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Zeilensprungverfahren für Fernsehzwecke, bei dem der Zeilenzugimpuls
für jeden Zeilenzug den gleichen zeitlichen Abstand von dem vorhergehenden
Zeilenimpuls besitzt Für die übertragung von Fernsehbildern ist ein Zeilensprungverfahren
bekannt, bei dem erst durch mehrere Zeilenzüge das fernzusehende Bild vollständig
übertragen -wird und jeder Zeilenzug .aus einer gebrochenen Anzahl von Bildzeilen
besteht. Der zeitliche Verlauf der Zeilenimpulse und der den Wechsel der Zeilenzüge
einleibenden Impulse (Zeilenzugimpulse) ist in Abb. i für den einfachen Fall; daß
das gesamte Bild nur 21 Zeilen umfaßt, und daß das ganze Bild in zwei Zeilenzügen
übertragen wird, dargestellt. In dieser Abbildung sind die Zeilenimpulse mit H und
die Zeilenzugimpulse finit V be; zeichnet. Jeder Zeilenzug besitzt die gleiche Periodendauer
von i o1/2 Zeilenlängen. Die Tatsache, daß bei diesem Verfahren die Gr öße d, nämlich
der zeitliche Abstand eines Zeilenzugimpulses V von dem jeweils vorhergehenden Zeilenimpuls
H für aufeinanderfolgende Zeilenzüge verschieden' groß ist, stellt einen erheblichen
Nachteil dar, wenn; wie üblich, die Impulse H und V mit gleicher Amplitude übertragen
werden und die Innpulse V durch Frequenzauswahl von den ImpulsenH getrennt werden
müssen. Die Frequenzauswahleinrichtung befindet- sich nämlich dann bei dem ersten
Zeilenzug, bei dem die Größe d gleich einer ganzen Zeilendauer ist, in einem anderen
Zustand wie beim nächstfolgenden Zeilenzug, bei dem die. Größe d nur gleich einer
halben Zeilendauer ist. Infolgedessen spricht die Frequenzauswahleinrichtung, selbst
wenn die Zeilenzugimpulse V untereinander vollkommen gleich ablaufen, in beiden
Fällen in verschiedener Weise an, so daß die Zeilen des einen Zeilen-. zuges nicht
genau in die Zwischenräume des anderen Zeilenzuges fallen, was aber bei der Betrachtung
des Empfangsbildes außerordentlich störend ist. Außerdem ist noch zu beachten, daß
auch die Größe Di, nämlich der zeitliche Abstand zwischen dem Beginn eines Zeilenzugimpulses
und dem ersten Zeilenimpuls des nachfolgenden Zeilenzuges, bei dem erwähnten Verfahren
für aufeinanderfolgende Zeilenzüge ebenfalls verschieden groß ist.
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Um die Schwierigkeit des verschiedenen Arbeitens der Frequenzauswahleinrichtung,
welche durch die Veränderlichkeit der Größe d entsteht, zu beseitigen, ist auch
bereits ein Zeilensprungverfahren vorgeschlagen worden, bei dem die Größe d für
jeden Zeilenzug gleich groß ist und auch die Größe D, bei jedem Zeilenzug den gleichen
Wert besitzt. Die der Abb. i entsprechende zeitliche Darstellung des Verlaufs der
Zeilenimpulse H und der Zeilenzugimpulse V für dieses letztere Verfahren ist in
der Abb.2 enthalten. Diebeiden- Zeilenzüge umfassen dabei eine verschiedene Anzahl
von Zeilen, nämlich i i bzw. i o Zeilen, wenn man' wieder ein Fernsehbild mit 2
1 Zeilen voraussetzt. Die Größe d ist
in diesem Falle bei jedem
Zeilenzug dieselbe; dementsprechend treten Frequenzauswahlschwierigkeiten bei diesem
Verfahren nicht mehr auf. Auch die Größe D, ist für jeden Zeilenzug gleich. Der
erste Zeilenzug jedes Bildes.hat im Gegensatz zu dem Verfahren nach Abb. i jedoch
nun eine andere zeitliche Gesamtdauer als der zweite. Es ist bei diesem Verfahren
erforderlich, auf der Empfangsseite den Sägezahngenerator für die Zeilenzugablenkung
derart auszubilden, daß er bei jedem Zeilenzugimpuls unabhängig von der Zeilenzahl
des vorhergehenden Zeilenzuges jeweils um den gleichen Betrag zurückläuft. Die Anfangslage
des das Empfangsbild ,aufbauenden Kathodenstrahles ist nicht bei jedem Zeilenzug
dieselbe, da die Strecke Di, um die der Kathodenstrahl nach Beendigung eines Zeilenzuges
zurückspringt, wie erwähnt, in jedem Falle gleich groß ist. Ein Sägezahngenerator,
der bei einem Zeilenzugimpuls den Kathodenstrahl stets um die gleiche Strecke zurückführt,
wenn sich der Strahl einmal in dem einen, beim nächsten Zeilenzugwechsel aber in
einem anderen Ablenkungszustand befindet, ist jedoch nicht so einfach in seinem
Aufbau wie die üblichen, auch bei dem Verfahren nach Abb. i anwendbaren Sägezahngeneratoren.
