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Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft Analoge von
humanem Parathyroidhormon, die sich als wirksam bei der Behandlung
von Osteoporose erwiesen haben.
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Hintergrund der Erfindung
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Osteoporose stellt eine Hauptursache
für Körperbehinderungen
bei älteren
Personen und insbesondere bei älteren
Frauen dar. Man weiß seit
kurzem, dass humanes Parathyroidhormon (hPTH) und bestimmte Analoge
davon Stimulatoren des Knochenwachstums darstellen, die sich zur
Behandlung von Osteoporose eignen. Osteoporose ist eine fortschreitende
Erkrankung, die zur Verminderung der gesamten Knochenmasse und zu
einer erhöhten
Knochenbrüchigkeit
führt.
Dies führt
oft zu spontanen Brüchen
von belasteten Knochen und zu physischen und mentalen Einbußen, die
für immobilisierende
Beeinträchtigungen
charakteristisch sind. Die nach den Wechseljahren auftretende Osteoporose
wird durch das Fehlen von Östrogenen
verursacht, was eine jahrzehntelange Beschleunigung des Knochen-Turnovers bei einem
verstärkten
Ungleichgewicht zwischen Resorption von altem Knochenmaterial und
Bildung von neuem Knochenmaterial auslöst. Dies führt zu einer Ausdünnung, einer
erhöhten
Porosität
und einer trabekulären
Verarmung von belasteten Knochen. Osteoporose tritt auch bei Hyperthyroidismus,
Hyperparathyroidismus, Cushing-Syndrom und der Verwendung bestimmter
steroidaler Arzneistoffe auf. Zur Abhilfe dienten bisher eine Erhöhung des
diätetischen
Calciums, eine Östrogentherapie
und erhöhte
Dosen an Vitamin D, jedoch hauptsächlich mit Mitteln, wie Antiresorptiva, die
die Knochenresorption durch Osteoklasten hemmen.
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Das Parathyroidhormon (PTH) wird
von der Nebenschilddrüse
gebildet und stellt einen wichtigen Regulator des Blutcalciumspiegels
dar. PTH ist ein Polypeptid. Synthetische Polypeptide lassen sich
nach dem von Erickson und Merrifield beschriebenen Verfahren (The
Proteins, Hrsg. Neurath et al., Academic Press, New York, 1976,
S. 257) sowie nach einem modifizierten Verfahren gemäß Hodges
et al. (Peptide Research, Bd. 1 (1988), S.19, oder gemäß E. Atherton
und R. C. Sheppard (Solid Phase Peptide Synthesis, IRL Press, Oxford,
1989) herstellen.
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Wenn das Senumcalcium unter eine
normale Konzentration verringert wird, setzt die Nebenschilddrüse PTH frei.
Der Calciumspiegel wird dann durch Resorption von Knochencalcium,
durch erhöhte
Resorption von Calcium aus dem Dünndarm
und durch eine erhöhte
renale Reabsorption von Calcium aus naszierendem Urin in den Nierentubuli
erhöht.
Obgleich durch kontinuierliche Infusion niedriger PTH-Konzentrationen Calcium
aus dem Knochen entfernt werden kann, können die gleichen geringen
Dosen bei intermittierender Injektion das Knochenwachstum fördern.
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Tregear (US-Patent 4 086 196) beschreibt
humane PTH-Analoge und führt
aus, dass die ersten 27 bis 34 Aminosäuren bei einem in vitro-Zelltest
in Bezug auf die Stimulation von Adenylyl-cyclase am wirksamsten sind.
Rosenblatt (US-Patent 4 771 124) beschreibt die Eignung von hPTH-Analogen,
bei denen Trp23 durch die Aminosäuren Phenylalanin,
Leucin, Norleucin, Valin, Tyrosin, β-Naphthylalanin oder α-Naphthylalanin
ersetzt ist, als PTH-Antagonisten. Bei diesen modifizierten hPTH-Analogen sind ebenfalls
die 2 und 6 aminoterminalen Säuren
entfernt, was zu einem Verlust der meisten agonistischen Wirkungen
bei Verwendung zur Behandlung von Osteoporose führt. Diese Analogen wurden
als Inhibitoren von PTH und mit PTH verwandten Peptiden bezeichnet.
Für diese
Analogen wird eine mögliche
Eignung bei der Behandlung von mit einigen Tumoren verbundener Hyperkalzämie geltend
gemacht.
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Pang et al. (WO 93/06845, Veröffentlichungstag
15. April 1993) beschreiben Analoge von hPTH mit Substitutionen
von Arg25, Lys26 und
Lys27 durch zahlreiche Aminosäuren, einschließlich Alanin,
Asparagin, Asparaginsäure,
Cystein, Glutamin, Glutaminsäure,
Glycin, Histidin, Isoleucin, Leucin, Methionin, Phenylalanin, Prolin,
Serin, Threonin, Tryptophan, Tyrosin oder Valin. Diesen Analogen
wird (ohne Stützung
durch Daten von Tierversuchen oder Studien am Menschen) eine Wirkung
bei der Behandlung von Osteoporose unter minimalem Einfluss auf
den Blutdruck und die glatte Muskulatur zugeschrieben.
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PTH wirkt über eine Aktivierung der beiden
zweiten Messenger-Systeme, der durch Gs-Protein
aktivierten Adenylyl-cyclase (AC) und der durch Gq-Protein
aktivierten Phospholipase Cβ. Das letztgenannte Enzym
führt zu
einer Stimulation der Aktivität
von membrangebundener Proteinkinase Cs (PKC). Es wurde gezeigt,
dass für
die PKC-Aktivität
die PTH-Reste 29 bis 32 notwendig sind (Jouishomme et al., J. Bone
Mineral Res., Bd. 9 (1994), S. 1179–1189). Es wurde festgestellt,
dass eine Zunahme des Knochenwachstums, d. h. die Wirkung, die sich
zur Behandlung von Osteoporose eignet, mit einer Fähigkeit
der Peptidsequenz zur Erhöhung
der AC-Aktivität
gekuppelt ist. Von der nativen PTH-Sequenz wurde gezeigt, dass sie
alle diese Aktivitäten
aufweist. Die hPTH-(1-34)-Sequenz ist nachstehend als (A) wiedergegeben:
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Das nachstehende lineare Analoge
hPTH-(1-31)-NH
2, für das in der nachstehenden
Tabelle 1 Daten angegeben sind, weist nur eine AC-stimulierende
Aktivität
auf. Es wurde im Rattenmodell nach Ovariektomie gezeigt, dass es
bei der Wiederherstellung von Knochenverlust volle Aktivität besitzt
(R. H. Rixon et al., J. Bone Miner. Res., Bd. 9 (1994), S. 1179–1189; Whitfield
et al., Calcified Tissue Int., Bd. 58 (1996), S. 81–87; US-Patent
5 556 940 (Willick et al., Ausgabetag 17. September 1996).
das vorstehende
Molekül
B kann anstelle des dargestellten Amidendes eine freie Carboxylgruppe
aufweisen.
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Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es, neue PTH-Analoge mit größerer Stoffwechselstabilität, erhöhter Aktivität bei der
Knochenwiederherstellung, erhöhter
AC-Aktivität
und minimalen klinischen Nebenwirkungen bereitzustellen.
