DE69925772T2 - Vorrichtung zur thermischen Behandlung von Glastafeln - Google Patents

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Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Glasplatten mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
  • Die Druckschrift DE 2 043 942 B2 beschreibt ausführlich eine Wärmebehandlung von Glasplatten, die zum Aussondern von vorgespannten, gegen Spontanbruch nach längerer Zeit am Einbauort, z. B. einer Hausfassade, anfälligen Glasplatten angewendet wird. Man nennt dieses Verfahren Alterungsbehandlung oder auch „Heat-Soak-Test". Es kann vor oder nach dem Vorspannen der Glasplatten durchgeführt werden.
  • Auslöser der spontanen Zerstörung von vorgespannten Glasplatten sind eingelagerte Nickelsulfid-Körner, welche im Laufe der Zeit wachsen und schließlich das Glas sprengen. Um einen unverhältnismäßig hohen Aufwand bei der Rohstoffprüfung, Glasschmelze und Plattenprüfung zu vermeiden, simuliert der Heat-Soak-Test an allen in Frage kommenden Platten einen längeren Zeitraum unter Einsatzbedingungen. Für eine spontane Zerstörung der genannten Art anfällige Platten überstehen den Test nicht, während unzerstörte Platten als unbedenklich einsetzbar anzusehen sind.
  • In dem genannten Dokument wird ein brennerbeheizter Ofen beschrieben, in dem einzeln durchlaufende Glasplatten mit zirkulierender Heißluft beheizbar sind, der jedoch kein Gebläse hat. Auch werden verschiedene Temperaturverläufe über der Zeit und auch unterschiedliche Zeitspannen für die Testdurchführung untersucht. Der interessierende Temperaturbereich liegt bei 100 bis 400°C, die Einwirkzeiten bis zu mehreren Stunden.
  • Die Nachfrage nach Fassadenverkleidungen aus vorgespannten Glasplatten ist sehr hoch. Man muss bei großen Mengen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten reproduzierbare Testergebnisse in kurzer Zeit erzielen. Diese Forderung wird unter anderem durch gleichzeitiges Wärmebehandeln einer größeren Anzahl von zu testenden Glasplatten und deren möglichst rasches und gleichmäßiges Aufheizen erfüllt. Zum Durchführen des Tests dienen geeignete Öfen mit geschlossenen Kammern. Wegen der schlechten Wärmeleitung von Glas erscheint eine Konvektionsheizung zweckmäßiger als eine Strahlungsheizung.
  • Aus der Druckschrift DD 159 769 ist ein elektrisch beheizter Konvektions-Kammerofen mit Gebläsen zur Wärmebehandlung von Glaserzeugnissen bekannt. Mit diesem Ofen soll die Ansprechgeschwindigkeit von photochromen, also mit Silberhalogeniden kombinierten Gläsern optimiert werden. Daher kommt es besonders auf eine homogene Temperaturverteilung und -steuerung in der quaderförmigen Beschickungskammer an. Zielsetzung dieses bekannten Konvektions-Ofens ist es, Temperaturverluste bei der Wärmebehandlung größerer Stückzahlen oder großvolumiger Glaskörper in der Beschickungskammer zu mini mieren. Hierzu wird ein umfangreiches und aufwendiges Luftführungs-Kanalsystem eingesetzt, wobei Teilströme über bewegliche Klappen getrennt und/oder vermischt werden können.
  • Die Gebläse und Heizregister befinden sich oberhalb der Beschickungskammer, und die Luftströmung wird von dort über Kanäle zum Boden der von unten nach oben durchströmten Kammer geführt. Die Glaserzeugnisse sind in der Beschickungskammer in einem mit Durchströmungsöffnungen versehenen Palettenwagen untergebracht.
  • Die DD-Druckschrift gibt keine Hinweise darauf, wie die Anströmung der einzelnen Glaserzeugnisse mit Heißluft optimiert werden könnte, und offensichtlich bleiben zwischen den Wänden des Palettenwagens und der Beschickungskammer noch Freiräume. Weil beim Heat-Soak-Test zwangsläufig Scherben von zerstörten Glasplatten auf den Boden der Ofenkammer fallen, sind bei Vorrichtungen für dieses Verfahren bodenseitige Einblasöffnungen für die Heißluftströmung tunlichst zu vermeiden, um das Entfernen der Glasplatten nicht unnötig zu behindern.
