DE68887C - Verfahren zur Erzeugung von Anilinschwarz auf Wolle - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung von Anilinschwarz auf WolleInfo
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- D06P—DYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
- D06P1/00—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
- D06P1/32—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using oxidation dyes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Wesentliche des neuen Verfahrens besteht in der Herstellung eines unvergrünlichen
Anilinschwarz auf Wolle und auf gemischten, Wolle enthaltenden Textilwaaren in. der Weise,
dafs man die nach einem entsprechenden Verfahren »oxydirte« Wollfaser mit einem für
Baumwolle geeigneten Dampfanilinschwarz färbt oder bedruckt.
Alle bisherigen Versuche, das durch seine Widerstandsfähigkeit ausgezeichnete und darum
in der Baumwollfärberei und Druckerei vielfach angewendete Anilinschwarz auch auf Wolle
zu erzeugen, gaben praktisch unzulängliche Ergebnisse. Es ist dies den reducirenden Eigenschaften
der Wolle zuzuschreiben, welche in diesem Falle der auf einem Oxydationsprocefs beruhenden Bildung des Anilinschwarz entgegenwirken.
Zwar hat bereits 1865 J. Lightfoot in
einem englischen Patent (Nr. 2327 vom Jahre 1865; dyeing and printing fabrics and yarns;
Chemical news vom 3. August 1866) vorgeschlagen,
dafs man die Wolle erst »oxydiren« müsse, um sie für Anilinschwarz aufnahmefähig
zu machen, indessen unterscheidet sich sein Verfahren von dem meinigen wesentlich durch
die Verschiedenheit der eigentlichen Färbe- bezw. Druckmethode, wodurch auch ganz andere Ergebnisse
erzielt werden. Dem Light footschen Patent entsprechend, werden Wolle, Seide,
Federn und andere thierische Fasern mit verschiedenen oxydirenden Substanzen behandelt,
und zwar mit Bevorzugung von Chlormischungen (chlorine mixtures). Diesem sogenannten
Oxydationsprocefs wird die Waare in möglichst hohem Grade (im Maximum) unterworfen. Es werden hierzu 12 pCt. Chlorkalk
und ι 5,6 pCf. Salzsäure des Handels vom Gewicht der Waare bei 380C. verwendet, entsprechend
den folgenden Angaben der Patentbeschreibung: auf ein Pfund Waare 2Y2 Unzen
Salzsäure und 1 Pinte Chlorkalklösung, enthaltend 16 Unzen Chlorkalk auf 1 Gallone.
In diesem Bade wird die Waare so lange behandelt, bis die Wolle ganz gelb wird.
Hierauf wird die Waare nach dem Lightfoot sehen Patent-Verfahren für Anilinschwarz vom
17. Januar 1863 (Englisches Patent Nr. 151
von 1863) gefärbt. Man tränkt mit einer Mischung von Kaliumchlorat, gleichen Mengen
Anilin und Salzsäure, ferner Essigsäure, Kupferchlorid und Salmiak oder einem anderen
Alkalichlorid, trocknet und entwickelt »in der Hänge«.
Gemischte Textilwaaren werden mit einer Mischung von salzsaurem Anilin, Kaliumchlorat,
Salmiak und Kupfervitriol imprägnirt und weiter, wie oben angegeben, behandelt. Bei
Druckwaare mufs nach dem »Fertigmachen« des Schwarz eine warme Passage durch Natriumhyposulfit
oder Sulfit gegeben werden, um das durch das Chloren gelb gewordene Weifs zu verbessern. Das neue Verfahren dagegen besteht
in folgendem:
Die gut gereinigte Waare wird in noch feuchtem Zustande Y2 bis 1 Stunde lang bei
gewöhnlicher Temperatur in einem Bade behandelt, welches 6 bis 10 pCt. Chlorkalk und
9 bis 15 pCt. Salzsäure von 210B. (auf das
Gewicht der Waare bezogen) enthält. (Das Weifs der Wolle wird hierdurch, besonders
bei den niedrigeren Ansätzen von Chlorkalk, ' in wenig bemerkbarer Weise beeinflufst.)
Nach dem Chloriren wird gut gewaschen und getrocknet. Hierauf wird mit einer zur
Herstellung von Dampfanilinschwarz auf Baumwolle geeigneten Mischung geklotzt oder mit
einem durch geeignete Verdickung (Traganth, Le'iogomme, Gummi) druckfähig gemachten
Papp bedruckt.
I. Klotzmischung.
405 g salzsaures Anilin, salzsaures Toluidin oder ein Gemisch beider,
150 g chlorsaures Natron,
260 g Ferrocyankalium werden jedes für sich in möglichst wenig Wasser gelöst, diese
Lösungen gemischt und auf 3150 ecm (Dichte
= 1,096) gebracht.
II. Druckfarbe.
a) 188 g Traganthschleim (1:8) werden erwärmt
und versetzt mit
22,5 g chlorsaurem Natron.
22,5 g chlorsaurem Natron.
Hierauf werden kalt eingerührt:
81 g salzsaures Anilin \
81 g salzsaures Anilin \
(salzsaures Toluidin oder ( einzeln geein Gemisch beider), i löst in:
52 g Ferrocyankalium, J
52 g Ferrocyankalium, J
278 g Wasser.
b) !5Og Leüogomme,
150 g Wasser,
150 g Wasser,
30 g chlorsaures Natron,
81 g salzsaures Anilin, salzsaures Toluidin oder ein Gemisch beider,
40 g Wasser.