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Kurze zusammenfassende Darstellung
der Erfindung Ein Aspekt der Erfindung besteht in einem humanen
Parathyroidhormon-(hPTH-(1-31))-Analogen,
bei dem die Aminosäure
27 Lys ist oder durch einen hydrophoben Rest ersetzt worden ist
und das zwischen Glu22 und Lys26 unter
Bildung eines Lactams cyclisiert worden ist. Beim hydrophoben Rest
kann es sich um Leu, Ile, Nle, Met oder α-Aminobuttersäure handeln
und das Analoge kann ein C-terminales
Amid oder eine C-terminate Carboxygruppe umfassen.
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Die erfindungsgemäßen Analogen eignen sich für therapeutische
Zwecke und insbesondere bei der Behandlung von Osteoporose. Die
Erfindung betrifft ferner Zusammensetzungen, die die Analogen enthalten, sowie
die Verwendung der Analogen zur Herstellung von Arzneimitteln zur
Verwendung bei der Behandlung von Osteoporose.
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Zu Beispielen für Salze gehören Salze von anorganischen
Säuren,
Salze von organischen Säuren,
wie Ameisensäure,
Essigsäure,
Weinsäure
und Citronensäure,
Salze von anorganischen Basen, wie Natrium- und Ammoniumsalze, und
Salze von organischen Basen, wie Triethylamin-, Ethylamin- und Methylaminsalze.
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Erfindungsgemäß wird die Cyclisierung durch
Bildung eines Lactams unter Kupplung der Seitenketten der natürlichen
Reste 22 und 26 durchgeführt.
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Auch Substitutionen verschiedener
Aminosäuren
haben sich als wirksam erwiesen. Lys27 kann
durch Leu oder durch andere natürlich
auftretende, hydrophobe oder polare Reste ersetzt sein. Ein weiterer
Faktor besteht darin, wie gut der Rest zum Rezeptor passt. Ala ist
nicht so stark hydrophob wie Leu. Lys und Tyr werden im allgemeinen
als polar angesehen, ergeben aber dennoch hydrophobe Wechselwirkungen
mit dem Rezeptor. Beispielsweise kann Lys eine solche Faltung ergeben,
dass der hydrophobe Teil mit anderen hydrophoben Resten im Rezeptor
in Wechselwirkung tritt und die NH2-Gruppe
dem Lösungsmittel
ausgesetzt ist. Zu derartigen Substitutionen gehören Ornithin, Citrullin, α-Aminobuttersäure, Alanin, Norleucin,
Isoleucin und Tyrosin oder beliebige lineare oder verzweigte aliphatische α-Aminosäuren mit
2 bis 10 Kohlenstoffatomen in der Seitenkette, wobei derartige Analoge
am Ende der aliphatischen Kette eine polare oder geladene Gruppe
aufweisen. Zu Beispielen für
polare oder geladene Gruppen gehören:
Amino, Carboxyl, Acetamido, Guanido und Ureido. Obgleich offensichtlich
Leu27 die günstigste Substitution darstellt,
bleibt ferner bei zahlreichen anderen Substitutionen in Position
27 anscheinend nahezu die vollständige
Aktivität
erhalten, wobei diese Verbindungen die erwünschten Eigenschaften aufweisen,
wie eine erhöhte
proteolytische Stabilität
oder Wasserlöslichkeit.
Von Ile, Norleucin, Met und Ornithin wird erwartet, dass sie sich
am wirksamsten erweisen.
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Diese Substitution führt zu einer
Stabilisierung einer α-Helix
in der Rezeptorbindungsregion des Hormons. Dies wurde durch Prüfung des
Spektrums des Zirkulardichroismus der Lactamanalogen im Vergleich zum
Spektrum des Zirkulardichroismus des linearen Moleküls [Leu27]-hPTH-(1-31)-NH2 bestätigt. Die
Spektren des Zirkulardichroismus sind gegenüber dem Vorliegen einer α-helikalen
Sekundärstruktur
hochgradig empfindlich. Die Technik wurde zum Nachweis des Vorliegens
einer α-Helix
in hPTH-Fragmenten verwendet (Neugebauer et al., Biochemistry, Bd.
31 (1991), S. 2056–2063).
Ferner wurde die Stabilisierung einer α-Helix bei Bildung der vorerwähnten Lactame
in hPTH-(20-34)-NH2 gezeigt (Neugebauer
et at., Int. J. Protein Peptide Res., Bd. 43 (1994), S. 555–562). Es
gibt eine potenzielle amphiphile α-Helix
zwischen den Resten 21 und 31 von hPTH-(1-31)-NH2. Es
wurden Daten vorgelegt, die zeigen, dass die hydrophobe Seite dieser
Helix mit dem PTH-Rezeptor in Wechselwirkung tritt (W. Neugebauer
et al., Biochemistry, Bd. 34 (1995), S. 8835–8842; T. J. Gardella, et al.,
Endocrinology, Bd. 132 (1993), S. 2024–2030).
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Es wurde festgestellt, dass bei der
wirksamsten Zyklisierung die Bildung eines Lactams zwischen den Resten
Glu22 und Lys26 beteiligt
ist.
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Genauer ausgedrückt, haben Rezeptor-Bindungsuntersuchungen
an PTH-Fragmenten
einen Hinweis für
eine hauptsächliche
Bindungsregion innerhalb der Reste 14–34 ergeben1.
Wir haben darauf hingewiesen, dass die α-Helix der Reste 17–29 als
solche an den PTH-Rezeptor bindet und dass der amphiphile Bereich dieser α-Helix mit
seiner hydrophoben Seite eine Bindung mit dem Rezeptor eingeht2. Dieses Modell stimmt mit den Ergebnissen
einer Untersuchung über
Rezeptorbindungsregion-Analoge überein3.
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NMR-Untersuchungen haben gezeigt,
dass auch ein Modellpeptid, das sich bei CD als hochgradig helikal
erweist, zahlreiche nicht-helikale Konformationen aufweist. Somit
kann auf die Struktur eines rezeptorgebundenen Peptidhormons, wie
PTH, nicht in zuverlässiger
Weise aus seiner freien Struktur in Lösung geschlossen werden. Eingeschränkte Analoge
von Peptidhormonen wurden zur Begrenzung der Anzahl an für das Peptid
verfügbaren
Konformationszuständen
verwendet8. Die Prüfung der Sequenz von hPTH ergibt
3 mögliche
Salzbrücken
innerhalb der Reste 17–29,
die eine α-Helix
entweder stabilisieren oder destabilisieren können. Diese liegen zwischen
Glu22 und Lys26 und
zwischen Lys26 und Asp30,
für die
beide die Stabilisierung einer α-Helix
erwartet wird, sowie zwischen Lys27 und
Asp30, für
die eine Destabilisierung einer α-Helix
erwartet wird4. Die Lactambildung zwischen
diesen Restepaaren würde
die für
hPTH in dieser helikalen Region verfügbaren Konformationen beschränken. Ferner
befinden sich zwei dieser Lactame, nämlich Glu22-Lys26 und Lys26-Asp30, von denen die Stabilisierung einer α-helikalen
Struktur erwartet wird, auf der polaren Seite des amphiphilen Bereiches
der α-Helix.
Vom dritten Lactam, nämlich
Lys27-Asp30, wird
erwartet, dass es zumindest teilweise eine α-Helix destabilisiert, wobei
ein Rest, nämlich
Lys27, beteiligt ist, der sich auf der hydrophoben Seite
der amphiphilen Helix befindet. Eine Cyclisierung zwischen den Positionen
25 und 29 kann auch auftreten, wenn Arg in Position 25 durch Lys
oder Orn ersetzt ist und wenn Gln29 durch
Glu oder Asp ersetzt ist.
