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Vorrichtung zum Verschieben eines Stapels von Puderkästen Die Erfindung
befaßt sich mit der Lösung der Aufgabe, mechanisch einen Stapel von Puderkästen
für die Herstellung gegossener Zuckermassestücke, z. B. Pralinenkernstücke, von
einer Aufsetzstelle in die Entnahmestellung über einer Förderstrecke oder von der
Sammelstelle über der Förderstrecke in die Absetzstellung zu verschieben. Dadurch
soll sowohl das Versetzen der Stapelkästen unmittelbar in die Entnahmestellung ,als
auch das Abnehmen des 4ertig gebildeten Stapels von der Sammelstelle von Hand vermieden
werden, das bisher noch gebräuchlich war, wobei es großer Aufmerksamkeit des Bedienungspersonals
bedurfte, um beim Beschicken mit einem neuen Stapel den Anschluß an den letzten
Kasten des vorhergehenden Stapels nicht zu verlieren bzw. den fertig gebildeten
Stapel in dem richtigen Augenblick wegzunehmen, also den Nachschub der absatzweise
von der Fördervorrichtung - verschohenen Kästen nicht zu stören. Und zwar wird gemäß
der Erfindung der gewünschte Erfolg durch die Vereinigung folgender Bauteile erreicht
a) je eine zwischen zwei zusammengehörigen der vier obenerwähnten Stellungen waagerecht
hin und her schiebbare, sich über die gesamte Stapelhöhe erstreckende und sich bezüglich
der gewünschten Schubrichtung von hinten an den Kastenstapel anlegende, aus seitlichen,
:senkrechten quer zur Förderrichtung ausweichbar gelagerten Schubleisten hestehende
Drückvorrichtung, b) eine in waagerechter Richtung wirksame, die Schubleisten absatzweise
in einem Doppelhub betätigende, vorzugsweise als Nürnberger Scherengestänge ausgebildete
Antriebsvorrichtung und c) ein sich unter einer dauernd wirksamen Kraft (z. B. Feder)
gegen eine Seitenwand des in Auflösung oder in Bildung begriffenen Stapels anlegendes,
ausweichfähiges Steuerglied, das entweder neben dem untersten Bereich des in Auflösung
begriffenen oder neben dem obersten Kasten des fertig gebildeten Stapels gelagert
ist und dessen .entweder durch den neben ihm wegsinkenden obersten Kasten des nahezu
aufgelösten Stapels oder durch das Anheben des obersten Kastens des Stapels in :seine
endgültige Höchststellung bei der Stapelbildung bewirkte Aus;schlagbewegung nach
innen bzw. außen eine Kupplung für die absatzweise Betätigung der zugehörigen Antriebsvorrichtung
-einschaltet.
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Zweckmäßige weitere Ausbildungsmöglichkeiten sind aus den Unteransprüchen
ersichtlich.
Die Erfindung ist in den. Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht; es sind: Fig. i eine Seitenansicht einer Ausführungsform der Erfindung
mit einzelnen Teilen im Schnitt, Fig. 2 ein Grundriß und Schnitt gemäß der Linie
2-2 (Fig. i) mit Einzelheiten der Stapel-und Verschiebevorrichtung an der Entnahmestelle,
Fig.3 eine ähnliche Ansicht der gleichen Vorrichtung an der Absetzstelle, Fig. ¢
eine Einzeldarstellung der Schubleisten an der Aufsetzstelle in dem Augenblick des
Herankommens eines frischen Stapels, Fig. 5 Teilquerschnitt der Hubklappen zum Anheben
des Stapels an der Entnahmestelle bzw. Absetzstelle, Fig.6 und 7 Einzeldarstellung
des Steuergliedes mit dem Steueranschlag in der Wirkungsstellung bzw. in unwirksamer
Stellung für die Steuerung der Hubklappen, Fig.8 Teilgrundriß der Schubleiste an
der Absetzstelle, Fig. 9 ein Schaubild einer Hubklappe nyi ihrer Steuerkurbel.
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Gemäß Fig. i werden die Puderkästen in einem Stapel T herangeliefert.
