DE677966C - Aufschliessen von Phosphaten - Google Patents

Aufschliessen von Phosphaten

Info

Publication number
DE677966C
DE677966C DEI58388D DEI0058388D DE677966C DE 677966 C DE677966 C DE 677966C DE I58388 D DEI58388 D DE I58388D DE I0058388 D DEI0058388 D DE I0058388D DE 677966 C DE677966 C DE 677966C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
calcium nitrate
phosphates
digestion
nitric acid
phosphate
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEI58388D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Otto Balz
Dr Heinrich Hamacher
Dr Wilhelm Wagner
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by IG Farbenindustrie AG filed Critical IG Farbenindustrie AG
Priority to DEI58388D priority Critical patent/DE677966C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE677966C publication Critical patent/DE677966C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B25/00Phosphorus; Compounds thereof
    • C01B25/16Oxyacids of phosphorus; Salts thereof
    • C01B25/18Phosphoric acid
    • C01B25/22Preparation by reacting phosphate-containing material with an acid, e.g. wet process

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)

Description

  • Aufschließen von Phosphaten Nach einem bekannten Verfahren zum Auf-schließen von Phosphaten zwecks Gewinnung von festem Calciumnitrat und phosphorsäurehaltigen Lösungen löst man das Phosphat bei erhöhten Temperaturen, z. B. oberhalb 65°, in Salpetersäure und läßt dann aus der heißen Flüssigkeit das C.alciumnitrat als Hydrat durch Abkühlen auskristallisieren.
  • Weiterhin ist ein Verfahren zur Herstellung von Phosphorsäure aus C.alciumphosphaten bekannt, gemäß dem man die Phosphate mit 'einer mindestens 8o%igen Salpetersäure behandelt. Das Verfahren wird in der Weise ausgeführt, daß man das fein gemahlene Phosphat in einem Misch- und Knetapparat oder in einer Kugelmühle allmählich mit der Salpetersäure versetzt und dabei die Masse fortwährend durcharbeitet bzw. vermahlt. Zufolge der frei werdenden Reaktionswärme erhitzt sich die Masse beträchtlich, so .daß also die Umsetzung bei hohen Temperaturen durchgeführt wird.
  • Die vorliegende Erfindung beruht auf der neuen Erkenntnis, daß es gelingt, den Aufschluß auch bei gewöhnlicher Temperatur oder in der Kälte hinreichend schnell durchzuführen, und daß das Arbeiten bei niedrigen Temperaturen erhebliche Vorteile mit sich bringt. Erfindungsgemäß werden so niedrige Temperaturen und solche Konzentrationen angewendet, daß die Abscheidung des Calciumnitrats bereits während oder unmittelbar nach der Umsetzung eintritt. Das Verfahren wird z. B. in der Weise ausgeführt, daß man die zur Verwendung gelangende Salpetersäure mittlerer Konzentration, vorteilhaft eine solche von 55 bis 65 Gewichtsprozent, zunächst vorkühlt und s_e dann mit der zu verarbei= tenden Phosphatmenge zusammenbringt, wobei man dafür sorgt, däß im Reaktionsgut eine genügend tiefe Temperatur ,aufrechterhalten bleibt, so daß das Calciumnitrat unmittelbar .auskristallisieren kann. Im allgemeinen genügt hierzu eine Temperatur von etwa 10 bis 15"; Temperaturen oberhalb 25' sind zu vermeiden. 'Mit der Beendigung des Eintragens des Rohphosphats in die Salpetersäure ist meistens auch bereits die Abscheidung des Calciumnitrats beendet. Kristallisationsverzögerungen, mit denen man bei der Abscheidung von Calciumnitrat aus heißen Aufschlußlösungen zu rechnen hat, treten.hier nicht auf.
