-
Vorrichtung zum axialen Drahtabzug von einer Drahttrommel Die Erfindung
bezieht sich auf eine weitere Ausbildung der Drahtabzugsvorrichtung nach Patent
686 697. Dem Hauptpatent liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen,
die das Auseinanderspringen der Drahtwindungen verhindert- und von der der zum Verpacken
notwendige Draht ohne Schwierigkeiten abgezogen werden kann. Eine der Hauptbedingungen
ist dabei, daß das Entfernen der Bindedrähte erst nach dem Einlegen des Drahtbundes
in die Abzugsvorrichtung erfolgen kann, da es sonst unmöglich ist, den Bund aufzubringen.
Ferner soll die Vorrichtung eine einwandfreie Handhabung und klankenfreien Drahtabzug
gestatten und schließlich sich auch noch durch einfache Bauart auszeichnen. Zu diesem
'Zwecke sind bei einer Vorrichtung zum axialen Drahtabzug von einer Drahttrommel
mit abnehmbarem Deckel und quer zur Abzugsrichtung des Drahtes liegenden federnden
Sperrgliedern im Abzugsspalt die Sperrglieder auf der Innenseite des Abzugsspaltes
an dem abnehmbaren Deckel der Trommel angebracht und stützen sich gegen starre Außenschenkel
des Trommelbodenflansches. An Stelle des früher üblichen ganz geschlossenen Führungsgehäuses
ist ein einfacher Tragbügel mit einem in seiner Mitte und gleichachsig zur Trommel
angeordnetem Abzugsauge vorgesehen. Es hat sich jedoch gezeigt,- daß die Bildung
von Schlingen, sog. Klanken, zwischen der Drahttrommel und dem Abzugsaugedurch'die
Sperrglieder am Abzugsflansch nicht sicher vermieden werden kann, zumal dann nicht,
wenn die .Vorrichtung für stark federnde Drahtsorten benutzt werden soll.
-
Gemäß vorliegender Erfindung ist diesem Mangel auf einfache Weise
dadurch abgeholfen, daß an dem Abzugsauge ein gegen den Trommelflansch gerichtetes
Abzugsstückangeordnet ist, das aus einem elastischen Schlauchstück, beispielsweise
einer Schraubenfeder, besteht. Zweckmäßig kann dabei noch ein zweites Führungsstück
vorgesehen sein, das sich an das Abzugsauge nach oben anschließt und eine sanfte
Umleitung des Drahtes bewirkt.
-
Dadurch ist eine Schlingenbildung vollständig ausgeschlossen und trotzdem
die einfache Bauart und das geringe Gewicht' der Vorrichtung gewahrt. Die neue Drahtabzugsvorrichtung
zeichnet sich . außerdem durch ihren robusten Aufbau aus, der sie dem;rauhen Packereibetrieb
in hervorragender Weise gewachsen macht.
-
Es sind schon verschiedene Drahtabzugsvorrichtungen bekanntgeworden,
die Einrichtungen zur Verhinderung der Klankenbildung aufweisen.
-
Bei einer der bekannten Drahtabzugsvorrichtungen ist in einem konzentrischen
Kegel des Drahttellers ebenfalls konzentrisch ein
etwa V-förmiges
starres Rohr mit einem Schenkel drehbar gelagert. Durch den anderen freien Schenkel
ist der abzuziehende Draht gesteckt, der an dem Treffpunkt der beiden Schenkel aus
einer hierfür vorgesehenen üffnung austritt. Der Draht geht dann ein kurzes Stück
ohne Führung weiter, um schließlich in dem nach unten gekrümmten Ende eines zweiten,
fest angeordneten, starren horizontalen Rohres zu enden. Diese Vorrichtung hat einmal
den Nachteil, daß das Abzugsrohr fest angeordnet ist. Es muß also beim Gebrauch
dieser Vorrichtung immer darauf geachtet werden, daß der Draht genau in Richtung
der Verlängerung des Abzugsrohres abgezogen wird. Zieht man den Draht schräg dazu
ab, so ist es unvermeidlich, daß er mehr oder weniger stark geknickt wird. Auch
an der Eintrittsstelle muß der Draht eine unerwünscht starke Knickung erfahren.
