenten. Die Verseifungstemperatur liegt vorzugsweise zwischen etwa 5o und 150', insbesondere bei 8o bis i io°. Auch die Verseifung kann jedoch in der Gasphase über festen Katalysatoren vorgenommen werden, wobei vorteilhaft mit einem Überschuß an Wasserdampf gearbeitet wird. Als Katalysatoren eignen sich hierbei vor allem mit den erwähnten nicht flüchtigen anorganischen Säuren getränkte poröse Trägerstoffe, z. B. Kieselgel. Auch hier kann gewünschtenfalls unter erhöhtem Druck gearbeitet werden.
  • Bei der Trennung des Acetaldehyds vom wä ßrigen Alkohol arbeitet man zweckmäßig in einer Kolonne mit Dephlegmator in Gegenwart von so viel Wasser, daß ein etwa 2o bis Soo'o Wasser enthaltender Alkohol am Fuße der Kolonne abläuft. Auch bei dieser Destillation wird das Wasser vorteilhafterweise mit nicht flüchtigen anorganischen Säuren schwach angesäuert. Die gewünschte Wassermenge kann entweder bei geeigneter Temperatur im Verseifungsgefäß schon aus diesem zusammen mit dem Alkohol-Aldehyd- Gemisch überdestilliert oder bei der Verseifung über festen Katalysatoren als überschüssiger Wasserdampf beigefügt werden; naturgemäß kann es aber auch erst in der Destillationskolonne zugesetzt werden. Die Destillation selbst wird nach Wunsch bei gewöhnlichem oder erhöhtem Druck vorgenommen. Ferner kann vor der Destillationskolonne ein Dephlegmator eingeschaltet werden, in dem eine vorläufige Trennung in eine acetaldehy dreichere und -ärmere Fraktion erfolgt, die dann getrennt entsprechend ihrem Aldehydgehalt dem oberen bzw. unteren Teil der Destillationskolonne zugeführt werden. überraschenderweise wird bei dieser Art der Trennung die Acetalbildung verhindert und eine praktisch vollständige Trennung in Acetaldehyd und acetalfreien wäßrigen Alkohol erzielt.
  • Bei der Trennung des Alkohol-Wasser-Gemisches arbeitet man in an sich bekannter Weise. Beim Methanol genügt die einfache fraktionierte Destillation, während bei den höheren Alkoholen, z. B. Äthanol, die ehenfalls an sich bekannten Alkoholentwässerungsverfahren zu benutzen sind. Beispiel Herstellung von Acetaldehyd über Vinylmethyläther im Kreislaufverfahren (vgl. hierzu die beiliegende Zeichnung). Der Reaktionsturm I ist mit Kalilauge enthaltendem Methanol gefüllt und mit Hilfe der am Fuße des Turmes eingebauten Heizspirale auf etwa 16o' gehalten. Durch die Leitung i tritt Acetylen bzw. acetylenhaltiges Gas in den Turm ein. Das Acetylen setzt sich mit dem Methanol bei einem Druck von i ¢ bis 16 Atm. unter Bildung von Vinylmethvläther um. Durch die Leitung ia wird kontinuierlich Methanol nach der Maßgabe der Bildung des Vinylmethyläthers frisch zugeführt. Der Vinylmethyläther selbst destilliert am Kopfe der Kolonne durch einen Dephlegmator ab, der das mitgeführte Methanol im wesentlichen zurückhält. Der Äther wird im Kühler 3 kondensiert und in der Vorlage q. aufgefangen. Die Restgase entweichen durch den Kühler 5. Aus der Vorlage a, fließt der Vinvlmethyläther in die Kolonne 6, in der er durch Entspannung auf einen etwas niedrigeren Druck von noch gelöstem Acetylen befreit wird. Dieses Acetylen entweicht durch den Kühler 7. Der rohe Vinyläther, der etwa i o bis 3 o % Methanol enthält, gelangt sodann über die Zwischengefäße 8 und die Meßvorrichtung g in den Turm II, in dem er unter gewöhnlichem Druck durch Wasser, das 0,2 bis o, 5 Schwefelsäure enthält, bei 8o° hindurchperlt, wobei er vollständig in Acetaldehyd und iVTethanol verseift wird. Das hierzu benötigte Wasser wird aus dem Vorratsbehälter i o zugeführt.
