HINTERGRUND DER ERFINDUNG
1. GEBIET DER ERFINDUNG
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Diese Erfindung bezieht sich auf eine Wasserstoff-
absorbierende Legierung. Insbesondere bezieht sich diese
Erfindung auf eine Wasserstoff-absorbierende Legierung
mit einer kubisch raumzentrierten Gitterstruktur, welche
eine durch spinodale Zersetzung erzeugte periodische
Struktur aufweist, eine große Wasserstoff-
Speicherkapazität besitzt, eine ausgezeichnete
Wasserstoff-Desorptionscharakteristik besitzt und die
Aktivierungsbedingung abmildern kann.
2. BESCHREIBUNG DES STANDS DER TECHNIK
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Solarenergie, Atomkraft, Windkraft, geothermische Wärme,
Wiederbenutzung von Abwärme, usw. wurden als neue
Energiequellen zum Ersatz von fossilen Brennstoffen unter
dem Gesichtspunkt der Umweltprobleme der Erde
vorgeschlagen. In all diesen Fällen besteht das
allgemeine Problem darin, die Energie zu speichern und zu
transportieren. Von einem System, welches Wasser durch
Verwendung von Solarenergie oder Wasserkraft
elektrolysiert und den resultierenden Wasserstoff als ein
Energiemedium bzw. Energieträger verwendet, kann gesagt
werden, dass eine äußerst reine Energie in dem Sinne
bereitgestellt wird, dass das Ausgangsmaterial Wasser ist
und das durch Verbrauch dieser Energie erhaltene Produkt
ebenso Wasser ist.
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Als eines der Mittel zum Speichern und Transportieren
dieses Wasserstoffs kann eine Wasserstoff-absorbierende
Legierung ein Wasserstoffgas bis zu einer Kapazität von
ungefähr 1000mal dem Volumen der Legierung selbst
absorbieren und speichern, und seine Volumendichte ist im
Wesentlichen gleich oder größer als die des flüssigen
oder festen Wasserstoffs. Es ist lang bekannt, dass
Metalle und Legierungen mit einer kubisch raumzentrierten
Gitterstruktur (hierin nachstehend als "BCC-Struktur"
bezeichnet), wie etwa V, Nb, Ta, Ti-V-Legierungen, usw.
größere Mengen an Wasserstoff absorbieren und speichern
als eine Legierung vom AB&sub5;-Typ wie etwa LaNi&sub5; und als
eine Legierung vom AB&sub2;-Typ wie etwa TiMn&sub2;, die bereits in
praktischen Anwendungen eingesetzt worden sind. Dies
liegt daran, dass die Zahl der Wasserstoff-absorbierenden
Stellen in dem Kristallgitter in der BCC-Struktur groß
ist und dass die Wasserstoff-Absorptionskapazität gemäß
Berechnung größer als H/M = 2,0 ist (ungefähr 4,0 Masse-%
in Ti- oder V-Legierungen mit einer relativen Atommasse
von ungefähr 50).
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Eine reine Vanadiumlegierung absorbiert und speichert
ungefähr 40 Masse-%, was im Wesentlichen ähnlich zu dem
aus der Kristallstruktur berechneten Wert ist, und
desorbiert ungefähr die Hälfte dieser Menge bei
Normaldruck und Raumtemperatur. Es ist bekannt, dass Nb
und Ta als die Elemente der gleichen Gruppe 5A des
Periodensystems auf die gleiche Weise wie Vanadium eine
große Wasserstoffspeicherkapazität und eine
ausgezeichnete Wasserstoff-Desorptionscharakteristik
aufweisen.
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Da V, Nb, Ta, usw. jedoch extrem teuer sind, ist die
Verwendung dieser Elemente in industriellen Anwendungen,
welche eine erhebliche Menge der Legierungen erfordern,
wie etwa ein Wasserstofftank oder eine Ni-MH-Zelle, nicht
realistisch. Deshalb wurden die Eigenschaften der
Legierungen innerhalb des Bereichs mit einer BCC-Struktur
wie etwa Ti-V geprüft, aber neue Probleme traten darin
auf, nämlich dass diese BCC-Legierungen kaum Wasserstoff
bei einer praktischen Temperatur und einem praktischen
Druck absorbieren und speichern, und dass ihre
Wasserstoff-Desorptionsmenge klein ist, und zusätzlich zu
den mit V, Nb und Ta auftretenden Problemen trat auf,
dass die Reaktionsrate gering und die Aktivierung schwer
ist. Daraus ergab sich, dass die Legierungen mit einer
BCC-Phase als die Hauptkomponentenphase bis jetzt nicht
zur praktischen Anwendung kamen.
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Der herkömmliche Versuch, die Eigenschaft durch Legieren
zu steuern, wurde durch ein Komponentendesign in allen
Legierungen vom AB&sub5;-Typ, AB&sub2;-Typ und dem BCC-Typ
durchgeführt. Jedoch überschritt der gesetzte Bereich der
Komponenten nicht die Kategorie der Einzelphase der
intermetallischen Verbindungen und der Einzelphase der
festen Lösung mit BCC-Struktur in all diesen Beispielen.
Die ungeprüfte japanische Patentanmeldung (Kokai) Nr. JP-
A-59-78908 ist ein Beispiel für Dokumente des Stands der
Technik in diesem Gebiet. Dieses Dokument offenbart als
ein Verfahren zur Herstellung einer
Legierungszusammensetzung vom kubisch raumzentrierten
Gittertyp und deren Hydride bei Raumtemperatur ein
Verfahren zur Herstellung von Metallhydriden, welches das
Folgende umfasst: Reaktion von (a) einer raumzentrierten
Systemstruktur, die Titan und ein zweites Metall enthält,
das aus der aus Molybdän, Vanadium und Niob bestehenden
Gruppe ausgewählt ist, und (b) einer Legierung vom Typ
der festen Lösung, die wenigstens ungefähr 1 Atom-% eines
dritten Metalls, das aus der aus Aluminium, Kobalt,
Chrom, Kupfer, Mangan, Nickel, Eisen, Gallium, Germanium,
Silizium, und deren Mischungen bestehenden Gruppe
ausgewählt ist, in dem Zustand enthält, in dem das dritte
Metall in dem kubisch raumzentrierten Struktursystem
gelöst ist, falls das zweite Metall Vanadium oder Niob
ist, oder immer wenn gewünscht, falls das zweite Metall
Molybdän ist, mit einem Wasserstoffgas bei einer
Temperatur von ungefähr 0 bis ungefähr 100ºC, wodurch
die Reaktionsrate zwischen der festen Lösung und
Wasserstoff bei dieser Temperatur wenigstens ungefähr die
10-fache Reaktionsrate von unlegiertem Titan und
Wasserstoff bei dieser Temperatur und bei einem gleichen
Wasserstoffdruck besitzt.
