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Vom Luftdruck abhängige Regeleinrichtung für Luftfahrzeugmotoren Gegenstand
der Erfindung ist eine vom Luftdruck abhängige Regeleinrichtung für Luftfahrzeugmotoren,
_ welche bei Flug in niedriger Höhe eine übermäßige Füllung des Motors selbsttätig
verhindert. Es ist bei derartigen Regeleinrichtungen bereits bekannt, durch eine
Luftdruckkapsel nicht nur die höchster Speisung entsprechende Stellung des Füllungsreglers
(Drosselklappe) zu begrenzen, sondern die durch die Luftdruckkapsel, vorzugsweise
über eine Hilfskrafteinriehtung verursachten Verstellbewegungen den mit dem Bedienungsglied
willkürlich verursachten Bewegungen zu überlagern. Bisher erfolgte jedoch die Zusammenführung
der zum Bedienungsglied, zur Luftdruckkapsel und zum Füllungsregler führenden Gestänge
o. dgl. an einem oder mehreren Hebeln. Diese Anordnung weist verschiedene Nachteile
auf, u. a. den, daß größere Verstellbereiche nicht möglich sind, ohne daß die Hebel
in Totpunktlagen kommen.
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Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile zu beseitigen, !und bedient
sich zur Erreichung hierzu des bekannten Vorschlages der Verwendung eines UmlaufrädergetrIebes,
um wahlweise und unter entsprechender Korrektur zwei verschiedene Reglerimpulse
,auf die Steuereinrichtung einer Brennkraftmaschine einwirken zu lassen. Bei dein
bekannten Vorschlag handelt es sich @am die überlagerung von zwei willkürlichen
Reglerimpulsen, nämlieh einer Regelung von. Hand und einer Regelung mittels des
Fußes. des Führers, und das Umlajufrädergetriebe besteht aus zwei gleich großen
kegeligen Sonnenrädern, die lose auf der Welle der Drosselklappe sitzen und von
denen eines mit der Handsteuerung und das andere mit der Fußsteuerung verbunden
ist, während der Träger des Planetenkegelrades fest auf der Drosiselklappenwelle
sitzt.
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Ein derartiges Planeten etriebe ist nur zur überlagerung von solchen
Reglerimplulsen geeignet, die iungefähr in der gleichen Größenordnung liegen, wie
es ja bei der Fuß- und Handregelung der Fall ist. Daher ist die bekannte Ausführungsform
für die Regelung von Luftfahrzeugmotoren unter Berücksichtigung des Luftdruckes
nicht geeignet, da die vom Luftdruck abhängenden Regelimpulse nur eine verhältnismäßig
geringe Bewegungsgröße haben.
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Gemäß der Erfindung weisem die beiden auf der Welle der Drosselklappe
angeordneten. Sonnenräder des Umlaufgetriebes verschiedenen Durchmesser auf. Das
größere Sonnenrad sitzt lose auf der Welle und ist mit dem vom Luftdruck abhängigen
Regler verbunden, während Glas andere kleine Sonnenrad fest mit der Welle verbrunden
ist. Die beiden in die Sonnenräder eingreifenden Planetenräder sind frei drehbar
auf einem Zapfen gelagert, der sich ;an einem Kurbelarm befindet, welcher an der
vom Führer bedienten,
gleichachsig mit der Welle der Drosselklappeliegenden
Steuerwelle ungeordnet ist.
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Bei dieser Anordnung werden insbe söndzrp im Hinblick ;auf die Ausgestaltung
der Soli nenräder mit verschiedenem Durchmesser den Antrieb des größeren Sonnenrades
durl den vom Luftdruck abhängigen Regler die* beiden Reglerimpulse hinsichtlich
ihrer Größenordn!ung .einander ,angepaßt, ohne däß ein besonderes Unter- :oder Übersetzungsgetriebe
erforderlich ist, ,ein Umstand, der insbesondere infolge der bei Flugzeugmotoren
notwendigen Vereinfachung der Getriebeteile als großer Vorteil ,anzusprechen ist.
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Gemäß einem weiteren Kennzeichen der Erfindung greift .das mit dem
Bedienungsglied verbundene Glied des Umlaufrädergetriebes an einer Beschlejunigungspumpe
ian, welche eine gewisse Brennstoffmenge unmittelbar in die Speiseleitung einführt,
wenn plötzlich von -einer geringen Spesiung zu einer starken Speisung übergegangen
wird. Derartige Beschleunigungspumpen sind an -sich bekannt. Diese erfindungsgemäß
getroffene Maßnahme, daß die Beschleunigungspumpe über das mit dem Bedienungsglied
verbundene Glied des Umla"ufrä:dexgetrieb@es gesteuert wird, -bringt den Vorteil
mit sich, däß eine volle Pumpenwirkung ,auch bei Flug in geringer Höhe möglich ist,
was -nicht der Fall wäre, wenn die Plumpe übler das mit Odem Füllungsregler verbundene
Glied des Umlaufrädergetriebes gesteuert wäre, weil dieses Glied bei Flug in geringer
Höhle nur geringe Verste11:bewegungen ausführt.
