-
Saugbremse für Werkstoffbahnen aus Papier, Karton, Zellglas u. dgl.
Es ist bereits bekannt, beim Auf- und Umwickeln von Papier in einer Rollenschneide-und
Umwickelmaschine oder beim Einführen des Papiers in einen Kalander oder bei anderen
Papierverarbeitungsmaschinen die Papierbahn über eine Fläche, an die sie durch Luftdruck
angepreßt wird, also beispielsweise über einen Saugkasten hin-wegzuführen und hierbei
die Papierbahn durch die Reibung an der Saugkastenfläche, gegen die die Papierbahn
durch den Druckunterschied gepreßt wird, zu bremsen.
-
Es sind insbesondere schon Saugbremsen bekannt, bei denen in die zu
den einzelnen Zellen des Saugkastens führenden Saugleitungen von Hand zu bedienende
Ventile eingeschaltet sind, so daß es möglich ist, die vom Unterdruckerzeuger zum
Saugkasten führenden Leitungen nach Bedarf zu drosseln oder sogar zu sperren.
-
Die Bremsung von Bahnen aus Papier. Karton usw. mittels Saugbremsen
hat sich durchaus bewährt, da die Werkstoffbahn über ihre ganze Breite hin gleichmäßig
gespannt wird. Die Durchführung dieses Saugbremsverfahrens selbst erfordert keinen
irgendwie beachtlichen Leistungsverbrauch, denn trotzdem der Saugkasten an einen
Unterdruckerzeuger, z. B. einen Sauglüfter, angeschlossen ist, findet während der
Bremsung keine irgendwie beachtliche Umwälzung von Luftmengen statt, weil nämlich
die Schlitze des Saugkastens durch die zu bremsende Werkstoffbahn abgesperrt werden.
-
Eine derartige Saugbremse für Werkstoffbahnen aus Papier, Karton,
Zellglas u. dgl., die also aus einem durch eine Leitung mit einem Unterdruckerzeuger
verbundenen Saugkasten besteht, ist nun gemäß der Erfindung mit einer von dem im
Saugkasten herrschenden Unterdruck abhängigen selbsttätigen Steuervorrichtung ausgerüstet,
durch welche die Einwirkung des Unterdruckerzeugers auf den Saugkasten herabgesetzt
wird, wenn der Unterdruck im Saugkasten schwindet. Wenn aus irgendeinem Grunde der
eigentliche Arbeitsvorgang unterbrochen wird und sich auf der Bremsfläche des Saugkastens
keine Werkstoffbahn befindet, so wird durch die Herabsetzung der Einwirkung des
Unterdruckerzeugers auf den Saugkasten verhütet, daß durch die freien Schlitze des
Saugkastens große Luftmengen angesaugt und vom Unterdruckerzeuger umgewälzt werden.
Bei solchen Betriebsunterbrechungen, bei denen die Saugkastenöffnungen frei sind
und einer
großen Luftmenge den Eintritt gestatten könnten, kann
also infolge der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Saugbremse nicht etwa eine
große Luftmenge in den Unterdruckerzeuger gelangen und dort einen großen; Leistungsbedarf
verursachen. Dies ist nichtnur wegen der Leistungsersparnis wichtib-Da der erwähnte
Fall des großen Leistungsbedarfs vermieden wird, kann für den Antrieb des Unterdruckerzeugers
ein erheblich kleinerer Motor gewählt werden. Wenn es sich hierbei um einen erheblich
kleineren Drehmotor handelt, so wirkt es sich ferner auf den Leistungsfaktor (cos
V) des Kraftnetzes günstig aus, daß dieser Motor ständig voll ausgenutzt wird. Würde
man hingegen einen übergroßen Motor vorsehen müssen, der ausreicht, um bei Unterbrechungen
der erwähnten Art eine große; durch die Saugkastenschlitze frei einströmende Luftmenge
umzuwälzen, so würde ein solcher Motor während des eigentlichen Bremsvorganges nur
mit geringer Belastung und daher mit einem schlechten Leistungsfaktor (cos 99) arbeiten.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Saugbremse ist ferner deshalb vorteilhaft,
weil bei dieser mehrere Saugkästen an einen gemeinsamen Unterdruckerzeuger angeschlossen
werden können, ohne daß die Wirksamkeit der Saugbremse beeinträchtigt wird, wenn
infolge einer Betriebsunterbrechung die Öffnungen eines Saugkastens frei sind. Durch
die selbsttätige Steuervorrichtung, die in Abhängigkeit von dem im Saugkasten herrschenden
Unter-' druck wirkt, wird verhütet, daß der.Unterdruck in dem gesamten Leitungsnetz
schwindet und somit auch die übrigen Saugbremsen außer Wirksamkeit gesetzt werden.