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Jedoch beschreibt dieses Dokument des Stands der Technik
überhaupt keinen anderen Fall, als die Einzelphase der
festen Lösung, obwohl die Zweiphasenregion in Ti-V- und
Ti-V-Fe-Systemen im Falle der Legierungen mit der BCC-
Struktur existieren. Obwohl des weiteren die Technologie
aus diesem Dokument die Reaktionsrate und die
Aktivierungsbedingungen mildern kann, kann sie nicht die
Desorptionscharakteristik selbst verbessern, das heißt,
die Milderung der Desorptionstemperatur und der
Druckbedingungen.
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Kürzlich wurden verschiedene Versuche unternommen, um
Multiphasenlegierungen zu erhalten. Zum Beispiel
offenbart die geprüfte japanische Patentschrift (Kokoku)
Nr. JP-B-4-80512 (entsprechend dem U.S. Patent Nr. US-
4,623,597) ein extrem breites Konzept, einschließlich der
Einzelphase und der Multiphase ohne die
Kristallstrukturen der Legierungsphase zu spezifizieren.
Obwohl die Patente und die Untersuchungen der
Wasserstoff-absorbierenden Legierungen in der
Vergangenheit auf die Kategorie der intermetallischen
Verbindungen mit Einzelphase beschränkt waren, beschreibt
dieses Dokument des Stands der Technik die Technologie
zur Einstellung der optimalen Strukturen, wie etwa die
Kombination der Multiphasen und die Strukturen, welche
die Effekte als die Wasserstoff-absorbierenden
Legierungen vollständig ausnutzen können, obwohl das
Dokument nicht die Kombinationen der Phasen, der
Strukturen und der Komponenten, welche die konkreten
Effekte ergeben, definiert. Die Beispiele des Dokuments
offenbaren Multiphaselegierungen für abgeschreckte
Schichten mit einer kristallographisch zufälligen
Struktur, die aus einer amorphen Phase hervorgeht.
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Des weiteren schließen andere Dokumente des Stands der
Technik Veröffentlichungen aus der Forschung ("Science",
Vol. 260 (1993), Seite 176; "Electrical Steel Making",
Vol. 66 (1995), Seite 123) usw. ein. Diese Dokumente
beschreiben die Abweichung der Komponenten von der
stoichometrischen Zusammensetzung einer Laves-Phase als
einer intermetallischen Verbindung in der AB&sub2;-Legierung
und die zweite Phase, die aufgrund der Zugabe der dritten
und vierten Elemente auftritt. Diese Veröffentlichungen
beschreiben jedoch, dass die Laves-Phase als die
Hauptphase die grundlegenden Effekte für die Wasserstoff-
absorbierende Legierung aufweist, d. h. die Wasserstoff-
absorbierende Kapazität, die Wasserstoff-
Desorptionstemperatur, der Gleichgewichtsdruck usw.
wohingegen die zweite Phase mengenmäßig kleiner ist und
auf die begleitenden Effekte wie etwa eine Abmilderung
der Aktivierungsbedingungen, eine Verbesserung der
Beständigkeit usw. beschränkt ist. Wie vorstehend
beschrieben ist, war die Multiphasentechnologie gemäß dem
Stand der Technik bei der Erzielung eines drastischen
Anstiegs der Wasserstoff-Absorptionskapazität und der
Abmilderung der Absorptions- und Desorptionsbedingungen
bisher nicht erfolgreich. Die Entwicklung einer zur
weiteren Verbesserung dieser Eigenschaften fähigen
Technologie war deshalb erwünscht.
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Der Artikel "Traité de Ceramiques et Materiaux Mineraux"
von C. A. Jouenne, 7. Auflage, Paris, Frankreich, Seiten
100 bis 105, berichtet von dem Prinzip der spinodalen
Zersetzung. Auf Seite 101 ist der Einfluss der Variation
der freien Enthalpie auf die Stabilität des binären
Silikatsystems als eine Funktion der molaren
Zusammensetzung diskutiert.
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J. Japan Inst. Metals 59(4), 1995, Seiten 456 bis 462
(die Inhalte davon bezogen sich ebenso auf das
International Symposium on Metal-Hydrogen Systems -
Fundamentals and Applications - 6. November, 1994)
offenbart Zr0,5Ti0,5MnV, welches eine Legierung ist, die
hauptsächlich eine Laves-Phase umfasst. Es wird
angenommen, dass die Matrix eine Laves-Phase ist, da Ti
und V als BCC-Phase aus überschüssigem Ti und V
kristallisiert worden sind, welche nicht fähig sind, sich
in der Layes-Phase aufzulösen, und sie bilden eine BCC-
Kolonie. Die Legierung besitzt einen geringen Effekt auf
die Menge der Wasserstoffabsorption in der Legierung, da
die Legierung hauptsächlich die Laves-Phase umfasst, in
welcher das Teilverhältnis einer BCC-Phase als Kolonien
bei ungefähr 20% liegt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung untersucht Wasserstoff-
absorbierende Legierungen aus Sicht der folgenden Punkte
und zielt darauf ab, eine Legierung mit einer
revolutionär hohen Kapazität vorzusehen, welche effektiv
als ein Energieträger verwendet werden kann.
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Aufgabe ist es:
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(1) eine größere Wasserstoff-Absorptionskapazität als
die lineare Kombination einer jeden Phase der
Produktbestandteile durch Ausnutzung des Maximums der
Wechselwirkung der Grenzfläche oder zwischen den Phasen
zu erhalten;
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(2) neue Komponenten und eine neue Zusammensetzung aus
den Phasen der Komponenten der Multiphase zu erreichen,
die nicht in der Einzelphase gefunden wurde.
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Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Optimierung der Komponenten der vorstehend
beschriebenen Wasserstoff-absorbierenden Legierung und
der Kristallstruktur zu untersuchen und eine Legierung
mit einer Hochleistungs-Wasserstoffabsorptionsphase mit
einer spezifischen Kristallstruktur vorzusehen.
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Es ist noch eine weiter Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine auf einem neuen Auswertungsverfahren
durch Untersuchung der Struktur der vorstehend
beschriebenen Wasserstoff-Absorptionslegierung basierende
Legierung vorzusehen.
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Der Kern der vorliegenden Erfindung wird folgendermaßen
beschrieben.
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(1) Wasserstoff-absorbierende Legierung, die eine
Hauptphase umfasst, die in einer speziellen
Kristallorientierung in einem Schmelz-Erhärtungsverfahren
oder in einem Lösungs-Alterungsverfahren wächst und aus
zwei festen Lösungen mit einer periodischen Struktur, die
regulär mit einer Lamellengröße in einer Nanoordnung von
1,0 bis 100 nm orientiert ist, aufgebaut ist, wobei jede
der zwei die Hauptphase aufbauenden festen Lösungen eine
kubisch raumzentrierte Kristallstruktur aufweist.
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Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
bestehen aus dem Folgenden.
