DE679609C - Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen

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DE679609C DEP68773D DEP0068773D DE679609C DE 679609 C DE679609 C DE 679609C DE P68773 D DEP68773 D DE P68773D DE P0068773 D DEP0068773 D DE P0068773D DE 679609 C DE679609 C DE 679609C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen Es ist bekannt, Phenole mit Aldehyden in Gegenwart von Halogenverbindungen zu kondensieren sowie teilweise oder vollständig kondensierte Phenolaldehydharze auf verschiedene organische Halogenverbindungen einwirken zu lassen. In solchen Fällen bewirken die Halogenverbindungen nicht etwa eine völlige Umwandlung der wesentlichen Eigenschaften des harzartigen Phenolaldehydkondensationsproduktes, sondern lediglich eine leichte Änderung derselben.
  • Es ist auch bekannt, Brenzcatechin reit Äthylenbromid unter milden Bedingungen umzusetzen; jedoch entsteht dabei ein Öl ohne jede technische Verwertbarkeit. Weiterhin hat man durch Einwirkung von Resorcin bzw. von Brenzcatechin auf Halogenverbindungen von der Art des Äthylidenchlorids bzw. Acetylentetrabromids Acetale erhalten; letztere sind Stoffe von pulverförmiger oder flüssiger Beschaffenheit, gleichfalls ohne gewerbliche Bedeutung. Sie enthalten nicht eine Mehrzahl echter Ätherbindungen, d. h. nicht Äthersauerstoffatoine, die an das gleiche Kohlenstoffatom gebunden sind. Es wurde nun gefunden, daß man einen neuen Harztyp erhält, der mehrfach wiederkehrende echte Ätherbindungen aufweist, sich durch beinerkenswer teUnempfindlichkeit gegen chemische und physikalische Einflüsse auszeichnet und, von besonderen Fällen abgesehen, weder bei der Behandlung in der Wärme noch mit Sauerstoff erhärtet, wenn man ein oder mehrere im wesentlichen nicht polymerisierbar e, monomere, mehrwertige Phenole auf eine oder mehrere organische Polyhalogenverbindungen einwirken läßt, die frei von Estergruppen sind und deren Halogenatome sämtlich an verschiedene Kohlenstoffatome gebunden sind, die ihrerseits mit anderen Atomen nur in einfacher Bindung stehen; wobei die anderen Atome Kohlenstoff oder Wasserstoff sind, aber mindestens eines von ihnen Kohlenstoff ist. Gewünschtenfalls kann man dein Reaktionsgemisch auch noch beschränkte Mengen von einem oder mehreren einwertigen Phenolen und/oder einer oder mehreren organiischen Monohalogenverbindungen zusetzen, in denen das Halogenatom an einem Kohlenstoffatom steht, das seinerseits mit anderen Atomen nur in einfacher Bindung steht. Es werden also diejenigen Verbindungen ausgeschlossen, bei denen sich das Halogen unmittelbar an einem aromatischen oder heterocyclischen Ring befindet (derartige Halogenverbindungen erweisen sich für die Zwecke der Erfindung als nicht genügend reaktionsfähig), sowie diejenigen Polyhalogenverbindungen, bei welchen die Kohlenstoffatome, an denen die Halogenatome sitzen, an Sauerstoff gebunden sind (derartige Halogenverbindungen ergeben nämlich eher Stoffe mit Acetal- als mit echter Ätherstruktur).
  • Man läßt die Reaktion, gegebenenfalls unter Druck, bis zur Bildung eines zähen Harzes, das bei Zimmertemperatur nicht fließt, fortschreiten. Zweckmäßig geht man von einem Salz, insbesondere einem Alkalisalz des mehrwertigen Phenols, aus und führt die Reaktion im allgemeinen bei einer oberhalb ioo°, jedoch unterhalb des Zersetzungspunktes für die einzeInen Bestandteile liegenden Temperatur durch. Geeignete Medien zur Durchführung der Reaktion sind Wasser und Alkohole im allgemeinen, z. B. Butylalkohol, Glycerin und Glykol, mit oder ohne Zusatz von Wasser sowie hydroxylfreie Stoffe, wie Xylol, Chlorbenzol oder Toluol. Man kann die Kondensation teilweise in Gegenwart des einen Mediums, z. B. Wasser, vornehmen und in Gegenwart eines anderen, z. B. Toluol oder Chlorbenzol, fortführen. Die Zugabe der letzteren Stoffe erfolgt aber -zweckmäßig erst dann, wenn keine freie Halogenverbindung mehr vorhanden ist, was man an der klaren Beschaffenheit des Destillats erkennt, Die unmittelbare Reaktion eines Phenols mit der Halogenverbindung in Abwesenheit von Alkali macht Schwierigkeiten, selbst in Gegenwart eines Salzsäure bindenden Mittels, wie z. B. Pyridin. Es können jedoch sämtliche bekannte Verfahren zur Herstellung von Äthern grundsätzlich für die praktische Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung Anwendung finden.
  • Vorzugsweise verwendet man chemisch äquivalente Anteile des mehrwertigen Phenols und der Polyhalogenverbindung, d. h. die Anzahl der phenolischen Hydroxylgruppen soll der Anzahl der aliphatischen Halogengruppen gleich sein.
  • Die Reaktion wird so lange durchgeführt, bis sich eine möglichst große Menge von Phenol und Halogenverbindung miteinander verbinden. Die Umsetzung des Phenols ist größtenteils beendet, wenn die zum Neutralisieren einer bestimmten Gewichtsmenge einer Probe erforderliche Säuremenge praktisch konstant ist; bei Anwendung der theoretischen Alkalimenge reagiert das Endprodukt annähernd neutral. Beim Abdestillieren von ein paar Tropfen des Reaktionsgemisches zeigt eine Trübung des Destillats das Vorhandensein von nicht in Reaktion getretenen Halogen an, falls die angewendete Halogenverbindung flüchtig ist. Ist bei Anwendung von Wasser als Medium das Destillat klar, so kann man ersteres ohne Verlust an Halogenverbindung abdestillieren, und zwar im letzter. Stadium ohne Zeitverlust unter Steigerung der Temperatur. Das Erhitzen wird so lange fortgesetzt, bis die infolge der Gegenwart von Salz opake Masse zähflüssig geworden ist. Dann führt man die Masse noch heiß in einen mit Dampfmantel versehenen Wener-Pfleiderer-Mischer über, wäscht sie mit verdünnter Salzsäure und zwecks Entfernung des Kochsalzes hinterher mit Wasser. Das Trocknen des Harzes erfolgt entweder im Vakuum oder unter atmosphärischem Druck bei oberhalb seines Schmelzpunktes liegender Temperatur, d. h. innerhalb des Bereiches von ioo bis i 5o'. Man kann die Kondensation auch vornehmen, ohne das Wasser zu entfernen, jedoch ist dann mehr Zeit erforderlich. Anstatt die Reaktionsmasse mit Wasser zu waschen, kann man sie auch mit einem Lösungsmittel, wie Xylol, verdünnen und mit verdünnter Säure, ansäuern. Die wäßrige Salzlösung wird entfernt, die Harzlösung mit Wasser gewaschen und durch teilweises Abdestillieren des Lösungsmittels getrocknet. Die trockene Lösung filtriert man und entfernt das Lösungsmittel gegebenenfalls durch Abdestillieren.