Die Puderkästen, die den Puder und die fertigen Zuckermassestücke enthalten, sollen
zunächst von der Aufsetzstelle T zu der Entnahmestelle A herangeholt werden. Alsdann
wird jeder einzelne Puderkasten hintereinander durch die Behandlungsanlage B,
C, D, gefördert, bis die Puderkästen zu der Sammelstelle E gelangen, wo -sie
wiederum zu einem Stapel von vorgeschriebener Höhe aufgestapelt werden. Schließlich
erfolgt die Verschiebung des frisch gebildeten Stapels in die Absetzstellung. Die
veranschaulichte Anlage umfaßt folgende Teiler Mit B ist die Vorrichtung angedeutet;
in der die Zuckermassestücke mitsamt dein Puder aus einem Puderkasten entnommen
und gesichtet werden; sodann wird der entleerte Puderkasten gleich wieder Init dem
anfallenden Puder gefüllt, wie aus den eingezeichneten Pfeilen @ersichtlich ist.
Die Entnahme der Zuckermassestücke erfolgt an einer geeigneten, nicht dargestellten
Stelle der Vorrichtung B: Mit ist die Prägevorrichtung angedeutet, welche die Prägungen
in dem frischen Puder zur Aufnahme der neuen Zuckermasse hervorbringt. Die Gießvorrichtung
zum Eingießer der Zuckermasse in die Prägelöcher ist mit D, angedeutet.
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Gemäß Fig. i wird der mit fertigen Zuckermassestücken und Puder gefüllte
Stapel von Puderkästen 25 von der Aufsetzstelle T nach der Entnahmestelle A verschoben.
- Hierzu dienen. senkrechte Schubleisten i, von denen je eine an jeder Seite der
Vorrichtung an einem längs verschieblichen Rahmengestell 3 angebracht ist. Die Bewegung
dieser Schubleisten wird vorzugsweise durch ein Nürnberger Scherengestänge 2 bewirkt,
indem die Schubleisten -sich von hinten an den Kastenstapel ,anlegen und dann den
Stapel in die Stellung A gegen die Anschläge 5 heranziehen (Fig. 2). Nun treten
Hubklappen q. zu beiden Seiten des Stapels 25 (in Stellung A) in Wirksamkeit, die
den ganzen Stapel mit Ausnahme des untersten Puderkastens ,anheben -(vgl. Fig. 5).
Alsdann wird der unterste, freigegebene Puderkasten von den Mitnehmern 6 (Fig. 2
und 3) eines Paares von Förderketten ergriffen und durch die Vorrichtungen
B, C und D, bis. zu der Sammelstelle £ gefördert (Fig. 3). Hier ist
abermals ein Hübklappenpaar 7 vorgesehen, das unter jeden angekommenen Kasten greift
und somit den in Bildung begriffenen Stapel von Puderkästen so weit anhebt, daß
der neu herankommende Kasten däruntergeschob.en werden kann.
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Hat der Stapel von Puderkästen an der Sammelstelle E die vorgeschriebene
Höhe erreicht, so wird der Stapel wieder von senkrechten Schubleisten 8 zu beiden
Seiten der Vorrichtung ergriffen (Fig.3 und 8), worauf der fertig gebildete Stapel
:aus: der Stellung E in eine Absetzstellung weitergeschoben wird. Die Bewegung der
Schubleisten 8 :erfolgt wieder durch ein Nürnberger Scherengestänge g.
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Wie man in Fig. i erkennt, werden die Hubklappenpaare g. und 7 ,an
der Entnahme-bzw. Sammelstelle durch von Kurvenscheiben angetriebene Hebelwerke
ununterbrochen auf und ab bewegt: Die Schubleisten i bzw. 8 werden jedoch nur dann
in Bewegung versetzt, wenn eiii neu aufgesetzter Stapel nach Verbrauch des alten
in die' Entnahmestellung A verschoben werden soll oder wenn ein frisch gebildeter
Stapel von der Sammielstelle E in die Absetzstellung entfernt werden soll.
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Gemäß Fig. 2 und 6 :sind Rollen iö, io' vorgesehen, die sich gegen
den untersten Puderkasten des Stapels an der Entnahmestelle A seitlich anlegen.
Durch die als Steuerrolle wirkende Rolle i o wird in dieser Lage eine Kupplung r
i ausgerückt gehalten, deren umlaufendes Glied 12 auf einer dauernd angetriebenen
Welle verschiebbar gelagert und auf Drehung verbunden ist. Ist der Stapel A aufgelöst,
so können die Rollen i o, i o' in die in Fig. 2 gestrichelt gezeichnete Stellung
schwingen, wodurch die Kupplung -i i eingerückt und die Kurvenscheibe 13 in Drehung
i versetzt wird. Diese Kurvenscheibe 13 bewirkt den Hinundhergang des Nürnberger
Scherengestänges
2, wodurch das Rahmengestell 3 mit den Schubleisten i hin und her geschoben wird.
