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Verfahren zur Herstellung feuerfester Steine aus gesintertem Dolomit
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung feuerfester Steine aus gesintertem
Dolomit.
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Gemäß dem Verfahren wird der Sinterdolomit nach dem Vermischen mit
geringen Mengen gebräuchlicher Sinter- oder Bindemittel, wie Gichtstaub, Schlacke
oder Ton, derart zerkleinert, daß das Gemisch durch ein Sieb von 5ooo bis 15 ooo
Maschen je Quadratzentimeter geht, worauf das Gemisch in Abwesenheit jeglicher Flüssigkeit
bei hohen Drucken, z. B. 5oo bis z5ookg/qcm@, verformt und gebrannt wird.
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Das vorliegende Verfahren ist ein Trockenverfahren. Die Erfindung
unterscheidet sich also demnach wesentlich von den bekannten Verfahren, bei denen
Wasser, Mineralöle u. dgl., gegebenenfalls unter Zusatz von Bindemitteln oder Lösungsmitteln,
benutzt werden, um die Masse plastisch und brennfähig zu machen und die Fertigstellung
zu erleichtern.
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Die Naßverfahren haben den Nachteil, daß beim Brennen Schwierigkeiten
entstehen; das gleiche trifft für die Verwendung von Flußmitteln zu. Auch technisch
ist die Durchführung von Naßv er fahr en bekanntlich schwierig.
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Es ist auch schon vorgeschlagen worden, geschmolzenen Dolomit zu einem
Pulver zu vermahlen und diesem Pulver eine künstliche Plastizität mit Hilfe von
Bindungsmitteln, wie Tannin, Gudron oder nichtgeschmolzener Dolomit; zu geben. Da
sich geschmolzener Dolomit praktisch nicht zu einem Feinheitsgrad pulverisieren
läßt, wie er für das vorliegende Verfahren ausschlaggebend ist, und da weiter eine
künstliche Plastizität durch Bindungsmittel herbeigeführt wird, ist das bekannte
Verfahren wesentlich von dem vorliegenden abweichend. Es muß angenommen werden,
daß das Pulver aus geschmolzenem Dolomit, das gemäß dem bekannten Verfahren zur
Verarbeitung gelangt, erheblich gröber ist als das bei dem: vorliegenden Verfahren
benutzte Pulver aus gesintertem Dolomit. Erst durch den Feinheitsgrad der Stoffe
im Sinne des vorliegenden Verfahrens gelingt es, imn Trockenverfahren Dolomitsteine
zu erhalten, die ohne jeden fremden Zusatz eine gute Luftbeständigkeit, eine gute
Druckfeuerbeständigkeit, .eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturwechsel
und eine gute Lagerbeständigkeit aufweisen. Es werden Dolomitsteine hergestellt,
bei denen die technisch wichtigen Eigenschaften als günstig anzusprechen sind und
bei denen einzelne dieser Eigenschaften, wie sie oben angeführt wurden, wesentlich
gegenüber dem bekannten Stand der Technik gesteigert sind.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung wird nachfolgend näher beschrieben:
Dem gepulverten, gesintierten Dolomit werden geringe Mengen gebräuchlicher Sinter-oder
Bindemittel,
wie Gichtstaub. Schlacke oder Ton, beigemischt.
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Es werden nachfolgend Beispiele für die Zusammensetzung dieser Stoffe
angegeben:
| I 11 |
| SiO.................. 18,20 62,57 |
| Fe.. 03 . . . ............ 23,10 3,8z |
| Fe.; 04 ............... 21,z2 .... |
| Al., 0.3 ................ 7.9.1. 22,45 |
| ATr13 04 ............... 2,11 |
| P=Ö;, .....:.... . 0,89 .. |
| Ca0..............:.. 17,20 0,75 - |
| Mg0................ 0,72 22,46 |
| C ................... 2,58 .... |
| SO.; ................. .:.. 0,30 |
| Cl ................... .... 0;20 |
| Na., 0................ .... 0,80 |
| Brennverlust ......... 6,io 6,18 |
Alle zwischen den beiden beispielsweise gegebenen Zusammensetzungen liegenden Werte
können selbstverständlich ebenfalls verwendet werden. Diese Körper werden in verschiedenen,
aber geringen Mengen je nach ihrer chemischen Zusammensetzung, der Reaktionsfähigkeit
und der gewünschten Beschaffenheit des herzustellenden Erzeugnisses zugesetzt.