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Die Substitution von Lys27 durch
Leu führt
zu einem stärker
hydrophoben Rest auf der hydrophoben Seite der amphiphilen Helix.
Dies führte
zu einer erhöhten
Adenylyl-cyclase-Stimulationswirkung bei der ROS-Zelllinie. Für den Fachmann
ist es ersichtlich, dass von den vorstehend erörterten Substitutionen abweichende
Substitutionen gleichermaßen
zu Analogen mit den gleichen oder verstärkten Aktivitäten führen.
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Es ist zu erwarten, dass die kombinierte
Wirkung aus der Substitution und beiden Lactam-Bildungen die α-Helix stabilisiert
und die biologische Aktivität
erhöht
sowie diese Region des Moleküls
vor einem proteolytischen Abbau schützt. Das Vorliegen des Amidrestes
am C-Terminus wird insofern bevorzugt, als dass dadurch ein zusätzlicher
Schutz des Peptids gegen einen exoproteolytischen Abbau zu erwarten
ist, wenngleich einige Proteasen diese Produkte hydrolysieren können (F.
M. Leslie und A. Goldstein, Neuropeptides , Bd. 2 (1982), S.185–196).
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Ferner wurde festgestellt, dass andere
geeignete Aminosäuresubstitutionen
vorgenommen werden können.
Speziell ersetzten wir den oxidationsempfindlichen Met-Rest in den
Positionen 8,18 durch den natürlich
auftretenden, hydrophoben Rest Nle gemäß JP-B-61-24598. Es ist ferner
zu erwarten, dass andere derartige hydrophobe Reste, wie Leu, Ile,
Val, Phe und Trp, ebenfalls geeignet sind (vergl. US-5 393 869, Nakagawa
et al.).
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In US-5 393 869 (Nakagawa et at.)
und US-5 434 246 (Fukuda et al.) wird über einige substituierte hPTH-Analoge
berichtet, die eine erhebliche AC-Aktivität aufweisen und speziell eine
verstärkte
Stabilität
gegenüber
einem proteolytischen Angriff haben könnten.
- 1.
Ser-1 zu Aib (α-Aminoisobuttersäure)
- 2. Lys-2 zu Gln (es wird über
eine 2,5-fache AC-Aktivität
berichtet)
- 3. Reste 14, 15, 16, 17 zu Lys, ganz oder teilweise (Dadurch
soll die Aktivität
in erheblichem Maße
bis zum 8-fachen erhöht
werden. Dies kann auf eine Erhöhung
der Wasserlöslichkeit
zurückzuführen sein.
Es ist zu erwarten, dass diese Produkte in vivo gegenüber trypsinartigen
Enzymen labiler sind.) Es wird angegeben, dass dieses Tetrapeptid
(Reste 14 bis einschließlich
17) so beschaffen ist, dass mindestens eine wasserlösliche Aminosäure vorliegt:
beispielsweise His-14 oder Lys-14;
Leu-15, Lys-15 oder Arg-15; Asn-16, Orn-16, Hci (Nomocitrullin)-16,
Asp-16, Arg-16,
Lys-16, DLys-16, Ser-16 oder Gly-16; und 17-Ser, 17-Lys, 17-Asp
oder 17-Arg. Beispielsweise kann auch Glu darunter fallen.
- 4. Arg 25 zu His beschränkt
den Proteaseangriff auf ein Minimum. Da unsere Lactame, insbesondere
Leu oder eine andere hydrophobe Aminosäure in Position 27 in gewissem
Umfang unlöslich
werden können und
auch schwer zu lösen
sind, ist zu erwarten, dass die gleichen Substitutionen auch bei
unseren Lactamen geeignet sind.
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Die erfindungsgemäßen Lactame lassen sich durch
bekante, nachstehend beschriebene Verfahren herstellen. Sie können zur
Stimulation des Knochenwachstums, zur Wiederherstellung von Knochen
und zur Förderung
der Knochenheilung bei verschiedenen Gegebenheiten, z. B. bei der
Behandlung von Osteoporose und normalen Brüchen, verwendet werden.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnung
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1 zeigt
die Struktur von natürlichem
humanem PTH, Reste 1–31
(SEQ ID NO: 1).
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2 zeigt
die Struktur von [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID NO: 3)
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3 zeigt
repräsentative
histologische Schnitte von Knochen, die nach Ablauf von 8 Wochen
nach Ovariektomie (OVX) präpariert
wurden, zur Erläuterung
der unterschiedlichen Fähigkeit
von hPTH-(1-31)-NH2 und von deren Lactamderivaten
zur Verhinderung von Knochenverlust und zur Stimulation des Knochenwachstums
in ovariektomierten (OVX)-Sprague-Dawley-Ratten.
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4 zeigt
das trabekuläre
Knochenvolumen von Kontrolltieren und von mit einem hPTH-Analogem behandelten
Tieren, und zwar von Ratten, die ursprünglich eine starke Knochenverarmung
aufwiesen. Die Behandlung der Tiere begann 9 Wochen nach OVX. [Leu27]cyclo[Glu22-Lys26]hPTH-(1-31)-NH2 war
das wirksamste der Fragmente. Es führte zu einer Wiederherstellung
der Knochen auf die Werte von normalen Kontrollratten.
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5 zeigt
die trabekuläre
Dicke von Ratten-Oberschenkelknochen bei normalen Tieren, ovariektomierten
Tieren, mit Placebo behandelten Tieren und mit hPTH-(1-31)-NH2, [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 behandelten Tieren.
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6 zeigt
den maximalen Blutdruckabfall und die Zeitspanne bis zum maximalen
Blutdruckabfall bei Zugabe einer Dosis von 0,8 nmol/100 g hPTH-(1-31)-NH2,
[Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2.
Die Peptide wurden entweder subkutan (leerer Balken) oder intravenös (schraffierter
Balken) verabreicht.
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7 zeigt
die Struktur von [Leu27]hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID NO: 5)
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8 ist
ein Diagramm, das den Einfluss von unterschiedlichen Dosierungen
von linearem hPTH(1-31)-NH2 auf das Knochenwachstum
erläutert.
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9 zeigt
die Struktur von [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-OH
(SEQ ID NO: 8)
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10 zeigt
die Struktur von [Ala27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID NO: 11)
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11 zeigt
die Struktur von [Nle27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID NO: 12)
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12 zeigt
die Struktur von [Nle8,18, Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ
ID NO: 13)
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13 zeigt
die Struktur von cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ
ID NO: 14)
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14 zeigt
die Struktur von [Ile27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID NO: 15)
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15 zeigt
die Struktur von [Tyr27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID NO: 16)
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16 zeigt
die Struktur von α-Acetyl-[Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID
NO: 17)
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17 zeigt
die Struktur von [Leu27]cyclo(Lys22-Glu26)-hPTH-(1-31)-NH2 (SEQ ID NO: 18)
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Herstellung
von Hormon-Analogen
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Die von R. B. Merrifield entwickelte
Festphasen-Peptidsynthese ("Solid-Phase
Peptide Synthesis",
Advances in Enzymology, Bd. 32 (1969), S. 221–296) (diese Literaturstelle
wird durch Verweis zum Gegenstand der Beschreibung gemacht) stellt
eine weit verbreitete und erfolgreiche Technik zur Synthese von
Polypeptiden, z. B. von Parathyroidhormon, dar. Die Strategie beruht
darauf, dass die carboxylendständige
Aminosäure des
Peptids an einen festen Träger
gebunden wird. Die folgenden Aminosäuren werden sodann in hoher
Ausbeute addiert. Die N-endständige α-Aminogruppe
wird so geschützt,
dass die Schutzgruppe ohne Entfernung des Peptids vom festen Träger entfernt
werden kann. Die hier angewandte Chemie beinhaltet eine Modifikation des
ursprünglichen
Merrifield-Verfahrens.