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(2) Wasserstoff-absorbierende Legierung, die wenigstens
zwei Elemente von Legierungskomponenten umfasst, wobei
die Relationskurve zwischen der chemisch freien Energie
der festen Lösungen und einer Legierungszusammensetzung
eine Form besitzt, die eine aufwärts gerichtete, konvexe
Kurve bei einer Temperatur beschreibt, die nicht höher
als die Soliduslinie in einem Phasendiagramm dieses
Legierungssystems ist, oder eine Region besitzt, in der
d²G/dXB² < 0 erfüllt ist; worin G die chemische freie
Energie und XB eine Legierungskonzentration ist und die
Legierung zwei feste Lösungen mit einer regulären bzw.
gleichmäßigen periodischen Struktur besitzt, die darin
durch spinodale Zersetzung als die Hauptphase erzeugt
wird.
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(3) Wassestoff-absorbierende Legierung gemäß
irgendeinem der Punkte (1) bis (2), wobei die
Zusammensetzung durch die allgemeine Formel TixV2-x
ausgedrückt ist; worin x ein Molenbruch ist und die
Beziehung 0,5 ≤ x ≤ 1,5 erfüllt, und die Hauptphase
innerhalb des durch die spinodale Zersetzung erzeugten
Bereichs existiert.
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(4) Wassetstoff-absorbierende Legierung gemäß
irgendeinem der Punkte (1) bis (2), wobei die
Zusammensetzung durch die allgemeine Formel TixVyMnz
ausgedrückt ist; worin x, y und z jeweils einen
Molenbruch darstellen und die Beziehungen 0,1 ≤ x ≤ 2,5;
0,1 ≤ y ≤ 2,7; 0,01 ≤ z ≤ 2,5 und x + y + z = 3,0
erfüllen, 'und die Hauptphase innerhalb des durch die
spinodale Zersetzung erzeugten Bereichs ausschließlich
einer C14-Einzelphasenregion existiert; worin C14 eine
typische Struktur der Laves-Phase und der
Kristallstruktur vom MgZn&sub2;-Typ ist.
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(5) Wasserstoff-absorbierende Legierung gemäß
irgendeinem der Punkte (1) bis (2), wobei die
Zusammensetzung durch die allgemeine Formel TixVyMnzCr1-z
ausgedrückt ist; worin x, y und z jeweils einen
Molenbruch darstellen und die Beziehungen 0,1 ≤ x ≤ 2,5;
0,1 ≤ y ≤ 2,7; 0,01 ≤ z ≤ 2,5 und x + y + z = 3,0
erfüllen, und die Hauptphase innerhalb des durch die
spinodale Zersetzung erzeugten Bereichs ausschließlich
einer C14-Einzelphasenregion existiert; worin C14 eine
typische Struktur der Laves-Phase und der
Kristallstruktur vom MgZn&sub2;-Typ ist.
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(6) Wasserstoff-absorbierende Legierung gemäß
irgendeinem der Punkte (1) bis (5), wobei die spinodale
Zersetzung der Hauptphase oder das Wachstum der durch die
spinodale Zersetzung erzeugten periodischen Struktur
durch eine Lösungsbehandlung durch Halten der Legierung
auf 500 bis 1500ºC für 1 Minute bis 50 Stunden und
notfalls durch eine Alterungsbehandlung durch Halten der
Legierung auf 250 bis 1000ºC für 1 Minute bis 100
Stunden erzielt wird.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Fig. 1 ist ein Diagramm, das die Druck-Zusammensetzungs-
Isotherme bei. Desorption einer Ti1,0Mn1,0V1,0-Legierung
gemäß dem Beispiel 2 der vorliegenden Erfindung bei jeder
Temperatur zeigt.
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Fig. 2 ist ein Diagramm, das die Druck-Zusammensetzungs-
Isotherme bei Desorption einer Ti0,9Mn1,0V1,1-Legierung
gemäß dem Beispiel 2 der vorliegenden Erfindung bei jeder
Temperatur zeigt.
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Fig. 3 ist ein Diagramm, das die Druck-Zusammensetzungs-
Isotherme bei Absorption und Desorption von Ti-Mn-V- und
Ti-Mn-V-C-Systemen bei 40ºC gemäß den Beispielen 2 und 3
der vorliegenden Erfindung zeigt.
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Fig. 4 ist eine Ansicht, die ein Modell einer feinen
Struktur des Ti-Mn-V-Systems gemäß dem Beispiel 2 der
vorliegenden Erfindung zeigt.
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Fig. 5 ist eine transmissionselektronenmikroskopische
Aufnahme, welche die metallische Struktur der
Ti1,0Mn1,0V1,0-Legierung gemäß dem Beispiel 2 der
vorliegenden Erfindung zeigt.
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Fig. 6 ist ein Diagramm, das die Wasserstoff-Absorptions-
und -Desorptionseigenschaft der Ti-V-Legierung bei 40ºC
gemäß dem Beispiel 1 der vorliegenden Erfindung zeigt.
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Fig. 7 ist ein Phasendiagramm der Ti-V-Legierung gemäß
dem Beispiel 1 der vorliegenden Erfindung.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
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Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben eine große
Anzahl von Experimenten durchgeführt und haben
beobachtet, dass unter den BCC-Legierungen die
Wasserstoff-Desorptionseigenschaft in solchen Legierungen
merklich verbessert werden kann, welche aufgrund einer
spinodalen Zersetzung innerhalb der Legierungen
gleichmäßig in zwei sehr feine Phasen mit Nanoordnung
zersetzt worden sind. In anderen Worten ausgedrückt wird
in solchen Legierungstypen mit einer periodischen
Struktur, welche Ti und V als deren Hauptkomponenten
umfassen, wobei deren Kristallstruktur BCC ist und deren
zwei Phasen durch spinodale Zersetzung erzeugt worden
sind und in einer spezifischen Kristallorientierung
gewachsen sind, und die beiderseitig unterschiedliche
Gitterkonstanten aufweisen und eine periodische Struktur
in der Lammelengröße von 1,0 bis 100 nm besitzen, die
große Wasserstoffspeichermenge, welche die BCC-Metalle
und -Legierungen aufgrund der Kristallstruktur dieser
periodischen Struktur mit Nanoordnung besitzen, innerhalb
einer praktischen Temperatur- und Druckzone desorbiert,
die Aktivierungsbedingung wird abgemildert und die
Reaktionsrate kann verbessert sein. Als der erste
Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung, der durch die
vorstehend beschriebene Entdeckung erreicht wird,
beschleunigt die Grenzfläche der zwei Phasen mit
Nanoordnung die Migration der Wasserstoffatome innerhalb
der Legierung als ein Hochgeschwindigkeitsdiffusionsweg
und erzielt eine Verbesserung der Reaktionsrate und eine
Erleichterung der Aktivierung. Die Stabilität der Hydride
fällt in der Nähe der Grenze aufgrund der kohärenten
Spannung zwischen den zwei Phasen, und dieser
Stabilitätsabfall resultiert vermutlich in der
Verbesserung der Wasserstoff-Desorptionseigenschaft.