  • Die erfindungsgemäß verwendeten Halogenverbindungen, welche primär, sekundär oder tertiär und in denen die Halogenatome Chlor, Brom oder Jod sein können, haben zweckmäßig vergleichsweise hohe Siedepunkte, d. h. von mindestens ioo°, aber vorzugsweise über 1500, z. B. i5o bis 22o°. Das bei 8.I° siedende Äthylendichlorid ist z. B. viel schwieriger zur Reaktion zu bringen als die zwischen 150 und 177' siedenden Amylendichloride. Dieser Unterschied in der Reaktionsfähigkeit ist auch auf den Umstand zurückzuführen, daß bei den Amylendichloriden das Gewichtsverhältnis von C zu Cl - 5 : 2 ist, während dasselbe beim Äthylendichlorid nur i : i ist. Die vorzugsweise verwendeten Polyhalogenverbindungen sind demnach diejenigen, bei welchen das Gewichtsverhältnis von Kohlenstoff zu Halogen vergleichsweise hoch ist, vorzugsweise mindestens 3 ::2, aber besser 2 : i oder noch höher. Ein weiterer Umstand, der auf die Reaktionsfähigkeit der Polyhalogenverbindung von Einfluß ist, ist der Abstand, durch den die Halogenatome im Molekül getrennt sind. Je größer der Abstand zwischen den Halogenatomen, desto größer ist die Reaktionsfähigkeit der Polyhalogenverbindung. Beispielsweise ist Pentainethylendichlorid reaktionsfähiger als 2, 3-Dichlorpentan. Im,allgemein:enisteineKette von mindestens 3 oder q: dazwischenliegenden Atomen als erwünscht zu bezeichnen.
  • Auch die Anwesenheit von einer oder mehreren dazwischenliegenden Äthergruppen in der Polyhalogen,verbindung erhöht die Reaktionsfähigkeit der letzteren. Beispielsweise ist ß, ß'-Dichlordiäthyläther in diesem Sinne reaktionsfähiger als Tetramethylendichlorid. Die Anwesenheit einer weiteren Äthergruppe in dein Produkt ist ohne Einüuß auf die Unempfindlichkeit des Harzes, mit Ausnahme der Fälle, bei denen es zur Bildung einer acetalähnlichen Ätherstruktur kommt, wie z. B. bei Verwendung von symmetrischem Dichlordiinethyläther und Alkylidenverbindungen. Die Herstellung derartiger Acetalharze fällt nicht in den ]Zahmen der Erfindung.
  • Aus später zu erörternden Gründen ist der beste Typ einer Polyhalogenverbindung zur Herstellung der Ätherharze wahrscheinlich derjenige, welcher außer einer Mehrzahl reaktionsfähiger Halogenatome auch eine Äthergruppe enthält. Geeignete Vertreter dieser Klasse sind ß, ß'-Dichlordiäthyläther, r, e' -Dichlordiainyläther, y, y'-Dichlordipropyläther u. dgl. Umfassender kann man Halogenverbindungen dieser Art durch die vollständigere Formel X-R-O--R'-X wiedergeben, worin X ein Halogenatom, O Sauerstoff, R und R' gesättigte, nichtverzweigte, aliphatische, zweiwertige Kohlenwasserstoffradikale bedeuten, die eine Kette von wenigstens -2 Kohlenstoffatomen zwischen, X und O enthalten. Mit den genannten unmittelbar verwandt sind die entsprechenden Schwefelverbindungen, z. B. ß, ß'-Dichlordiäthylsulfid. Auch die -S-S-Gruppe enthaltenden Disulfide, wie z. B. ß, ß'-Dichlord iäthyldisulfid, können zur Herstellung der Ätherharze dienen, wenn auch Verbindungen dieser Bauart erheblich weniger beständig sind.
  • Andere brauchbare Polyhalogenverbindungen sind die Polymethylen- sowie andere Alkylendichloride und -dibromide, wie z. B. Äthylendichlorid, Propylendichlorid, Hexainethylendibromid, Isoamylen.dichlorid u. dgl. Vorzugsweise enthalten diese Polyhalogenverbindungen die Halogenatome an verschiedenen Kohlenstoffatomen, d. h. man verwendet besser Alkylen- als Alkylidenverbindungen. Auch halogenierte Petroleumkohlenwasserstoffe dieses allgemeinen Typs mit zwei oder mehr Halogengruppen eignen sich zur Herstellung der Ätherharze. Ebenso lassen sich geeignete Halogenverbindungen durch Addition von Halogenatomen an ungesättigte Kohlenwasserstoffe,wie Äthylen, Isopren, Butadien u. dgl. erhalten. Chlorkautschuk und chlorierte fette Öle können gleichfalls als Halogenalkylgruppen enthaltende Ausgangsstoffe dienen.
  • Ferner sind in, diesem Zusammenhang zu erwähnen die Polychlor der ivate mehrwertiger Alkoholäther bzw. die Halogenalkyläther mehrwertiger Alkohole, bei denen die Alkylgruppe mehr als i Kohlenstoffatom enthält, um die Bildung einer Verbindung von acetalähnlicher Struktur zu vermeiden. Als Beispiele seien Verbindungen wie der ß, ß'-Dichloräthyläther des Diäthylenglykols und der y, y', y"-Trichlorpropyläther des Glycerins genannt. Dagegen ist der Chlormethylgruppen enthaltende Dichlormethyläther des Äthylenglykols (Cl C H20 C H2 C Hz O C H2 C1) ungeeignet. Von den cycloaliphatischen Dilialogeniden können beispielsweise Dipentendihydrochlorid und i, d.-Dichlörcyclohexan zur Herstellung der Ätherharze dienen. Als Beispiel einer Arallcylpolyhalogenverbinduilg soll das i, 4-Dichlormethylbenzol (i, d.-Xylylendichlorid) angeführt werden.