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Die Regeleinrichtung mach der Erfindung würde an sieh auch beim Start
verhindern, daß der Führer, was fast unerläßlich ist, den Motor für kurze Zeit überladen
kann. Um diese Möglichkeit jedoch zu schaffen, ist gemäß einem weiteren Kennzeichen
der Erfndung eine Einrichtung vorgesehen, mit welcher die Wirkung deT Regeleinrichtung
ausgeschaltet oder u mgekehrt werden kann, so üäß die für den Start erforderliche
Speisung unbedingt vorgenommen werden kann, und welche gleichzeitig damit die Mischung
anreichert, um Detonationen -und übierhitzungen vom Motor fernzuhalten.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt.
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Fig. i ist ein perspektivischer Längsschnitt der Regeleinrichtung
mit Darstellung einzelner Teile in Ansicht.
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Fig.2 zeigt ebenfalls in perspektivischem Längsschnitt die Verbindung
:der Regeleinrichtung mit der Beschleunigungspumpe.
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Fig. 3 zeigt in Ansieht die Verbindung der Regeleinrichtung mit der
Starteinrichtung am Vergaser, Die Welle i des im Gehäuse C eingeschlossenen Umlaufrädergetrvebes
ist über die Kur-#,j,bel 2 mit dem Bedienungsglied für die Motor-@sp.eisung am Führerstand
verbunden (Fig.: i). ?Ü ihr liegt gleichachsig die Welle 3, welche ,A dem, Füllungsregler
des Motors, also, wie :liier beispielsweise angenommen sein soll, zu den Drosselklappen
de:s. Vergasers führt. Das Umläufrä:dergetriebe besteht aus einem auf die Welle
3 aufgekeilten Sonnenrad 4 und aus einem zweiten Sonnenrad 5, das lose auf der Welle
3 sitzt und einen größeren Durchmesser als das Rad 4 hat. Von den Umlaufrädern 6
und 7, die fest miteinander verbunden sind und lose auf dem Zapfen sitzen, kämmt
je eines mit den Sonnenrädern. 4 und 5. Der Zapfen 8 wird von dem Arm g der Welle
i getragen.
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Mit dem Sonnenrad 5 kämmt fernerhin eine Zahnstange i o, die über
einte Hilfskrafteinrichtung von der Luftdruckkapsel i i verstellt wird. In dieser
befindet sich Luft unter atmosphärischem oder .einem .anderen, genau bestimmten
Druck. Die Kapsel i i ist in eine Kammer 12 eingesetzt, die über das Rohr 13
mit
dem Sammler der Einlaßleitung des Motors verbunden ist, so daß 'm .der Kammer i
z der in dieser Leitung vorhandene Druck herrscht.
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Als Hilfskraftquelle dient das unter Druck stehende Schmieröl des
Motors. Eine am beweglichen Teil der Lüftdruckkaps e1 bewegliche Stange 14 steuert
den Verteilerschieber 15 für ,den Zylinder 16, in welchem der doppelt beaufschlagbare
Kcilben 17 spielt, dessen Kolbenstange die Zähmstange io ist.
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Die Ölzufuhr zum, Schieber 15 kann mit dem Hahn 18 gesperrt oder Turngeleitet
werden, so daß man die Hilfskrafteinrichtung mit der Druckluftkapsel abschalten
oder ihre Wirkung umwenden Im=; dies wird beim Start des Flugzeuges vorgenommen.
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Die Einstellung ödes Schiebers 15 erfolgt bei am Boden befindlichem
Flugzeug durch die Feingewindeschraube ig; zu der ein der Stange 14 gegenüberliegender
Schaft der Luftdruckkapsel i i ausgebildet ist. Die größtmögliche Drehung von Arm
g und Welle i wird durch eine. Einstellschraube 2 i geregelt, die im Gehäuse C eingesetzt
ist, und gegen welche der Arm g bei Drehung der Welle i anschlägt.
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Die Druckschwankungen in der Kammer 12 werden auf die Drosselklappe
in folgender Weise übertragen: Die durch Schwanktmgen des Luftdruckes verursachten
Längenänderungien der L.uftdruckkapsel i i übertragen sich über die HilfskrafteinrichtuDg
auf die Zahnätiange i o. Eine Verschiebung dieser Zahnstange bewirkt eine Drehung
des Sonnenrades 5 um die Achse 3;
die sich auf das Umlaufrad 7,
von diesem über Rad 6 ;auf das auf der Welle 3 aufgekeilte Sonnenrad, q. überträgt.