Diese Modifikation wird als Fmoc-Weg bezeichnet. Die Fmoc-Gruppe
(Fluorenylmethoxycarbonylgruppe) kann unter milden alkalischen Bedingungen
entfernt werden, wobei die alkalistabilen Seitenkettenschutzgruppen
und die Bindung am Träger
unverändert
bleiben. Diese Technik wird von E. Atherton und R. C. Sheppard beschrieben
("Solid Phase Peptide
Synthesis: a Practical Approach",
IRL Press, New York, N. Y.; diese Literaturstelle wird durch Verweis
zum Gegenstand der Beschreibung gemacht.
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Beispiel 1
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Herstellung und Reinigung
von linearen hPTH-(1-31)-Amidanalogen
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Die α-Aminogruppen der Aminosäuren wurden
während
der Kupplung mit 9-Fluorenylmethoxycarbonyl
(Fmoc) geschützt.
Die Kupplung wurde mit einem Gemisch aus Hydroxybenzotriazol (HOBt),
2-(1H-Benzotriazol-1-yl)-1,1,3,3-tetramethyluroniumtetrafluorborat
(TBTU) und Diisopropylethylamin (DIPEA) durchgeführt. Ein 4-facher Überschuss
von aktivierten Aminosäuren
wurde unter doppelter Kupplung bei der Addition der Asn-, Gln-,
His-, Val- und Ile-Reste verwendet. Die Kupplungszeiten für die Addition
von Arg und Gly wurden von 30 auf 60 Minuten verlängert. Die
Kupplung des ersten Restes (Val31) an den
Träger
(TentagelR, Rapp Polymere, Tübingen,
Deutschland) wurde manuell vorgenommen. Sämtliche übrigen Schritte wurden mit
dem automatischen Peptid-Synthesegerät PerSeptive Biosystems Modell
9050 Plus durchgeführt.
Die Seitenketten wurden folgendermaßen geschützt: Arg (2,2,5,7,8-Pentamethylchroman-6-sulfonyl);
Glu, Asp und Ser (tert.-Butyl); His, Gln und Asn (Trityl); Trp (tert.-Butyloxycarbonyl).
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Nach Fmoc-Entfernung vom N-endständigen Ser
wurde das Peptidharz mit DCM gewaschen und sodann vom Harz durch
4-stündiges
Schütteln
bei 20°C
mit 7,5 ml Reagenz K (6,19 ml TFA, 0,38 ml jeweils an Wasser, 90%
Phenol/Wasser und Thioanisol und 0,19 ml 1,2-Ethandithiol) abgespalten.
Das abgespaltene Peptidgemisch wurde durch Filtration entfernt und
durch Zugabe von tert.-Butylmethylether
ausgefällt.
Der Niederschlag wurde durch Zentrifugation gewonnen, 2-mal mit
tert.-Butylmethylether gewaschen und sodann durch Vakuumzentrifugation
getrocknet.
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Das Rohprodukt wurde in 14 ml 15%
Acetonitril/Wasser, 0,1% TFA, gelöst und an einer VydacR-C18-Säule (10 μm, 1 × 25 cm)
chromatographiert. Das Produkt wurde mit einem 1%/min-Gradienten
von Acetonitril (14–40%)
in 0,1% wässriger
TFA eluiert. Die Reinheit des Endprodukts wurde durch analytische HPLC
an einer VydacR-C18-Säule (10 μm, 0,4 × 25 cm)
und durch Molekülmassenbestimmung
an einem Elektronenstrahl-Massenspektrometer (VG Quattro) bestimmt.
Die Daten für
das auf diese Weise gebildete hPTH-(1-31)-NH2 sind
in der nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt.
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Beispiel 2
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Herstellung und Reinigung
von cyclischen Analogen
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[Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2
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Dieses Peptid wurde gemäß Beispiel
1 mit Lys-Alloc und Glu-Oall als Substituenten in den Positionen 26
bzw. 22 hergestellt. Nach Addition von Fmoc-Ser17 wurde
das Peptidharz von der Säule
in ein Reaktionsfläschchen
(MinivialR, Applied Science), gebracht,
in 1,7 ml einer Lösung
von Tetrakis-(triphenylphosphin)-palladium(0)
(0,24 mmol) 5% Essigsäure
und 2,5% N-Methylmorpholin (NMM) in Dichlormethan (DCM) unter Argon
suspendiert und sodann 6 Stunden bei 20°C geschüttelt, um die Allyl- und Alloc-Schutzgruppen
zu entfernen (N. A. Sole et al., Peptides: Chemistry, Structure
and Biology, Hrsg. J. Smith und R. Hodges, ESCOM (1993), S. 93–94), (diese
Literaturstelle wird durch Verweis zum Gegenstand der Beschreibung
gemacht) zu entfernen. Anschließend
wurde das Peptidharz mit 0,5 Diethyldithiocarbamat (DEDT), 0,5%
NMM in DMF (50 ml) und sodann mit DMF (50 ml) und DCM (50 ml) gewaschen.
Das Peptid (0,06 mmol) wurde durch 14-stündiges
Schütteln
bei 20°C
mit 0,06 mmol 1-Hydroxy-7-azabenzotriazol (HOAt)/0,12 mmol DMM in
2 ml DMF cyclisiert (L. A. Carpino, J. Am. Chem. Soc., Bd. 115 (1993),
S. 4397–4398).
Das Peptidharz wurde sodann filtriert, 1-mal mit DMF gewaschen,
wieder in die Säule
gepackt und mit DMF gewaschen, bis Blasen aus der Suspension verschwunden
waren. Die restliche Synthese wurde gemäß Beispiel 1 durchgeführt, mit
der Ausnahme, dass die N-endständige
Fmoc-Gruppe nicht entfernt wurde. Das Fmoc-Peptid wurde vom Harz
mit dem Reagenz K auf die vorstehend angegebene Weise abgespalten.
HPLC wurde gemäß Beispiel
1 durchgeführt,
wobei die Fmoc-Gruppe vor der endgültigen HPLC entfernt wurde.
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Beispiel 3
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Adenylyl-cyclase-Test
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Die Fähigkeit von hPTH-Analogen zur
Bindung an Rezeptoren und zur Aktivierung des an Adenylyl-cyclase
gekuppelten Signalgebungsmechanismus wurde an einer differenzierungskompetenten
osteoplastenartigen ROS 17/2-Rattenosteosarkom
(ROS)-Zelllinie bestimmt. Es ist bekannt, dass diese Aktivität eng an
die Fähigkeit
des Analogen zur Wiederherstellung der Knochenmasse in der ovariektomierten
Ratte gekuppelt ist. Die Adenylyl-cyclase-Stimulierungsaktivität wurde
bestimmt, indem man den zellulären
ATP-Pool vorher mit [3H]-Adenin markierte
und anschließend
die Menge des aus dem [3H]-ATP während der
ersten 10-minütigen Einwirkung
eines speziellen Analogen erzeugten [3H]-cyclischen
AMP maß.