  • Vertreter der höheren geeigneten Polyhalogenverbindungen sind das i, d., 7-Trichlorheptan so-wie andere polychlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Gemische von hochchlorierten Petroleumkohlenwasserstoffen, und das i, 3, 5-Chlormethylbenzol oder i, 3, 5-Mesitylentrichlorid.
  • Soweit festgestellt wurde, eignen sich alle phenolartigen Stoffe mit zwei oder mehr phenolischen Hydroxylgruppen für die Ätherharzreaktion, mit Ausnahme derjenigen phenolartigen Stoffe (z. B. gewisser mehrwertiger Phenole mit Methylolgruppen), welche sich bei der Wärmebehandlung ohne weiteres in unschinelzbare, unlösliche Produkte umwandeln. Es ist ohne weiteres klar, daß eine der- i artige, infolge einer anderen Harzbildungsreaktion eintretende Umwandlung in einen unlöslichen, unschmelzbaren Stoff die Bildung von Ätherpolymeren, welche Gegenstand vorliegender Erfindung ist, stört. Werden Tem- i peratur und Bedingungen für die Ätherbildungsreaktion so gewählt, daß die Umwandhing in den unlöslichen und unschmelzbaren Zustand eintritt, so geschieht dies auf Kosten der Ätherbildungsreaktion. Der Ausdruck i mehrwertiges Phenol wird daher in vorliegender Beschreibung sowie in den Ansprüchen in dem Sinn gebraucht, daß darunter ein phenolartiger Stoff mit mindestens zwei phenolischen Hydroxylgruppen verstanden wird, welcher insofern im wesentlichen nicht polymer isierbar ist, als er sich bei Wärmebehandlung nicht ohne weiteres in eine unschmelzbare oder unlösliche Masse umwandelt; diese Phenole sind, wie aus den im folgenden angegebenen Beispielen nerv orgeht, inonomere oder einfache Phenole. Typische zweiwertige Phenole, die sich am besten zur Herstellung der neuen Harze eignen, sind die Dioxybenzole, wie z. B. Resorcin und dessen Substitutionsprodukte,wie z. B. Orcin, m-Kvlorcin, ditertiäres Amylresorcin, Hexylresorcin und Cyclohexylresorcin, Brenzcatechin, Hydrochinon und deren Derivate, wie z. B. Cumohydrochinon, 2, 5-Dichlorhy drochinon und Isopropylcatechin. Auch heterocyclische, einkernige, zweiwertige Phenole, wie z. B. x, .x'-Diox_vpyridin, können Verwendung finden.
  • Zur Verwendung geeignete mehrkernige Phenole gehören zwei verschiedenen Typen an. Es gibt solche vom Diphenyltyp, wie z. B. p, p'-Dioxydiphenyl, und solche vom Naphthalintyp, wie z. B. 2, 6-Dioxynaphthalin und Anthrahydrochinon. Häufig empfiehlt es sich, diese hochschmelzenden Phenole unter Druck reagieren zu lassen, insofern als die Rückflußtemperatur bei atmosphärischem Druck nicht genügend hoch ist, um die eigentliche Kondensation zu bewirken, Im allgemeinen ist es auch besser, mit starken Alkalien, wie Ätznatron oder -kali, als mit den Hy droxyden der alkalischen Erden zu arbeiten wie denen von Calcium und Barium. Bisweilen liefern die Kaliumsalze der Phenole bessere Ergebnisse als die Natriumsalze.
  • Man kann auch zweiwertige mehrkernige Phenole verwenden, in denen die Kerne durch andere Atome oder Gruppen getrennt sind. Zu diesen gehören die verschiedenen Dioxybenzophenone, bei denen die Hydroxylgruppen an demselben oder an verschiedenen Ringen, wie beim p, p'-Dioxybenzophenon, stehen können. Ein weiteres Beispiel ist das Di-(4-oxyphenyl)-sulfon,welches für sich allein, zur Ätherharzherstellung verwendet, ein äußerst hartes, hochschmelzendes, schwer lösliches Produkt liefert. Aus diesem Grunde verarbeitet man es lieber gemeinsam mit einem anderen mehrwertigen Phenol, um so eine höhere Löslichkeit zu erzielen. Ein für diesen Zweck geeignetes Phenol ist das Di-(4-oxyphenyl)-dimethylmethan. Letzteres bietet noch aus einem anderen Grunde besonderes Interesse, wie zweiter unten gezeigt wird. Umgekehrt können die Sulfone dazu dienen, den Schmelz- und Erweichungspunkt anderer Ätherharze heraufzusetzen (vgl. Beispiel 2).
  • An Stelle deseigentlichen Di-(4-oxyphenyl)-sulfons kann, inan auch dessen verschiedene ringsubstituierte Abkömmlinge verwenden, wie z. B. Di-(4-oxy-3-methylphenyl)-sulfoii, Di-(4-oxy-3, 5-dimethylphenyl)-sulfon, Di-(4-oxy-3-methyl-5-chlorphenyl) -sulfon, Di-(4-oxy-3-chlorplienyl)-sulfon und Di-(4-oxy-3, 5-dichlorphenyl)-sulfon. Es bestehen keinerlei Anzeichen dafür, daß die Chloratome des Kerns bei der Kondensation mitwirken; die aus den chlorhaltigen Sulfonen erhaltenen Ätherharze zeigen etwas bessere Löslichkeitseigenschaften als die aus einer gleichen, Menge nicht substituierter Sulfone hergestellten.