  • Das Verfahren liefert gut kristallisiertes Calciumnitrat, das sich durch eine sehr gute Abtrennbarkeit auszeichnet. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, daß nach dem in der Kälte durchgeführten Aufschluß die Verunreinigungen des Rohphosphats in einer gutartigen, die Filtration des Niederschlags nicht hemmenden Form vorlegen, «während bei dem bekannten Aufschluß in der Wärme die Abtrennung des Calciumnitrats zufolge der beigemengten Verunreinigungen organischer und anorganischer Art vielfach erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens besteht darin, daß die im Rohphosphat enthaltenen Fluorverbindungen infolge der niedrigen Aufschlußtemperatur wenig oder gar nicht angegriffen werden. Dies hat zur Folge, daß nach der Abtrennung des ausgeschiedenen Calciumnitrats bei der Weiterverarbeitung der phosphorsäurehaltigen Mutterlauge' auf Phosphate bzw. phosphathaltige Mischdünger, insbesondere durch Neutralisation mit Ammoniak, Produkte erhalten werden, die eine ausgezeichnete Zitratlöslichkeitaufweisen.
  • Das ausgeschiedene Calciumnitrat stellt bei Verwendung von etwa 55 bis 57 0loiger Salpetersäure als Aufschlußsäure im wesentlichen ein Gemisch von Calciumnitrattetrahydratnnd einem bisher unbekannten sauren Salz von der Formel 3 Ca(h03)2 # 12 H.0. HNO3 dar. Bei Anwendung höher konzentrierter Säuren, etwa einer solchen von 6o %, verschiebt sich das Verhältnis der beiden Salze weitgehend zu Gunsten des sauren Salzes.
  • Die Salpetersäure wird zweckmäßig in einem solchen überschuß angewendet, daß nach der Abtrennung des Calciumnitrats eine Mutterlauge zurückbleibt, die bei ihrer W eiterverarbeitung auf Düngesalze das gewünschte Stickstoff-Phosphorsäure-Verhältnis liefert. So wird z. B. bei Anwendung eines etwa 2oojoigen Überschusses einer 6oo/oigen Salpetersäure' über die theoretische Menge nach der Entfernung des bei etwa i2' ausgefallenen Calciumnitrats ein Filtrat erhalten, das nach der Neutralisation mit Ammoniak ohne Zusatz weiterer Düngesalze einen Mischdünger mit dem Nährstoffverhältnis N:P.O3 von etwa i : i ergibt.
  • Nach dem Verfahren können mit gleich gutem Erfolg beliebige wasserunlösliche Phosphate, insbesondere Mineralphosphate, wie Pebblephosphat oder b,Iarokkophosphat oder irgendeine andere Phosphatsorte oder deren Gemische in gemahlener oder geschroteter Form aufgeschlossen werden. Beispiel i In 235 Gewichtsteile auf 12° gekühlte 59%ige Salpetersäure werden innerhalb 3o Minuten ioo Teile geglühtes grob gemahlenes Marokkophosphat unter Rühren eingetragen. Dabei wird eine Temperatur von etwa 12' innerhalb der Reaktionsmasse durch Kühlung aufrechterhalten. Das Rohphosphat setzt sich mit der Salpetersäure während des Eintragens unter Bildung von Calciumnitrat und Phosphorsäure um, und Calciumnitrat scheidet sich in gut kristallisierter Form aus. Nach dem Eintragen des Rohphosphats ist auch die Abscheidung des Calciumnitrats beendet. Durch -Abtrennen der ausgeschiedenen Kristalle von der Mutterlauge erhält man igo Teile feuchtes Calciumnitrat,, das zu ehva 300!o aus dem Salz 3 Ca (N O3)2 # 12 H2 O # 1'I 1V 03 besteht.
  • Verarbeitet man die gleichen Mengen Rohphosphat und Salpetersäure ohne Kühlung, so stellt sich in der Reaktionsmasse eine Temperatur von 70' und mehr ein. Kühlt man nun nach beendigter Umsetzung das Aufschlußgut innerhalb i Stunde auf i2' ab, so beginnt erst nach etwa ¢ Stunden Calciumnitrat aus der viscosen Lösung auszukristallisieren. Beispiel 2 In i4.o Teile auf 17' gekühlte 630'oige Salpetersäure «-erden unter Rühren und Aufrechterhaltung dieser Temperatur innerhalb ¢o Minuten 5o Teile geglühtes Marokkophosphat mit einer Korngröße von bis zu etwa i mm eingetragen. Durch Filtrierer. erhält man 6o Teile feuchtes Calciumnitrat, das praktisch vollständig aus dem Salz 3 Ca (N 0,j) 2 . i 2 H.. O .11 \ 03 besteht.
  • ' Führt man die Umsetzung der gleichen Mengen Ausgangsstoffe bei 70' durch, so erhält man nach dem Abkühlen der Reaktionsflüssigkeit auf 17° eine zähflüssige Lösung, aus der sich erst nach etwa 3 bis 5 Stunden Calciumnitratkristalle abzuscheiden beginnen.

