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Jacquardmustervorrichtung für flache Wirkmaschinen Die Erfindung bezieht
sich auf Jacquardmustervoi-richtungen f ürflache Wirkmaschinen., bei denen die den
Antrieb der Musiterwerkzeuge (Decker, Preßplatinen o. dgl.) beeinflussenden Steuerungsmittel
(Musterplatinen) von daran vorbeibewegten Elektromagneten ausgewählt werden, wobei
die als Anker dienenden Teile der Musterplatinen in mehreren Reihen angeordnet sind.
Nach dem Hauptpatent werden die zum Auswählen der Musterplatinen dienenden Elektromagnete
durch Kontakte gesteuert, die .über ein besonderes, sowohl von den Musterplatinen
als auch von den Jacquardkarten örtlich getrenntes Kontaktfeld hinweggeführt werden.
Die Kontakte dieses Kontaktfeldes werden von den Jacquardkarten aus mustergemäß
beeinflußt.
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Bei der feinen Nadelteilung der gebräuchlichen flachen Wirkmaschinen
müssen die Ankerteile der Musterplatinen auf etwa acht Reihen verteilt werden, damit
nicht mit den auszuwählenden Musterplatinen die benachbarten, nicht zu wählenden,
beeinflußt werden. Anderseits müssen aber diejenigen Teile der Musterplatinen, die
zur Verstellung der Musterwerkzeuge dienen, in einer Reihe liegen, wenn die mechanischen
Teile der Mustervorrichtung nicht zu umständlich werden sollen. So erhielt man bei
der Vorrichtung nach dem Hauptpatent Musterplatinen mit verschieden langen seitlichen
Ankerteilansätzen an den oberen Enden, also Musterplatinen von verschiedenem Gewicht.
Demnach mußte man entweder Elektromagnete verschiedener Stärke zum Anheben der Musterplatinen
verwenden oder die Elektromagnete nach den schwersten Musterplatinen bemessen.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt, eine Musterplatinenanordnung zu
schaffen, bei .der die Ankerteile auf sechs, acht oder mehr Reihen verteilt sind
und bei der die zum Anheben der Platinen erforderlichen Kräfte und die von den Platinen
zurückgelegten Wege so klein wie möglich und für alle Platinen gleich oder doch
annähernd gleich sind, so daß das Auswählen in kürzester Zeit und mit dem geringsten
Kraftaufwand geschehen kann.
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Die Erfindung besteht darin, daß die als Doppelhebel ausgebildeten,
mit den Ankerteilen durch Stäbchen gelenkig verbundenen Musterplatinen am Angriffsende
der Stäbchen derart winkelförmig gestaltet sind, daß die fächerartig ausgebreiteten
Stäbchen mit gleichen Hebelarmen und gleichen Angriffswinkeln an den Musterplatinen
angreifen, wobei die über den Ankerteilreihen entlang beweglichen Magnete auf einem
Kreisbogen um den mittleren Angriffspunkt der Stäbchen angeordnet sind und ihre
Achsen in der Verlängerung der die Ankerteile tragenden Stäbchen liegen.
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Die Musterplatinen erhalten also verschiedene Winkelformen, je nachdem
zu welcher Ankerteilreihe sie gehören. Um die Herstellung
der Musterplatinen
zu vereinfachen, kann man natürlich auch benachbarten Ankerteilreihen gleiche Musterplatinen
geben, so daß der Grundgedanke der Erfindung nur mit-. einer gewissen Annäherung
durchgefüh wird. Durch die Anordnung der Magnete der Verlängerung der die Ankerteile
tragen.-den St,äbchen werden die Drücke auf die Führungen und damit die beim Anheben
der Musterplatinen zu überwindende Reibung wesentlich vermindert.
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.Nach der Erfindung ist weiter jede Musterplatine mit ihrem Stäbchen
und dem daran befestigten Ankerteil derart bemessen, daß das Eigengewicht dieser
Teile gerade nur das Verbleiben der Musterplatinen in der Ruhelage hinreichend sichert,
beim Anheben der Musterplatinen aber größtenteils durch das entgegenwirkende Gewicht
des freien Armes der Musterplatinen ausgeglichen wird.