  • Außer durch die -CO- und -SO-,-Gruppen können die mehrkernigen zweiwertigen Phenole auch noch durch andere Atome oder Gruppen zwischen den Kernen gekennzeichnet sein, nämlich durch -S - -C H=--S-S-, -0-, -CO-CO-, -CH. -CH.- u. dgl. Viele von diesen Phenolen geben, abgesehen davon, daß sie wegen der hohen Schmelzpunkte und niedrigen Löslichkeit ihrer Alkalisalze schwer zur Reaktion zu bringen sind, ziemlich dunkel gefärbte Harze, welche für viele Zwecke ungeeignet sind. Ganz allgemein sind die vorteilhaftesten Typen der mehrkernigen Phenole diejenigen, in welchen die Parastellung zu den plienolischen Hydroxylgruppen durch ein sekundäres oder vorzugsweise tertiäres, nicht benzolartiges Kohlenstoffatom besetzt ist. Die aus solchen Phenolen hergestellten Ätherharze sind ganz blaß gefärbt und besitzen gleichzeitig alle übrigen, vorteilhaften Kennzeichen der Ätherharze im allgemeinen, z. B. ihre starke Unempfindlichkeit gegen physikalische und chemische Einflüsse. Als Beispiele derartiger Phenole mögen die folgenden dienen: Di-(4-oxyphenyl)-methylmethan, -dirnethylmethan, -methyläthylmethan, -propylinethan, -dipropylmethan, -phenylmethan und i, i-Di-(4-oxyphenyl)-cyclohexan.
  • Vorstehend genannte Verbindungen sind Beispiele von im wesentlichen nicht polymerisierbaren, zweiwertigen, mehrkernigen Phenolen der allgemeinen Formel in welcher R Wasserstoff, Alkyl oder Aryl und R' Alkyl oder Aryl bedeutet.
  • Zwecks Erzielung günstigster Ergebnisse ist es notwendig, das gesamte freie Phenol, welches in technischen Erzeugnissen vorgenannter Verbindungen normalerweise stets vorhanden ist, vor der Verarbeitung auf Ätherharze zu entfernen. Dies kann durch Wasserdampfdestillation oder mehrmaliges Waschen mit heißem Wasser sowie durch Umkristallisieren aus Toluol oder Essigsäure bis zum konstanten Schmelzpunkt geschehen. Auf diese Weise gelingt es, unverändertes Phenol sowie unerwünschte Isomere zu beseitigen. In Gegenwart von unverändertem Phenol bzw. eines Kondensationsproduktes von Phenol, welches kein tertiäres Kohlenstoffatom in Parastellung enthält, entstehen weichere, dunklere und vergleichsweise lichtempfindlichere (d. h. sich verfärbende) Ätherharze.
  • Ebenso wie im Falle der Sulfone eignen sich ringsubstituierte Abkömmlinge dieser zweiwertigen Phenole (d. h. zweiwertiger, mehrkerniger Phenole mit einem tertiären Kohlenstoffatom zwischen den Kernen) hervorragend zur Herstellung von Ätherharzen. Als Beispiele von diesen mögen genannt sein: Di-(4-oxy-3-chlorphenyl)-, -3-methylphenyl)-, -3-metliyl-5-chlorphenyl)-, -3, 5-dimethylphenyl)- und-3, 5-dichlorphenyl)-dimethylmethan.
  • Um möglichst günstige Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es. sich, die vorstehenden zweiwertigen Phenole vor der Verarbeitung auf Ätherharze sorgfältig zu reinigen, z. B. durch Waschen und Umkristallisieren. Die chlorsubstituierten Abkömmlinge in vorstehendem Beispiel lassen sich zweckmäßig durch unmittelbare Chlorierung, z. B. in Eisessiglösung, erhalten. Derartige Herstellungsmethoden liefern für gewöhnlich die reinsten Produkte.
  • Eine weitere Klasse von geeigneten zweiwertigen Phenolen erhält man durch Kondensation von Säuren oder deren Anhydriden, wie z. B. Bernsteinsäure, Phthalsäureanhydrid usw., mit Phenol, Chlorphenol, Resorcin, Thymol u. d-1. Die entstandenen Phenole heißen Succinein, Phenolphthalein, Fluorescein, Thymolphthalein usw. Ihre Halogenderivate, wie Dichlorphenolphthalein, Eosin, Erythrosin u. dgl., sindgleichfalls verwendbar.
  • Eine weitere Klasse von geeigneten zweiwertigen Phenolen mag noch erwähnt werden, nämlich eine Kombination des Naphthalin-und Diphenyltyps; einer ihrer Vertreter ist die Verbindung 2-Phenyl-i, 3-dioxynaphthalin.
  • Wenn auch die zweiwertigen Phenole zur Herstellung der Ätherharze am geeignetsten sind, so können drei- und höherwertige Phenole gleichfalls Verwendung finden. Als Beispiele dreiwertiger einkerniger Phenole seien Pyrogallol und Phloroglucin, als Beispiele dreiwertiger mehrkerniger Phenole die Trioxynaphtlialine genannt. Geeignete vierwertige Phenole sind die Tetraoxybenzole, Biresorcin, die Tetraoxydiphenyle und die (aus Salicylsäureund Resorcin erhältlichen) Oxyxanthone. Derartige Phenole sind schwierig zu verarbeiten, teils wegen ihrer hohen Schmelzpunkte und der beschränkten Löslichkeit ihrer Alkalisalze, teils wegen der Tatsache, daß die aus ihnen hergestellten Harze dazu neigen, vor Umsetzung des gesamten Phenols unlöslich zu werden. Letzterer Umstand ist wahrscheinlich darauf -zurückzuführen, daß so viele phenolische Hydroxylgruppen verfügbar sind. Diese Neigung zum Unlöslichwerden kann man zii einem gewissen Grade beseitigen, indem man der Masse Dimethylsulfat, einwertige Phenole und/oder aliphatische Monohalogenverbindungen als Reaktionsteilnehmer zusetzt. Es bildet sich auf diese Weise oft ein weicheres oder spröderes Harz, das häufig chemisch weniger indifferent sowie weniger feuchtigkeitsbeständig ist als das entsprechende, ohne Zusatz einer Sperrkomponente hergestellte Harz. Selbst bei den zweiwertigen Phenolen ist es häufig wünschenswert, diese Sperrbestandteile oder Bestandteile mit nur einer Funktion zuzusetzen; man erhält dann ein weiches, balsamartiges Harz. Man darf aber mit dem Ersatz eines Teils des mehrwertigen durch ein einwertiges Phenol und eines Teils der Polydurch eine Monohalogenverbindung nicht zu weit gehen, d. h. nicht so weit, daß die auf der Ätherreaktion beruhende Harzbildung vollständig gesperrt wird. Der Grenzwert für das einwertige Phenol liegt so, daß das molekulare Verhältnis von einwertigem Phenol zu phenolischen Hydroxylen in dem mehrwertigen Phenol kleiner als i : i sein soll.