Claims (1)

  1. PATEN TANSPRUCii Verfahren zum Aufschließen von Phosphaten mit Salpetersäure unter Abscheidung von Calciumnitrat aus der Reaktionsflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufschluß bei niedrigen Temperaturen, vorzugsweise nicht oberhalb 25°, und mit einer Säure von mittlerer Konzentration, vorzugsweise von etwa 55 bis 65 Gewichtsprozent, durchgeführt wird unter Abscheidung des Calciumnitrats während oder unmittelbar nach der Umsetzung.
DEI58388D 1937-06-27 1937-06-27 Aufschliessen von Phosphaten Expired DE677966C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI58388D DE677966C (de) 1937-06-27 1937-06-27 Aufschliessen von Phosphaten

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI58388D DE677966C (de) 1937-06-27 1937-06-27 Aufschliessen von Phosphaten

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE677966C true DE677966C (de) 1939-07-06

Family

ID=7194764

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEI58388D Expired DE677966C (de) 1937-06-27 1937-06-27 Aufschliessen von Phosphaten

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE677966C (de)

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE927876C (de) * 1953-01-06 1955-05-20 Gewerk Victor Chem Werke Verfahren zur Herstellung von Mehrstoffduengemitteln
DE953977C (de) * 1953-11-05 1956-12-13 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von reinen Nitraten aus salpetersauren Loesungen von Calciumphosphaten
DE1047802B (de) * 1956-01-02 1958-12-31 Chem Fab Kalk Ges Mit Beschrae Verfahren zur Herstellung von Mehrnaehrstoffduengemitteln
DE1150397B (de) * 1959-04-06 1963-06-20 Jan Cerny Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Kristallisation und Gewinnung von Calciumnitrattetrahydrat aus Loesungen von mit Salpetersaeure aufgeschlossenen Rohphosphaten

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE927876C (de) * 1953-01-06 1955-05-20 Gewerk Victor Chem Werke Verfahren zur Herstellung von Mehrstoffduengemitteln
DE953977C (de) * 1953-11-05 1956-12-13 Norsk Hydro Elek Sk Kvaelstofa Verfahren zur Gewinnung von reinen Nitraten aus salpetersauren Loesungen von Calciumphosphaten
DE1047802B (de) * 1956-01-02 1958-12-31 Chem Fab Kalk Ges Mit Beschrae Verfahren zur Herstellung von Mehrnaehrstoffduengemitteln
DE1150397B (de) * 1959-04-06 1963-06-20 Jan Cerny Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Kristallisation und Gewinnung von Calciumnitrattetrahydrat aus Loesungen von mit Salpetersaeure aufgeschlossenen Rohphosphaten

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3148423C2 (de)
DE2429030A1 (de) Verfahren zur herstellung von kristallinem harnstoffphosphat
DE2060683C2 (de) Verfahren zur Isolierung von reinem kubischen oder hartem hexagonalen Bornitrid
DE677966C (de) Aufschliessen von Phosphaten
DE661956C (de) Verfahren zur Herstellung eines kalkhaltigen Mischduengers
DE2108857C3 (de) Verfahren zur Herstellung kristallisierter Pyrophosphorsäure
DE2540779A1 (de) Verfahren zur herstellung von festem ammoniumphosphat
DE716217C (de) Verfahren zur Herstellung von Phosphorsaeure aus Rohphosphaten
DE573284C (de) Verfahren zur Herstellung von Kalksalpeter und Phosphorsaeure oder Stickstoff- und Phosphorsaeureduengemitteln
DE953977C (de) Verfahren zur Gewinnung von reinen Nitraten aus salpetersauren Loesungen von Calciumphosphaten
DE579627C (de) Verfahren zur Herstellung von Duengemitteln, die mehrere Duengerkomponenten enthalten
DE967522C (de) Verfahren zur Herstellung eines lagerbestaendigen, stickstofffreien Phosphatduengemittels oder Beifuttermittels
DE1011861B (de) Verfahren zur Herstellung von Ammonnitrat und Calciumcarbonat
DE1592081C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Strontiumnitrat aus Rohphosphat
DE727142C (de) Verfahren zum Aufschliessen von Rohphosphaten
DE549540C (de) Verfahren zur Herstellung von konzentrierten Duengemitteln
DE2043346B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Kryolith
AT204054B (de) Verfahren zur Herstellung eines Harnstoff und Ammonsulfat enthaltenden Düngemittels
DE829168C (de) Verfahren zur Herstellung von reinem, gut kristallisiertem Hexanitrodiphenylamin
AT124258B (de) Verfahren zum Aufschluß von Kalziumphosphat und zur Trennung seines Kalk- und Phosphorsäuregehaltes.
AT239193B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Phosphorsäure
DE937167C (de) Verfahren zur Herstellung eines streufaehigen, stabilen und lagerbestaendigen Mischduengers
DE603253C (de) Herstellung von Ammontrinitrat
DE568086C (de) Verfahren zur Herstellung von Duengemitteln
US2252281A (en) Process of decomposing waterinsoluble phosphates