Diese Vorgehensweise beruht auf dem von Whitfield et al. beschriebenen
Verfahren (J. Cellular Physiology, Bd. 150 (1992), S. 299–303; diese Literaturstelle
wird durch Verweis zum Gegenstand der Beschreibung gemacht).
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Die Ergebnisse für die Adenylyl-cyclase sind
in der nachstehenden Tabelle 2 als die Konzentrationen angegeben,
die für
eine halbmaximale Erhöhung
der AC-Aktivität erforderlich
sind.
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Beispiel 4
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Bestimmung
der anabolen Aktivitäten
von hPTH-Analogen am ovariektomierten Rattenmodell
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Dosierungen
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Die Dosen beruhten auf den Dosis-Wirkungs-Daten
bei hPTH-(1-31)-NH2. Die Knochenbildungsfähigkeit
von hPTH-(1-31)-NH2 wurde unter Verwendung
mehrerer Dosen (0,8, 0,6, 0,4 und 0,2 nmol/100 g Körpergewicht)
und unter Anwendung eines regenerativen oder die Behandlung bewertenden
Modells anstelle eines präventiven
Modells getestetl1. 3 Monate alte, ovariektomierte Ratten wurden
9 Wochen gehalten, um eine ernsthafte Verarmung des vorwiegend nicht-lamellaren
femoralen, trabekulären
Knochens herbeizuführen,
bevor die 6-wöchigen
täglichen
Injektionen begannen. Nach 9 Wochen hatten die Tiere etwa 75% ihrer
femoralen, trabekulären
Knochenmasse verloren. 8 zeigt
den durch lamellare Abscheidung verursachten dosisabhängigen Anstieg
der durchschnittlichen trabekulären
Dicken, der durch die 36 Injektionen in vier verschiedenen Dosen
des Fragments herbeigeführt
worden war. Das Fragment konnte auch das trabekuläre Knochenwachstum
bei wesentlich älteren
Ratten stimulieren. Dabei waren 36 Injektionen der mittleren Dosis
von 0,6 nmol/100 g Körpergewicht
an hPTH-(1-31)-NH2 zu einem signifikanten
Anstieg der durchschnittlichen trabekulären Dicke über den normalen Ausgangswert
im vorher verarmten (9 Wochen nach OVX) femoralen, trabekulären Knochen
von 1 Jahr alten Ratten befähigt,
wobei die Wirkung ebenso groß war
wie die von hPTH-(1-84). Demgemäß wurde
die Dosierung von 0,6 nmol/100 g Körpergewicht für die weiteren
Tests herangezogen.
-
Eine vollständige Beschreibung der Verfahrensweise
findet sich bei Rixon et al., J. Bone & Mineral Research, Bd. 9 (1994),
S. 1179–1189
und bei Whitfield et al., Calcif. Tissue Int., Bd. 58 (1996), S.
81–87
(diese Literaturstellen werden durch Verweis zum Gegenstand der
Beschreibung gemacht). Normale, scheinovariektomierte und ovariektomierte
Sprague-Dawley-Ratten (Alter 3 Monate, 255–260 g) wurden von Charles
River Laboratories (St. Constant, QC) bezogen. Die Ratten wurden
willkürlich
in Gruppen von 8 Tieren eingeteilt. Sie erhielten Purina-Rattennahrung und
Wasser nach Belieben. Es kam zu keinen unplanmäßigen Todesfällen. Die
Tiere erhielten nach Ablauf von 2 Wochen 6-mal pro Woche eine einmalige
tägliche
subkutane Injektion. Diese Behandlung wurde 8 Wochen nach OVX beendet
(d. h. 36 Injektionen). 8 scheinovariektomierte Ratten und 8 ovariektomierte
Kontrollratten erhielten 36 Injektionen des Trägers (0,15 M NaCl mit einem
Gehalt an 0,001 N HCl), während
8 ovariektomierte Ratten 0,6 nmol Fragment im Träger/100 g Körpergewicht erhielten. Nach
Ablauf von 8 Wochen nach OVX wurden die Oberschenkelknochen entfernt,
isoliert, gereinigt und an der mittleren Diaphyse halbiert. Die
proximate Hälfte
wurde verworfen. Nach Entfernen der Epiphyse wurden die einzelnen
Hälften
der Oberschenkelknochen in Längsrichtung
zweigeteilt. Das Knochenmark wurde ausgespült.
-
Die Knochenbildungsfähigkeit
der Fragmente wurde aus den Veränderungen
der durchschnittlichen Dicke (Fläche/Durchmesser)
der Trabeculae in den distalen Hälften
der Oberschenkelknochen der in verschiedener Weise behandelten Tiere
bestimmt. Zur Messung der durchschnittlichen trabekuäären Dicke
wurden die beiden entmineralisierten Hälften der Oberschenkelknochen
jeder Ratte dehydratisiert und in Paraffin eingebettet. 10 μm-Längsschnitte
aus der mittleren Ebene eines jeden Knochens wurden angefertigt
und mit Sanderson-Knochen-Schnellfärbemittel (Surgipath Medical
Industries, Inc., Winnipeg, MB, Kanada) gefärbt. Die durchschnittliche
trabekuläre
Dicke wurde unter Verwendung eines M4-Abbildungssystems und der Knochenmorphometrie-Software
der Fa. Imaging Research Inc., (St. Catherines, ON, Kanada) gemessen.
-
Repräsentative histologische Knochenschnitte,
die 8 Wochen nach OVX präpariert
wurden, sind in 3 dargestellt.
Die Ergebnisse sind ferner in 5 in
Form eines Balkendiagramms dargestellt. Die Balken zeigen die Werte
für die
trabekuläre
Dicke normaler Ratten, ovariektomierter (OVX) Ratten, scheinovariektomierter
Ratten, mit hPTH-(1-31)-NH2 und [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 behandelten Ratten. [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 zeigt im
Vergleich zum linearen Analogen hPTH-(1-31)-NH2 eine besonders überlegene
Wirkung. Dieses lineare Analoge hat sich bei der Knochenwiederherstellung
als vollständig
aktiv erwiesen, bedient sich aber nur eines einzigen zellulären signalgebenden
Weges (AC-Aktivierung). Somit ist von diesen cyclischen Analogen
wie beim linearen Analogen zu erwarten, dass sich im Vergleich zu
ihren längeren
Gegenstücken,
wie hPTH-(1-34) oder hPTN-(1-84), die die beiden zellulären signalgebenden
Mechanismen aktivieren, weniger unerwünschte klinische Nebenwirkungen
ergeben.
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Beispiel 5
-
Knochenwiederherstellung
durch hPTH-Analoge bei Ratten mit stark verarmtem trabekulärem Knochen
-
In diesem zweiten Beispiel der Knochenwiederherstellung
werden die Fähigkeiten
der Lactamfragmente zur Wiederherstellung von stark verarmtem trabekulärem Knochen
verglichen. In diesem Versuch wurde das 6-wöchige Programm mit einer einzigen
Tagesinjektion von 0,6 nmol Peptid/100 g Körpergewicht bei jungen, geschlechtsreifen
Ratten bis zum Ende der 9. Woche nach OVX verschoben. Zu diesem
Zeitpunkt waren 75% des trabekulären
Knochens verloren. Wie aus 4 ersichtlich
ist, erwies sich [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2 als das wirksamste der Fragmente. Es stellte
das trabekuläre
Knochenvolumen wieder her, und zwar bis zu den Werten bei den normalen
Kontrollratten.