  • In der gleichen Weise, in der man die Ätherharzbildung aus drei- und höherwertigen Phenolen mit Hilfe einwertiger Phenole sperren kann, um die Bildung unlöslicher Produkte zu verhindern, kann man dies auch durch Zusatz einer Monohalogenverbindung zu der Tri- oder höheren Halogenverbindung erreichen. Geeignete Monohalogenverbindungen sind Benzylchlorid, Octadecylchlorid, 9, i o-Octadecenylchlorid, Amylbromid und Gemische von chlorierten aliphatischen Kohlenwasserstoffen mit nur i Halogenatom. Entsprechend liegt der Grenzwert für die Monohalogenverbindung so, daß das molekulare Verhältnis von Monohalogenverbindung zu reaktionsfähigen Halogenatomen in der Polyhalogenverbindung kleiner als i : i sein soll.
  • Von sämtlichen geprüften Stoffen scheint für die Zwecke vorliegender Erfindung das Di-(4-oxyphenyl)-dimethylmethan das beste mehrwertige Phenol und der (i, ß'-Dichlordiäthyläther die beste Polyhalogenverbindung zu sein.
  • Die Zahlenangaben in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen bedeuten Gewichtsteile. Beispiel i
    Natronlauge (5o °/o) ... 328 Teile,
    Wasser ............. 380 -
    Resorcin . . ....... 220 -
    Dichlordiäthy. #äther ... 286 -
    Eine Mischung aus vorstehenden Bestandteilen wird 48 Stunden lang unter Rühren am Rückflußkühler erhitzt, wobei sich eine dunkelrote, kautschukartige Masse und eine dunkle wäßrige Lösung bilden. Letztere wird verworfen und die harzartige Masse mit kleinen Mengen verdünnter Salzsäure so lange im Werner-Pfleiderer-Mischer gewaschen, bis das Waschwasser gegen Kongorot sauer reagiert. Hierzu sind etwa 3o Gewichtsteile 37,5°/oiger Salzsäure erforderlich, was einer 90- bis 95 °/oigen Umwandlung entspricht. Das Harz wird hierauf wiederholt mit chlorfreiem Wasser gewaschen bzw. so lange, bis das Waschwasser mit Silbernitrat nur noch eine schwache Trübung ergibt. Zum Schluß trocknet man das Produkt 40 Stunden lang im Vakuum bei iio bis i25°. Man erhält ein klar durchsichtiges, hartes, zähes, rötlichbraunes, beim Erhitzen nicht erhärtendes Harz, das in Äthy lendichlorid löslich und in Alkohol unlöslich ist.
  • Beispiel 2
    (A) Di-(4-oxyphenyl)-dimethyl-
    methan (F. 157°) ...... 313,5 Teile,
    (B) Di-(4-oxyphenyl)-sulfon
    (F.243°) .. ......... 86,0 -
    (C) Dichlordiäthyläther ...... 24.6,o -
    (D) Natronlauge (490/,) ..... 286,0 -
    (E) Wasser ................ 300,0 -
    Man bringt go°/o von (D) sowie das gesamte (E), (A) und (B) in der aufgeführten Reihenfolge in das Reaktionsgefäß und erhitzt unter Rühren auf Rückflußtemperatur. Dann fügt man langsam (C) hinzu und setzt das Erhitzen am _Rückflußkühler 40 Stunden lang fort. Dann wird der Restbetrag von (D) hinzugegeben und das Wasser im Laufe von 1l/2 Stunden abdestilliert, indem man die Temperatur in der Zwischenzeit auf 235° steigert. Auf dieser Höhe wird die Temperatur unter Rühren iol/2 Stunden gehalten. Durch vorsichtiges Zugeben von wenig Wasser während des letztgenannten Zeitraumes kann man eine nicht oxydierende Atmosphäre erzeugen. Das gebildete Harz wird abgekühlt, in kleine Stucke zerschlagen und mit Äthylendichlorid digeriert. Die so erhaltene Lösung wäscht man mit verdünnter Salzsäure, bis das Waschwasser gegen Kongorot sauer reagiert, und hinterher mit Wasser. Die Harzlösung läßt sich durch Abdestillieren einer kleinen Menge Lösungsmittel trocknen und die trockene Lösung zwecks Entfernung von unlöslichen Bestandteilen filtrieren. Will man das feste Harz erhalten, so kann man das Lösungsmittel durch Abdestillieren entfernen. Das Harzendprodukt zeigt keinerlei Neigung, beim Erhitzen zu erhärten, d. h. sich beim Erhitzen zu einer unschmelzbaren, unlöslichen Masse zu polymerisieren. Das vorgenannte Reinigungsverfahren für das Harz erweist sich, wenn man es in einem Lösungsmittel für das Harz durchführt, als besonders vorteilhaft bei den Harzen, welche einen zu hohen Erweichungspunkt besitzen, als daß man sie im Mischer verarbeiten könnte. Die vorgenannte Arbeitsweise, einen Teil des Alkalis zurückzubehalten und erst in einem späteren Stadium zuzufügen, ist insofern von Vorteil, als sie den Schmelzpunkt des Harzendproduktes herabsetzt; in solchen Fällen empfiehlt es sich bisweilen, zusammen mit dem restlichen Alkali noch ein indifferentes Lösungsmittel zuzusetzen, d. h. einen Teil der Harzbildung in einem Lösungsmittel vorzunehmen.