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Nach inniger Mischung des gepulverten Dolomits mit den Sinter- oder
Bindemitteln und nach nochmaliger Siebung wird das Gut bei einer Temperatur getrocknet,
die je nach dem Feuchtigkeitsgehalt und der Cärbonatbildung zwischen 5oo und- Soo°
liegt. Zur Vollendung dieser Trocknung wird das Gut angesichts der Schwierigkeiten,
die eine Trocknung von pulverförmigen Stoffen bietet, mittels Presse unter einem
Druck von höchstens 1 oo bis 5oo kg je Quadratzentimeter brikettiert und erstmalig
bei Temperaturen von 8oo bis 12oo° mehrere Stunden gebrannt, wobei die Temperaturen
innerhalb dieser Grenzen so gewählt werden müssen, daß nur eine schwache chemische
Reaktion der vorhandenen Bestandteile eintritt. Dieses erste Brennen hat den Zweck,
Wasser und Kohlensäure aus dem Gut auszutreiben; wenn auch diese Vorgänge am gepulverten
Gut ausführbar sind, ist es doch vorteilhafter, sie nach Brikettierung dieses Gutes
vorzunehmen.
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Nach der Austreibung von Wasser und Kohlensäure sind die Briketts
geschrumpft und rissig. Sie werden nochmals zerkleinert, und dieses von Wässer und
Kohlensäure befreite Gut dient dann zur Herstellung neuer Steine, die wesentlich
höheren Drucken als 5oo kg/qcm unterworfen «=erden; diese Drucke können selbst bis
über 25ookg/qcm gehen. Weiterhin werden die Steine in geeigneten Öfen gebrannt,
deren Temperatur allmählich auf 145o bis 155o° gesteigert wird. Dann vollzieht sich
die keramische Bindung: Die Steine werden -erst nach vollständiger Abküh-.limg im
Ofen aus diesem entnommen.
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'y1 Auf diese Weise werden basische, harte; .dichte, vollkommen abgebundene
Steine erzielt; die die wichtigen Merkmale des Doloniits aufweisen, ohne dessen
Nachteile zu besitzen: Je nach dem Maß des Brennens geht ihr Flussehen von Gelblichbraun
bis zu Dunkelbraun und selbst beinahe Schwarz. Die erzielte Dichte hängt vom Preßdruck,
der Art und -der Menge der zur Verwendung kommenden Sinter- oder Bindemittel ab
und liegt etwa zwischen 2 # q. und 3 # z. Das Erzeugnis kann in zahlreichen Anwendungsfällen
die Magnesiasteine oder Dolomitausstampfungen oder ganz allgemein viele :Feuerfeste,
basische oder neutrale Steine ersetzen. Die neuen Steine sehen, wie bereits erwähnt,
ganz wie die allgemein verwendeten Magnesiasteine aus; sie haben die gleiche Farbe,
Härte und viele sonstige Eigenschaften der letzteren, sind aber wesentlich billiger.
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Es ist darauf hinzuweisen, da(.) die Aufbereitung des Dolomits auch
in anderer Weise, als vorstehend beispielsweise angegeben wurde, erfolgen kann.
Die Stücke von gesintertem Dolomit werden nicht mechanisch zerkleinert, sondern
einem Strahl iließenden Wassers oder .einem Dampfstrahl ausgesetzt, damit eine vollständige
Wasseraufnahme durch das Güt erfolgt.
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Nach Beendigung der heftigen Reaktion, die sich aus der Wasseraufnahme
des Kalks und der Magnesia ergibt, wird der Dolomit bei sehr hoher Temperatur zwecks
Entzugs des ganzen gebundenen Wassers getrocknet. Sobald dieser Dolomit zu Pulver
zerfallen ist, eignet er sich außerordentlich zur Verarbeitung in der bereits angegebenen
Weise.