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Beispiel 6
-
Hypotonische
Wirkungen von hPTH-Analogen
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Weibliche Sprague-Dawley-Ratten (Gewicht über 290
g) wurden durch intraperitoneale Injektion von Natriumpentobarbital
(65 mg/kg Körpergewicht)
betäubt.
Die rektale Temperatur wurde mit einem YSI402-Thermistor (Yellow
Springs Instrument Co., Inc. Yellow Springs, OH) überwacht
und während
der gesamten Versuchsdauer zwischen 36,0 und 38,5°C gehalten.
Ferner wurde die Ohrmuscheltemperatur unter Verwendung eines YSI-Banjo-Thermistors überwacht.
Die Schwanzarterie wurde freigelegt und mit einem Jelco 25-gIV-Katheter
(Johnson and Johnson Medical Inc., Arlington, TX) kannüliert und
mit einem Statham-Druckmesswandler
verbunden. Dessen Signale wurden mit einem Biopac Systems MP100-Monitor (Harvard
Instruments, Saint Laurent, QC, Kanada) digital aufgezeichnet. Zur
intravenösen
Injektion von PTH oder einem seiner Fragmente wurde ferner eine
Femoralvene freigelegt. Nach dem chirurgischen Eingriff an der Ratte
wurde eine Stabilisierungsperiode von 8 Minuten eingehalten. Anschließend wurde
PTH oder eines seiner Fragmente (gelöst in angesäuerter Kochsalzlösung mit
einem Gehalt an 0,001 N HCl) in die Femoralvene oder unter die Abdomenhaut
injiziert. Daten wurden 12 Minuten nach der intravenösen Injektion
oder 22 Minuten nach der subkutanen Injektion gesammelt. 6 zeigt den maximalen Blutdruckabfall
und die Zeitspanne bis zum maximalen Abfall bei Verabreichung einer
Dosis von 0,8 nmol/100 g an [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2. Die Verabreichung erfolgte entweder subkutan
(offener Balken) oder intravenös
(schraffierter Balken). Das [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2-Analoge zeigt eine erhöhte biologische Verfügbarkeit.
Dies ergibt sich aus der wesentlich kürzeren Zeitspanne, die nach
subkutaner Injektion für einen
Abfall auf den minimalen Blutdruck erforderlich ist. Die beiden
cyclischen Analogen zeigen eine verstärkte hypotonische Wirkung bei
subkutaner Injektion, verglichen mit hPTH-(1-31)-NH2. Somit
ist zu erwarten, dass jedes cyclische Lactam-Analoge bei subkutaner
Injektion stärker
erwünschte
Eigenschaften als das lineare Gegenstück aufweist. Hierzu gehören eine
stärkere
biologische Verfügbarkeit,
die sich aus der erhöhten
Beständigkeit
gegenüber
Proteasen ergibt, und/oder eine erhöhte Fähigkeit zum Transport aus einer
Lipidumgebung. Die letztgenannte Wirkung könnte auf die Stabilisierung
der amphiphilen Helix in der Nähe
des C-Terminus des Hormons zurückzuführen sein.
-
Weitere Ergebnisse
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Für
diese Ergebnisse wurden folgende Peptide herangezogen: hPTH-(1-31)-NH2 (1); [Leu27]-hPTH-(1-31)-NH2 (2)
(9); [Leu27]cyclo(Glu22-Lys26)-hPTH-(1-31)-NH2.
-
Adenylyl-cyclase-Aktivität
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Wir berichteten früher, dass
[Leu
27]-hPTH-(1-34)-NH
2 in
Bezug auf die Stimulierung der AC-Aktivität in der ROS-Zelllinie wirksamer
ist als hPTH-(1-34)-NH
2
5. Ferner stellten
wir fest, dass das Peptid 2 (EC
50, 11,5 ± 5,2 nM)
wirksamer ist als die native Sequenz 1 (EC
50,
19,9 ± 3,9
nM) (
12). Aufgeführt sind
die Peptide 1(•); 2(⎕);
4(
);
5(O). Die Lactambildung zwischen Glu und Lys (3) führte eine
noch größere AC-Stimulierungsaktivität mit EC
50-Werten von 3,3 ± 0,3 nM herbei. Somit besteht
die Nettowirkung dieser Cyclisierung und des Ersatzes von Lys
27 durch Leu in einer etwa 6-fachen Erhöhung der
Aktivität.
-
Bestimmung
der Korrelation zwischen der hypotonischen Wirkung und der osteogenen
Aktivität
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Wie in Beispiel 6 beschrieben und
in 6 dargestellt ist,
korreliert die hypotonische Wirkung, die im Anschluss an eine subkutane
Injektion von hPTN-Analogen
beobachtet wird, mit der osteogenen Aktivität. Demgemäß eignet sich der Test zum
Screening von als Kandidaten in Frage kommenden hPTH-Analogen auf deren
osteogene Wirkung und zur Aussonderung von nicht-hypotonischen Konstrukten,
wobei keine Laboratoriumstesttiere geopfert werden müssen.
-
Zu Hintergrundstudien verwendeten
wir einen besonderen Satz von osteogenen und nicht-osteogenen AC-,
AC/PLC- oder PLC-aktivierenden PTH-Fragmenten, um endgültig zu zeigen, dass nur die
AC-Stimulierung den Blutdruck verringert, und um die hypotonischen
Wirkungen dieser Fragmente bei subkutaner oder intravenöser Injektion
an weibliche Ratten zu vergleichen. Wir zeigten, dass die hypotonische
Reaktion nur durch AC- oder AC/PLC-stimulierende Fragmente ausgelöst wird
und dass die relativ geringe hypotonische Reaktion auf eine subkutane
Injektion und nicht die wesentlich stärkere Reaktion auf eine intravenöse Injektion mit
den osteogenen Aktivitäten
von hPTH-(1-31)-NH2, hPTH-(1-34) und hPTH-(1-84)
bei OVX-Ratten korreliert, was jedoch nicht für hPTH-(1-30)-NH2 gilt,
das AC stimuliert und den Blutdruck verringert, jedoch nicht die Knochenbildung
stimuliert.