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In der vorliegenden Erfindung kann eine dritte Phase mit
einer unterschiedlichen Struktur in Mischung existieren
oder eine Phase, die in Kolonieform in den Matrizes der
unterschiedlichen Strukturen existiert, kann die Phase
der spinodalen Zersetzung Sein, solange die Phase der
spinodalen Zersetzung als die Hauptphase vorhanden ist
und die zwei Phasen mit dieser regulären periodischen
Struktur hauptsächlich die Wasserstoff-Absorptions- und
-Speicherprozesse ausübt.
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Von einigen der herkömmlichen Legierungen mit Laves-Phase
wurde berichtet, dass sie die BCC-Phase enthalten, aber
die Absorption und Desorption des Wasserstoffs lediglich
durch die Laves-Phase als die Hauptphase erzielt werden
und der BCC-Phasenbereich nur die Rolle der Verbesserung
der Beständigkeit durch Verhinderung der Erzeugung eines
Feinpulvers spielt.
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Die vorliegende Erfindung bedingt die konkrete
Anforderung für die periodische Struktur, die durch die
vorstehend beschriebene spinodale Zersetzung erzeugt
wird. Wenn die in einer speziellen Kristallorientierung
wachsende Lamellengröße außerhalb des oberen und unteren
Grenzbereichs der vorliegenden Erfindung liegt, das heißt
wenn sie geringer als 1,0 nm und größer als 100 nm ist,
kann die beabsichtigte Wasserstoff-Absorptions- und
-Desorptionseigenschaft als die Wasserstoff-
Absorptionslegierung nicht erhalten werden. Deshalb ist
die Lammelengröße auf den erfindungsgemäßen Bereich
beschränkt.
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Der Ausdruck "spinodale Zersetzung", der hierin verwendet
wird, bedeutet den Prozess, in dem die Phase in zwei
Phasen mit einer konstanten Amplitude in der
Konzentrationsschwankung aufgetrennt wird, und die durch
diese Zersetzung erzeugte Struktur wird hierdurch als
eine "modulierte Struktur" bezeichnet. Bis zu diesem
Zustand sind die zwei Phasen "kohärent". Der hierin
verwendete Ausdruck "Wachstum" bedeutet den Prozess, in
dem die zwei Phasen mit einer somit konstant werdenden
Konzentrationsamplitude die Wellenlänge durch Ostwald-
Wachstum ansteigen lassen. Wenn dieses Wachstum einmal
auftritt, geht die Kohärenz graduell verloren und eine
Verschiebung der Grenzfläche tritt auf.
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Der Ausdruck "regulär" wird hier im Sinne verwendet, dass
die Zersetzung und das Wachstum der zwei Phasen in einer
speziellen Kristallorientierung bei einer konstanten
Wellenlänge mit einer "regulären Anordnung"
übereinstimmt. Deshalb ist der Ausdruck nicht auf das
"geordnet" des Ausdrucks "geordnete Struktur" beschränkt,
wie er verwendet wird, falls die Anordnung der Atome im
Kristallgitter regulär ist, wie in den intermetallischen
Verbindungen mit stoichiometrischen Zusammensetzungen.
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Hierin nachstehend werden die Gründe für die Beschränkung
detaillierter in erster Linie mit Bezug auf die chemische
Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Legierung
beschrieben.
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Anders als die Trennung in zwei Phasen beim Keimbildungs-
Wachstumstyp geht die spinodale Zersetzung gemäß der
vorliegenden Erfindung von der Konzentrationsschwankung
des gelösten Stoffs innerhalb der festen Lösungen aus.
Deshalb werden die durch die spinodale Zersetzung
erzeugten zwei Phasen im Allgemeinen als die "modulierte
Struktur" bezeichnet und können von mehreren nm zu
Dutzenden von nm durch die Herstellungsbedingungen wie
etwa die Komponenten und die Wärmebehandlung eingestellt
werden. Die zwei Phasen besitzen eine gegenseitige
kohärente Beziehung und die kohärente Spannung tritt an
der Grenzfläche bis zu einem Maß entsprechend der nicht
vorhandenen Übereinstimmung der Gitterkonstanten auf. Die
vorliegende Erfindung Verwendet diese kohärente Spannung
als den Faktor, der zur Instabilität der Hydride
beiträgt.
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Cu-Ni-Fe und Al-Zn sind als Legierungssysteme, die eine
spinodale Zersetzung eingehen, wohlbekannt. Die Erfinder
der vorliegenden Erfindung haben die Tatsache von
metallographischen Studien der Wasserstoff-absorbierenden.
Legierungen bestätigt, nämlich dass die beobachtete
Struktur die typische spinodale Struktur ist und dass die
Satelliten aufgrund der Gitterspannung der kohärenten
Phasengrenzen in den Elektronendiffraktionsmustern
beobachtet werden können. Die Fig. 5 zeigt eine
transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme der
Ti1,0Mn0,9V1,1-Phase als ein typisches Beispiel. Die
vorliegenden Erfinder haben von ähnlichen strukturellen
Fotografien für andere Legierungen berichtet (zum
Beispiel, Journal of Japan Institute Metals, Vol. 59
(1995), S. 458).
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Weiterhin versteht man in der vorliegenden Erfindung
unter der durch spinodale Zersetzung erzeugten
periodischen Struktur die folgenden drei Zustände:
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(1) Zustand der Konzentrationsschwankung während der
Erzeugung der Struktur aufgrund der spinodalen
Zersetzung;
-
(2) Zustand, in dem die spinodale Zersetzung
abgeschlossen ist und die Konzentrationsamplitude
konstant wird; und
-
(3) Zustand, in dem die Wellenlänge aufgrund der
Aggregationsreaktion ansteigt.
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Wie man aus der Tatsache erkennen kann, dass das
Elektronendiffraktionsmuster mittels
Transmissionselektronenmikroskop, das von dem zwei Phasen
einschließenden ausgewählten Bereich erhalten wurde, nur
das Muster einer Sorte der BCC-Struktur und den bei jedem
Spot erscheinenden Satellit zeigt, ist die
erfindungsgemäße Struktur eine periodische Struktur,
welche regulär in der spezifischen Kristallorientierung
im Nano-Maßstab angeordnet ist und schließt eine
vorbestimmte Menge an Gitterspannung ein. Deshalb ist die
Struktur von dem in den Ansprüchen der vorstehend
erwähnten geprüften japanischen Patentschrift (Kokoku)
Nr. JP-B-4-80512 (U.S.-Patent Nr. US-4,623,597)
beschriebenen ungeordneten Zustand unterschiedlich.
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In dem in Anspruch 4 beschriebenen Ti-V-System ist die
alpha-Phase der hexagonalen Kristallstruktur in einer
Niedrigtemperaturzone des binären Phasendiagramms erzeugt
worden.
