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Verfahren zum Tarnen von Körpern durch Beleuchtung Es ist bekannt,
zur Tarnung plastischer Körper im Freilicht formstörende, möglichst der Umgebung
im Gelände angepaßte Anstriche zu verwenden. Diese Art der Tarnung ist jedoch, insbesondere
für Beobachtung von oben, unzulänglich, da sie die Erscheinung der Form durch den
Gegensatz von Licht und -Schatten nicht verhindern kann.
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Ferner ist bekannt, Luftfahrzeuge gegen Sicht von unten dadurch zu
schützen, daß man den Fahrzeugkörper mit Durchbrechungen versieht, so daß sich die
Wirkung ergibt, als bestehe dieser Körper aus durchsichtigem Stoff. Teile des Fahrzeuges,
die nicht in dieser Weise ausgebildet werden können, wie beispielsweise der Motor,
der Brennstofftank usw., werden mit künstlichen, gegen den Beschauer strahlenden
Lichtquellen versehen. Auch durch diese Maßnahmen wird jedoch das Problem, wenn
überhaupt, so nur mangelhaft gelöst; denn es läßt sich nicht verhindern, daß: die
gegen den Beschauer gerichteten Lichtquellen eine Blendung ausüben und so die Tarnung
beseitigen, Um Schiffe gegen Beobachtung zu decken, wurden Spiegel derart angeordnet,
daß an Stelle des Schiffes ein Bild des vorliegenden Wassers bzw. ein Himmelsbild
wahrgenommen wurde. Diese Spiegel aber reflektieren in .größtem Umfang die auffallenden
Sonnenstrahlen und verraten, ebenso, wie in dem vorerwähnten Falle die künstlichen
Lichtquellen, den Standplatz des Fahrzeuges.
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Schließlich wurde auch schon vorgeschlagen, den zu tarnenden Körper
mit einer Vielzahl von Lichtquellen zu besetzen und diese zur Abschwächung der Blendwirkung
mit einer in entsprechendem Abstand angeordneten Hülle aus lichtdurchlässigem Stoff
zu umgeben, wobei dieser Stoff verschiedene Lichtdurchlässigkeit besitzen oder durch
Färbungen bzw. Bemalungen weiterhin veränderlich gemacht sein kann.
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Die vorliegende Erfindung geht einen anderen Weg und beseitigt die
Mängel der vorbekannten Tarnungsmaßnahmen. Erfmdungsgemäß werden die durch den Körper
erzeugten Schattenflächen mit natürlichem oder künstlichem Licht bestrahlt und dadurch
aufgehoben, wobei die Beleuchtung des Schattens hinsichtlich Stärke und Richtung
in Abhängigkeit von der den Schatten erzeugenden Lichtquelle (Sonne) erfolgt. Wandert
der Schatten, d. h. tritt eine Relativbewegung zwischen dem zu tarnenden Körper
und der Lichtquelle (Sonne) ein, so kann die Nachstellung der den Schatten löschenden-.Lichtanlage
selbsttätig, z. B. durch Uhrwerkantrieb oder durch Lichtzellensteuerung, erfolgen.
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Bei Verwendung des natürlichen. Lichtes. zur Löschung des Schattens
werden Reflektoren benutzt l welche das Licht von der den Schatten erzeugenden Lichtquelle
aufnehmen
und ,auf den Schatten ablenken; diese Reflektoren können
zwangsläufig gesteuert sein, so daß sie stets einerseits auf die schattenbildende
Lichtquelle, andererseits auf den Schatten eingestellt sind. Die Lichtquellen werden
allseitig beweglich angeordnet, z. B. auf zwei zueinander senkrechten Achsen verschwenkbar
gelagert.
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Bei Lichtzellensteuerung trägt der -zu tarnende Körpereinen Kranz
oder Bogen von gegenseitig abgeschirmten Lichtzellen, deren jeweils von Licht getroffene
den Stromkreis eines Triebmotors über mitschleifende Kontaktbrücken so lange schließen,
bis die belichteten Zellen in den Bereich einer Unterbrechung der Kontaktbrücke
gelangen und die Lichtanlage auf den Schatten eingerichtet ist.