-
Es ist zwär schon. vorgeschlagen worden, die zu den Saugkästen einer
Langsiebpapiermaschine führenden Saugleitungen durch eine selbsttätige Steuervorrichtung
abzusperren. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um das Bremsen einer Werkstoffbahn
aus Papier o. dgl. Außerdem wurde die zum Absperren der Saugleitungen dienende Steuervorrichtung
nicht durch den in den Saugkästen selbst herrschenden Druck beeinflußt. Es war vielmehr
noch eine -besondere Saugwalze und ein besonderer dieser Saugwalze zugeordneter
Unterdruckerzeuger vorgesehen. Von dein in dieser besonderen Saugwalze herrschenden
Druck wurde die selbsttätige Steuerung. beeinflußt, welche die von einem anderen
Unterdruckerzeuger zu den Saugkästen führenden Leitungen absperrte. Von dieser bekannten
Vorrichtung unterscheidet sich der Erfindungsgegenstand nicht nur durch einen anderen
Arbeitszweck,. nämlich das Bremsen einer Papierbahn u. dgl., sondern auch durch
eine größere Einfachheit und übersichtlichkeit. Es ist ferner eine zu einer anderen
Gattung zählende Vorrichtung für die Säugluftförderung von Schüttgütern bekanntgeworden,
bei welcher sich im Innern eines jeden Saugrohres .ein Drosselorgan selbsttätig
schließt, sobald "y@egen des Ausbleibens von Fördergut der Unterdruck in dem betreffenden
Rohr unter einen gewissen Betrag sinkt.
-
Bei einer solchen Fördervorrichtung ist es nahehegend, eine Leitung
abzusperren, wenn keine Förderung erfolgt, d. h., wenn kein Fördergut die Leitung
durchfließt. Bei einer Saugbremse liegen jedoch andere Verhältnisse vor, zumal überhaupt
keine Förderung in den Leitungen angestrebt wird und es nicht dem Verhalten der
sonstigen dem Papierverarbeiter vertrauten Maschinen entspricht, daß der Leistungsbedarf
einer Saugbremse, die noch nicht mit einer der Erfindung entsprechenden Vorrichtung
ausgerüstet ist, beim Bremsen kleiner ist als dann, wenn die Bremse keine Bremswirkung
ausübt.
-
Bei der Ausführung der Erfindung wird vorzugsweise die von dem Saugkasten
zu dem Unterdruckerzeuger, also z. B. Sauglüfter, führende Leitung bis auf einen
verhältnismäßig kleinen Querschnitt abgesperrt oder gedrosselt. Die Anordnung derartiger
Absperrventile an sich ist bekannt. Es entspricht jedoch der Erfindung, daß die
in die Saugleitung eingebaute, nach Art einer Rückschlagklappe ausgebildete Steuervorrichtung
in der Schließstellung Durchbrechungen freiläßt, die gegenüber dem Querschnitt der
abzusperrenden Leitung klein bemessen sind. Eine solch Rückschlagklappe schließt
sich selbsttätig, sobald eine genügend starke Strömung in der Leitung auftritt.
Wenn diese Strömung schwindet, was der Fall ist, wenn die Saugkastenfläche wieder
mit einer Papierbahn bedeckt ist und sich infolge der von der Rückschlagklappe in
ihrer Schließstellung freigelassenen Durchbrechung wiederum ein Unterdruck in dem
Saugkasten einstellt, so kann die Rückschlagklappe sich auch wiederum selbsttätig
öffnen.
-
Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung behandelt:
Abb. i zeigt eine Saugbremse.
-
Abb. 2 zeigt einen Schnitt durch die Steuervorrichtung.