Zum 'Drehen des kreisenden, V-förmigen Abzugsrohres ist eine ziemlich erhebliche
Lagerreibung zu überwinden, die sich nicht zuletzt auch aus der einseitigen Beanspruchung
ergibt und wodurch sich Rohr und Lager schnell abnutzen. Wenn das Lager auch noch
verunreinigt wird oder sich beispielsweise infolge längeren Nichtgebrauchs Rost
ansetzt, so ist es mit der Verwendbarkeit der bekannten Vorrichtung ganz aus.
-
Ferner sind noch zwei Drahtabzugsvorrichtungen bekannt, die jedoch
beide für den Handabzug noch weniger geeignet sind als die vorerwähnte bekannte
Bauart. Bei der ersten Vorrichtung ist der abgezogene Draht durch die vordere Öse
eines am konzentrischen Abzugsrohr gelagerten Führungsdrahtes und von dort aus zu
der unteren öffnung des konzentrischen Abzugsrohres geleitet. Der abgezogene Draht
wird dabei an mindestens zwei Stellen, nämlich an der üse des Führungsdrahtes und
an der Einlauföitnung des Abzugsrohres, scharf geknickt. Wird der Draht auch noch
waagerecht abgezogen, so entsteht an der oberen öffnung eine weitere Knickstelle.
Der Draht wird durch das vielfache Knicken nicht besser, und beim Abzug ist ein
ganz erheblicher Widerstand zu überwinden. Ferner kann auch bei dieser Vorrichtung
kein federnder Draht verwendet werden, da die Drahtwindungen nach allen Richtungen
auseinanderspringen würden und auch ein federnder Draht beim Abziehen einen viel
größeren Widerstand äußert. Bei der anderen Vorrichtung ist der abgezogene Draht
durch ein etwa U-förmiges Rohr von unten her in ein konzentrisches Abzugsrohr geführt.
Von dem oberen Ende des Abzugsrohres aus läuft der Draht über eine kleine Rolle
zur Verwendungsstelle. Das U-förmig gebogene Führungsrohr ist, mittels. einer Schelle
drehbar am unteren Ende des geraden, konzentrischen Abzugsrohres gelagert. Die geringe
Größe der Lagerfläche und die stets einseitige Belastung bedingen schon eine zeitlich
eng begrenzte Haltbarkeit der bekannten Vorrichtung. Weiterhin wird der Draht, wo
er von der kleinen Rolle umgeleitet wird, sehr stark gebogen, wozu wieder erhebliche
Kraft aufgewendet werden muß. Wird das abgezogene Drahtende einmal lose gelassen,
so springt es von der Rolle ab. Das Wiederauflegen bedingt aber immer wieder eine
Arbeitsunterbrechung. Außerdem ist die Draht@bzugsvorrichtung für Packereien auch
schon aus dem Grunde unbrauchbar, weil dort der Draht einmal nach rechts und einmal
nach links, je nach Bedarf, abgezogen wird.
-
Demgegenüber wird der Draht beim Erfindungsgegenstand durch den beweglichen
Führungsschlauch in ganz flache Kurven umgeleitet. Teile, die einer nennenswerten
Abnutzung unterworfen sind, sind nicht vorhanden.
-
Auf der Zeichnung ist die neue Abzugsvorrichtung in einer Seitenansicht
dargestellt. Die beispielsweise dargestellte Abzugsvorrichtung besteht aus einer
senkrechten Trommel r mit an den Enden vorgesehenen Flanschen 2. 3. Der obere Flansch
3 ist leicht abnehmbar, damit fertige Drahtringe auf die Trommel aufgeschoben werden
können. Er ist zu diesem Zweck nicht wie der untere Flansch 2 als Ring, sondern
als volle Scheibe ausge= bildet und durch eine Flügelschraube mit dem Trommelboden
verbunden.
-
Der Draht wird nicht abgerollt, sondern axial nach oben über den Flansch
3 abgezogen. Dabei ist der Abzugsflansch 3, um ein hemmungsfreies Abziehen zu gewährleisten,
nicht wie der untere Flansch 2 eben ausgebildet, sondern verläuft vorn Trommelkern
kegelförmig nä,ch oben.
-
Um 9o° gegeneinander versetzt sind an dem unteren Flansch 2 vier senkrechte
starre Schenkel 5, 5 bzw. 6. 6 angebracht, die bis über den Rand 7 des oberen Flansches
3 hinausragen. Zwischen den Schenkeln 5, 6 und dem Flanschrand 7 ist ein Spalt 8
frei gelassen, durch den der Draht beim Abziehen von der Trommel hindurchgehen muß.