-
Speziell verringerten hPTH-(1-84)
und dessen hPTH-(1-34)-, hPTH-(1-31)-NH2-und hPTH-(1-30)-NH2-Fragmente den Schwanzarteriendruck bei
betäubten
weiblichen Sprague-Dawley-Ratten innerhalb von 1 Minute nach der
Injektion in eine Femoralvene um 42,4–67,1%, verminderten aber nach
subkutaner Injektion den Druck nach 2 bis 19 Minuten nur um 8,5–36,2%.
hPTH-(1-84) und hPTH-(1-34) stimulieren sowohl Adenylyl-cyclase
als auch Phospholipase-C in ihren Zielzellen, jedoch muss die hypotonische
Wirkung spezifisch durch die Adenylyl-cyclase-Aktivierung stimuliert worden sein,
da hPTH-(1-30)-NH2 und hPTH-(1-31)-NH2, die nur Adenylyl-cyclase stimulieren können, stark
hypotonisch wirkten, wenn sie intravenös injiziert wurden, während hPTH-(7-84),
das nur Phospholipase-C stimulieren kann, bei intravenöser Injektion nicht
signifikant hypotonisch war. Da die osteogene Wirkung von PTH ebenfalls
durch Adenylyl-cyclase-Stimulation vermittelt wird, war zu erwarten,
dass die hypotonische Reaktion zum Screening von neuen PTH-Konstrukten
auf mögliche
Osteogenizität
verwendet werden kann. Tatsächlich
korrelierten die osteogenen Aktivitäten von subkutan injiziertem
hPTH-(1-31)-NH2, hPTH-(1-34) und hPTH-(1-84)
eng mit ihren hypotonischen Aktivitäten, wobei hPTH-(1-34) wesentlich
stärker
hypotonisch war und die beiden übrigen
Moleküle
signifikant stärker
hypotonisch waren. hPTH-(1-31)-NH2 und hPTH-(1-84)
waren gleichermaßen
osteogen und hypotonisch. Jedoch brach diese Korrelation bei hPTH-(1-30)-NH2 zusammen, das AC fast ebenso stark wie hPTH-(1-31)-NH2 und hPTH-(1-34) stimuliert und den Blutdruck
ebenso stark wie hPTH-(1-31)-NH2 verringert, jedoch
nicht die Knochenbildung stimuliert. Dennoch stellt die Fähigkeit
zu einer signifikanten Verringerung des arteriellen Druckes eine
gemeinsame Eigenschaft von osteogenem PTH und PTH-Fragmenten dar
und stellt somit einen rasch bestimmbaren vorläufigen Indikator der in vivo-Bioaktivität von PTH-Fragmenten
dar.
-
Speziell waren sowohl hPTH-(1-34)
als auch hPTH-(1-31)-NH2 bei einer Dosis
von 0,8 nmol/100 g Körpergewicht
maximal hypotonisch.
-
Diese hypotonische Reaktion war von
einer vorübergehenden
(20–30
Minuten) Rötung
der Ohren und Pfoten der Ratten begleitet, was als geeigneter visueller
qualitativer Marker angesehen werden kann.
-
Obgleich AC- oder AC/PLC-stimulierende
Fragmente bei intravenöser
Injektion stark hypotonisch waren, verringerte eine intravenöse Injektion
von 0,8 nmol/100 g Körpergewicht
an hPTH-(7-84), das nur PLC stimulieren kann, sehr langsam (9,8 ± 2,0 Minuten)
und sehr geringfügig
den Schwanzarteriendruck um 3,28 ± 1,0 mmHg, verglichen mit
der prompten Verringerung (0,9 ± 0,08 Minuten) um 43,2 ± 5,8 mmHg
durch das AC/PLC-stimulierende hPTH-(1-84) oder verglichen mit dem
ebenfalls prompten Abfall um 51,6 ± 3,3 mmHg durch das AC-stimulierende
hPTH-(1-31)-NH2.
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Eine subkutane Injektion eines AC-
oder AC/PLC-stimulierenden Fragments verursachte eine wesentlich
langsamere und kleinere Verringerung des Schwanzarteriendrucks als
eine intravenöse
Injektion der gleichen Dosis. Beispielsweise verringerten 0,8 nmol/100
g Körpergewicht
an hPTH-(1-34) den Druck nur um 27,9 ± 3,6 mmHg bei subkutaner
Injektion, verglichen mit 50,9 ± 5,6 mmHg bei intravenöser Injektion.
Die gleiche Dosis an hPTH-(1-31)-NH2 verringerte
den Blutdruck nur um 11,1 ± 1,6
mmHg bei subkutaner Injektion, verglichen mit 51,6 ± 3,3 mmHg
bei intravenöser
Injektion.
-
Es gab keinen signifikanten Unterschied
zwischen den raschen und großen
Verringerungen des Schwanzarteriendrucks durch intravenöse Injektion
von hPTH-(1-84),
hPTH-(1-34) und hPTH-(1-31)-NH2, wobei aber
hPTH-(1-34) mindestens doppelt so wirksam war (P < 0,01) als die anderen
beiden Moleküle,
und zwar bei subkutaner Injektion.
-
Einer der Faktoren, der die hypotonische
Wirkung und die Osteogenizität
von PTH oder einem PTH-Fragment bei subkutaner Injektion beeinflusst,
ist deren Fähigkeit
zur inaktivierungsfreien Wanderung von der Injektionsstelle zu den
Zielen, zunächst
in das Gefäßsystem
und anschließend
in die Knochen. Diese Fähigkeit
spiegelt sich in der Zeitspanne wieder, die erforderlich ist, dass
der Schwanzarteriendruck nach der Injektion auf einen minimalen
Wert sinkt. Eine C-endständige Verkürzung des
PTH-Moleküls
von 84 auf 31 Reste beseitigte die Fähigkeit zur Stimulation von
PLC, ohne dass die Fähigkeit
zur Stimulation von AC verringert wurde und verkürzte die Zeitspanne, die zum
Erreichen des minimalen Schwanzarteriendrucks erforderlich war,
um den Faktor 9. Die Entfernung eines weiteren Restes unter Bildung
von hPTH-(1-30)-NH2 verlängerte die zum Abfall des Blutdrucks
auf ein Minimum benötigte
Zeitspanne in drastischer Weise von 2,0 ± 0,31 Minuten im Fall von
hPTN-(1-31)-NH2 auf 13,8 ± 2,3 Minuten.
Die Feststellung ist jedoch wichtig, dass hPTH-(1-31)-NH2 zur Verminderung des Blutdrucks eine längere Zeitspanne
benötigte
als hPTH-(1-84).
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Der Einsatz von hPTH-(1-31)-NH2, dem ersten PTH-Konstrukt, das zur Stimulation
von AC in ebenso starker Weise wie hPTH-(1-34) befähigt ist,
ohne PLC zu aktivieren und die membrangebundene PKC-Aktivität zu stimulieren,
in der vorliegenden Studie liefert nunmehr den direktesten Beweis,
dass die hypotonische Wirkung von PTH vollständig auf die AC-Aktivierung
zurückzuführen ist.
Obgleich eine intravenöse
Injektion von 0,8 nmol/100 g Körpergewicht
an hPTH-(7-84), das nur PLC/PKCs stimulieren kann, nicht in signifikanter
Weise den Schwanzarteriendruck beeinflusste, bewirkte eine intravenöse Injektion
der gleichen Dosis an hPTH-(1-31)-NH2 einen
ebenso starken Abfall des Drucks wie hPTH-(1-34).
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Da AC auch die PTH-induzierte Stimulation
von kortikaler und trabekulärer
Knochenbildung in OVX-Ratten vermittelt, scheint das Auslösen einer
hypotonischen Reaktion bei intakten weiblichen Ratten einen einfachen,
rasch messbaren Indikator einer möglichen Osteogenizität eines
PTH-Konstrukts darzustellen. Andererseits würde es das Ausbleiben der Verringerung
des arteriellen Drucks gestatten, ein Fragment von der weiteren
Prüfung
auszuschließen,
wodurch unnötige,
teure, zeitaufwändige
Osteogenizitätstests
bei OVX-Ratten vermieden würden.