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Deshalb ist die spinodale Zersetzungszone eng und die
Reaktion tritt nur unter einer speziellen
Herstellungsbedingung auf, in der ein Quenchen aus der
Zersetzungszone durchgeführt wird. Obwohl die Trennung
der zwei Phasen in der Feinstruktur des roh gegossenen
Materials der Ti1,0V1,0-Legierung bestätigt werden kann,
kann die periodische Struktur in der spezifischen
Kristallorientierung nicht bestätigt werden. Andererseits
ist zur regulären Ausgestaltung einer solchen Struktur
eine thermische Triebkraft zur Förderung der
Aggregationsreaktion notwendig. Konkreter ist eine
Wärmebehandlung innerhalb des Trennbereichs der zwei
Phasen notwendig, wie etwa die in Anspruch 7 beschriebene
Wärmebehandlung.
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Im Gegensatz dazu kann der spinodale Zersetzungsbereich
durch ein Legieren mit Mn und Cr, wie in den Ansprüchen 5
und 6 beschrieben ist, ausgeweitet werden, und die
modulierte Struktur, welche regulärer ist, kann selbst in
dem roh gegossenen Material erzeugt werden.
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Die vorstehend beschriebene Fig. 5 zeigt den Fall, in dem
die Phase mit der Feinstruktur der BCC-Phase, die in der
Kolonieform kristallisiert ist, in der Matrix der C14-
Laves-Phase wenigstens auf ungefähr 95% durch
Komponentendesign eingestellt ist. Da es schwierig ist,
die Einzelphase der Legierungen mit fester Lösung, die
mehrere Komponenten enthalten, zu erhalten, bedingen die
Ansprüche, dass die Hauptphase durch die spinodale
Zersetzung in dem Fall erzeugt wird, in dem eine Menge
der dritten Phase vorhanden ist, und in dem Fall, in dem
die Phase mit der erfindungsgemäßen Struktur in einer
weiteren Matrix verteilt ist.
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Die Größe und die Gleichmäßigkeit der regulären
periodischen Struktur, die in der speziellen
Kristallorientierung gewachsen war, kann durch eine
Wärmebehandlung geregelt werden, aber es ist die
wesentliche Bedingung für die vorliegende Erfindung, dass
die Trennung der zwei Phasen aufgrund der spinodalen
Zersetzung auftritt. Deshalb ist der in den Ansprüchen 4
bis 6 beschriebene Komponentenbereich durch den Bereich
bestimmt, in dem die spinodale Zersetzung auftritt, auf
der Basis der vorstehend beschriebenen Entdeckungen.
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Hierin nachstehend wird die vorliegende Erfindung in
weiterem Detail unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen, welche Beispiele davon zeigen, erklärt.
BEISPIELE
Beispiel 1
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Als ein Beispiel der vorliegenden Erfindung wurden Proben
der Wasserstoff-absorbierenden Legierungen auf die
folgende Weise hergestellt. Die Proben dieser Beispiele
waren alle Blöcke mit ungefähr 20 g, die durch
Lichtbogenschmelzen unter einer Argonatmosphäre unter
Verwendung eines wassergekühlten Kupferofens erhalten
wurden. Jeder der roh gegossenen Blöcke wurde an Luft
pulverisiert und einer Aktivierungsbehandlung unterzogen,
die vier Zyklen einer Evakuierung bei 1,3 · 10&supmin;³ MPa bis
5,3 · 10&supmin;&sup4; MPa (10 bis 4 Torr) und einer Haltung eines
Wasserstoffdrucks bei 50 atm und bei einer Temperatur von
500ºC umfasste, und die Wasserstoffspeichermenge einer
jeden Legierung und ihre Wasserstoff-
Desorptionseigenschaft wurden durch das Vakuum-
Nullpunktsverfahren gemessen, das durch das Messverfahren
für die Druck-Zusammensetzungs-Isotherme mittels einem
volumetrischen Verfahren bedingt ist (JIS H7210). Die
Beobachtung wurde mittels dem
Transmissionselektronenmikroskop durch das Erstellen
einer Dünnschicht aus jeder Bulk-Probe mittels
Ionenfräsen durchgeführt.
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Die Strukturanalyse einer jeden Legierung wurde durch
Verwendung, eines Transmissionselektronenmikroskops und
dessen zusätzlichem EDX (energiedispersives
Röntgenspektrometer) durchgeführt. Weiterhin wurde jedes
Kristallstrukturmodell auf der Basis der durch das
Transmissionselektronenmikroskop erhaltenen Information
erstellt und eine Rietveld-Analyse der Pulver-
Röntgendiffraktionsdaten wurde durchgeführt. Im Gegensatz
zum gewöhnlichen Röntgendiffraktionsverfahren kann die
Rietveld-Analyse die Kristallstrukturparameter durch
Verwendung der Diffraktionsintensität präziser verfeinern
und den Massenbruch einer jeden Phase durch Berechnung
liefern. Die Software "RIETAN-94", entwickelt von Dr.
Itsumi vom National Institure for Research in Inorganic
Materials, wurde für die Rietveld-Analyse verwendet.
Obwohl die Rietveld-Analyse einen durchschnittlichen
Phasenbruch und die Kristallstrukturparameter mit einer
hohen Präzision ergeben kann, ist ein
Kristallstrukturmodell mit einer sehr hohen
Wahrscheinlichkeit für diese Analyse notwendig. Die
Kombination dieser zwei Mittel wird wahrscheinlich einen
wirksamen Schlüssel für die Entwicklung der Materialien
durch eine neue Strukturkontrolle im Nano-Maßstab
darstellen, weil sie zusammen ihre Nachteile verbergen.
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In diesem Beispiel wurden die Ti-V-Legierungssysteme
durch das Vorstehend beschriebene Herstellungsbeispiel
hergestellt und durch das vorstehend beschriebene
Messverfahren gemessen. Die Fig. 7 zeigt das
Phasendiagramm der Legierungen dieses Beispiels. In
diesem Phasendiagramm bildet dieses System eine homogene
feste Lösung des βTi, V in jedem Atomverhältnis, d. h. ein
Löslichkeitslimit existiert innerhalb des Bereichs von
18,75 Atom-% bis 80 Atom-% V bei einer Temperatur von
nicht höher als 850ºC, und die feste Lösung umfasst βTi
+ βV innerhalb des Bereichs von 850 bis 675ºC. Die
spinodale Zersetzung tritt an der Peripherie dieses
Bereichs auf. Da übrigens das Phasendiagramm die Phase im
Gleichgewichtszustand darstellt, weitet sich der
Bildungsbereich zum Zeitpunkt des Quenchens etwas auf. In
anderen Worten ausgedrückt ist diese Bedingung koinzident
mit der Bedingung des Anspruchs 1 der vorliegenden
Erfindung, d. h. die Kurve der freien Energie versus
Zusammensetzung der festen Lösung ist aufwärts gerichtet
konvex bei einer Temperatur von nicht niedriger als die
Soliduslinie in dem Phasendiagramm, d. h. d²G/dXB² < 0
(worin G die chemische freie Energie und XB eine
Konzentration des gelösten Stoffes ist und der gelöste
Stoff hierbei V ist). Das Legierungssystem weist
typischer Weise die spinodale Zersetzung auf.