Die Schenkel gewährleisten also eine Führung und Sicherung für den Drahtring.
-
Um einen stratfen, schlingenfreien Abzug zu gewährleisten und zu verhindern,
daß Drahtwindungen ungewollt von der Rolle abrutschen oder beim Abzug mitgerissen
werden, sind au dem Rande 7 des Deckelflansches 3 Federn 9' vorgesehen, die sich
an den starren Schenkeln 5, 5 bzw. 6, 6 frei abstützen und damit den Abzugsspalt
8 verschließen. Die Federn 9' sind auf der Innenseite des kegelförmigen Flau=
sches
3 angeordnet und greifen mit quer zur axialen Richtung verlaufenden bogenförmigen
Schenkeln g' durch Schlitze des umgebördelten Flanschrandes.7 frei hindurch. Die
freien Enden der Federschenkel g' licgen auf der Innenseite des Flanschrandes und
bilden so Anschläge zur Begrenzung des Federhubes bei abgenommenem Deckelflansch
3. Die durch die Schlitze hindurchragenden und die Abzugsspalte 8 verschließenden
Federschenkel g' weichen einem axialen Druck, d. h. einem Druck von unten nicht
aus, und es können also auch die Windungen der Drahtrolle in ihrer normalen konzentrischen,
waagerechten Lage nicht zwischen den Federn und den Schenkeln 5, 6 hindurchschlüpfen.
Nur die axiale, nach oben abgebogene Windung kann die Feder zurückdrängen und dadurch
die Sperrung aufheben, indem der axial abgebogene Drahtteil i i in Längsrichtung
über den Federschenkel g' hinweggleitend zwischen der Feder und dem zugehörigen
Schenkel hindurchgezogen wird.
-
Um einen ordnungsmäßigen axialen Abzug zu erzielen, sind zwei einander
gegenüberliegende Schenkel 5, 5 zu einem U-förmigen Tragbügel miteinander verbunden,
in dessen Stegteil 12 ein Abzugsauge 13 für den Bindedraht vorgesehen ist. Hierdurch
wird die günstigste, durch die Trommelachse gehende Abzugsrichtung stets selbsttätig
eingehalten. In- dem Abzugsauge 13 ist ein schlauchförmiges Führungsstück 1q.',
1q." befestigt, das sich vom Auge 13 zurr Teil nach oben und zum Teil nach unten
gegen die Trommel erstreckt. Dieser Führungsschlauch besteht im dargestellten Beispiel
aus einer Schraubenfeder. Er ist, wenn kein Draht eingezogen ist, senkrecht nach
oben und unten gerichtet. Beim Gebrauch der Drahtabzugsvorrichtung dagegen wird
der Führungsscl-lauch von dem Abzugsdraht aus seiner senkrechten Lage abgebogen,
und zwar führt das untere Schlauchstück 1q.' beim Abzug ebenso wie das zwischen
dem Abzugsauge und dem Trommelflansch liegende Drahtstückeine im wesentlichen kegelförmige
Drehbewegung aus, indem es vom Draht mit seiner unteren Mündung gegen den Rand des
Abzugsflansches 3 ,abgebogen und über dem Flansch 3 im Kreise herumgeführt wird.
Das obere Schlauchstück 14" wird von dem Draht in der seitlichen Abzugsrichtung
-umgebogen. Durch diese elastische Führung wird ein besonders straffer Abzug erzielt
und jegliche Schlingenbildung zwischen Trommel und Abzugsauge vermieden, selbst
bei .der Verwendung von stark federnden Drahtsorten. Auch wird jede scharfe Biegung
beim Abzug vermieden.
-
Beim Einsetzen neuer Drahtringe ist lediglich der obere Flansch 3
abzunehmen und das untere Schlauchstück so weit nach der Seite zu biegen, daß der
Drahtring über den Trommelkern gebracht werden kann.
-
Natürlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte Beispiel beschränkt,
vielmehr sind noch mancherlei Abänderungen und ändere Ausführungen möglich. Insbesondere
könnte das obere Schlauchstück i.1." durch ein starres Rohrstück ersetzt werden.