  • Bei anderen herkömmlichen Heat-Soak-Öfen (vgl. 1a und 1b) wird aufgeheizte Luft mittels eines Ventilators oder eines Gebläses in Längsrichtung durch eine die Glasplatten aufnehmende Kammer gefördert. Zum Be- und Entladen der Kammer dient z. B. ein sogenanntes A-Gestell mit einem leiterartigen Unterbau und einer zentralen Gestellwand. Die Glasplatten werden darauf beidseits der Gestellwand in zwei leicht aus der Vertikalen geneigten, von oben nach unten divergierenden Paketen aus parallelen Platten aufgestellt. Beispielsweise werden die Einzelplatten mittels vertikaler Stangen auf Abstand voneinander gehalten. Der insgesamt durchströmte Querschnitt in der Kammer ist deutlich größer als der Querschnitt des Gestells nebst den zu testenden Glasplatten. Weil die umgewälzte Luft auch außen an der Gesamtheit aus Gestell und Plattenpaketen vorbeiströmen kann, werden die Spalte zwischen den Glasplatten unzureichend durchströmt. Die innenstehenden Glasplatten werden dadurch nur verzögert aufgeheizt bzw. abgekühlt, so dass die Testzyklen relativ viel Zeit brauchen.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Glasplatten, insbesondere zum Durchführen des Heat-Soak-Tests, anzugeben.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit dem Patentanspruch 1 gelöst. Die Merkmale der Unteransprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen dieses Gegenstands an.
  • Die Gesamtheit aus Gestell, Abstandhaltern und Glasplatten ist in der Umluftströmung innerhalb der Kammer als Drossel oder Strömungswiderstand anzusehen. Wenn die Spalte zwischen den Platten gleichmäßig durchströmt werden sollen, so muss man Bypassströmungen zwischen den Kammerwänden und den Glasplatten möglichst weitgehend aus schließen bzw. deren Querschnitte minimieren, damit sich eine hinreichende Druckdifferenz zwischen Anström- und Abströmseite aufbauen kann.
  • Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung von parallelen Glasplatten (3), die durch Bildung von Freiräumen zwischen den besagten Platten auf Abstand voneinander gehaltenen werden, insbesondere zum Durchführen eines Heat-Soak-Tests, umfassend:
    • – mindestens eine beheizbare Kammer,
    • – mindestens ein Gestell mit Abstandhaltern zum Aufnehmen mehrerer Glasplatten in der Kammer,
    • – Mittel (13) zum Erzeugen einer die Temperatur der Glasplatten durch Konvektion einstellenden Strömung innerhalb der Kammer,
    und deren Einströmungsbereich der Strömung in den Zwischenräumen auf die anströmseitigen äußeren Abmessungen der in der Kammer befindlichen Gesamtheit aus Glasplatten und Gestell begrenzt ist und ein notwendiger Druckunterschied zwischen der Anströmseite in den besagten Zwischenräumen und der Abströmseite außerhalb der besagten Zwischenräume entsteht. Diese Begrenzung ist zumindest dann wirksam, wenn die Kammer und die Gebläse nach dem Beschicken im Betrieb sind. Liegt nämlich einmal eine Einströmung in die besagten Spalte vor, so bilden die großflächigen Glasplatten Kanalwände, zwischen denen sich eine Durchströmung ausbildet.
  • Um einen möglichst guten Wärmeaustausch (Konvektion) zwischen der strömenden Luft und den Glasplatten zu erreichen, müssen ferner Störungen und/oder vorzeitige Abströmungen innerhalb der Glasplattenpakete weitgehend ausgeschlossen werden. Es empfiehlt sich deshalb, gemäß einer Weiterbildung die Strömungsrichtung parallel zur Längserstreckung der Abstandhalter des Gestells zu legen. Auf diese Weise bilden die Abstandhalter, die man zweckmäßig möglichst weit zu den Stirnrändern der Glasplatten hin und bei Bedarf noch als Zwischenstützen anordnet, weitere Kanalwände, welche vorzeitiges Abströmen der Luft aus den Spalten zu den Seiten hin (quer zur Hauptströmungsrichtung) verhindern.