Man kann z. B. für das Verfahren nach Abb.2 nicht die heute häufig gebrauchte Schaltung
anwenden, bei der ein Kondensator über einen Widerstand aus einer Gleichspannungsquelle
aufgeladen und beim Eintreffen des Zeilenzugwechselimpulses ein parallel zum Kondensator
liegendes Entladungsgefäß mit Steuergitter und Gasfüllung gezündet wird. Die Entladung
in einem derartigen Entladungsgefäß setzt nämlich erst wieder aus, nachdem der Kondensator
auf jeweils dieselbe Spannung entladen ist. Man muß daher bei dem Verfahren gemäß
Abb.2 eine Schaltung anwenden, bei welcher der Kondensator unabhängig von der Spannung,
auf die er sich während des Zeilenzuges aufgeladen hat, jeweils die gleiche Elektrizitätsmenge
abgibt. Diese Anordnung ist jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
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Bei dem Zeilensprungverfahren gemäß der Erfindung werden nun die Werte
d bei jedem Zeilenzug ,gleich groß, die Werte D dagegen verschieden groß, und zwar
für aufeinanderfolgende Zeilenzüge um _'einer einer Zeilenperiode, wenn n gleich
der Anzahl der Zeilenzüge ist, voneinander verschieden bemessen. Man'vermeidet hierdurch
einerseits die an Hand der Abb. i erläuterte Schwierigkeit in der Frequenztrennung,
und andererseits erhält man die Möglichkeit, wie an Hand der Abb. 3 bis 5 erläutert
wird, wieder mit einfachen Sägezahngeneratoren zu arbeiten, die sich zu Beginn jedes
Zeilenzuges stets än demselben Zustand befinden. Man kann also bei dem Verfahren
gemäß der Erfindung den Kippkondensator des Zeilenzugwechselsägezahngenerators ohne
weiteres über ein gasgefülltes Entladungsgefäß entladen.
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Die Abb.3 zeigt die Impulsfolge und läßt erkennen, daß der Zeilenimpuls
bei jedem Zeilenzug den gleichen Abstand von dem vorhergehenden Zeilenimpuls besitzt,
so daß die Frequenzauswahlschwierigkeiten vermieden sind. Außerdem ist die Zeitdauer
von dem Einsatz eines Zeilenzugimpulses bis zum ersten Zeilenimpuls des nachfolgenden
Zeilenzuges des Bildes verschieden. Die Zeilenzüge um-' fassen auch hier, ebenso
wie bei dem Verfahren gemäß Abb.2, jedoch im Gegensatz zu dem Verfahren gemäß Abb.
i, eine verschiedene Anzahl von Zeilen. Bei der Abb. z waren es io bzw. i i Zeilen,
bei der Abb. 3 beträgt die Anzahl io1/2 und i i Zeilen. Die Zeilenzahl je Bild ist
also im Gegensatz zu den Verfahren nach Abb. i und z eine gebrochene Zahl.
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An Hand der Abb. 4 und 5 wird der Aufbau des Bildes erläutert. In
der Abb.4 bedeutet die Horizontalkoordinate die Zeit und die Vertikalkoordinate
die Richtung der Zeilenfolgen im Fernsehbild. Die Dauer zwischen dem Einsatz des
Zeilenzugimpulses und dem Beginn der entsprechenden Ablenkung für den nun folgenden
Zeilenzug ist dabei als je zwei Zeilenlängen entsprechend angenommen. Im Zeitpunkt
t1, in dem ein Zeilenzugimpuls wirksam wird, fängt der Sägezahngenerator an, zurückzulaufen;
er hat im @ Zeitpunkt 12 wieder seinen Anfangszustand erreicht. Nun beginnt die
Ablenkung für den neuen Zeilenzug, in deren Verlauf sieben Zeilen des ersten Zeilenzuges
geschrieben werden. Im zeitlichen Abstand einer Zeilenlänge nach dem siebenten Zeilenimpuls,
also im Zeitpunkt 13, setzt wieder ein Zeilenimpuls ein, so daß im Zeitpunkt ti,
der um zwei Zeilenlängen vom Zeitpunkt t3 entfernt ist, die Ablenkung für den zweiten
Zeilenzug beginnt. Die Zeilenimpulse des zweiten Zeilenzuges müssen nun zu solchen
Zeitpunkten auftreten, daß die Zeilen des zweiten Zuges zwischen denen des ersten
liegen. Es werden abermals sieben Zeilen geschrieben, und im Zeitpunkt t,, folgt
auf den siebenten Zeilenimpuls des zweiten Zeilenzuges wiederum im Abstand von einer
Zeilenlänge der Zeilenzugimpuls, der den neuen Zeilenzug einleitet, dessen Zeilen
sich wieder mit denjenigen des ersten betrachteten Zeilenzuges (zwischen 12 und
13)
decken. In der Abb.5 sind die Zeilen des zwischen t2 und t3 geschriebenen
Zeilenzuges mit ausgezogenen Linien und die Zeilen des
zwischen
t,1 und t5 geschriebenen punktiert dargestellt.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung läßt sich ebenso wie die Verfahren
gemäß Abb-. i und 2 nicht nur bei zwei Zeilenzügen -je Bild, sondern auch bei drei,=vier
usw. Zeilenzügen je Bild anwenden. Für den allgemeinen Fall, daß tt Zeilenzüge je
Bild vorhanden sind, gilt dann d= const.