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Fig. 6 zeigt eine Linie der Druck-versus-
Zusammensetzungs-Isotherme von TiV und TiV&sub2; des Stands
der Technik in dem vorliegenden Legierungssystem. Jede
Kurve stellt den Wasserstoff-Absorptions- und -
Desorptionsprozess bei 40ºC dar.
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Es ist aus Fig. 6 erkennbar, dass die Ti1,0V1,0-Legierung
und die Ti1,0V2,0-Legierung der vorliegenden Erfindung eine
große Wasserstoffspeicherkapazität aufweisen, aber sie
kaum Wasserstoff desorbieren. Die Trennung der zwei
Phasen kann durch die Lamellengröße von ungefähr 10 nm,
durch die Beobachten mittels eines
Transmissionselektronenmikroskops, bestätigt werden, aber
die Struktur wuchs bis jetzt noch nicht so groß wie die
modulierte Struktur. Es kann jedoch angenommen werden,
dass die Wasserstoff-desorptionseigenschaft durch
Ausführen der Struktureinstellung aufgrund der
Wärmebehandlung merklich verbessert sein kann. In anderen
Worten ausgedrückt, obwohl die spinodale Struktur für
diese Legierungen beobachtet werden kann, ist die
Struktur bis jetzt nicht gleichmäßig ausgestaltet, und
als ein Ergebnis können die Legierungen nur Wasserstoff
absorbieren und speichern, ihn aber kaum desorbieren. Da
die Legierungen außerdem die Feinstruktur aufweisen, die
durch die spinodale Zersetzung erzeugt wird, kann eine
ausgezeichnete Wasserstoff-Desorptionseigenschaft durch
Wachsen der Struktur und durch gleichförmiges
Ausgestalten mittels Wärmebehandlung in diesen
Legierungskomponenten erhalten werden.
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Wie in Anspruch 7 der vorliegenden Erfindung beschrieben
ist, umfasst diese Wärmebehandlung eine
Lösungsbehandlung, welche die Legierung auf einer
Temperatur von 500 bis 1500ºC für 1 Minute bis 50
Stunden hält und sie dann abschreckt, und eine
Alterungsbehandlung, welche die Legierung auf 250 bis
1000ºC für 1 Minute bis 100 Stunden hlt.
Beispiel 2
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Die Ti-V-Mn-Legierungssysteme dieses Beispiels werden
erklärt. In diesem Beispiel waren das
Herstellungsverfahren und das Messverfahren der
Legierungen die gleichen wie die aus Beispiel 1. In
diesem Legierungssystem wurde das PCT-Messverfahren
(Druck-Zusammensetzungs-Isotherme) für die zwei
Komponenten der im Wesentlichen BCC-
Einzelphasenkomponenten durchgeführt. Fig. 5 zeigt die
transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme der
Ti1,0Mn0,9V1,1-Legierung. Es ist aus dieser fotografischen
Aufnahme ersichtlich, dass die modulierte Struktur wuchs
und dass eine klare Lamellenstruktur mit einer Größe von
ungefähr 20 nm Durchmesser vorhanden ist. Fig. 4 zeigt
das Modell dieser Struktur. In dieser Zeichnung wiesen
die feste Lösung aus βTi und die feste Lösung aus βV im
Wesentlichen den gleichen Abstand und die reguläre
periodische Struktur in der Lamellenform auf und die
Lamellengröße betrug beispielsweise 10 nm. Fig. 1 zeigt
den Wasserstoff-Desorptionsprozess der Ti1,0Mn1,0V1,0-
Legierung des vorliegenden Systems bei Temperaturen von
0, 40, 100 und 200ºC.
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Fig. 2 zeigt ähnlich den Wasserstoff-Desorptionsprozess
der Ti0,9Mn1,0V1,0V1,1-Legierung. Weiterhin zeigt die Fig. 3 die
Wassersroff-Absorptions- und -Desorptionsprozesse der
Ti1,0Mn0,9V1,1-Legierung bei 40ºC.
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Es kann aus diesen Zeichnungen geschlossen werden, dass
das vorliegende Material (Ti1,0Mn0,9V1,1-Legierung), dass
darin die reguläre modulierte Struktur aufwies, eine
große Wasserstoffabsorptionsmenge besaß. Die Verbesserung
der Wasserstoffabsorptionsmenge in der normalen
Temperaturzone ist der durch die vorliegende Erfindung
festgesetzte größte Effekt. In der erfindungsgemäßen
Legierung kann die Plateauregion des Gleichgewichtsdrucks
der Desorption auf wenigstens 1 atm durch Anheben der
Temperatur auf 100ºC verbessert werden. Diese
Plateauregion war extrem flach und war für die praktische
Anwendung vorteilhaft.
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Im Falle der Legierung (Ti0,9Mn1,0V1,1), die nur die Zwei-
Phasen-Trennung auf die gleiche Weise wie TiV aufwies und
einen geringen Grad der Gleichmäßigkeit aufwies, fielen
im Gegensatz dazu sowohl die Wasserstoffabsorptions- als
auch die -desorptionsmenge auf die Hälfte.
Nichtsdestotrotz wiesen diese Werte eine größere
Verbesserung im Vergleich zu der Ti-V-Legierung auf.
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Die Komponenten der zwei vorstehend beschriebenen
Legierungen wurden auf der Basis der Beobachtung
bestimmt, dass in der Strukturbeobachtung der
Ti1,0V1,0Mn1,0-Legierung die Komponenten Ti1,0Mn0,9V1,1 waren
und die gewachsene und modulierte Struktur konnte in der
BCC-Phase (Ti0,9Mn1,0V1,1) der Matrix und in der Nähe der
Grenzfläche der C14-Phase beobachtet werden, die in der
Kolonieform kristallisierte. In anderen Worten
ausgedrückt wurde das kolonieartig kristallisierte
Produkt in den roh gegossenen Proben der Ti1,0Mn1,0V1,0-
Legierung beobachtet und es wurde als ein Ergebnis der
Beobachtung durch das Transmissionselektronenmikroskop
gefunden, dass die die BCC-Struktur umfassende Struktur
eine Matrix aufwies, dass die Kolonie die C14-Struktur
(Laves-Phase) umfasste, und dass die Massenbrüche als ein
Ergebnis der Röntgen-Rietveld-Analyse bei 78 Masse-% und
22 Masse-% lagen. Weiterhin wurde als ein Ergebnis der
Zusammensetzung einer jeden Phase mittels EDX
herausgefunden, dass jede Phase alle drei Elemente Ti, Mn
und V enthielt und eine geringfügige Änderung der
Komponenten eine große Änderung der Kristallstruktur
bewirkte. Es wurde aus dieser Tatsache festgestellt, dass
eine neue Phase wie etwa die Phase dieses Beispiels mit
einer Feinstruktur in der Nanoordnung in der Nähe der
Grenzfläche der Komponentenphasen der Ti1,0Mn1,0V1,0-
Legierung Vorhanden war.