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Bei diesen Bewegungen bleibt die Welle i ,und damit :das Bedienungsglied
arm Führerstand in Ruhe, da die Umlaufräder 6 und 7 lose auf dem Zapfen 8 sitzen.
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Die Bewegungen .des Bedienungsgliiedes am Führerstand werden aluf
die Drosselklappe in folgender Weise übertragen: Eine Verstellung des Bedienungsgliedes
bat ein Schwingen des Armes 9 und damit des Zapfens 8 zur Folge. Diese Verlagerung
des Zapfens 8 bewirkt eine Drehung des Umlaufrades 6, da sich das mit ihm gekuppelte
Umlaufrad 7 auf dem Sonnenrad 5 ;abwälzen muß. Die Drehung des Umlaufrades 6 überträgt
sich auf das Sonnenrad q. und damit auf die Drosselklappe. Wenn bei dieser Verstellung
gleichzeitig eine von der Druckluftkapsel verursachte Verstellbewegung vor sich
geht, so wird .die Drehjung der Welle i mehr oder weniger stark übersetzt oder untersetzt
auf die Welle 3 übertragen, da sich dann nämlich das Umlaufrad 7 nicht auf einem
feststehenden, sondern auf einem sich drehenden Sonnenrad 5 ;abwälzt.
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Der Führer kann das Bedienungsglied immer innerhalb seines vollen.
Verstellbereiches bewegen, gleichgültig, ob eine, von der Luftdruckkapsel verursachte
Versbellbjewegung vorausgegangen ist oder gleichzeitig st.attfindet. Nur entsprechen
dann jeder Stellung des Bedienungsgliedes andere Stellungen der Drosselklappe, als
sie sich ohne eine solche von der Luftdruckkapsel verursachte Verstellbewegungergeben.
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In der Ausführungsform nach Fig.2 ist die Welle 3 hohl, und durch
sie läuft die Welle i hindurch, die über die Kurbel 22, den Lenker 23, die Welle
24, und die Kurbel 2¢a mit der Kolbenstange 25 des Kolbens 26 der Beschlejunigungspumpe
27 verbunden ist. Diese liegt im Brennstoffbehälter 28 des Vergasers. Die Welle
3a dien DrosselklappeD ist mit der Kurbe13d durch die lösbare Kupplung 3U an die
Kurbel 3c der Welle 3 ange-
schlossen. Die Wirkungsweise und Handhabe der
Beschleunigungspumpe ist bekannt.
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Der Hahn 18 für die Scbmierölzufuhr zu der an den Vergaser
angesetzten Hilfskrafteinrichtung ist mit einem. Hebel i 8a versehen (Fig. 3), an
den über die Zugstange 29, den Hebel 30 und die Stange 31 gleichzeitig auch
an sich bekannte, nicht dargestellte Vorrichtungen zum Anreichern der Mischung beim
Start angeschlossen sind, die sämtlich an,der Stange 3 langreifen. Daher ist das
Ab- -und Umschalten der Hilfskrafteinrichtung beim Start von einer Anreicherung
der Mischung begleitet. Die Stange 3i ist ferner mit dem Hebel 32 des üblichen,
entsprechend der Flughöhe einstellbaren Gemischberichtigers. verbunden.
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Das Gestänge des .am Führerstand hefindlichen Handgriffes o. dgl.
greift Sam Hebel 33 an und wird über Klauen o. dgl. 34. ;auf den Hebel 32 übertragen.
Mit ;einem Handgriff wird so der Gemischberichtiger, die Vorrichtung zum Anreichern
der Mischung und der Umschalthahn der Hilfskrafteinrichtung gesteuert. Es ist sowohl.
wegen der baulichen Vereinfachung als auch wegen der Erleichterung der Bedienungsweise,
ein bedeutsamer Fortschritt, .daß somit Beine Anzahl von Steuergliedern in Förtfall
kommt.
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Die Erfindung ist ,auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
nicht beschränkt. So ist es nach der bekannten Yiniem,atik der Umlaaaufrädergetriebe
für .die Wirkungsweise rund ,somit für den Erfindungsgegenstand @unbeachtlich, an
welches der drei Glieder :des Umlaufrädergetriebes (Umlaufräderträger 8, erstes
Sonnenrad q., zweites Sonnenrad 5) die Gestänge von Drosselklappe, Bedienungsglied
rund Luftdruckkapsel herangeführt sind.