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Nach der Erfindung sind schließlich die Enden der Stäbchen zu kreisrunden
Plättchen verbreitert, die in nach einer Seite offenen kreisrunden Aussparungen
der Musterplatinen liegen, und die so gebildeten Gelenke werden dabei durch ortsfeste,
zwischen je zwei Musterplatinen liegende Führungsscheiben zusammengehalten. Auf
diese Weise erhält man einfache, genau arbeitende, leicht bewegliche und in der
Breite wenig Raum .erfordernde Gelenkverbindungen zwischen den Musterplatinen und
ihren Stäbchen. Hier ist darauf hinzuweisen, daß eine ähnliche Lagerung für ortsfest
gelagerte Winkelhebel bekannt ist.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. i ist eine Seitenansicht der Vorrichtung. Abb. 2 zeigt die Musterplatinen
in vergrößertem Maßstab.
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Die Musterplatinen i, deren einer Arm 2 in an sich bekannter Weise
zur Verstellung der die Decknadeln 3 o. dgl. beeinflussenden Schwingen q. dient,
sind auf einer Achse 5 gelagert. Der andere Arm 6 jeder Musterplatine ist gelenkig
mit einem Stäbchen 7 verbunden, das an seinem oberen Ende einen Ankerteil 8 trägt
und in einem Schlitz des Führungssegmentes 8' geführt ist. Dicht über den Ankerteilen
8 sind die Elektromagnete 9, wie ebenfalls bekannt, senkrecht zur Zeichenebene beweglich
angeordnet. Die Magnete g sind an einem bogenförmigen Magnetträger fo befestigt.
Die Achsen der Elektromagnete liegen in der Verlängerung der Längsachsen der Stäbchen.
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Die Musterplatinen sind gestreckt oder winklig geformt, je nach der
Richtung des zugehörigen Stäbchens 7. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel greifen
sämtliche Stäbchen etwa unter einem rechten Winkel an dem Arm 6 der Musterplatine
an, und zwar sämtlich mit demselben Hebelarm, so daß die Kräfte und Wege beim Anheben
der =.#Zusterplatinen gleich sind, vorausgesetzt Aaß die, Gewichte der Musterplatinen
gleich :.=sixid: '-° Tn jeder Musterplatine ist eine kreisrunde Aussparung i i angebracht,
in der das kreisrund geformte Ende 12 des zugehörigen Stäbchens liegt. Die zwischen
den Musterplatinen liegenden ortsfesten Führungsscheiben 13 verhindern das seitliche
Herausrutschen der Stäbchen aus den Aussparungen, lassen aber den Musterplatinen
genügend Bewegungsfreiheit. Gleichzeitig sorgen die Führungscheiben dafür, daß die
Federn 1¢ nicht von der zugehörigen Musterplatine abgleiten.
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In der Ruhelage wird jede Musterplatine durch das geringe Übergewicht
der Teile 6, 7, 8 gehalten, wobei die Federn 14 mit ihrer leichten Reibung an den
Armen 6 zur Sicherung der Ruhelage beitragen. Die angehobenen Musterplatinen werden,
wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, von den Federn 14 in der gehobenen Lage gehalten.
Beim Auswählen der für das Muster erforderlichen Decknadeln o..dgl. drückt der bei
15 am Maschinengestell gelagerte Daumen 16 den um die Achse i7 schwingenden Rahmen
i8 der Mustervorrichtung in Richtung auf die Schwingen.. Von diesen werden« diejenigen,
die einer angehobenen Musterplatine gegenüberstehen, von den Armen 2 dieser Musterplatine
im Sinne des Pfeiles a verdreht, wobei sie die zugehörigen Decknadeln 3 in die,
gestrichelt gezeichnete Stellung drücken. In dieser Lage werden die ausgewählten
Schwingen q. durch einen gesteuerten Riegel 19 festgehalten. Hierauf werden die
Federn 1q. durch eine Schwenkbewegung der Barre 22, an der sie befestigt sind, zurückbewegt.
Kurz darauf bringt eine Schiene 21 die gewählten Musterplatinen durch eine Bewegung
im Sinne des Pfeiles b in die Ruhelage zurück. Die Bewegung der Barre 22 und der
Schiene 21 wird in dem gezeichneten Ausführungsbeispiel zweckmäßig durch die gleichen,
nicht mit dargestellten Antriebsmittel bewerkstelligt.
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Die mechanischen Mittel zur Steuerung der Decknadel 3 sind an sich
bekannt.