Beispiel 3
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Die Ti-V-Mn-Cr-Legierungssysteme dieses Beispiels werden
erklärt. Das Herstellungs- und das Messverfahren dieser
Legierungen waren die gleichen wie in Beispiel 1.
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Die Legierung dieses Beispiels wurde durch Ersetzen eines
Teils des Mn aus Beispiel 2 durch Cr ausgeführt und seine
Zusammensetzung war Ti1,0V1,1Mn0,5Cr0,9. Diese Legierung wies
auch eine ausgezeichnete Desorptionseigenschaft auf, wie
in Fig. 3 gezeigt ist. Die interne Struktur dieser
Legierung war im Wesentlichen die gleiche wie die des
Ti1,0Mn0,9V1,1. Da jedoch die Gitterkonstante einer jeden
Phase sich etwas unterschied, wurde der Grad der
Instabilität der Hydride etwas größer.
Beispiel 4
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Die Zr-Ti-Mn-V-Legeierungssysteme dieses Beispiels werden
erklärt. Das Herstellungsverfahren und das Messverfahren
der Legierung dieses Beispiels waren die gleichen wie in
Beispiel 1.
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In den quartären Systemen dieses Beispiels waren die AB&sub2;-
Phase (C14-Laves-Phase, C15[MgCu&sub2;-Typ]-Laves-Phase], die
eine relativ gute Absorptions- und Desorptionseigenschaft
aufwies, und die BCC-Phase, die eine große Kapazität
aufwies, in Mischung vorhanden. Es wurde möglich, das
Volumen der Legierung durch die Zusammensetzungsregel des
angenommenen Volumens auf der Basis der Struktur der
Hydride einer jeden Einzelphase auf der ZrxTi1-xMnV-Linie
dieser Einzelphasenregion und den mittels
Röntgendiffraktion bestimmten Massenbruchteil zu
simulieren. Als ein Ergebnis stieg der Berechnungswert
des Volumens aufgrund des Anstiegs des Bruchteils der
BCC-Phase an, die aus dem Anstieg der Ti-Menge
resultierte. Von diesem Ergebnis aus, ermöglichte das
Legierungssystem dieses Beispiels die grundlegende Basis
für den Wechsel auf die Ausführung der Legierung unter
Verwendung von Ti als die Hauptkomponente wie in den
vorhergehenden Beispielen 1 bis 3.
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Hierin nachstehend wird die Aktivierung als ein
allgemeiner technischer Punkt für jedes der Beispiele
erklärt.
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Die Messung der Druck-Zusammensetzungs-Isotherme, die in
den Fig. 1 bis 3 und 6 gezeigt ist, wird gewöhnlich
durchgeführt, nachdem die Absorption und Desorption von
Wasserstoff 3 bis 5 mal als die Aktivierungsbehandlung
wiederholt worden ist. Im Falle der V- und der Ti-V-
Legierung erfordert die Aktivierungsbehandlung extrem
harte Bedingungen wie etwa eine Absorption von
Wasserstoff bei einem hohen Druck von ungefähr 5 MPa,
eine Desorption von Wasserstoff bei einem Vakuum von 1,3
· 10&supmin;³ MPa bis 5,3 · 10&supmin;³ MPa (10 bis 40 Torr) und einer
hohen Temperatur von ungefähr 500ºC und in einigen
Fällen das vorstehende in Kombination mit einer
mechanischen Pulverisierung in einer Reinatmosphäre
innerhalb einer Glovebox. Im Gegensatz dazu kann in den
Legierungen mit der gleichmäßigen spinodalen Struktur
gemäß der vorliegenden Erfindung, wie etwa den
wärmebehandelten Materialien der Ti-V-Mn-Legierung, der
Ti-V-Mn-Cr-Legierung und der Ti-V-Legierung eine
Aktivierung unter Bedingungen durchgeführt werden, die
nicht so hart sind, wie in Tabelle 1 tabellarisch gezeigt
ist.
Tabelle 1
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In den BCC-Legierungen gemäß dem Stand der Technik trat
das allgemeine Problem auf, dass die Reaktionsrate in
jedem der Wasserstoff-Absorptions- und
-Desorptionsprozesse extrem niedrig war.
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Im Gegensatz dazu war in den erfindungsgemäßen
Materialien, in denen die interne Struktur regulär war,
die Reaktionsrate ungefähr 10 bis 500 mal höher als die
von V und Ti-V gemäß dem Stand der Technik.
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Wie aus den vorstehend angegebenen Beispielen
verständlich ist, liegend die Gründe, warum die
Reaktionsrate niedrig ist, die Aktivierung schwer ist und
die Wasserstoff-Desorptionseigenschaften unter den
praktischen Bedingungen in den BCC-Legierungen gemäß dem
Stand der Technik geringer sind, vermutlich in den
folgenden Punkten:
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(1) Die Diffusion der Wasserstoffatome innerhalb des BCC-
Gitters ist langsam;
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(2) anders als der AB&sub5;-Typ und der AB&sub2;-Typ wird der BCC-
Typ nicht durch Hydrierung in Feinpulver umgewandelt;
-
(3) die resultierenden Hydride sind stabil existent.
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Wie jedoch in den Beispielen dargestellt ist,
beschleunigt die Grenzfläche, die durch die in der
Nanoordnung gebildeten zwei Phasen erzeugt wird, die
Diffusion der Wasserstoffatome in die Legierung, als ein
Hochgeschwindigkeitsdiffusionsweg, und dies resultiert in
der Verbesserung der Reaktionsrate und in der
Erleichterung der Aktivierung. Es wird angenommen, dass
die Stabilität der Hydride aufgrund der kohärenten
Spannung zwischen den zwei Phasen in der näheren Umgebung
der Grenzfläche fällt und dies resultiert vermutlich in
der Verbesserung der Wasserstoff-Desorptionseigenschaft.
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Die vorliegende Erfindung kann die Wasserstoff-
Desorptionseigenschaft der BCC-Legierung durch diese
synergistischen Effekte merklich verbessern.
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In der vorliegenden Erfindung ist die Feinheit der zwei
Phasen, die innerhalb der Legierung gebildet sind, von
größter Wichtigkeit. Wie schon beschrieben wurde, wurden
mehrere Versuche unternommen, die Wasserstoff-
Absorptions- und -Desorptionseigenschaft durch die
Multiphase zu verbessern, aber sie waren alle Zwei-
Phasen-Mischungen mit Mikrometer-Ordnung.