-
Der Saugkasten i ist in bekannter Weise in seiner oberen Fläche mit
Schlitzen versehen. Über diese obere Saugkastenfläche, die als Bremsfläche dient,
wird die zu bremsende Bahn B hinweggeführt. An den Saugkasten i ist die Saugleitung
:2 angeschlossen, die zu einem Sauglüfter 3 führt, der durch einen nicht dargestellten
Motor angetrieben wird.
-
In der Saugleitung 2 ist nach Art einer Rückschlagklappe die Klappe
4 schwenkbar
um die Achse 5 angeordnet. In der Klappe .4 sind einige
kleine Durchbrechungen b vorgesehen, deren Querschnitt sehr klein ist gegenüber
dem Durchflußquerschnitt der Saugleitung 2. Mit der erwähnten Klappe q. ist ein
Gegengewicht 6 verbunden.
-
Bei ordnungsgemäßem Betrieb, also wenn die Saugkastenschlitze durch
die zu bremsende Bahn B abgedeckt sind, strömen keine beachtlichen Luftmengen durch
die Leitung 2. Die Klappe q. wird daher durch das Gegengewicht 6 so geschwenkt,
daß sie sich gegen den Anschlag 7 legt. In dem Augenblick jedoch, in dem z. B. die
Bahn B reißt und die Schlitze in der oberen Fläche des Saugkastens i frei werden
und daher eine große Luftmenge in die Saugleitung :2 einströmt, wird durch diese
Strömung die Klappe q. entgegengesetzt zur Wirkung des Gegengewichtes 6 geschwenkt,
so daß die Klappe q. die Saugleitung ?,fast vollkommen absperrt. Obwohl also
nunmehr die Schlitze des Saugkastens i frei sind, kann der Sauglüfter doch nur eine
ganz geringe, die kleinen Löcher b durchströmende Luftmenge ansaugen, so daß der
Leistungsbedarf des Sauglüfters fast unverändert bleibt.
-
Wenn wiederum eine Bahn B auf die Bremsfläche des Saugkastens i aufgebracht
ist und durch diese Bahn die Schlitze in dem Saugkasten z abgedeckt werden, so wird
gar bald durch die kleinen Öffnungen b die in- dem Saugkasten i und dem unmittelbar
anschließenden Stück der Leitung 2 befindliche Luft so weit abgesaugt bzw. verdünnt,
daß kein erheblicher Druckunterschied vor und hinter der Klappe 4 ist und daher
diese Klappe durch diel Wirkung des Gegengewichtes wieder gegen den Anschlag 7 zurückfällt,
so daß der gewöhnliche Betrieb weitergeführt werden kann.
-
Die erfindungsgemäße Saugbremse kann auch derart ausgestaltet werden,
daß unmittelbar an dem Saugkasten eine Druckmeßvorrichtung angeschlossen ist, welche
auf einen Drehzahlregler des den Unterdruckerzeuger antreibenden -Motors -einwirkt.
Wenn bei einer solchen Anordnung die Papierbahn reißt und die Saugschlitze des Saugkastens
frei werden, so schwindet infolge der reichlich durch die freien Schlitze eindringenden
Luftmenge der Unterdruck im Saugkasten. Das hat zur Folge, daß die an den Saugkasten
angeschlossene Druckmeßvorrichtung derart auf den Drehzahlregler des Motors einwirkt,
daß die Drehzahl sehr erheblich herabgesetzt wird. Infolge der starken Herabsetzung
der Motordrehzahl wird auch die Umwälzung einer großen Luftmenge und damit ein Ansteigen
des Leistungsbedarfs des Motors vermieden. Wenn wiederum eine Werkstoffbahn die
Saugkastenoberfläche abdeckt, so wird trotz der geringen-Drehzahl des Motors allmählich
im Saugkasten ein Unterdruck hervorgerufen, wodurch mittels der Steuervorrichtung,
die aus der.am Saugkasten angeschlossenen Druckmeßvorrichtung und dem durch sie
beeinflußten Drehzahlregler besteht, die Drehzahl des den Sauglüfter treibenden
Motors wieder bis zu der richtigen Betriebsdrehzahl gesteigert wird. .