DE713599C - Verfahren und Vorrichtung zum Aufschliessen und Trocknen wasserhaltiger organischer, insbesondere tierischer Abfaelle - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Aufschliessen und Trocknen wasserhaltiger organischer, insbesondere tierischer Abfaelle

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DE713599C
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August Sommermeyer
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    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23KFODDER
    • A23K10/00Animal feeding-stuffs
    • A23K10/20Animal feeding-stuffs from material of animal origin
    • A23K10/26Animal feeding-stuffs from material of animal origin from waste material, e.g. feathers, bones or skin

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Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum Aufschließen und Trocknen wasserhaltiger organischer, insbesondere tierischer Abfälle Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufschließen und Trocknen wasserhaltiger organischer, insbesondere tierischer Abfälle mittels aus dem Eigenwasser des Gutes erzeugten, im.Kreislauf durch Gutbehälter und einen Überhitzer hindurchgeführten überhitzten Dampfes.
  • Der Erfinder hat bereits ein Verfahren zur Verarbeitung von Fischen. Fischabfällen, Tierkadavern, Schlachtabfällen und ähnlichen Ausgangsstoffen durch Aufschließen in einer sich drehenden Siebtrommel und anschließendes Trocknen der Aufschlußmasse vorgeschlagen, bei dem die Abgase des Trockners, gegebenenfalls im Gegenstrom, auf die in der Siebtrommel aufzuschließende :Masse geleitet werden. Die Gutbehandlung wird hierbei in zwei getrennten Behältern, einem Aufschließbehälter und einem Trockner, durchgeführt, und zwar nur mit einem teilweisen Kreislauf, denn von den aus der Aufschließvorrichtung durch einen Ventilator abgesaugten Abgasen wird nur ein Teil den Feuergasen zugemischt, um deren Temperatur herabzusetzen, wogegen derÜberschuß niedergeschlagen oder zurRohgutv orwärmung benutzt oder ins Freie geleitet wird.
  • Während bei diesem bekannten Verfahren in dem Teilkreislauf ein Gemisch aus Verbrennungsgasen und Wasserdampf strömt, hat der Erfinder später vorgeschlagen, es dadurch zu verbessern, daß überhitzter Wasserdampf zum Trocknen der Aufschlußmasse und der hierbei erhaltene Abdampf zum Aufschließen des Rohgutes verwendet, darauf in bekanntem Kreislaufprozeß in einer Erhitzungsanlage erhitzt und zur weiteren Trocknung und Aufschließung benutzt wird. In dem Zusatzverfahren bleiben die Trennung der flüssigen von den festen Gutbestandteilei! (durch eine Siebtrommel), das Aufschließe und Trocknen in zwei getrennten Behälter.. und eine Abpressung des Aufschlußgutes vöi`-dem Trocknen wie im Hauptverfahren bestehen, und nur das im Kreislauf strömende Mittel ist ein anderes.
  • Während die beiden bekannten Verfahren in Fließarbeit und bei atmosphärischem Druck durchgeführt werden, wird gemäß der vorliegenden Erfindung so vorgegangen, daß man bei satzweisem Aufschließen und Trocknen in einem gemeinsamen Behälter unter Ausschluß einer Trennung der festen und flüssigen Wertstoffe des Gutes zuerst die im dampfdicht abgeschlossenen Kreislauf entlialtene Luft und etwaige vom Gut freigesetzte Gase durch den Gutbehälter und den Überhitzer hindurch umwälzt und mit diesem Wärmeträger die Verdampfung -des Guteigenwassers einleitet, darauf das dabei entstehende, zunehmend wasserdampfreicher werdende Dampfluftgemisch so lange in seiner ganzen Menge im Irreislauf bewegt, bis die im Gutbehälter verdampfte Wassermenge den vorgesehenen Überdruck herbeigeführt hat, und dann durch stetiges Entfernen eines Teiles des Dampfluftgemisches unter Fortführung des Kreislaufes den Höchstdruck im Gutbehälter aufrechterhält und allmählich senkt.