Solange noch Puderkästen in dem Stapel A an der Entnahmestelle vorhanden sind, bleibt
die Steuerrolle io in der in Fig. 2 mit vollen Linien gezeichneten Stellung, wodurch
die Kupplung ii ausgerückt bleibt.
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Jede Schubleiste i ist an mehreren übereinander.am Rahmengestell 3
um eine lotrechte Achse 16 schwenkbar gelagerten Hebeln 15 befestigt (Fig. 2 und
q.), die die Federn i7 dauernd nach innen in den Grundrißbereich der Stapel zu ziehen
bestrebt sind. Diese Klappmöglichkeit ist durch das Anschlagen der Hebel i 5 gegen
die Innenkantern i 9 . von in dem Rahmenges.te113 vorgesehenen Schlitzen begrenzt
(Fig.2). Wird das Scherengestänge 2 zum Heranholen eines Stapels von Puderkästen
aus der Aufsetzstellung T in die Entnahmestellung A gestreckt, so werden die Hebel
15 und damit .auch die Schubleisten i durch die Außenwände des Stapels seitlich
herausgedrückt (Fig. ¢), bis die Leisten i hinter den Stapel greifen können.
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An der Sammelstelle E ist eine der Rolle i o richtungsähnliche Steuerrollr,
i q. angebracht, die jedoch neben dem obersten Kasten des zu bildenden Stapels 25
,angebracht ist, weil sie nach Bildung des Stapels das Nürnberger Scherengestänge
g zum Abschieben dieses frisch gebildeten Stapels von der Sammelstelle E in die
Absetzstellung einschalten soll. An dieser Stelle E braucht, im Gegensatz zur Schubleiste
i an der Entnahmestelle, die Schubleiste 8 nicht seitlich ausweichbar zu sein (Fig.8).
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Die Wirkungsweise der Hubklappenpaare an der Entnahmestelle A ist
in Fig. 2 und 5 bis 7 veranschaulicht. Befinden sich die Hubklappenpaaxe q. in der
tiefsten Stellung ihres auf und ab gehenden Hubes, so treffen sie auf einen festen
Anschlag 2o, der die Hubklappen in die in Fig. 5 gestrichelt gezeichnete Stellung
verdreht. Beim Aufwärtsgang der Hubklappen stößt bei Außenstellung der Steuerrollen
io (Fig. 6) eine Kurbe12i, die am einen Ende jeder Hubklappenachse befestigt ist
(Fig.6, 7 und 9), gegen einen an dem Steuerrollenträ.ger vorgesehenen, mit einer
Schrägfläche versehenen Steueranschlag 2¢, wodurch die Hubklappen nach innen gekippt
werden und 'unter den nächsten Puderkasten über dem untersten des Stapels greifen.
Die Kippbewegung der Hubklappen wird durch Nasen 22 an der Hubklappe q: begrenzt,
die sich gegen feste Anschläge 23 (Fig. 5) am Träger der Hubklappen ,anlegen.
Geht nun dieser Träger aufwärts, so wird der gesamte Stapel von Puderkästen oberhalb
des untersten Kastens von dem letzteren abgehoben, so daß der unterste Kasten .entnommen
und in die Vorrichtung zur Entleerung seines Inhalts gefördert werden kann.
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Ist der Stapel bei A erschöpft, so werden die Rollen i o (Fig. 2 gestrichelt)
mit den Schrägflächen 24 (Fig. 7) einwärts geschwenkt. Bewegen :sich jetzt die Hubklappenträger
aufwärts,-so gehen die Kurbeln a i :an den Schrägflächen 24. wirkungslos vorbei.
Die Hubklappen 4 bleiben ,also auch weiter in der aus Fig. 5 gestrichelt ersichtlichen
Hochklapplage stehen. Dadurch wird verhütet, daß die Hubklappen. finit dem von den
Schubleisten i herangeschobenen nächsten Stapel von Puderkästen zusammentreffen
und Brüche entstehen.
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Die Einrichtung der Steuerrollen 1q. an der Sammelstelle E ist ,ähnlich
gestaltet. Auch hier haben die Rollen 1q. die Aufgabe, die Hubklappen zur gegebenen
Zeit unwirksam zu machen. In diesem Falle jedoch werden sie durch das Herausdrücken
der Rollen 14 beim letztmaligen Anheben des in Bildung begriffenen Stapels von Puderkästen
in die vorgesehene Endhöhe am Niederklappen in ihre wirksame Stellung verhindert.