Die hypotonischen Reaktionen auf eine intravenöse Injektion korrelierten nicht mit
der osteogenen Beschaffenheit der PTHs. Jedoch verliefen die wesentlich
geringeren hypotonischen Reaktionen von hPTH-(1-31)-NH2,
hPTH-(1-34) und hPTH-(1-84) bei subkutaner Injektion parallel mit
der Osteogenizität
dieser Moleküle,
wobei hPTH-(1-34)
die stärkste
hypotonische und osteogene Wirkung aufwies und die anderen beiden
Moleküle
untereinander gleich wirksam waren, jedoch eine geringere Wirksamkeit
als hPTH-(1-34) in Bezug auf eine Verringerung des Blutdrucks und
eine Stimulation der Knochenbildung zeigten. Diese Korrelation fiel
aber bei hPTH-(1-30)-NH2 weg, dass AC fast ebenso stark wie hPTH-(1-31)-NH2 und hPTH-(1-34) stimuliert und den Blutdruck
ebenso stark wie hPTH-(1-31)-NH2 verringert,
jedoch die Knochenbildung nicht stimuliert11.
Der Grund für
dieses Ausbleiben der Osteogenizität ist unbekannt. Es kann nicht
nur darauf zurückzuführen sein,
dass eine subkutane Injektion von hPTH-(1-30)-NH2 mehr
Zeit zur Verringerung des Blutdrucks benötigt, da subkutan injiziertes
hPTH-(1-84) die gleiche Zeitspanne zur Verringerung des Blutdrucks
benötigt,
jedoch stark osteogen wirkt. Klarerweise hängt die osteogene Reaktion
von zahlreichen verschiedenen Faktoren ab, die es gemeinsam ermöglichen,
dass ausreichend aktives Hormon oder Hormonfragment von der Injektionsstelle
zu den reifen Osteoblasten, die den Ziel-PTH-Rezeptor exprimieren,
gelangt. Das Versagen des AC-stimulierenden, blutdrucksenkenden
hPTH-(1-30)-NH2 in Bezug auf eine Stimulation
der Knochenbildung kann das Ergebnis der Kombination einer größeren Instabilität, eines
geringfügig
höheren EC50-Werts für die AC-Stimulierung, d. h.
20 nM anstelle von 16 nM für
hPTH-(1-31)-NH2 und hPTH-(1-34), und einer langen Zeitspanne
zur Wanderung von der Injektionsstelle in den Kreislauf darstellen.
-
Trotz der mangelnden Fähigkeit
von hPTH-(1-30)-NH2 zu einer osteogenen
Wirkung, stellt die Fähigkeit
zur erheblichen Verringerung des arteriellen Drucks immer noch eine
gemeinsame Eigenschaft der osteogenen PTHs dar und bedeutet somit
einen rasch bestimmbaren Indikator einer möglichen in vivo-Bioaktivität von PTH-Fragmenten.
Daraus folgt, dass die hypotonische Reaktion auch einen wirksamen
Indikator der Fähigkeit
eines osteogenen PTH-Konstrukts zur Erreichung seiner Ziele nach
Verabreichung durch orale oder andere Nichtinjektions-Verabreichungswege
darstellt.
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Die Beschwerden und andere mögliche Folgen
einer hypotonischen Reaktion nach jeder Injektion können die
Bereitschaft von osteoporotischen Patienten, eine Langzeitbehandlung
mit PTH oder einem PTH-Fragment zu akzeptieren, einschränken. Günstigerweise
werden derzeit intermittierende subkutane Injektionen von PTHs zur
Stimulation der Knochenbildung herangezogen. Diese Moleküle besitzen
alle eine bei weitem geringere hypotonische Wirkung bei subkutaner
Injektion, im Vergleich zur intravenösen Injektion. Gemäß unserer früheren Argumentation6,7 weist hPTH-(1-31)-NH2 den
zusätzlichen
Vorteil einer Stimulation von AC ohne Stimulation von PLC und ohne
potenzielle Ca2+- und PKCs-vermittelte Nebeneffekte,
die es auslösen
könnte,
auf.
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Die erfindungsgemäßen Analogen können warmblütigen Säugetieren,
die einer Behandlung bedürfen, insbesondere
einem Menschen, durch parenterale, topische oder rektale Verabreichung
oder durch Inhalation oder orale Abgabe verabreicht werden. Die
Analogen können
zweckmäßigerweise
in einer parenteralen Dosierungsform zubereitet werden, indem man
etwa 1 bis etwa 300 mg pro Dosiseinheit mit einem herkömmlichen
Träger,
Verdünnungsmittel,
Bindemittel, Konservierungsmittel, Stabilisator, farbgebenden Mittel
oder dergl. entsprechend der eingeführten pharmazeutischen Praxis
vermischt.
-
Zur parenteralen Verabreichung ist
eine schmerzfreie subkutane Injektion von 1 bis 2 ml durch eine ultrafeine
Spritzennadel mit 30 "gauge" nicht mehr als 1-mal
täglich
für 1 bis
2 Jahre lang erforderlich, je nach der Schwere der Krankheit. Das
injizierte Material enthält
eines der erfindungsgemäßen Produkte
in einer wässrigen,
isotonischen, sterilen Lösung
oder Suspension (gegebenenfalls mit einem Konservierungsmittel, wie
Phenol, oder einem Solubilisierungsmittel, wie Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)).
Zu den verträglichen
Trägerstoffen
und Lösungsmitteln,
die verwendet werden können,
gehören
Wasser, schwach angesäuertes
Wasser, Ringer-Lösung
und isotonische Natriumchloridlösung.
Ferner werden herkömmlicherweise
sterile, fixierte Öle
als Lösungsmittel
oder Suspendiermedium verwendet. Synthetische Monoglyceride, Diglyceride,
Fettsäuren
(z. B. Ölsäure) finden
bei der Herstellung von Injektionspräparaten als fixiertes Öl Verwendung.
-
Für
die rektale Verabreichung können
die erfindungsgemäßen Analogen
in Form von Suppositorien zubereitet werden, indem man sie mit einem
geeigneten nicht-reizenden Trägerstoff,
wie Kakaobutter oder Polyethylenglykole, vermischt.
-
Zum topischen Einsatz können die
erfindungsgemäßen Analogen
in Form von Salben, Gelees, Lösungen,
Suspensionen oder klebende Hautpflaster zubereitet werden.
-
Präparate zur Inhalation lassen
sich beispielsweise gemäß WO 94/07514
herstellen.
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Die tägliche Dosis soll nicht mehr
als 0,05 mg/kg Körpergewicht
oder etwa 3,5 mg bei einem Patienten mit einem Gewicht von 70 kg übersteigen,
und zwar je nach der Aktivität
der speziellen Verbindung, dem Alter, dem Gewicht, dem Geschlecht
und dem Zustand des zu behandelnden Patienten. Bekanntlich variiert
die Menge des Wirkstoffes, die mit den Trägermaterialien zur Herstellung
einer Einzeldosis vereinigt wird, je nach der behandelten Person
und dem speziellen Verabreichungsweg.
-
Nachstehend findet sich eine Liste
von Analogen, die sich gemäß den vorstehend
beschriebenen Verfahren herstellen lassen.
-
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-
Literatur
-
Die Offenbarung der folgenden Literaturstellen
wird durch Verweis zum Gegenstand der Beschreibung gemacht.
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Biochemistry 1995, 34, 8835–8842.
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