  • Nach den beiden bekannten Verfahren wird der Arbeitsgang entweder mit ein-ein sehr heißen Gas (Verbrennungsgasen), das sogar gekühlt werden muß, oder aber mit Kesseldampf, der dein Gut noch Nässe zuführt (Naßverfahren), eingeleitet, in beiden Fällen also mit gasförmigen Mitteln, die das Gut sofort kräftig angreifen. Hierzu steht das Verfahren der Erfindung dadurch im Gegensatz, daß die Behandlung des Gutes mit Luft, d. 1i. niit einem schlechten Wärmeleiter, als Wärmeträger eingeleitet wird. Da mit dem Gut kein Fremddampf (Kesseldampf) in Berührung gebracht wird und die festen und flüssigen \Vertstoffe des Gutes nicht voneinander getrennt werden, gehört das Verfahren der Erfindung zu den sog. Trockenverfahren.- Von ihnen galt es bisher als feststehend, daß sie ausschließlich mit indirekter Zufuhr (durch die Behälterwand hindurch) von Fremddampfwärine ausgeübt werden könnten. weil ihr Erzeugnis ein Gemisch aus Fett oder Öl und trockenem Tiermehl ist, dessen Wassergehalt gewünschtenfalls noch unter der Luftfeuchtigkeit liegen kann. Man war mithin an eine Dainpfkesselanlage gebunden.
  • Die Erfindung lehrt demgegenüber, wie man das Trockenverfahren, (las wegen fler überlegenen Güte seiner Erzeugnisse besonders wertvoll ist, ohne die raumungünstige, ,schwerfällige sowie im Bau und Betrieb kost-..pielige Dampfkesselanlage finit einer über-2,- gehend einfachen direkten Wärmezufuhr irchführen kann, und zwar mit Hilfe eines Wärmeträgers für die Einleitung der Behandlung, dessen Wärmeleitfähigkeit so gering ist, daß seine Eignung sich nicht vorhersehen ließ.
  • Außer der Verwendung der in dem Kreislauf eingeschlossenen Luft als Wärmeträger umfaßt das erfindungsgemäße Verfahren auch teilweise bekannte Merkmale. So hat inan schon vor langer Zeit vorgeschlagen, in einem geschlossenen Gefäß das Rohgut in satzweiser Arbeit nur in dem aus dem abtropfenden Wasser entwickelten Dampf zu kochen, aber das Gut liegt dabei auf einem Siebboden; die festen und flüssigen Wertstoffe «-erden voneinander getrennt, und eist kein Kreislauf vorhanden.
  • Für ein Fließverfahren zum Entwässern tark wasserhaltiger, ölenthaltender Stoffe s s (z. B. Walfleisch), bei dein zur Entfernung des Restwassers 01 und überhitzte Dämpfe verwendet werden, wurde ferner vorgeschlagen, diese Dämpfe zusammen mit dein aus dein Gut verdampften Wasser durch einen Vakuumkompressor anzusaugen, zu verdichten, einen Teil davon über den Überhitzer wieder dem Öl zuzuführen und die übrigen Dämpfe beliebig zu verwenden. Gemäß der Erfindung läuft jedoch das gesamte strömende Mittel tun und wird nicht verdichtet, sondern der Überdruck wird ausschließlich durch die -zunehmende Wasserverdampfung erzeugt.
  • Der Erfinder hat weiterhin ein kontinuierliches Verfahren zur trockenen Verarbeitung von Tierkörpern, Schlachtabfällen u. dgl. angegeben, aber unter Verwendung einer Siebtrommel finit Kesseldampfz:ufuhr für die Einleitung des Arbeitsganges, also mit Abtrennung von flüssigen Bestandteilen, die aufgestaut werden, um die Behandlung fortführen zu können, die sich ohne einen Kreislauf des @\'ärineträgers vollzieht.