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Da die zweite Phase, die in Mikrometer-Ordnung
dispergiert ist, zum Zeitpunkt der Pulverisierung als der
Startpunkt von Sprüngen dient, können die Effekte für die
Reaktionsräte in den Absorptions- und
Desorptionsprozessen und für die Milderung der
Aktivierungsbedingung insbesondere vorstellbar sein. Im
Gegenteil wurden ebenso Versuche unternommen, die
Pulverisierung zu verhindern und die Beständigkeit durch
die zweite Phase mit Duktilität zu verbessern. Gemäß dem
Zwei-Phasen-Mischen in der Mikrometer-Ordnung kann jedoch
der Effekt des Diffusionswegs und der Effekt der
Gitterspannung in der näheren Umgebung der Grenzfläche
nicht in ganzer Größe erwartet werden, da die Dichte der
Grenzfläche klein ist. Falls die zwei Phasen im
Nanoordnungsmaßstab dispergiert sind und die Grenzfläche
zwischen den zwei Phasen in der spezifischen
Kristallorientierung unter Beibehaltung der Kohärenz
orientiert sind, wird jedoch angenommen, dass die Dichte
der Grenzfläche und die der Einflussregion der kohärenten
Spannung einen hinreichenden Effekt schaffen.
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Kürzlich vorgenommene Studien berichten, dass die
Nanoordnungsstruktur durch Dünnschichttechnologie wie
etwa Sputtern und Vakuumabscheidung gebildet werden kann
und die so erzeugte Schicht die Wasserstoff-Absorptions-
und -Desorptionseigenschaft aufweist. Es ist wahr, dass
anders als das Verfahren der vorliegenden Erfindung,
welches die Phasentransformation einsetzt, diese
Herstellungsverfahren die Grenzflächendichte verbessern
können, aber sie erfordern eine separate Wärmebehandlung,
usw. um die kohärente Spannung und die
Orientierungsbeziehung in der näheren Umgebung der
Grenzfläche zu stabilisieren. In anderen Worten
ausgedrückt, da eine solche künstlich synthetisierte
Struktur hinsichtlich der Stabilität der Struktur, welche
natürlich durch ein einfaches Verfahren des
Gießens/Erhärtens erzeugt wird, geringwertiger ist,
können stabile Hydride einfach erzeugt werden und selbst,
falls eine große Absorptions- und Desorptionskapazität
erhalten werden kann, ist es schwierig, eine
ausgezeichnete Wasserstoff-Desorptionseigenschaft zu
erwarten. Vor allen Dingen ist ein solches Verfahren
nicht für industrielle Materialien für die
Massenherstellung geeignet, da die
Herstellungsbedingungen und -ausrüstung kompliziert sind.
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Bezüglich des Effekts der Verhinderung der
Feinpulverisierung ist zu sagen, dass diese Leistung im
Verlauf der Wiederholung der Absorption und Desorption
von Wasserstoff in den Legierungen vom AB&sub5;-Typ und AB&sub2;-
Typ leicht fällt und dies resultiert in einem Abfall der
Beständigkeit in einer praktischen Anwendung. Einer der
Gründe kann ein Ansteigen der Oberfläche mit der
Pulverisierung der Legierung sein und seine Vergiftung
durch andere Verunreinigungsgase als Wasserstoff. Die
meisten der intermetallischen Verbindungen besitzen die
Struktur, welche nicht leicht durch ihre Natur die
Spannung aufgrund der Durchdringung von Wasserstoff
abmildern kann, und falls Multiphasen in
Mikrometerordnung als eine Mischung vorhanden sind, dient
diese nicht übereinstimmende Grenzfläche als der
Ausgangspunkt von Sprüngen aufgrund der Akkumulierung von
Spannungen und fördert die Pulverisierung in einigen
Fällen.
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Da im Gegensatz dazu die zwei Phasen einheitlich in der
erfindungsgemäßen Struktur dispergiert sind, ist die
Spannung nicht lokalisiert, und da die Grenzfläche eine
kohärente Grenzfläche ist, dient sie nicht als ein
Ausgangspunkt von Sprüngen. Als ein Ergebnis tritt nicht
leicht Pulverisierung auf und der Korndurchmesser der
Ti1,0V1,1Mn0,9-Legierung ist mehr als 20 mal so groß wie der
Korndurchmesser der AB&sub2;-Einzelphasenlegierung der
Ti1,2V0,6Mn1,0-Legierung mit ähnlicher Zusammensetzung.
Diese Fähigkeit verbessert die Beständigkeit merklich.
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Die erfindungsgemäße Wasserstoff-absorbierende Legierung
fungiert als Hochgeschwindigkeitsdiffusionsweg für
Wasserstoff durch die Grenzfläche ihrer zwei Phasen mit
Nanometer-Ordnung, Verbessert die Mobilität der
Wasserstoffatome innerhalb des Metalls, fördert die
Reaktionsrate der Hydride und kann den
Aktivierungsprozess als die Vorbehandlung vereinfachen,
da die Stabilität der Hydride aufgrund der kohärenten
Spannung zwischen den zwei Phasen fällt, und dies
resultiert insbesondere in der Verbesserung der
Wasserstoff-Desorptionseigenschaft. Die vorliegende
Erfindung basiert auf der Voraussetzung, dass die
spinodale Phase als die Hauptphase vorhanden ist und es
wird erwartet, dass sie zu der Entwicklung in der
Wasserstoff-absorbierende Legierungen in Zukunft
beiträgt. Weiterhin kann das erfindungsgemäße
Messverfahren die Effizienz der Messung verbessern und
besitzt eine große Signifikanz als ein Verfahren der
Legierungsauswertung.
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Diese Erfindung bezieht sich auf eine Wasserstoff-
absorbierende Legierung und sieht insbesondere eine
Wasserstoff-absorbierende Legierung vor, die eine kubisch
raumzentrierte Struktur aufweist, welche eine durch
spinodale Zersetzung erzeugte periodische Struktur
besitzt, eine große Wasserstoffspeichermenge aufweist,
eine ausgezeichnete Wasserstoff-Desorptionseigenschaft
aufweist und die Aktivierungsbedingungen abmildert, wobei
die Legierung wenigstens zwei Elemente von
Legierungskomponenten umfasst, wobei die Relationskurve
zwischen der chemisch freien Energie der festen Lösungen
und einer Legierungszusammensetzung eine Form besitzt,
die eine aufwärtsgerichtete konvexe Kurve beschreibt,
oder die Legierung umfasst zwei feste Lösungen mit einer
regulären periodischen Struktur, die durch spinodale
Zersetzung erzeugt wird, innerhalb einer Region, welche
die Beziehung d²G/dXB² < 0 erfüllt (worin G die chemisch
freie Energie ist und XB eine Konzentration des gelösten
Legierungsstoffes ist), als die Hauptphase umfasst.