  • Im Hinblick auf die äußere Gestalt des beispielsweise verwendeten A-Gestells und der darauf ruhenden Glasplatten erscheint es nach einer Weiterbildung besonders zweckmäßig, die Strömung in vertikaler Richtung von oben nach unten an den Glasplatten entlang zu führen. Damit steht auf der Druckseite -an der Spitze des A- nur ein vergleichsweise kleiner Strömungsquerschnitt zur Verfügung, was den Aufbau der benötigten Druckdifferenz fördert. Der Boden der Kammer kann eben und glatt ausgeführt werden, weil dort keine besonderen Maßnahmen zur Strömungslenkung erforderlich sind. Das ist auch von Vorteil beim Ladungswechsel und beim Entfernen der unvermeidlichen Scherben. Letztere fallen bei ste hender Anordnung der Glasplatten im Gestell bzw. in der Kammer einfach zu Boden, ohne weiteren Schaden anzurichten.
  • Jedoch ist die stehende Anordnung der Glasplatten zur Anwendung der hier erörterten Strömungsführung bzw. Querschnittabstimmung nicht zwingend erforderlich. Vielmehr kann die Vorrichtung auch mit einem Gestell arbeiten, das die Glasplatten flach liegend aufnimmt. Dann ist natürlich die Strömung im wesentlichen in horizontaler Richtung an den Glasplatten entlang und durch deren Zwischenräume zu führen, wiederum zweckmäßig in Richtung der Längserstreckung der Abstandhalter. Bei dieser Anordnung wird man geeignete Maßnahmen treffen, um Schäden an Glasplatten durch die fallweise zu erwartenden Scherben anderer Platten auszuschließen.
  • Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung ist in der Kammer mindestens eine bewegliche Wand zum variablen Einstellen des Strömungsquerschnitts im Bereich des Gestells vorgesehen. Damit kombiniert man einen dem Ladungswechsel dienlichen weiten Ruhequerschnitt der Kammer mit einer flexiblen Anpassung des betrieblich verfügbaren Zuströmquerschnitts an den Beladungsgrad und/oder die Größe des Gestells bzw. der Glasplatten. Bei der bevorzugten symmetrischen, zweiseitig beladbaren Ausbildung des in der Kammer verwendeten Gestells wird man in der Kammer beidseits dessen zu den Glasplatten parallelen Längsseiten bewegliche Wände vorsehen.
  • Es ist allerdings auch eine Kammer mit einem fest eingebauten Gestell denkbar. Ist dann noch der Beladungsgrad dieses Gestells im Betrieb immer gleich, so könnte sogar mit einem unveränderlichen Zuströmquerschnitt gearbeitet werden.
  • Bei geeigneter konstruktiver Ausbildung der beweglichen Wände bzw. deren Anlenkungen können diese auch nach Bedarf unterschiedliche Betriebsstellungen einnehmen, um Beladungs- oder Größenunterschiede zwischen verschiedenen Gestellen und Glasplattenchargen auszugleichen. Ihre Betätigung bzw. das Einstellen der unterschiedlichen Stellungen kann z. B. rein mechanisch von Hand geschehen. Man kann aber auch automatische Steuerungen vorsehen, welche mit dem Einschalten des Gebläses bzw. dem Schließen der beladenen Kammer zusammenwirken.
  • Eine andere Option ist das bedarfsgerechte Einstellen der lichten Weite des Überströmspalts selbst mittels beweglicher Wände. Man kann zu diesem Zweck z. B. die Länge der abgewinkelten Wandabschnitte variabel gestalten.
  • Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung gehen aus der beigefügten Zeichnung und deren sich im folgenden anschließender eingehender Beschreibung hervor.
  • Es zeigen in starker Vereinfachung
  • 1a, 1b zwei Ansichtsskizzen eines bekannten Heat-Soak-Ofens; und
  • 2 eine Ausführungsform der Erfindung, wobei die linke Hälfte der Fig. den Zustand der Kammer während des Be- und Entladens darstellt und die rechte Hälfte den Betriebszustand bei laufendem Gebläse zeigt.