  • Bei der Verwertung von Tierkörpern usw. ist schließlich die Anwendung von Röhrenerhitzern bekannt, und zwar beispielsweise in einem Verfahren zur Aufschließung und Trocknung finit Hilfe von Wasserdampf und Lösungsmitteln, wobei jedoch der Röhrenerhitzer in der ersten Arbeitsstufe (Wasserdampfbehandlung) lediglich die gelösten Fette aufnimmt und in der zweiten Stufe als Benzinverdampfer dient. In einem anderen Falle ist der Röhrenerhitzer lediglich der in das Fundament des Apparates einbebaute Dampfkessel. In beiden Fällen wird das Gut in zwei gesonderten Behältern (durch eine Siebtroinmel bzw. ein festes Sieb getrennte Aufschließ-und Trockenräume) behandelt, d. h. unter Trennung der festen und flüssigen Anteile.
  • Alle bekannten Merkmale sind also bisher unter anderen Bedingungen angewendet wor= den, als die Erfindung sie vorschreibt. Zu dem Wegfall einer der Heizdampferzeugung dienenden Dampfkesselanlage treten weitere beachtliche Vorteile .des Erfindungsgegenstandes. Das Trockenverfahren gemäß der Erfindung ist so einfach und billig, daß es sich auch für kleine Durchsatzmengen eignet, zumal die Behandlungsdauer kurz ist und die dem Verfahren entsprechende Einfachheit der Vorrichtung die Bedienung auch für ungeschulte Kräfte leicht macht. Die Anlage läßt sich wegen ihres geringen Umfanges in beschränkten Räumen unterbringen und auch fahrbar machen.
  • Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
  • Zur Aufnahme des Gutes dient ein einwandiger Auf schließ- und Trockenbehälter a mit einem Rührwerk b, das während des Betriebes vom Antrieb c dauernd gedreht wird. Der Behälter a hat beispielsweise an einer Stirnwand einen Einfüllstutzen ä und an der anderen Stirnwand einen Entleerungsstutzen ä', die beide dampfdicht verschließbar sind. In beliebiger Stellung -zum Behälter a ist diesem ein Röhrenüberhitzer d zugeordnet, der im wesentlichen aus zwei durch Rohre e verbundenen Rohrkammern e' und e' besteht. Die auf dem Rost f erzeugten Verbrennungsgase bestreichen die Rohre e und ziehen durch die Esse f' ab.
  • Beispielsweise von dem Einfüllstutzen ä des Behälters a führt zur Rohrkammer e' eine Rohrleitung g, die ein fest eingestelltes Abblaseventil 1a (Sicherheitsventil) trägt und einen dampfdicht gekapselten Ventilator i enthält, während die Rohrkammer e" durch eine Leitung k mit dem anderen Ende des Behälters a verbunden ist. Der Ventilator i wälzt zunächst die Luft, dann das Dampf-Luft-Gemisch und schließlich den Dampf auf dem Wege a-g-i-e =e-e"-k-a .dauernd um. Bei Erreichung des Höchstdruckes in den Umlaufräumen führt das Abblaseventil k den Gemischüberschuß ab. Um den Druck dann mehr oder weniger bald sinken zu lassen, kann das Ventil h auf einen niedrigeren Druck einstellbar oder es kann ihm ein zweites, beliebig verstellbares Abblaseventil zugeordnet sein.
  • Zur Regelung der Heizgaste#mperatur kann von dem Schornstein f' ein Abzweig f" zum Feuerraum f führen, .der entsprechend der Einstellung je eines im Abzweig und im Schornstein angeordneten Drosselorganes »i und az einen Teil :der im überhitzer d abgekühlten Verbrennungsgase in dessen Züge zurückleitet. Die Einzelheiten der Vorrichtung können im Rahmen der Erfindung vom gezeichneten Beispiel abweichen. Statt" Gleichstromes kann Gegenstrom im Überhitzer d vorgesehen werden; .die Anschlüsse der Verbindungsleitungen g und t können quer unmittelbar an -dem Behälter a angebracht sein, wobei man .die Druckleitung k vorzugsweise tangential in .den Mantel a münden läßt, usw. Beispiel In einen Aufschließbehälter a von rund 1 700 1 Inhalt werden etwa iooo kg grob zerteilter Tierkörper durchschnittlicher Güte eingebracht. Nach =dem Schließen des Füllstutzens ä wird der Ventilator i angestellt und. der gasförmige Inhalt des Behälters a sowie .des Röhrenerhitzers e in Umlauf gesetzt. Ein in üblicher Weise am Behälter a vorhandener Probier- oder Lufthahn kann während des ganzen Betriebes offen bleiben.