40 g Ferridcyankalium,
60 g Wasser,
60 g Le'iogomme.
Nach erfolgter Lösung wird kalt gerührt und Nr. I in Nr. II gleichmäfsig vertheilt.
Die geklotzte bezw. bedruckte Waare wird getrocknet und je nach Bedürfhifs kürzere oder
längere Zeit (wenige Minuten oder bei mitgedruckten Dessinfarben bis 3/4 Stunden) gedämpft
und gespült, nöthigenfalls auch schwach gesäuert oder geseift. Das Säuern empfiehlt
sich besonders dann, wenn das Schwarz (z. B. durch längeres Dämpfen) einen bräunlichen
Stich erhält.
Statt chlorsauren Natrons können auch die entsprechenden Mengen der Salze des Kaliums,
Ammoniums und Baryums verwendet werden. Ebenso kann statt Ferrocyankalium (bezw.
-natrium oder -ammonium) auch das Ferrisalz oder ein Gemisch beider verwendet werden.
Auch kann man unter Zusatz von etwas Weinsäure arbeiten.
Die Concentration der Klotzmischung bezw. der Druckfarbe kann je nach der Intensität des
I.
II.
gewünschten Schwarz verringert oder erhöht werden, ebenso ist das Verhältnifs der Anilinsalzmenge
zu der des Oxydationsmittels variabel.
Obwohl ich bei der Vorbehandlung der Waare, welche wohl als »Oxydation« der
Wolle aufgefaist werden kann, dem oben angeführten Chlorkalk - Salzsäure - Verfahren den
Vorzug gebe, so schliefse ich die nachfolgenden Modifkationen nicht aus:
Salzsäure und Chlorkalk getrennt, kalt oder bei 800C,
Schwefelsäure und Chlorkalk getrennt oder in einem Bade vereinigt, kalt oder bei 80° C,
Chlorwasser, kalt.
Mischungen, welche nicht Chlor, sondern unterchlorige Säure enthalten, wie z. B. Chlorkalk
und wenig Essigsäure, färben die Wolle stark gelb und sind nur für »unifarbige« Waare
brauchbar. Aufser Chlorkalk sind auch andere Hypochlorite anwendbar.
Von anderen Oxydationsmitteln, wie Permanganat, Chromsäuregemischen oder Wasserstoffsuperoxyd,
gebe ich letzterem den Vorzug. Wasserstoffsuperoxyd wird in concentrirter Lösung von ca. 3 pCt., mit Ammoniak bis zur
schwach alkalischen Reaction versetzt, bei ca. 30 ° C. angewendet.
Das »Oxydiren« kann mit der im Wolldruck üblichen Vorbehandlung der Waare mit zinnsaurem
Natron in der Weise verbunden werden , dafs man dem nachfolgenden Schwefelsäurebade
eine entsprechend gröfsere Menge Chlorkalk zusetzt, als dies bisher üblich war.
Die Verschiedenheit der Endergebnisse zwischen meinem und dem Lightfoot'schen Verfahren
gipfelt in folgendem:
Lightfoot's Verfahren kann ohne besondere
maschinelle Einrichtung kein gleichmäfsiges Schwarz liefern. Für Druckereizwecke ist es
nicht anwendbar. Abgesehen davon, dafs es infolge der Anwendung löslicher Kupfersalze
verlassen werden mufste, stellt sich das Gelbwerden der Wolle durch das Oxydiren in
möglichst hohem Grade (im Maximum) der Mitanwendung von Dessinfarben hindernd entgegen.
Aufserdem ist das Lightfoot'sche Schwarz vergrünlich.
Das nach meinem Verfahren herstellbare Schwarz ist in leichter und rascher Weise mit
den üblichen Hülfsmitteln (Dämpfschrank oder Vordämpfer) herstellbar, ermöglicht die Mitanwendung
von Dessinfarben bei Herstellung schwarzer Böden und ist, ' was einen besonderen
Vorzug desselben darstellt, unvergrünlich.
. Mein Verfahren erreicht also auf einfachere
und dadurch billigere Weise ein nicht nur
besseres, sondern auch neues Resultat.
Die Herstellung von Anilinschwarz auf Wolle durch Entwickelung eines Dampfschwarz auf
durch Oxydationsmittel vorbereiteter Waare war bisher noch nicht vorgeschlagen worden
und ist, wenngleich sie sich aus bekannten Theilen von Verfahrensweisen zusammensetzt,
doch in ihrer Gesammtheit neu.
Claims (1)
- Patent- Anspruch:Verfahren zur Erzeugung von unvergrünlichem Anilinschwarz auf Wolle und gemischten, Wolle enthaltenden Producten der Textilindustrie, darin bestehend, dafs man das zu färbende oder zu bedruckende Gut in geringerem Grade als bei den bisher bekannten Verfahren für Anilinschwarz auf Wolle mit Oxydationsmitteln behandelt und sodann, im Gegensatz zu den bisher auf Wolle verwendeten Färbe- oder Oxydationsschwarzmischungen, mit einer zur Erzeugung von Dampfanilinschwarz auf Baumwolle geeigneten Mischung, in welcher das Anilin durch Toluidin vertreten sein kann, klotzt oder bedruckt und hierauf das Schwarz durch Dämpfen entwickelt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE68887C true DE68887C (de) |
Family
ID=342398
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT68887D Expired - Lifetime DE68887C (de) | Verfahren zur Erzeugung von Anilinschwarz auf Wolle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE68887C (de) |
-
0
- DE DENDAT68887D patent/DE68887C/de not_active Expired - Lifetime
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