  • Gemäß den 1a und 1b umfasst eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Glasplatten eine wärmeisolierte Kammer 1, die in nicht gezeigter Weise von der rechten Seite (1a) her durch Türen beschickbar ist. In der Kammer 1 steht ein rollbares Gestell 2. In der gegenüber 1a um 90° gedrehten Ansicht der 1b erkennt man, dass das Gestell 2 ein Untergestell 2a und eine mittige Gestellwand 2b hat, zu deren beiden Seiten je ein leicht aus der Vertikalen geneigtes Paket aus parallel stehenden Glasplatten 3 auf einer Ladeplattform steht. Zwischen den einzelnen Platten sind durch stehende Abstandhalter 2c Spalte gebildet. Unter der Decke der Kammer 1 befindet sich ein Strömungskanal 4 mit einem Gebläse 5 und einem stromab davon liegenden, in nicht näher gezeigter Weise regelbaren Wärmetauscher 6. Das Gebläse 5 saugt in der unter Atmosphärendruck stehenden Kammer 1 von rechts in den Strömungskanal 4 an. Der Umluftstrom gelangt zunächst zum Wärmetauscher 6 und wird von diesem auf eine gewünschte Temperatur gebracht. An der linken Stirnwand der Kammer wird der Umluftstrom zunächst um 90° umgelenkt und tritt dann durch eine mit Durchbrüchen 7 versehene Trennwand 8 -wieder um 90° umgelenkt- in die Kammer 1 aus, wo er stirnseitig auf die Glasplatten auftrifft. Das Gestell nebst den Glasplatten wird im wesentlichen in Längsrichtung um- und durchströmt. Die Temperatur wird durch Konvektion von der Umluftströmung auf die Glasplatten -und das Gestell- übertragen. Die Abstandhalter 2c behindern jedoch, wie eingangs schon erwähnt, die Durchströmung der Spalte zwischen den einzelnen Platten 3.
  • Demgegenüber zeigt 2 eine zum Schaffen einer besseren Durchströmung der Glasplattenpakete modifizierte Vorrichtung mit einer Kammer 11, dem darin stehenden symmetrischen Gestell 2 und den Glasplatten 3 nebst den dazwischenstehenden Abstandhaltern 2c in Stirnansicht entsprechend der 1b. Man sieht von außen in die zum Beladungswechsel geöffnete Kammer hinein, die an zumindest einer ihrer Stirnseiten durch nicht dargestellte Türen verschließbar ist.
  • In der linken Hälfte der 2 ist der Zustand der symmetrischen Kammer während des Be- und Entladens dargestellt, in der rechten Hälfte ist der Betriebszustand bei laufendem Gebläse gezeigt.
  • Eine erste Maßnahme zum Verbessern des Wärmeübergangs von der umgewälzten Luft auf die Glasplatten besteht in einer geänderten Strömungsführung. Man erkennt, dass beidseits des Gestells 2 an den Längsseiten der Kammer 11 Strömungskanäle 12 mit eingebauten Gebläsen 13 und stromab davon liegenden Wärmetauschern 14 vorgesehen sind.
  • Die Gebläse 13 fördern jeweils einen Luftstrom in vertikaler Richtung vom Boden der Kammer 11 nach oben zu deren Decke 15.
  • Die Strömungskanäle 12 sind gegenüber der Kammer 11 durch vertikale, feststehende Trennwände 16 abgeteilt, die sich über die gesamte Länge der Kammer zwischen deren Stirnseiten erstrecken. Unterhalb der Decke 15 schließen sich zur Kammermitte hin abgewinkelte Wandabschnitte 17 an die Trennwände 16 an, welche zwischen ihren Stirnkanten 18 nur noch einen Überströmspalt 19 freilassen, dessen lichte Weite deutlich geringer als die Breite der Kammer 11 ist.
  • Als weitere Maßnahme zum Verbessern der Umströmung der einzelnen Glasplatten sind in der Kammer 11 bewegliche Wände 20 vorgesehen. Diese Wände erstrecken sich innerhalb der Kammer 11 auf gleicher Länge wie die Trennwände 16 der Strömungskanäle. Sie sind im Bereich der Stirnkanten 18 der Wandabschnitte 17 der Trennwände angelenkt und können in nicht näher dargestellter Weise in verschiedenen Stellungen festgelegt werden.
  • Die bewegliche Wand 20 auf der linken Seite befindet sich in einer Be- und Entladestellung, in der sie sich von außen an die den Strömungskanal 12 abteilende Trennwand 16 anlegt. So bleibt zwischen dem beladenen Gestell 2 und der Wand 20 ein relativ weiter Freiraum.