  • Beispiel 3
    Di-(4-oxyphenyl)-dimethylmethan 456 Teile,
    Dichlordiäthyläther ............ 286 -
    Wasser ....... # ............ 45o -
    Natronlauge (5o°/0) ........... 326 -
    Vorstehende Mischung erhitzt man in einer Stickstoffatmosphäre io bis 15 Stunden lang bzw. so lange, bis einige Tropfen des klaren Destillats anzeigen, daß keine freie Halogenverbindung mehr übrig ist, unter Rühren am Rückflußkühter. Das Wasser wird im Laufe von 2 Stunden abdestilliert, wobei man die Temperatur schließlich auf 225 bis `@3o° steigert, letztere wird dann noch 1 2 Stunden lang auf dieser Höhe gehalten. Die Masse hat nunmehr eine äußerst zähflüssige und teigige Beschaffenheit angenommen und wird noch heiß in einen mit Dampfmantel versehenen Werner-Pfleiderer-Mischer gegossen, dreimal mit Wasser und dann mit kleinen Portionen verdünnter Salzsäure so lange gewaschen, bis das 'Naschwasser gegen Kongorot sauer reagiert. Zum Schluß wäscht man wiederum mit Wasser, und zwar so lange, bis sich das Waschwasser im wesentlichen frei von Chlorionen erweist. Dann trocknet man die Masse durch 16stündiges Erhitzen im Vakuum auf 12o bis 125°. Das entstandene Harz ist hart, klar, durchsichtig, blaß gefärbt und außerordentlich zäh und ist unempfindlich gegen Säure, Alkali, Wasser und Licht. Es ist in Alkohol und aliphatischen Kohlenwasserstoff en unlöslich, dagegen löslich in Toluol, Xylol und aromatischen Estern, wie z. B. Phthalsäuredibutylester. Durch einfaches Verdampfen des Lösungsmittels gelingt es innerhalb weniger Minuten, Filme von harter, nicht klebender Beschaffenheit herzustellen; in dieser Hinsicht ähnelt das Harz den Cellüloseabkömmlingen. Mit Ölen und den meisten Celluloseabkömmlingen mischt sich das Harz nicht ohne weiteres, verträgt sich aber mit Benzylcellulose. Beim Erhitzen erhärtet das Harz nicht (wie ein Phenolformaldehydharz), noch trocknet es beim Oxydieren (wie ein durch trocknendes Öl modifiziertes Harz aus mehrwertigem Alkohol und mehrbasischer Säure).
  • Das Reinigungsverfahren für das Harz von Beispiel 3 mit Hilfe eines Lösungsmittels wird durch das folgende Beispiel erläutert: Beispiel 4
    Di-(4-hydroxyphenyl)-di-
    methylinethan ....... 343 Teile,
    Dichlordiäthyläther .... 216 -
    Natronlauge (50'/,) .... 246 -
    Wasser .............. 480 -
    Vorstehende Mischung wird 30 Stunden lang in einer Stickstoffatmosphäre unter Rühren am Rückflußkühler erhitzt, das Wasser abdestilliert und der Rückstand 3 Stunden lang auf 200° erhitzt. Hierauf gibt man eine große Menge Toluol und Wasser hinzu und versetzt die dicke milchige Flüssigkeit mit so viel Salzsäure, bis sie gegen Kongorot sauer reagiert. Das Gemisch wird so lange unter Rühren erhitzt, bis das Harz. gelöst ist, und dann filtriert. Die wäßrige Schicht wird verworfen und die Toluollösung durch Rühren mit frischen Wassermengen gewaschen. Zwecks Entfernung der letztenWasserspurendestilliertinan eine geringe Menge des Toluols ab. Die Toluollösung kann man entweder als solche verwenden oder, falls man das feste Harz zu giewinnen wünscht, das Toluol durch Abdestillieren entfernen, die letzten Spuren vorzugsweise im Vakuum.
  • Beispiel 5
    Di- (4-oxy-3 -methylphe-
    nyl)-dimethylmethan . . 448 Teile,
    Dichlordiäthyläther .... 250 -
    Natronlauge (5o °/o) .... 286 -
    Wasser .............. 415 -
    Vorstehende Mischung wird unter Rühren io Stunden am Rückflußkiihler erhitzt bzw. so lange, bis einige Tropfen des Destillats klar sind. Dann ersetzt man den Rückflußkühler durch einen absteigenden Kühler und destilliert das Wasser im Laufe von 2 Stunden ab, wobei man die Temperatur in der Zwischenzeit auf 225 bis 23o° steigert. Indem man sie 12 Stunden lang auf dieser Höhe hält, gewinnt man eine zähflüssige, opake Masse. Dieselbe wird noch heiß in einen mit Dampfmantel versehenen Werner-Pfleiderer-Mischer gegossen, zwei- bis dreimal mit Wasser und dann so lange mit kleinen Portionen verdünnter Salzsäure gewaschen, bis das Waschwasser gegen Kongorot sauer reagiert. Zum Schluß wäscht man wiederum mit Wasser, bis das Waschwasser im wesentlichen frei von Chlorionen ist. Hierauf wird das Produkt durch 16stündiges Erhitzen im Vakuum auf 13o° getrocknet. Man erhält so ein blaß gefärbtes zähes Harz, welches in Toluol löslich und in Alkohol unlöslich ist. Daraus gegossene Filme trocknen äußerst rasch. Das Harz erhärtet weder beim Erhitzen (wie ein Phenolformaldehydharz) noch oxydiert es sich (wie ein durch trocknendes 01 oder die Säure eines trocknenden 051s modifiziertes Harz aus inehrwertigem Alkohol und mehrbasischer Säure). Beim Trocknen ähnelt dieses ebenso wie andere Ätherharze den Celluloseabköminlingen, indem dasselbe lediglich durch Verdampfen des Lösungsmittels erfolgt. In anderer Hinsicht zeigen jedoch die Ätherharze den Celluloseabkömmlingen gegenüber Vorteile. Letztere besitzen nämlich nur eine äußerst geringe Haltbarkeit und sind auch häufig entflammbar (Nitrocellulose). Die Ätherharze sind äußerst zäh, bilden außerordentlich haltbare Filme und sind unempfindlich gegen Säure, Alkali, Benzin, Alkohol und atmosphärische Einflüsse.
  • Beispiel 6
    Di-(4-oxy-3,5-dichlorphe-
    nyl)-dimethylmethan. . 488 Teile,
    Dichlordiäthyläther .... igi -
    Natronlauge (5o °/o) .... 2i8 -
    Wasser .............. 325 -
    Vorstehende Mischung wird i i Stunden lang am Rückflußkühler erhitzt; dann ersetzt man letzteren. durch einen absteigenden Kühler und destilliert das Wasser ab. Die ersten paar Tropfen sind klar, wodurch angezeigt wird, daß praktisch der gesamte Dichlordiäthyläther in Reaktion getreten ist, und zwar durch Abspaltung von wenigstens einem seiner Chloratome (aber nicht notwendigerweise von beiden). Nach 2stündigem Destillieren kann man die Temperatur der Reaktionsmasse auf ZZo bis 23o° erhöhen. Sie wird dann io Stunden lang auf dieser Höhe gehalten. Dann gießt. man die zähflüssige Masse noch heiß in einen geheizten Werner-Pfleiderer-Mischer, wäscht zwei- bis dreimal mit heißem Wasser, dann so lange mit verdünnter Salzsäure, bis das Waschwasser gegen Kongorot sauer reagiert, und schließlich wiederum mit Wasser, bis das Waschwasser im wesentlichen frei von Chlorionen ist. Die Masse wird 24 Stunden lang im Vakuum bei 12o bis 1Z5° getrocknet. Man erhält so ein ungewöhnlich hartes, zähes Harz, das in Alkohol und Benzin unlöslich, dagegen in Xylol, Äthylendichlorid, Phthalsäuredibutylester und in beträchtlichem Maße auch in rohem chinesischem Holzöl löslich ist. Da das entsprechende, aus Di-(4-oxyphenyl)-dimethylmethan hergestellte Harz in trocknenden ölen größtenteils unlöslich ist (vgl. Beispiel 3), so kann man diese Zunahme der Öllöslichkeit mit Recht der Wirkung der im Harz verbliebenen Chloratome des Kerns zuschreiben. Beispiel i
    Phenolphthalein ....... 159 Teile,
    Dichlordiäthyläther .... 72 -
    Natronlauge (5o °%o) .... 84 -
    Wasser .............. Z'5 - .