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Erweist sich als notwendig, die -den gchatten löschenden Lichtquellen
auch um waagerechte Achsen zu verschwenken, so werden zwei zueinander senkrecht
stehende Kränze oder Bogen von Lichtzellen und zugehörige Schleifkontaktbrücken
vorgesehen, deren einer, von dem zu tarnenden Körper getragen, die Drehung der Lichtanlage
um die senkrechte, deren anderer, von der Lichtanlage selbst getragen, die Drehung
der Lichtanlage um die waagerechte Achse steuert, wobei der senkrechte Bogen auf
die Untdrbrechung der Schleifkontaktbrücke des waagerechten Bogens eingedeckt ist.
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Die Figuren zeigen schematisch eine Ausführungsform einer Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, -wobei die schattenerzeugende
Lichtquelle (Sonne)-zur Beleuchtung des Schattens ausgenutzt ist.
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Fig. i ist ein Aufriß mit teilweisem Schnitt, Fig. 2 ein Grundriß,
Fig.3 eine Teilansicht der Licht in Kraft umsetzenden Elemente mit ihren Schirmen
und Fig.4 ein Schaltbild.
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Der zu tarnende Körper i, z. B. ein Gaskessel, ist in dem gewählten
Ausführungsbeispiel zylindrisch. Die Tarnungsmittel sind gegenüber dem Körper i
der Deutlichkeit halber stark vergrößert gezeichnet.
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An einem um die Senkrechte drehbaren Träger 2 ist eine Vielzahl von
Reflektoren 3 angebracht, welche in Armen 4 um waagerechte Achsen 5 und 6 schwenkbar
gelagert sind. Die Drehung des Trägers 2 erfolgt durch einen Motor 7 über ein Getriebe
8, während die Schwenkung der Reflektoren um ihre Achsen 5 und 6 durch einen Motor
9 über Schneckentriebe io erfolgt. Auf dem zu tarnenden Körper i ist fest eine -Reihe
von lichtelektrischen Zellen i i ringförmig um den Träger 2 :angeordnet, die durch
radiale Schirme 12 voneinander getrennt sind. Auf dem Träger 2 ist eine weitere
Reihe von lichtelektrischen Zellen 13 in einer senkrechten Ebene zu einem Viertelkreisbogen
zusammengeschlossen. Die einzelnen Zellen sind -wiederum durch Schirme 14 voneinander
getrennt. Die Schirme 12 und 14 sind so bemessen, daß die in einem bestimmten. Winkel
einfallenden Strahlen der schattenerzeugenden Lichtquelle nur auf eine oder wenige
bestimmte Lichtzellen i i, 13 treffen können (Fig. 3). Auf dem Lichtzellenring
i i schleifen zwei an dem Träger 2 befestigte Kontakthalbringe i 5 und 16, die an
gegenüberliegenden Stellen durch Isolierspalt 17 und 17' voneinander getrennt sind.
Der Spalt 17 ist auf den Zellenbogen 13 eingerichtet. In ähnlicher Weise bewegen
sich längs der Lichtzellen 13 zwei durch die Achse 6 _getragene Kontaktkreisbogen
18 und ig. Diese sind durch einen Spalt 2o voneinander getrennt. Die Lichtzellen
sind -einseitig durch Leiter 21 miteinander verbunden. Die Kontakthalbringe 15 und
16 sind an den Motor 7, die Kontaktbogen z 8 und i 9 in gleicher Weise an den Motor
9 angeschlossen, und zwar derart, daß die einen Kontakte 15 bzw. i 8 eine Drehung
des zugehörigen Motors 7 bzw. 9 in der einen, die anderen eine Drehung desselben
in der anderen Richtung vermitteln.
