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Festlegepunkt für die Zielrichtung einer Waffe, z. B. eines Geschützes,
bei dem Nachtschießen Die Erfindung betrifft einen Festlegepunkt für die Zielrichtung
einer Waffe, insbesondere eines Geschützes, beim Nachtschießen. Als solcher Festlegepunkt
wurde bisher in der Regel einfach eine an der für das Richten bei Tage dienenden
Richtlatte aufgehängte Laterne o. dgl. verwendet, welche mittels des Richtkreises
angeschnitten wurde.
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Hierbei sind aber zahlreiche Unsicherheitsfaktoren in Kauf zu nehmen.
Schon dadurch, daß bei Verwendung einer solchen Richtlaterne ein scharf abgebildeter
Lichtstreifen nicht vorhanden ist, wird der Richtkanonier unsicher gemacht, das
Einwirken der den Lafettenschwanz herumschwenkenden Mannschaften verzögert und damit
die Feuergeschwindigkeit herabgesetzt. Eine wirksame Kontrolle darüber, ob die auf
dem Richtkreis eingestellte Richtung tatsächlich der Richtung des Geschützes entspricht,
d. h. ob auch wirklich der Spalt der Richtlaterne mit dem Fadenkreuz des Richtmittels
zur Deckung kommt, ist praktisch kaum möglich.
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Zur Behebung dieser Schwierigkeiten ist es bereits bekannt, das Richten
von Geschützen bei Nacht durch Anleuchten eines auf einem ortsfesten Schirm angeordneten
Hilfszieles mittels einer am Geschütz befindlichen Lichtquelle, die ein scharf abgegrenztes
Bild parallel gerichteter Strahlen aussendet, vorzunehmen. Dieses Verfahren, bei
welchem von dem Geschütz aus das Bild eines Fadenkreuzes o. dgl., auf den den Festlegepunkt
aufweisenden Schirm geworfen und dort zur Deckung mit einem entsprechenden Merkzeichen
gebracht wird, besitzt aber den Nachteil, daß der beleuchtete Richtpunkt innerhalb
eines größeren Bereiches der Umgebung, unter Umständen also auch vom Feind wahrnehmbar
ist. Aus diesem Grunde ist die Verwendung der bekannten Einrichtung nur im beschränkten
Maße möglich.
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Gemäß der Erfindung werden die Nachteile der bekannten Anordnung dadurch
vermieden, daß der von einer an der Waffe angeordneten Lichtquelle, welche ein parallel
zu der Längsachse der Zielvorrichtung laufendes Lichtstrahlenbündel aussendet, angestrahlte
Festlegepunkt durch einen oder mehrere beim Auftreffen -der Lichtstrahlen aufleuchtende
und das Licht in einem begrenzten Raum verstärkt reflektierende, aus Glasprismen
o. dgl. bestehende, an einer Richtlatte angeordnete Rückstrahlerkörper gebildet
wird. Derartige Rückstrahlerkörper sind an sich bekannt und werden für zahlreiche
Zwecke (Katzenaugen an Fahrrädern, an Wegweisern usw.) verwendet. Im Falle der Erfindung
ermöglicht die Ausbildung des Festlegepunktes in der beschriebenen Weise, daß das
Aufleuchten desselben nur in einem begrenzten Raum erkennbar ist, in diesem aber
eine sehr scharfe Beobachtungs- und Einstellungsmöglichkeit ergibt.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung werden zweckmäßig zu beiden Seiten
des beispielsweise
rot aufleuchtenden, langgestreckten, schmalen,
senkrecht angeordneten, den eigentlichen Festlegepunktbildenden Rückstrahlerkörpers
in waagerechter Richtung zu beiden Seiten desselbe" beispielsweise an einem Querbalken
der Ricbt"-Latte, auf einegewisseBreite eine Anzahl weiterer;,, zweckmäßig von ihm
optisch getrennter Prismen<. aus andersfarbigem bzw. bei Auftreffen von Lichtstrahlen
in anderen Farben aufleuchtendem Glase angeordnet. Durch die Färbung dieser Körper,
die vorzugsweise auf der einen Seite des den Festlegepunkt bildenden Prismas eine
andere sein kann als auf der anderen Seite und außerdem auf jeder Seite noch wieder
aufeinanderfolgend abgestuft sein kann, wird es möglich, zu erkennen, ob das Geschütz
rechts oder links aus der einzustellenden Richtung heraussteht. Es kann so ein außerordentlich
schnelles Einrichten des Geschützes durch die den Lafettenschwanz bedienenden Kanoniere,
die das Geschütz nach jedem Schuß und ohne Mitwirkung des Richtkanoniers, weil sie
ja selbst in der Lage sind, das Aufleuchten des Festlegepunktes zu erkennen, in
die richtige Seitenrichtung bringen können, erfolgen.
