DE676129C - Vorrichtung zur Gewinnung von OEl aus Walfleisch - Google Patents
Vorrichtung zur Gewinnung von OEl aus WalfleischInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C11B—PRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
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Description
- Vorrichtung zur Gewinnung von Öl aus Walfleisch Bei einer bekannten Art von Ölgewinnungsapparaten, die zur Zeit in der Walindustrie allgemein angewendet werden, findet das Ölauskochen durch Einfüllen des Gutes in eine Siebtrommel statt, die in einer Kochtrommel umläuft, in welcher das Gut der Einwirkung von Dampf von erhöhtem Druck und bei erhöhter Temperatur 5 bis 6 Stunden lang ausgesetzt wird. Der kondensierte Kochdampf zusammen mit dem ausgeschmolzenen Öl, ausgepreßten Flüssigkeiten und wasserlöslichen Teilen sowie fein zerteiltem Bindegewebe des Ausgangsgutes (Leimwasser) werden bei diesen Apparaten während des Kochens ununterbrochen durch eine Leitung entfernt, die von dem niedrigsten Teil des Kochers zu einem ölscheider führt.
- Bei dieser Vorrichtung und Arbeitsweise findet das Auskochen als ein reines Dampfkochen statt, wobei das Öl in einer Dampfatmosphäre ausgeschmolzen wird.
- Beim Kochen von Fleisch oder Materialien, die größere Mengen Blut und verhältnismäßig geringe Mengen Fett enthalten, ergibt indessen diese Kochvorrichtung sehr dunkle Öle. Aus dem Rückenfleisch von Walen erhält man dabei z. B. dunkle Öle, entsprechend einer dritten und vierten Güte Walöl, selbst wenn von vollständig frischem Gut ausgegangen wird, das bei anderen Kochverfahren Öl von einer ersten und zweiten Güte ergibt.
- Die dunkelsten Öle erhält man zu Beginn des Kochens; gegen Schluß des Kochens nimmt die Farbe des erhaltenen Öls gleichmäßig ab. Die Ursachen für diese Verfärbung des Öls, die auf Grund der Güteverringerung einen wirtschaftlichen Nachteil bedeutet und welche die Anwendung dieses Kochverfahrens unvorteilhaft macht, sind folgende: r. Durch das Erhitzen im Dampf zieht sich das Gut zusammen, d. h. es tritt eine Koagulation der organischen Gewebe von der Oberfläche des zerteilten Gutes aus ein. Dadurch werden Blut und Gewebesäfte zusammen mit dem Fett ausgepreßt. Auf Grund der schlechten Wärmeleitungsfähigkeit der organischen Gewebe werden die Blutfarbstoffe bereits ausgepreßt, bevor sie die Koagulationstemperatur erreichen. Das unkoagulierte Blut bzw. dessen Farbstoffe lösen sich daher leicht im Öl und bewirken eine Dunkelfärbung. Da die Löslichkeit der unkoagulierten Blutfarbstoffe in dem Öl bedeutend größer ist als die der koagulierten, erhält man zu Beginn des Kochens, ehe die Blutfarbstoffe vollständig koaguliert sind, bedeutend dunklere Öle. In dem Maße .wie das Kochen fortschreitet und die Masse durchwärmt wird, wird alles Blut koaguliert und die Löslichkeit der Blutfarbstoffe verringert, weshalb das Öl dann heller wird.
- Je fettärmeres Material gekocht wird, desto dunkleres Öl erhält man, da die Menge der gelösten Blutfarbstoffe verhältnismäßig größer wird. Es ist im übrigen vom Vakuumkochen von Walfleisch her, das bei etwa 8o° erfolgt, bereits bekannt, daß unkoaguliertes Blut eine größere Löslichkeit in Ölen als koaguliertes Blut hat. 2. Nach dem jetzt üblichen Verfahren des Kochens in einer Dampfatmosphäre werden das gesamte Blut, Fett und die Gewebeflüssigkeiten zusammen mit dem Kondensat des Kochdampfes ununterbrochen am niedrigsten Teile des Kochers entfernt. Dabei wird das' ausgepreßte Öl neben dem gelösten Blutfarbstoff sowohl durch den Dampf als auch durch die eingeschlossene Luft des Fleisches stark oxydiert. Durch diese Oxydation werden auch aus den sonstigen Bestandteilen des Öles, wie Eiweißstoffen, Leimstoffen u. dgl., dunkel gefärbte Stoffe gebildet. Diese Verfärbung des Öles findet hauptsächlich in dem letzten Teil des Kochvorganges statt, nachdem das Gut längere Zeit hohem Druck und hoher Temperatur ausgesetzt ist. Diese Dunkelfärbung ist nicht so ausgeprägt wie die Verfärbung, die durch die Lösung der Blutfarbstoffe in den Ölen auftritt.
- Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Anordnung an Vorrichtungen ähnlich der obenerwähnten Art, wodurch es ermöglicht wird, die Hauptursache der Verfärbung der Öle zu vermeiden; erfindungsgemäß wird dafür gesorgt, daß das in der Siebtrommel befindliche Gut während des wesentlichsten Teiles der Kochzeit in wäßriger Flüssigkeit umlaufen kann. Hierdurch erreicht man eine rasche Koagulation des .Gutes sowie ein Auskochen, bei dem die oxydierende Wirkung der Luft beseitigt ist. Dies wird dadurch erreicht, daß die zum stetigen Austragen des zerkleinerten Gutes in ungetrenntem Zustande dienende Ablauföffnung in erheblicher Höhe .oberhalb des Bodens des Kochgefäßes angebracht ist.
- Eine Ausführungsform einer in Übereinstimmung mit der Erfindung eingerichteten Anlage ist in beiliegender Zeichnung veranschaulicht, in der i die Kochtrommel, 2 die in der Kochtrommel umlaufende Siebtrommel, 3 den Ölscheider bezeichnet. a, b, c, d, e bezeichnen Leitungen mit Ventilen, die den Kocher mit dem Ölscheider verbinden; f bezeichnet das Druckabblasventil des Kochers; g die Auslaßöffnung zum stetigen Austragen des zerkleinerten Gutes.
- Bei der Verwendung der in der Zeichnung gezeigten Anlage wird in folgender Weise gearbeitet: Nachdem eine Beschickung in den Kocher gefüllt ist, wird das von der vorhergehenden Kochurig in dem Ölseheider unter etwa 3,4 kg/cm' Druck stehende warme Leimwasser durch eine Leitung a-b zu dem Kocher zurückgeführt, welcher mit warmem Leimwasser gefüllt wird, und der Siebzylinder in Umlauf versetzt. Dampf und Gas werden dabei durch das offen gehaltene Druckabblasventil f aus dem Kocher ausgetrieben. Sofort, nachdem der Kocher gefüllt ist, wird Dampf zugeführt. Durch die große Menge hocherhitzten Leimwassers, die im Augenblick zugeführt wird, erreicht man eine schnelle und vollständige Koagulation des Kocherinhaltes, wodurch ein Lösen von urikoaguliertem Blutfarbstoff in dem Öl verhindert wird.
- Nach 15 Minuten langer Erhitzung wird das Leimwasser zu dem Ölscheider durch eine Leitung-g-c zurückgeführt, die so hoch an dem Kocher angebracht ist, daß die zusammengepreßte Masse in Flüssigkeit untergetaucht liegt. Dadurch wird die oxydierende Einwirkung von lufthaltigem Dampf vermieden, da dieser keine Gelegenheit zum Einwirken auf das Öl in einer Dampfatmosphäre hat, denn das Öl ist ja sofort nach dem Ausschmelzen von einer Flüssigkeitsschicht umgeben. Selbst aus sehr magerem Fleisch erhält man so ganz helle Öle.
- Nach 3 bis 4 Stunden Kochen ist das Gut völlig vom Öl befreit, worauf die überflüssige Kochbrühe auf gewöhnliche Weise durch Überführungsleitung d-e in den Ölscheider übergeführt wird.
- Durch das Kochen in der Brühe spart man etwa i bis 2 Stunden Kochzeit.
Claims (2)
- PATCNTANSPRÜCHR: i. -Vorrichtung zur Gewinnung von Öl aus Walfleisch durch Druckkochung in einem mit umlaufender Siebtrommel versehenen Kochgefäß, aus dem das zerkleinerte Gut, das Öl und die wäßrige Flüssigkeit in ungetrenntem Zustande stetig in einen Aufnahmebehälter übergeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die zum stetigen Austragen der ungetrennten Bestandteile dienende und mit dem Aufnahmebehälter durch Rohrleitung verbundene Auslaßöffnung (g) in einer solchen Höhe über dem Boden des Kochgefäßes angeordnet ist, daß das in der Siebtrommel befindliche Gut in wäßriger Flüssigkeit umläuft.
- 2. Vorrichtung gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem unteren Teil des Aufnahmebehälters und dem Kochgefäß eine Leitung für die Zurückführung von heißem Leimwasser aus dem Ölbehälter zum Kochgefäß vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH148904D DE676129C (de) | 1936-09-20 | 1936-09-20 | Vorrichtung zur Gewinnung von OEl aus Walfleisch |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE676129C true DE676129C (de) | 1939-05-26 |
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| DEH148904D Expired DE676129C (de) | 1936-09-20 | 1936-09-20 | Vorrichtung zur Gewinnung von OEl aus Walfleisch |
Country Status (1)
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- 1936-09-20 DE DEH148904D patent/DE676129C/de not_active Expired
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