  • Die bewegliche Wand 20 auf der rechten Seite ist demgegenüber in ihrer Betriebsstellung möglichst nahe an die äußere Glasplatte 3 des rechten Plattenpakets herangeführt, ohne diese jedoch zu berühren. Vielmehr sollte noch ein durchgehender, relativ schmaler Freiraum zwischen Wand und Glasplatte bleiben, damit auch die Außenseite der außenstehenden Glasplatte überströmt wird.
  • Man erkennt ohne weiteres, dass mit diesen Maßnahmen eine deutlich verbesserte An- und Umströmung der zu behandelnden Glasplatten selbst bei Verwendung des gleichen Gestells wie beim Stand der Technik realisiert ist. In der stark schematisierten Darstellung sind Leitschaufeln und dgl. weggelassen. Selbstverständlich sind aber in den Strömungskanälen und an deren Wänden sowie an der Kammerdecke 15 geeignete Leiteinrichtungen zum Minimieren von Strömungswiderständen vorgesehen. Bei Bedarf wird man in dem flachen und breiten Querschnitt der Strömungskanäle mehrere Gebläse und Wärmetauscher nebeneinander anordnen. Man kann auch geeignete Luftführungsmittel vorsehen, welche den Luftstrom ausgehend von der breiten Ansaugfront nahe dem Kammerboden zunächst einschnüren und dem jeweiligen Gebläse nebst Wärmetauscher zuführen und dann wieder über die Kammerlänge auffächern. Im Überströmspalt 19 ist für eine über dessen gesamte Länge homogene Strömung und Temperatur zu sorgen.
  • An der Decke 15 werden die Luftströme aus den beiden Strömungskanälen um 90° oberhalb der Wandabschnitte 17 umgelenkt und werden in der Mitte der Kammer 11 zusammengeführt und vermischt. Bei einem über die Länge der Kammer 11 gleichförmigen Strömungsprofil wird der Gesamtstrom in der Deckenmitte durch die angedeutete Leiteinrichtung nach unten umgelenkt. Er passiert den Überströmspalt 19 mit Strömungsrichtung nach unten und trifft auf die oberen Kanten der aufgestellten Glasplatten 3 und des Gestells 2. Infolge der engen Spalte zwischen den in Betriebsstellung gebrachten beweglichen Wänden 20 und den jeweils außenstehenden Glasplatten gibt es keine uneffektive Bypassströmung. Auch bildet der Überströmspalt 19 einen relativ kleinen Gesamtquerschnitt, so dass sich auf der Oberseite der Glasplatten ein erheblicher Druck aufbauen kann. Demgegenüber herrscht am Boden der Kammer und unter dem Gestell bzw. an den Unterkanten der Glasplatten ein relativ geringer Druck, weil dort die Gebläse ansaugen. Im Vergleich mit dem gezeichneten Stand der Technik ist auch der Gesamtweg der Strömung durch die Spalte kürzer, so dass innerhalb dieser Strecke auftretende innere Wärmedifferenzen in den Glasplatten längs der Strömungsrichtung verringert werden.
  • Damit werden zwangsläufig alle Spalte zwischen den einzelnen Glasplatten sowie zwischen den beweglichen Wänden und den jeweils äußeren Glasplatten annähernd gleichmäßig von oben nach unten durchströmt, wobei die Strömungsrichtung parallel zur Längserstreckung der zwischen den Glasplatten stehenden Abstandhalter verläuft. Man erhält so einen sehr guten und gleichmäßigen Wärmeübergang zwischen den Glasplatten und der Umluftströmung.
  • Abweichend von der Prinzipdarstellung kann man auch mit nur einem seitlichen Strömungskanal arbeiten, wenn wie beim Stand der Technik entsprechend leistungsfähige Gebläse und Wärmetauscher verwendet werden.
  • Man kann ferner Gebläse einer Bauform verwenden, die die Strömung innerhalb ihres Gehäuses umlenkt (Walzenlüfter oder Querstromlüfter) und diese in den oberen Ecken der Kammer anordnen. Auf die Bauart der Gebläse und der Wärmetauscher und ihre Anordnung in der Kammer kommt es jedoch bei der Verwirklichung der Erfindung nicht entscheidend an. Angemerkt sei aber, dass der Begriff Wärmetauscher verwendet wird, um klarzustellen, dass mit der hier erörterten Vorrichtung nicht nur ein Aufheizen der Glasplatten, sondern auch gezieltes Durchlaufen von programmierten Temperaturwechselzyklen mit Aufheizen und Abkühlen ermöglicht werden soll.