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Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel trägt jeder Reflektor 3.
einen - Strahlensammler 22, der aus :einem eine Linse enthaltenden Rohr besteht.
Durch diesen werden die Strahlen der schattenerzeügenden_ Lichtquelle (Sonne) auf
einem Rückstrahler 23, der ungefähr im .Brennpunkt des Reflektors liegt, ,gesammelt
und auf die Reflektorwände zerstreut.
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Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung ist folgende:
Die in einem bestimmten Winkel einfallenden Sonnen- oder dergleichen Strahlen treffen
auf eine bestimmte Lichtzelle i i oder Lichtzellengruppe. Diese wird dadurch so
stark erregt, daß. sie den Stromdurchgang ermöglicht und der Motor 7 zu laufen beginnt.
Der Träger 2 wird dadurch, je nachdem ob der erregten Lichtzelle i i der Kontaktteil
16 oder der Kontaktteil 17 gegenüberliegt, .in dem einen oder anderen Sinne gedreht,
und zwar so lange, bis die erregte Zelle dem Isolierspalt 17 gegenüber zu liegen
kommt, wodurch der Stromkreis unterbrochen -wird. In dieser Stellung ist auch die
Lichtzellengruppe 13 -gegen die Lichtquelle (Sonne) gerichtet, wobei eine oder einige
nebeneinanderliegende Zellen von' den Strahlen getroffen und erregt werden.- Dadurch
werden durch den Motor g die Reflektoren 3 und die Kontaktbögen 18, 19 so- lange
verschwenkt, bis .der Spalt 2o in den Bereich der erregten Zelle
',gelangt
und den Stromkreis unterbricht. In dieser Stellung sind zwangsläufig auch die Strahlensammler
22, deren Achsen parallel zur Achse des Spaltes 2o lieg-en, gegen die Lichtquelle
(Sonne) berichtet. Die Strahlen werden aufgefangen und durch die Reflektoren gegen
die Schattenstellen 24 gerichtet; die Schattenwirkung ist aufgehoben. Tritt eine
Linderung des Körpers i zur Lichtquelle (Sonne) oder umgekehrt ein, so werden andere
Teile der Lichtzellengruppen i i und 13 durch die Strahlen getroffen. Dadurch -werden
-die Motore 7 und 9 wieder unter Strom gesetzt und bewegen die Reflektoren so lange,
bis diese wieder genau auf die beschatteten Stellen gerichtet sind. Die Zahl und
Anordnung der Reflektoren hängt von der Größe und Form des zu tarnenden Körpers
ab. Um Komplikationen. zu vermeiden, wird die Form der zu tarnenden Körper notwendigenfalls
durch Verkleidungen möglichst einfach gestaltet, so daß, möglichst wenig .einzelne
Schattenwinkel entstehen.
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Zur Beleuchtung des Schattens können. auch künstliche Lichtquellen
verwendet werden, welche an Stelle der mit natürlichem Licht gespeisten Reflektoren
3 angeordnet sind. In diesem Fall ist es aber von Vorteil, die Stärke der Lichtquellen
z. B. mit Hilfe von in die Stromkreise eingeschalteter Lichtzellen in Abhängigkeit
von der Stärke der den Schatten verursachenden Lichtquelle zu verändern.
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Die Anordnung könnte schließlich auch so getroffen sein,. daß mit
künstlichem oder natürlichem Licht gespeiste Lichtstrahler rings um den Körper i
fest angeordnet sind, wobei jeweils nur derjenige oder diejenigen Lichtstrahler,
welche gegen die beschatteten Stellen gerichtet sind, in Tätigkeit gesetzt werden.
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Ist der Körper i ortsfest, so können die Reflektoren 3 auch durch
rein mechanische Triebmittel, z. B. durch Uhrwerk, bewegt werden, so daß sie sich
ständig selbsttätig auf den Sonnenstand einstellen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren und die zugehörigen Einrichtungen eignen
sich auch zur Tarnung von beweglichen Körpern, wie Fahrzeugen.