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Zur Erleichterung des Richtens bei großen Verschwenkungen kann natürlich
außer der anzustrahlenden Anordnung von Rückstrahlerkörpern an der Richtlatte noch
eine mit einer einen vertikalen Schlitz besitzenden Blende versehene Richtlaterne
üblicher Art angebracht werden, die zum groben Einrichten dient, da unter solchen
Umständen das Suchen der die Prismen tragenden Querlatte mittels des von der als
Kollimatorrohr ausgebildeten - Lichtquelle ausgesandten Lichtstrahlenbündels schwierig
ist. In derartigen Fällen muß der als Festlegepunkt dienende Rückstrahlerkörper
sich genau über dem Spalt der Richtlaterne befinden.
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Die durch die Erfindung gegebene Möglichkeit der genaueren Erfassung
des Festlegepunktes ist gerade beim Nachtrichten von Bedeutung, wenn man die Genauigkeit
des Schießens bei Tage erreichen will, weil der Nachtrichtpunkt ohnehin in der Regel
wesentlich näher am Geschütz liegen muß als der Tagrichtpunkt.
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Die optische Voneinandertrennung der einzelnen Rückstrahlerkörper
erleichtert eine einwandfreie Beobachtung des Festlegepunktes insofern, als die
Möglichkeit des Aufleuchtens von benachbarten Prismen bei seitlich reflektierten
Strahlen verhindert wird.
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Die Lichtquellenanordnung an dem Geschütz kann sowohl mit einem vorhandenen
Richtmittel vereinigt wie auch als zusätzliche Richtanordnung an der anderen Geschützseite
angebracht werden, in welch letzterem Falle sie natürlich einen besonderen Richtkreis
erhalten muß. In den Abbildungen ist die Erfindung in einer grundsätzlichen Ausführungsform
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Richtlatte mit der an einer Quer-'@@`ste
angebrachten Reihe von verschieden "Färbten Rückstrahlerkörpern und einer zu-:@sätzlichen
Richtlaterne und Abb.2 in der Seitenansicht die räumliche Anordnung der Lichtquelle
am Geschütz zu der erfindungsgemäß ausgebildeten Richtlatte.
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In den. Abbildungen ist mit' a die vertikale Richtlatte bezeichnet,
welche an ihrem oberen Ende den anzustrahlenden, langgestreckt rechteckigen, senkrecht
angeordneten Rückstrahlerkörper b trägt, ferner an einer Querlatte c in Höhe dieses
den Festlegepunkt darstellenden Rückstrahlerkörpers beiderseits desselben eine Anzahl
von anders gefärbten Rückstrahlerkörpern d' und d". Die Richtlaterne
ist durch eine Blende c verdeckt, welche einen senkrechten Schlitz f aufweist.
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g ist die mit dem vorhandenen Richtkreis des Geschützes bzw. einem
besonderen außer dem üblichen Richtkreis angebrachten Richtkreis des Geschützes
starr verbundene Lichtquelle in Gestalt eines Kollimatorrohres mit einer Linse 1z;
vor welcher sich eine Blende i befindet, durch deren Schlitz ein schmales
vertikales Lichtband k auf den angerichteten Punkt der Querleiste c der Richtlatte
strahlt.