  • Zum bedarfsweisen Kühlen der Strömung kann man auch, statt eine Umluftströmung nur über die Wärmetauscher zu kühlen, Außenluft beimischen und damit die Abkühldauer verkürzen, d. h. die Vorrichtung ist nicht auf das Arbeiten mit Umluft beschränkt.
  • Generell ist die Vorrichtung auch nicht auf den Heat-Soak-Test beschränkt, wenn sie auch besonders auf dessen Belange zugeschnitten ist.
  • Es versteht sich des weiteren, dass man bei Verwendung anderer Bauformen von Gestellen, insbesondere asymmetrischen mit nur einer Ladeplattform, auch die entsprechende Kammer daran anpassen wird. Insbesondere ist es nicht zwingend erforderlich, zwei bewegliche Wände vorzusehen, wenn eine eindeutige Lagebeziehung zwischen einer Seite des Gestells und ggf. seiner Beladung und einer festen Kammerwand sichergestellt werden kann.

Claims (11)

  1. Vorrichtung zur Wärmebehandlung von parallelen Glasplatten (3), die durch Bildung von Freiräumen zwischen den besagten Platten auf Abstand voneinander gehaltenen werden, insbesondere zum Durchführen eines Heat-Soak-Tests, umfassend – mindestens eine beheizbare Kammer (11), – mindestens ein Gestell (2) mit Abstandhaltern (2c) zum Aufnehmen mehrerer Glasplatten (3) in der Kammer, – Mittel (13) zum Erzeugen einer die Temperatur der Glasplatten durch Konvektion einstellenden Strömung innerhalb der Kammer, dadurch gekennzeichnet, dass der Einströmungsbereich der Strömung in den Zwischenräumen auf die anströmseitigen äußeren Abmessungen der in der Kammer (11) befindlichen Gesamtheit aus Glasplatten (3) und Gestell (2) begrenzt ist und ein notwendiger Druckunterschied zwischen der Anströmseite in den besagten Zwischenräumen und der Abströmseite außerhalb der besagten Zwischenräume entsteht.
  2. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömung über einen Überströmspalt (19) in den Einströmungsbereich fließt und als Effekt die Strömung, nach dem passieren des besagten Spalts, auf die Oberkanten der Glasplatten trifft und von oben nach unten an den Glasplatten entlang und durch die mittels der Abstandhalter (2c) gebildeten Zwischenräume geführt wird.
  3. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptbewegungsrichtung der Luft zwischen den Glasplatten (3) parallel zur Längserstreckung der Abstandhalter (2c) gerichtet ist.
  4. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter (2c) möglichst nahe zu den Stirnseiten der Glasplatten hin angeordnet sind.
  5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Kammer (11) mindestens eine bewegliche Wand (20) zum Einstellen des Strömungsquerschnitts im Bereich des in der Kammer befindlichen Gestells (2) vorgesehen ist.
  6. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer symmetrischen, zweiseitig beladbaren Ausbildung des in der Kammer (11) verwendeten Gestells (2) an deren beiden zu den Glasplatten (3) parallelen Seiten bewegliche Kammerwände (20) vorgesehen sind.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömung über einen Überströmspalt (19) in den Einströmungsbereich fließt, der besagte Spalt mittels beweglicher Wände begrenzt ist, was eine Veränderung seiner Länge ermöglicht.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhalter zwischen der beweglichen Wand oder den beweglichen Wänden und der oder den außerhalb angeordneten Glasscheibe(n) eingefügt sind.
  9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Herstellung der Strömung innerhalb der Kammer mindestens einen Strömungskanal (12) mit einem Gebläse (13) umfassen.
  10. Vorrichtung nach vorstehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass im Fall der Verwendung eines symmetrischen Gestells (2) in der Kammer (11) an deren beiden Längsseiten je ein Strömungskanal (12) mit Gebläse (13) vorgesehen ist, wobei die Strömungen in beiden Kanälen in oder vor dem Überströmspalt (19) zusammenführbar sind.
  11. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein sowohl zum Beheizen als auch zum Kühlen der Strömung geeigneter Wärmetauscher (14) vorgesehen ist.
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