  • Das bei seinem Umlauf in dem Erhitzer e Wärme aufnehmende Gemisch aus Luft und vom Gut freigesetzten Gasen bringt den Behälter a und seine dauernd bewegte Beschickung unter Aufnahme der frei werdenden Gutfeuchtigkeit in ungefähr 20 bis 30 Minuten auf ioo° C. Das sich nunmehr sehr rasch -mit Wasserdampf anreichernde Gemisch gelangt in weiteren io bis 15 Minuten auf einen Überdruck von ,beispielsweise 3 atü. Bei der damit eingeleiteten Aufschließung steigt der Überdruck bald über die vorgesehene Höhe, infolgedessen öffnet sich das fest eingestellte Abblaseventil la und läßt das überschüssige Gemisch dauernd entweichen. Zunächst werden so die Luft und die Gase mit Dampf sowie später auch der reine Wasserdampf aus dem Umlauf entfernt. Zwecks Beschleunigung des auf das Aufschließen unmittelbar folgenden Trocknens kann man zu einer geeigneten Zeit auch das zweckmäßig vorzusehende verstellbare Abblaseventil öffnen, um den Überdruck stärker sinken zu lassen. Die Beendigung der Behandlung wird durch Entnahme von Proben,des imBehältera entstehenden Fleischbreies festgestellt.
  • Bei einer Dauer der Aufschließung und .Trocknung von etwa 11/4 bis il/, Stunden ergibt sich eine Gesamtarbeitsdauer von ungefähr 2 bis 21/4 Stunden. Man öffnet dann den Entleerungsstutzen ä' und fängt den auslaufenden Brei aus Fett und Tiermehl so auf, daß das freie Fett sofort einem Sammelbehälter zufließt. Der übrige Brei wird durch Schleudern oder Pressen in seine beiden Bestandteile getrennt; bei Rohgut von mittlerer Güte beträgt die Ausbeute ungefähr io bis 12 °;fo Fett und ungefähr 30 °fo Tiermehl. seiner ganzen Menge im Kreislauf bewegt, bis die im Gutbehälter verdampfte Wassermenge den vorgesehenen Überdruck herbeigeführt hat und dann durch stetige Entfernen eines Teiles des Dampf-Luft-Gemisches unter Fortführung des Kreislaufes den Höchstdruck im Gutbehälter aufrechterhält und allmählich senkt.
  • 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein einwandiger Rührwerkaufschließapparat mit einem Überhitzer. vorzugsweise einem Röhrenüherhitzer. durch eine Hin- und Rückleitung verbunden ist, von denen die erstere einen Ventilator und ein fest eingestelltes Abbla3eventil enthält.
  • 3. Vorrichtung nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß dem fest eingestellten Abblaseventil noch ein beliebig verstellbares Abblaseventil zugeordnet ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Aufschließen und Trocknen wasserhaltiger organischer, insbesondere tierischer Abfälle mittels aus dem Eigenwasser des Gutes erzeugten, im Kreisläuf durch Gutbehälter und einen Überhitzer hindurchgeführten und dabei überhitzten Dampfes, dadurch gekennzeichnet, daß man bei satzweisem Aufschließen und Trocknen in einem gemeinsamen Behälter unter Ausschluß einer Trennung der festen und flüssigen Wertstoffe,des Gutes zuerst di!e im dampfdicht abgeschlossenen Kreislauf enthaltene Luft und etwaige vom Gut freigesetzte Gase durch den Gutbehälter und .den Überhitzer hindurch umwälzt und mit diesem Wärmeträger die Verdampfung des Guteigenwassers einleitet, darauf das dabei entstehende, zunehmend wasserdampfreicher werdendeDampf-Luft-Gemisch so lange in
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