    Vorstehende Mischung wird 24 Stunden lang unter Rühren am Rückflußkühler erhitzt, das Wasser abgegossen .und die Masse noch heiß mit 5 o/oiger Salzsäure angesäuert. Dann fügt man eine große Menge Eithylendichlorid hinzu und erhitzt das Gemisch unter Rühren bis zur Lösung der festen Bestandteile. Die wäßrige Schicht wird abgetrennt find verworfen, die Dichlorid-Beispiel 8
    (A) (B)
    o-Kresol . . . . . . . . . : . . . . . . . . . . . . . . io8 Teile (i.o Mol.) 54 Teile ('/2 Mol.)
    Di-(4-oxyphenyl)-dimethylmethan....... 114 - (0;5 - ) i7, - (3/4 - )
    Dichlordiäthyläther..................... . 143 - (i,o - ) 143 - ( I - )
    Natriumhydroxyd ..... . . ... . . . . . . . go - (io Teile go - (io Teile
    Überschuß) ÜberschuB)
    Wasser....... .............::......... 25o - 25o -
    Äthylalkohol........................... 18o - , i8o -
    Das Gemisch aus vorstehenden Bestandteilen wird in beiden Fällen 24 Stunden lang am Rückflußkühler erhitzt, der Alkohol und das Wasser äbdestilliert, eine geringe Menge Xylol hinzugefügt und die Reaktion in Gegenwart dieses Lösungsmittels zu Ende geführt. Zu der letztgenannten Stufe sind etwa 2o bis 25 Stunden bei Rückflüßtemperatur erforderlich. Dann wird die Masse mit Salzsäure angesäuert, wobei die hierzu erforderliche Säuremenge -(nach Abzug des für das überschüssige Alkali verbrauchten Betrages) erkennen läßt, daß über 95 °/o der Polyhalogenverbindung verbraucht worden sind. Das angesäuerte Reaktionsprodukt wird mit Toluol verdünnt, filtriert und mit Wasser ausgewaschen. Toluol und Xylol werden durch Abdestillieren entfernt, und zwar die letzten Anteile in flachen Schalen im Vakuumofen. Das Produkt von Beispiel 8 (A) ist eine dunkle, ölige Masse, die sich gießen läßt und bei Zimmertemperatur mit Leichtigkeit fließt; offenbar ist bei der Ätherbildung keinerlei hochmolekulares Polymeres entstanden. Dagegen ist das Produkt von Beispiel 8 (B), wenn auch vergleichsweise weich und von balsamähnlicher Beschaffenheit, ganz entschieden harzartiger Natur und läßt sich bei Zimmertemperatur weder gießen noch fließt es bei derselben. Das Produkt von Beispiel 8 (.A) fällt außerhalb des Rahmens, im Gegensatz zu demjenigen vonBeispiel 8 (B), welches innerhalb des Rahmens vorliegender Erfindung fällt. Letztere betrifft nämlich die Herstellung von Polymeren bzw. die Bildung von Äthergruppen als Mittel zur Synthese von solchen harzartigen Polymeren, die eine Mehrzahl von Ätherbindungen enthalten.
  • Beispiel g
    (A) Di- (4-oxyphenyl) - diinethyl-
    niethan . . . . . . . . . . . . . 8o3 Teile,
    (B) Äthylendichlorid . : . . . . . . . . 349 # -
    (C) Natronlauge (4970 ....... 585 -
    (D) Wasser . . . . . . . . . . . . 770
    - .
    Lösung zwecks Entfernung der restlichen Feuchtigkeit zum Sieden erhitzt und dann filtriert, um Kochsalz und die übrigen unlöslichen Stoffe -zu entfernen. Will -man das Harz in festem Zustand erhalten, so kann man das Äthylendichlorid durch Abdestillieren entfernen. Man bringt die Bestandteile (A), (C) und (D) in einen Autoklaven und erhitzt unter Rühren auf 5o°. Dann wird (B) hinzugefügt, der Autoklav verschlossen, die Temperatur im Laufe von 3 Stunden auf 1g5° gesteigert und 24 Stunden lang auf 195 bis 225' gehalten: Hierauf wird das Harz angesäuert, in der üblichen Weise in einem geheizten Werner-Pfleiderer-Mischer gewaschen und schließlich durch Erhitzen im Vakuumofen getrocknet. Das Harzendprodukt ist in aromatischen Kohlenwasserstoffen löslich, dagegen in Alkohol und aliphatischen Kohlenwasserstoffen unlöslich. Es ist etwas spröder als das Harz von Beispiel 3, beginnt aber bereits bei etwa 50° zu erweichen. Das vorstehend beschriebene Autoklävenverfahren empfiehlt sich für '' Polyhalogenverbindungeii von niedrigem Siedepunkt und für solche Phenöle, deren Alkalisalze bei den Arbeitstemperaturen unter atmosphärischem Druck in Wasser nur schwer löslich sind. I Häufig sind die Dihalogenkohlenwasserstaffe technisch nur als Mischungen erhältlich. Letztere eignen sich aber gleichfalls zur Herstellung von Ätherharzen, wie aus dem folgenden Beispiel hervorgeht: Beispiel 1o
    Di- (4-oxyphenyl) -dime-
    thylmethan . . . . . : . r r-1. Teile;
    Amylendichloride ...... 67 -
    Natronlauge (5o °/o) .... 83 -
    Wasser ... ...... 200 - -.