  • Die Acetaldehyd-Methanol-Dämpfe gelangen zusammen mit dem von ihnen mitgeführten Wasserdampf durch die Leitung i i in den Turm III, der als Destillationskolonne dient. Die Destillation wird durch kontinuierliche Zuführung von ebenfalls mit 0,2 bis o,5% Schwefelsäure angesäuertem Wasser aus dem Vorratsgefäß 12 so geregelt, daß am oberen Ende der Kolonne reiner Acetaldehyd abdestilliert, während unten aus der Kolonne wäßriges Methanol abfließt, dessen Gehalt an Acetaldehyd und Acetal weniger als o,i% beträgt. Die für diesen Zweck erforderliche Wassermenge richtet sich nach der Belastung der Destillationskolonne. Sie beträgt im allgemeinen etwa die halbe bis dreifache Menge des verarbeiteten Methanols.
  • Der aus dem Turm III abdestillierende reine Acetaldehyd wird im Kühler 13 kondensiert und in der Vorlage i ¢ aufgefangen. Das wäßrige Methanol fließt durch einen Mischer 15, in dem durch Zugabe von Natronlauge eine schwach alkalische Reaktion eingestellt wird, in den Destillationsturm IV, in dem die Zerlegung in Wasser und Reinmethanol erfolgt. Das Methanol verläßt den Turm IV an dessen oberem Ende, während unten das Wasser abfließt. Durch den Kühler 16 und das Auffanggefäß 17 kehrt das Methanol in den Turm I zurück.
  • Am Fuße der Türme I, II, III und IV sowie der Gefäße q. und 6 sind Heiz- bzw. Kühlschlangen eingebaut.
  • Ein gleich gutes Ergebnis hinsichtlich Ausbeute und Reinheit des Acetaldehyds erhält man, wenn man in den ;Türmen II und III bei mäßig erhöhtem Druck,, z. B. bei i bis 3 Atm., arbeitet. Es erübrigt sich in diesem Falle die Benutzung eines Kühlmittels für die Kondensation des Acetaldehyds, da bei dem Druck von i bis 3 Atm. der Acetaldehyd bereits durch kaltes Wasser kondensiert werden kann. Verwendet man statt Vinylmethyläther unter sonst gleichen Verhältnissen den Vinyläthyläther, dann muß im Turm IV zwecks Gewinnung von wasserfreiem Äthanol das azeotrope Destülationsverfahren angewendet werden, wie es zur Herstellung von wasserfreiem Äthanol üblicherweise benutzt wird.
  • Den im Turm I gebildeten Vinyläther kann man auch direkt dem Turm II zuführen. In diesem Falle gehen das restliche Acetylen und gegebenenfalls vorhandene Verdünnungsgase zusammen mit dem Acetaldehy d-Methanol-Gemisch aus dem Turm I I in den Turm II I über und gelangen von dort zusammen mit dem Acetaldehyd durch den Kühler 13 in die Vorlage 14, in der sie von flüssigem Aldehyd getrennt und dann abgeführt werden können. Da in diesem Falle der Acetaldehyd meist noch geringe Mengen Acetylen gelöst enthält, wird hier die Vorlage i q. zweckmäßigerweise als kleine Kolonne ausgebildet, in der das gelöste Acetylen aus dem Acetaldehyd kontinuierlich ausgegast wird.
  • Will man die Verseifung des Vinyläthers statt in der müssigen Phase, wie dies vorstehend beschrieben ist, in der Gasphase durchführen, dann wird der Vinyläther im Gemisch mit überschüssigem Wasserdampf beispielsweise über einen aus mit Phosphorsäure getränktem Kieselgel bestehenden Kontakt bei einer Temperatur von i 5o' geleitet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCFI: Verfahren zur Gewinnung von Acetaldehyd durch Verseifung von Vinyläthern niederer Alkohole, dadurch gekennzeichnet, daß man das bei der Verseifung erhaltene Gemisch von Acetaldehyd und Alkohol aus dem Verseifungsgefäß abführt und dann in Gegenwart von Wasser, das zweckmäßigerweise schwach angesäuert ist, den Acetaldehyd vom Alkohol trennt, worauf der Alkohol gewünschtenfalls im Kreislaufverfahren erneut mit Acetylen zu Vinyläther umgesetzt wird.
DEI59623D 1937-11-17 1937-11-17 Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd Expired DE705273C (de)

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DEI59623D DE705273C (de) 1937-11-17 1937-11-17 Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2630760A1 (de) * 1975-07-08 1977-01-13 Snam Progetti Verfahren zur herstellung von carbonylprodukten aus in den aus dampfcrackungseinrichtungen kommenden kohlenwasserstoffstroemen stammenden acetylenverbindungen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2630760A1 (de) * 1975-07-08 1977-01-13 Snam Progetti Verfahren zur herstellung von carbonylprodukten aus in den aus dampfcrackungseinrichtungen kommenden kohlenwasserstoffstroemen stammenden acetylenverbindungen

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