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Für n .aufeinanderfolgende Zeilenzüge ist
Darin können d und p von beliebiger Größe sein. Bei dem Verfahren nach Abb.3 ist
d= i Zeilenperiode und p = 3i/2 Zeilenperioden.
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Aus Abb. 3 geht hervor, daß -in dem besprochenen Beispiel zwei
beliebige Zeilenimpulse innerhalb des ersten vollständigen Bildes einen in Zeilenlängen
gemessen garizzahligen zeitlichen Abstand besitzen, während der Abstand zwischen
einem beliebigen Zeilenimpuls des ersten Bildes und einem beliebigen Zeilenimpuls
.des zweiten nicht ganzzahlig ist.
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In den Abb.6 und 7 wird von einer Impulskette I ,ausgegangen, die
Impulse der doppelten Zeilenfrequenz enthält. Aus dieser Impulskette werden durch
Frequenzteilung die beiden Impulsketten II und III hergestellt, die gegenphasig
verlaufen und die gleiche Frequenz besitzen. Der gegenphasige Verlauf läßt sich
z. B. in einfacher Weise mittels einer Gegentaktschaltung in der Ausgangsstufe des
Frequenzteilers herstellen.
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Aus der Impulskette I werden ferner zwei Impulsketten IV und VI hergestellt,
deren Impulse mit der doppelten Periodendauer wie die Impulse der Kette I auftreten,
jedoch um die Periodendauer der Impulsfolge in I gegeneinander phasenverschoben
sind. Wenn man nun mit Hilfe der Impulse in Kette II die -Impulse in Kette IV nur
dann zur Wirkung kommen läßt, wenn ein Impuls der Kette II vorhanden ist, sie dagegen
während der Pause zwischen den Impulsen der Kette II unterdrückt, erhält man in
VII die Zeilenimpulse für das gesamte erste Bild. Die Zeilenimpulse VIII für "das
zweite Bild werden in entsprechender Weise durch Beeinflussung der Kette VI durch
die Impulse der Kette III erzeugt. Der gesamte Impulsverlauf wird erhalten, wenn
man zu den in der beschriebenen Weise aus IV und VI erzeugten Zeilenimpulsfolgen
VII bzw. VIII noch Zeilenzugimpulse hinzusetzt. Eine schematische Darstellung der
zur Herstellung des Impulsgemisches erforderlichen Schaltung ist in der Abb.7 enthalten.
Mit 20 ist der Impulsgenerator für die Kette I bezeichnet. Dieser speist einen Frequenzteiler
21 mit einer Gegentaktausgangs-stufe, die über die beiden Leitungen 22 und 23 die
Impulsketten II und III liefert, welche halbe Bildwechselfrequenz besitzen. Mit
24 und 25 sind zwei beispielsweise als Multivibratoren ausführbare, mit der halben
Eigenfrequenz der Kette I arbeitende Impulsgeneratoren bezeichnet, welche die Impulsreihen
IV und VI erzeugen und über die Leitungen 22, 23 unter der Einwirkung von II bzw.
III ein- und ausgeschaltet werden können. Somit sind in den Leitungen 26, 27 also
bereits die erforderlichen Zeilenimpulsfolgen vorhanden, d. h. die Impulsketten
VII und VIII. In einer geeigneten Schaltung 28, beispielsweise einer als Mischröhre
dienenden Sechspolröhre, geschieht die Vereinigung der Zeilenimpulse für das erste
und das zweite Bild, so daß auf der Leitung 29 die Impulsfolgen VII und VIII gemischt
vorhanden sind. In einer weiteren Einrichtung 3o, beispielsweise ebenfalls einer
Sechspolröhre, werden die Zeilenzugimpulse dem Zeilenimpulsgemisch zugeführt, so
daß von der Leitung 3 i dann die Impulskette IX, die der Abb. 3 entspricht, abgenommen
werden kann.