    Man erhitzt Di-(q.-oxyphenyl)-dimethylmethan, Wässer. und Natronlauge unter Rühren so lange am Rückflußkühler, bis sich eine dünnflüssige Mischung gebildet hat, dann fügt man die Amylendichloride hinzu und erhitzt 48 Stunden lang am Rückflüßkühler. Nachdem man letzteren durch einen absteigenden Kühler ersetzt hat, destilliert man das Wässer ab, wobei man die Temperatur schließlich auf z45° steigert. Dann säuert rnan die zähfiüssige, teigige Reaktionsmasse mit Salzsäure an; die hierzu erforderliche Menge zeigt eine etwa 7o°/oige Umwandlung der Halogenverbindung an. Hierauf wird zum Lösen des Harzes und des Kochsalzes Toluol und Wasser hinzugefügt, die Salzlösung abgetrennt und verworfen. Die Töluollösung filtriert man, wäscht mit Wasser und destilliert eine geringe Menge Toluol ab, um die restliche Feuchtigkeit zu entfernen. Das feste Harz läßt sich durch Abdestillieren. des Toluols erhalten, wobei die letzten Spuren vorzugsweise H O-CG H4 -C (C H3) .-Co H4-O-C H2-C H2-O-C H, -C H2-Cl, ein normalerweise nicht isoliertes, bei der Einwirkung von Di-(d.-oxyphenyl)-dimethylmethan auf ,ß, ß'-Dichlordiäthyläther entstehendes Zwischenprodukt. Wegen der Schwierigkeit, derartige Verbindungen in auch nur an-H O-Co H4 C (C H3)2-C, H4-0 C H2 C H2 Cl. Die neuen Kunstharze nach der Erfindung sind einer äußerst vielseitigen Verwendung fähig und eignen sich zu den verschiedensten Zwecken: für Überzugsmischungen, als plastische Massen, Binde- und Klebemittel, Glasersatz und Werkstoff für Filme sowie in Form dünner Folien als Einschlagstoffe. Sie verkörpern einen nahezu idealen Typ, besonders was ihre Verwendung zu Überzugsmischun.gen anlangt. Handelt es sich um die Herstellung harter Filme, so erübrigt es sich, eine Wärmebehandlung oder Oxydation anzuwenden. In bezug auf ihre Fähigkeit, lediglich durch Verdampfen des Lösungsmittels äußerst rasch aufzutrocknen, ähneln die neuen Harze den Celluloseabkömmlingen. Sie unterscheiden sich jedoch von den letzteren insofern, als sie äußerst zäh sind, praktisch auf Oberflächen aller Art festhaften, sich nicht verfärben und gegen physikalische und chemische Einflüsse, z. B. Hitze, Licht, Wasser, Säure, Alkali und die gewöhnlichen Lösungsmittel, wie Benzin, aliphatische Alkohole und Ester, außerordentlich unempfindlich sind.
  • Vom chemischen Standpunkt betrachtet beruht ihre Ähnlichkeit mit den Celluloseabkömmlingen wahrscheinlich auf einer neuen, linearen Kondensationsart. Ebenso ist die bemerkenswerte Unempfindlichkeit auf die Tatsache zurückzuführen, daß der Aufbau der Harze mit Hilfe von Ätherverbindungen erfolgt, einer Klasse chemischer Bindungen, die wegen ihrer Beständigkeit gegenüber tiefgreifenden chemischen und physikalischen Einflüssen allgemein bekannt ist. im Vakuum entfernt werden. Aus der Toluollösung gegossene Filme trocknen rasch .und sind äußerst hart. Auch lassen sich die Ätherharze acetylieren (z. B. mit Keten) bzw. nitrieren.
  • Ätherharze der vorstehend beschriebenen Art lassen sich auch durch intermolekulare Reaktion geeigneter organischer Verbindungen herstellen, welche phenolische Hydroxyl-und reaktionsfähige Halogengruppen enthalten. Ein Beispiel einer derartigen Verbindung ist nähernd reinem Zustande zu gewinnen, sowie wegen der sonstigen Schwierigkeiten der Reaktion verdient dieses Verfahren ganz entschieden nicht den Vorzug. Eine weitere hierher gehörende Verbindung ist

Claims (3)

  1. P_1TrNTANSPRÜCHR: i. Verfahren zur Herstellung von Kunstharzen; dadurch gekennzeichnet, daß man ein im wesentlichen nicht polymerisierbares, monomeres, mehrwertiges Phenol auf eine keine Estergruppe enthaltende organische Polylialogenverbindung, deren Halogenatome sämtlich an v er'schiedene Kohlenstoffatome gebunden, sind, die ihrerseits mit anderen Atomen nur in einfacher Bindung stehen, wobei die anderen Atome Kohlenstoff oder Wasserstoff sind, aber mindestens eines von ihnen Kohlenstoff ist, bis zur Bildung einer zähen, bei Zimmertemperatur nicht fließenden Masse einwirken läßt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man als organische Halogenverbindung eine mit einem oberhalb ioo°, vorzugsweise oberhalb 15o° liegenden Siedepunkt verwendet, bei der das Verhältnis von Kohlenstoff zu Halogen vergleichsweise hoch ist, beispielsweise mindestens 3 : ä, vorzugsweise aber 2: i oder noch höher', und bei der die Halogenatome voneinander getrennt sind, beispielsweise bei einer kettenförmigen Verbindung durch mindestens 3 oder .I dazwischenliegende Atome.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und dadurch gekennzeichnet, daß die angewandte organische Halogenverbindung eine oder mehrere Äthergruppen enthält, die vorzugsweise zwischen den Halogenatomen liegen. q.. Verfahren nach Anspruch r bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als organische Halogenverbindung ß, ß'-Dichlordiäthyläther und als mehrwertiges Phenol Di- (4.- oxypheiiyl) - dimethylrnethan verwendet. S. Verfahren nach Anspruch z bis q, dadurch gekennzeichnet, daß die R.eaktioüsmasse außerdemnoch einebeschränkte Menge eines einwertigen Phenols und/oder einer organischen Monohalogenverbindung enthält, deren PIalogenatom an ein Isohlenstoffatom gebunden ist, das seinerseits mit anderen Atomen nur in einfacher Bindung steht.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1148071B (de) * 1960-08-30 1963-05-02 Reichhold Chemie Ag Verfahren zur Herstellung hitzehaertbarer AEtherharze von Bisphenolen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1148071B (de) * 1960-08-30 1963-05-02 Reichhold Chemie Ag Verfahren zur Herstellung hitzehaertbarer AEtherharze von Bisphenolen

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